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Alexandre Ajas Maniac

Originaltitel: Maniac

Herstellungsland:Frankreich, USA (2012)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung
Genre:Horror, Drama, Krimi, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,16 (146 Stimmen) Details
inhalt:
Frank ist Besitzer eines Mannequin Ladens. Er lebt ein eher zurückhaltendes und verschlossenes Leben. Doch dies ändert sich, als die junge und hübsche Anna in sein Leben tritt. Für ihre neue Ausstellung wendet sie sich an Frank. Aus dem Treffen entwickelt sich eine Freundschaft. Doch der Schein trügt. Denn unter der Oberfläche verstärkt sich seine geheime Besessenheit. Je länger die Freundschaft anhält, desto heftiger tritt seine Manie zum Vorschein.
eine kritik von cecil b:
Ein weiteres Remake eines bedeutendes Horrorklassikers. William Lustigs Maniac hatte für Furore gesorgt, da er den Psychopathen als auch ein Opfer darstellte, und ein paar Idioten Frauen-verachtendes Gedankengut in das Skript interpretierten. Dass Lustigs Wahnsinniger unter seiner psychischen Krankheit leidet, und er nicht nur ein Monster ist, macht Lustigs Maniac gerade zu einem Klassiker. Das Remake musste ja kommen.

Frank ist ein einsamer Restaurator von Schaufensterpuppen. Er leidet unter einer extrem starken psychischen Krankheit, die ihn dazu zwingt Frauen zu ermorden und seine Schaufensterpuppen mit den Skalps seiner Opfer zu schmücken.

Maniac erzählt die Geschichte eines Mannes der durch seine Kindheit traumatisiert ist, und seiner kranken Psyche hilflos ausgeliefert ist. Die Anonymität der Großstadt untermalt die Tatsache, dass Frank nicht die Fähigkeit hat Beziehungen zu Menschen aufzubauen und somit in seiner gestörten Wahrnehmung gefangen ist, ohne seine Probleme reflektieren zu können.Seine einzige Sehnsucht ist die Bindung zu Frauen. Da er aber nicht dazu in der Lage ist diese zu verwirklichen, ermordet er Frauen und schmückt die Körper seiner Puppen mit den Skalps seiner Opfer.Die Puppen gehören ihm und sie können ihn nicht verstören, er wünscht sich die Frauen aus der Realität mit den Puppen zu verbinden, um den Wunsch zu befriedigen die Frauen zu besitzen damit er die Kontrolle über sie habe kann.

Soweit bleibt Alexandre Aja (der nur Co.Director war, da Frank Khalfoun (P2 Schrei im Parkhaus) als Regisseur angegeben ist!) dem Original treu. Wenn wir schon einmal bei der treue dem Original gegenüber sind, dann gehe ich erst einmal auf die Stärken ein. Nennen wir den Regisseur mal Aja. Dem ist es durchaus gelungen eine ähnlich bedrohlich düstere Grundstimmung aufzubauen, wie man sie vom Original kennt. Des weiteren wird Frank als Opfer seiner Psyche dargestellt, das nicht einfach böse, sondern krank ist. ALSO HAT DAS REMAKE DIE WICHTIGSTE GRUNDTHEMATIK AUFGENOMMEN. Und Elijah Wood? Macht seine Sache toll ! Ich nehme ihm die zerbrochene Seele ab!

WARUM DAS REMAKE ABER SCHEITERT: Die gelungene Inszenierung ist in ihrer POV Perspektive 1:1 von Gaspar Noes Meisterwerk Enter the Void übernommen. Das nehme ich dann mal so hin. Der Soundtrack ist praktisch der selbe Popart-Soundtrack wie man ihn aus DRIVE kennt. Das Gleiche in Grün, das nehme ich dann mal so hin.
Hier liegen die Probleme: Während der von Joe Spinell gespielte Maniac durch seine teilweise charismatisch verträumte Art noch ein Figur mit mehreren Facetten war, die im Umgang mit Frauen zum gekonnten Charmeur werden konnte, wird Ajas Maniac auf eine Zwangsneurose auf zwei Beinen reduziert. Es wird zwar gezeigt dass er eine verzweifelte und sehnsüchtige Seite hat, und er wird ebenso als ein zuvorkommender, auch verklärt romantischer Träumer gezeigt, aber sein Verhalten ist durchgängig verstört.
Die Frauen sehen ihn mal als einen Romantiker, aber das kann er durch seine Perspektive auf das Leben nicht verstehen. Und das wird nur aus seiner Perspektive gezeigt. Abgesehen davon dass dies wie gesagt aus Enter the Void übernommen wurde, ermöglicht es nicht im geringsten Frank als einen Menschen innerhalb unserer Gesellschaft zu zeigen. Der Zuschauer kann genau wie Frank nicht verstehen, warum dieser so schnell Romantiker genannt wird. Auch wenn damit bewusst gezeigt werden soll, dass die Gesellschaft durch ihre Oberflächlichkeit keine Ahnung von Franks wahren Ich hat, kann der Zuschauer sich selbst kein Bild davon machen, wie der Maniac von außen betrachtet wirken kann. Dadurch kann man sich selbst kein Erscheinungsbild von ihm machen, sondern muss ihn nur auf die kranke Seele reduzieren. Diese Endscheidung macht Frank zu einem kranken Wahnsinnigen, der kaum ein Teil unserer Gesellschaft ist. Im Gegensatz zu Lustigs Film, der Frank auch als Teil unserer Gesellschaft darstellt, und dennoch sehr deutlich zeigt, dass er sich nicht als solches fühlen kann. Aja zeigt auch dass Frank dass nicht kann, aber er gibt dem Zuschauer nicht die Möglichkeit Frank als ein oberflächlich funktionierendes Teil unser Gesellschaft zu zeigen, das zu anständigen Gesprächen in der Lage ist und dadurch mehr Persönlichkeit bekommt. Womit Aja also zwar die Anonymität der Gesellschaft einer Großstadt zeigt, aber weniger die Anonymität INNERHALB einer Gesellschaft. Ajas Maniac geht in der Gesellschaft einfach unter.

Und da der Film ja ins Kino muss, entschlüsselt Aja in vielen kleinen Häppchen die Psyche des Maniacs . Damit auch niemand sagen kann: Hä, was soll dass denn ?. Ansonsten sind die Opfer immer alleine auf den weiten Straßen der Großstadt und nymphomanische Frauen ignorieren dass der durchgehend verstörte Maniac Hände voller Verletzungen hat. Aber die Opfer sind oft sowieso wehrlos wie kleine Mädchen, dumm wie Brot und sie haben auch keine Handys. Los Angeles halt. Bei der legendären U-Bahnszene setzt Aja (oder wer auch immer) auf Gewalt, und nicht auf Lustigs bedrohliche Todesangst, die viel erschreckender ist. Das Ende ist dann komplett kopiert (nach einem schlechten Finale) bis es dann wieder alles versaut, weil wieder alles erklärt wird. Warum hat Lustig das Produziert? Er braucht Geld.

Der Film ist durchgehend unterhaltsam und er ist aufgrund Woods Darstellung einen Blick wert! Aber er ist Kommerzhorror für die Kassen, dessen Inszenierung, Soundtrack und Story sich zwar vom normalen Standard unterscheiden, diese sich aber stark bei Enter the Void, DRIVE und natürlich Spinell bedienen, und ich sie daher nicht dem Remake zusprechen kann.Darf ich als Autor dieser Seite berühmten Zeitschriften widersprechen? Sehr geehrten Zeitschriften die diesen Film einen 'innovativen Psychoslasher' nennen sei gesagt, dass die innovative Idee vor 30 Jahren auf den Leinwänden flimmerte und dass die innovative Inszenierung von wirklich innovativen Filmen übernommen worden ist.. Zum Glück gibt es aber auch genug Kritiken, die dem Film ebenso wie ich eine durchaus brauchbare Härte zusprechen, in ihn aber auch deutliche Schwächen sehen. Und die teilweise an anderen Stellen, die ich nicht für meine Argumentation aufgeführt habe. Zum Glück gibt es unterschiedliche Sichtweisen in alle Richtungen.

Ein brauchbarer Horrorfilm, aber ein misslungenes Remake. Der heftige Film und Woods Darstellung verdienen aber wohl 6 Punkte!

Als Remake hingegen, das kaum eigene Ideen hat: 5 Punkte



Selten war ich bei einem Film so hin und her gerissen. Er wird für viele effizient sein, aber das ist nicht auf seinem eigenen Mist gewachsen. Es ist das Zweite mal, dass ich bei der Wertung eines Films unentschieden bin. Und das bei fast 300 Reviews.
6/10
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