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Horace Pinker
Level 20
XP 8.898
Eintrag: 02.07.2019

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Piercing

Herstellungsland:USA (2018)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,29 (7 Stimmen) Details
inhalt:
Der junge Familienvater Reed wird urplötzlich von dem Trieb gepackt, einen Menschen töten zu müssen. Zwar kann Reed sich gerade noch davon abhalten, sein eigenes Baby umzubringen, aber seine Mordlust bleibt ungestillt. Und so plant er ein sorgfältiges Komplott: Er behauptet gegenüber seiner Frau, dass er für einige Tage auf Dienstreise müsse. Dann quartiert er sich in einem Hotelzimmer ein und bestellt sich das Callgirl Jackie, die sein ahnungsloses Opfer werden soll: Erst will er sie fesseln, dann betäuben und schließlich in der Badewanne zerstückeln. Allerdings hat Jackie überhaupt keine Lust, sich einfach abmurksen zu lassen, und der Abend nimmt eine überraschende Wendung.
eine kritik von horace pinker:

Der japanische Kultautor Ryû Murakami (Coin Locker Babies, In Liebe dein Vaterland) dürfte auch Filmfans ein Begriff sein, lieferte er nicht nur die literarische Vorlage für das Miike Meisterwerk Audition, sondern war auch schon selbst mehrfach als Regisseur tätig (z.B. Tokio Decadence). 2018 wurde mit Piercing, basierend auf dem gleichnamigen Roman erstmals ein Werk Murakamis außerhalb Japans in Spielfilmform adaptiert. Verantwortlich hierfür zeichnete sich Nicolas Pesce (The Eyes of My Mother), der Regie nicht nur Regie führte sondern auch das zugrundeliegende Drehbuch verfasste. Kurz zur zugrundeliegenden Geschichte: Um seinen Drang sein eigenes Kind mit einem Eispickel zu erstechen zu unterdrücken, entscheidet sich Reed dazu stattdessen eine Prostituierte zu buchen und zu ermorden. Als er nach sorgfältiger Planung das Ganze in die Tat umsetzen will, zeigt sich das sich die Theorie nicht so leicht in der Praxis umsetzen lässt, nicht zuletzt da die erwählte Dame selbst bei weitem nicht so harm- und wehrlos ist wie zuerst vermutet.

Eines der größten Probleme ist, dass es trotz weitläufigem Befolgen der vorgegebenen Handlungsverläufe nur unzureichend gelingt einige der Kernpunkte des Romans umzusetzen, was auch an den Limitationen des Mediums liegt. So werden in der Vorlage die Gedankengänge der Protagonisten den Lesern deutlich gemacht, so dass die Missverständnisse bezüglich der Motivation des jeweils anderen sowie die Fehlinterpretation des jeweiligen Verhaltens perfekt deutlich werden. Im Film hingegen sind hiervon nur noch Fragmente vorhanden und auf Schlüßelpunkte des Romans wird teils ohne nähere Erklärung nur in 1-2 Sätzen angespielt, so das Nichtkenner des Buchs wohl nicht viel damit anfangen können (SPOILER so wird ursprünglich Chiakis fixe Idee, nach jedem ihrer „Anfälle“ vom gleichen Mann gerettet und ins Krankenhaus gebracht worden zu sein, sowie ihrer Meinung das Kawashima just dieser Mann sei deutlich dargelegt, im Film ist davon nur noch der zusammenhanglose Satz „Bist du der, der mich ins Krankenhaus bringt?“ übrig geblieben). Ein weiteres Problem ist,  dass es weit schwerer fällt mit den beiden Handlungsträgern zu sympathisieren und die Ursachen ihrer psychischen Probleme nachzuvollziehen, da ihre Hintergrundgeschichte stark gekürzt wurde. Insbesondere über Jackie/Chiaki erfährt man nun so gut wie gar nichts. Ein weiterer Kritikpunkt ist das abgeänderte Ende (wahrscheinlich war dem Filmemacher der ursprüngliche Ausgang zu Genreuntypisch oder nicht spektakulär genug).

Trotz dieser Probleme gibt es durchaus auch positives zu vermerken, so entwickelt die Handlung dank einigen (zumindest für Nichtkenner der Ausgangsstory) durchaus überraschenden Wendungen durchaus Spannung. Zudem liegt eine gute Gewichtung zwischen ruhigen Momenten, erotischen Einschüben und plötzlichen blutigen (und durchaus recht expliziten, dabei aber nicht übertriebenen) schockierenden Gewaltausbrüchen gut die Waage. Wenig auszusetzen gibt es auch an der visuellen Inszenierung, wobei besonders einige halluzinatorisch surreale Momente (etwas Reeds Drogeninduziertes Flashback zu seiner ersten Eispickelnutzung) zu gefallen wissen. Genrekennern werden sich sicher auch über mehrfach eingestreuten Gialloreferenzen freuen, darunter etwa die Subgenretypischen schwarzen Lederhandschuhe (SPOILER die da sie von der Prostituierten getragen werden auch als Metapher dafür stehen könnten, das auch das vermeintliche Opfer nicht ganz so unschuldig ist) oder das Titellied aus dem Argentoklassiker Tenebrae.

Christopher Abbott (It Comes at Night) schafft es leider nur punktuell seine Rolle zufriedenstellend auszufüllen, da er seinen Charakter leider oftmals eher als etwas unaufmerksam und dümmlich dastehen lässt und allgemein Schwierigkeiten bei der nuancierten Vermittlung unterschiedlicher Gefühle zu haben scheint. Einen weit besseren Job macht Mia Wasikowska (Crimson Peak), als Jackie da sie es schafft die plötzlichen Gefühlsumbrüche ihrer Figur glaubwürdig erscheinen zu lassen und sowohl in ihrer brutalen Selbstverstümmlung, bei freudigen Liebesbekundungen, wütenden Ausrastern als auch in Todesangst zu überzeugen. Als dritte im Bunde ist noch Laia Costa (Victoria) als Reeds Frau Mona mit von der Partie. Der Umfang ihrer Rolle ist dabei weitaus geringer, insgesamt geht aber ihre Darstellung der liebenden Mutter und Ehefrau in Ordnung. Noch eine kleine Anmerkung: Die deutsche Synchro ist recht schlecht umgesetzt, insbesondere Reeds Sprecher leiert seinen Text absolut monoton daher. Interessenten sollten also möglichst zum Originalton greifen.

In Deutschland bekam Piercing das kj Siegel der FSK in unzensierter Form.

Für Murakami Fans ist Piercing dank des teils verschwendeten Potentials aufgrund diverser Auslassungen und Änderungen nur bedingt zu gebrauchen, Thrillerfans können mit nicht zu hoch gesetzten Erwartungen aber durchaus dank der hochwertigen Optik, der an sich recht interessanten Geschichte und der guten Darstellung Wasikowskas mal einen Blick riskieren. Ich vergebe 6/10 Eispickel.

 

 

6/10
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Kommentare

02.07.2019 15:25 Uhr - sonyericssohn
1x
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Ich hab mir fast gedacht, daß da nicht mehr rauskommt. Zwar klingt die Story ganz nett, krankt wohl aber an der Umsetzung.

Danke fürs informieren ;-)

02.07.2019 16:03 Uhr - Horace Pinker
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02.07.2019 15:25 Uhr schrieb sonyericssohn
Ich hab mir fast gedacht, daß da nicht mehr rauskommt. Zwar klingt die Story ganz nett, krankt wohl aber an der Umsetzung.

Danke fürs informieren ;-)

Danke sony! Da ich ein großer Freund des Buchs bin ist es durchaus möglich, dass ich hier etwas streng gewertet habe und dir der Film besser gefallen würde. Davon ganz abgesehen kann ich dir Murakamis Werke nahelegen, die meisten sind schön durchgedreht, interessant und gutgeschrieben (zudem umfassen etwa Piercing, In der Misosuppe und Das Casting nur etwa 200 Seiten, sind also schnell durchzukriegen).
P.S. Habe Piercing als Midnight Movie im UCI gekuckt, witziger Weise war auch ein älteres Paar in der Vorstellung und ist nach dem man den Eispickel in Aktion sehen konnte einfach aufgestanden und vorzeitig gegangen (keine Ahnung was die dachten welche Art von Film man bei einem ab 18 freigegebenen und auf Horrorfilme fokussierten Event zusehen kriegen würde).

02.07.2019 16:38 Uhr - Ghostfacelooker
2x
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Ich bin ja mal gespannt wie viele Sharon Stone´s ähm Eispickel der von mir dereinst bekommen wird. Aber danke für die Vorwarnung, denn jetzt weiß ich nicht ob ich ihn nicht doch eingeschweißt lasse wenn er ankommt^^^^^^

02.07.2019 18:54 Uhr - dicker Hund
3x
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Anschaulich rezensiert! Der kommt für mich in Frage, was allerdings für so manchen Titel gilt. Am Gewinnspiel habe ich teilgenommen, aber im Lostopf war noch jemand bestimmtes, der mit einem roten Auge davongekommen ist.

😉

02.07.2019 21:09 Uhr - Ghostfacelooker
3x
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02.07.2019 18:54 Uhr schrieb dicker Hund
Anschaulich rezensiert! Der kommt für mich in Frage, was allerdings für so manchen Titel gilt. Am Gewinnspiel habe ich teilgenommen, aber im Lostopf war noch jemand bestimmtes, der mit einem roten Auge davongekommen ist.

😉


Der Croupiers läßt die Kugel rollen, nicht ich und ab und an kommt eben rot ^^^^^^^^


03.07.2019 13:56 Uhr - Horace Pinker
1x
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Erfahrungspunkte von Horace Pinker 8.898
Vielen Dank auch an Ghostfacelooker und dicker Hund für Lob und Feedback.
Bekanntlich sind Wertungen immer subjektiv und wie gesagt kann ich mir gut vorstellen das Nichtkenner des Buchs Piercing mehr abgewinnen können. Bin auf jeden fall gespannt wie eure Bewertungen auffallen werden.

03.07.2019 18:27 Uhr - DriesVanHegen
1x
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Erfahrungspunkte von DriesVanHegen 369
Hier bin auch sehr interessiert :)
Da ich das Buch nicht kenne - kann ich möglichst vorbehaltlos herangehen :)

03.07.2019 19:16 Uhr - Horace Pinker
User-Level von Horace Pinker 20
Erfahrungspunkte von Horace Pinker 8.898
03.07.2019 18:27 Uhr schrieb DriesVanHegen
Hier bin auch sehr interessiert :)
Da ich das Buch nicht kenne - kann ich möglichst vorbehaltlos herangehen :)

Danke Dries, dann wünsche ich dir schon mal viel Vergnügen bei der Sichtung. Wenn du magst kannst du mir anschließend gerne deine Eindrücke per PN mitteilen.

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