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dicker Hund
Level 13
XP 2.963
Eintrag: 11.08.2019

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Castigata, die Gezüchtigte

(Originaltitel: Flavia, la monaca musulmana)
Herstellungsland:Italien (1974)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Erotik/Sex
Alternativtitel:Nonnen bis aufs Blut gequält
Die Nonne und der Freibeuter
Flavia - Leidensweg einer Nonne

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,50 (6 Stimmen) Details
inhalt:
Flavia wird schon als junges Mädchen Zeugin allerlei Grausamkeiten durch ihren Vater. Als junge Frau beschließt sie, ins Kloster zu gehen, um den grausamen Trieben der Menschen zu entgehen. Doch schockiert muss sie feststellen, dass sie sogar im Haus des Herrn nicht sicher vor Ausbeutung, Folter und Unterdrückung ist. Im Gegenteil, gerade hier werden die verschiedensten Perversionen ausgelebt. Sie versucht immer wieder, sich gegen die bestehenden Umstände zu wehren und stösst dabei bei der sadistischen Klosterleitung auf erheblichen Widerstand. Flavia beschließt, jede Möglichkeit zu nutzen, um gegen die herrschende Gewalt durch Männer zu kämpfen. Eine Zeit des Chaos und des Krieges beginnt.
eine kritik von dicker hund:

Bei Gianfranco Mingozzis "Castigata, die Gezüchtigte" handelt es sich um einen der bedeutenderen Beiträge zum italienischen Mini-Subgenre der so genannten Nunploitation, die wiederum eine unheilige Spielart der Sexploitation ist. Ähnlich wie der Kannibalenfilm hatte diese Sternschnuppe aus Kreationen des schlechten Geschmacks ihre rasch verflogene Blütezeit in den 1970er Jahren.

"Das nackte Fleisch, ist es nicht wundervoll?"

So fragt rhetorisch María Casares ("Macbeth") als die Schwester Agatha auf ihrem schmalen Grad zwischen Weisheit und Wahnsinn. Sie richtet sich dabei an die Protagonistin, die entgegen dem Eintragungstitel im Original wie in der deutschen Fassung "Flavia" heißt. Florinda Bolkan ("Don't torture a Duckling", "Allein gegen die Mafia") gibt ihr genügend akzentuierte Gesichtszüge, um die arg plakativ vorgetragenen Emanzipationsideen in den Dialogen konsumabel zu halten. Sie ist Trägerin eines Aufbäumens des weiblichen Befreiungswillens aus den Fesseln des Klerus, symbolisiert durch die simplen, aber authentisch aussehenden Gottesdienerinnenverschleierungen, die als einzige Alternative zum Bruthennentum wenig Entwicklungsspielraum für ihr Geschlecht eröffnen. Die Mauern des Klosters mögen mit ihrem hellen Gestein ansehnlich sein und zusammen mit der hervorgehobenen Präsenz von Nutztieren die Epoche visualisieren, für die geknechtete Christin haben sie dennoch Gefängnischarakter. Sind in einer solchen Institution viele Doppel-X-Chromosomen untergebracht, müssen Kenner nur Eins und Eins zusammenzählen, um darauf zu kommen, was bald über die Mattscheibe flimmern wird:

Insgesamt dreimal werden um ihre Kleidung erleichterte Personen in festgebundener Position einer schmerzhaften Behandlung unterzogen, die medizinisch bestimmt nicht akkurat ist. Kurze, aber heftige Gore-Unterfütterungen sorgen dabei für den leicht überdurchschnittlichen Gewaltfaktor (6/10). Für eine Indizierung hat dieser allemal genügt - ob daran die Alternativtitelgebung "Nonnen bis aufs Blut gequält" eine Mitschuld hatte, steht auf einer anderen überdimensionalen Metallschere. Jedenfalls tritt spät aber schwer eine ziemlich eklig anzusehende Orgie hinzu, die mit Kadavern zu tun hat. Da sie weder allzu lang, noch allzu ausführlich umgesetzt ist, bleibt der Horroranteil aber überschaubar (4/10). Selbstverständlich gibt es den obligatorischen Sex (5/10) zu sehen, bei dem vor allem eine Vergewaltigung in einem belebten Schweinestall den Sau- und Eberstempel sichert. Manches Stelldichein bleibt aber Offscreen und bietet nicht gerade das, was der gewöhnliche Fan solcher Streifen verlangt. Unbedingt erotisch sind die einschlägigen Stellen ebenfalls nicht.

Etwas subtiler arbeitet der Humor (3/10) in seiner beliebten Erscheinungsform der unfreiwilligen Komik. Das beginnt bei den Besetzungen des Juden Abraham mit dem Italiener Claudio Cassinelli ("Die weiße Göttin der Kannibalen") und des Muselmanen Ahmed mit dem Briten Anthony Higgins ("Nostradamus"), was bei einer niveauvolleren Produktion vielleicht noch als Brechtscher Verfremdungseffekt hätte durchgehen können, hier aber allein aufgrund des kompetenten Schauspiels nicht vollends im höhnischen Gelächter über das völlig unpassende äußere Erscheinungsbild untergeht. In der deutschen Synchronisation stören derweil die permanenten Sprünge zwischen deutscher und englischer Sprache, weil sich bisher kein Label um Vollständigkeit gekümmert hat. Metaspiegelbildlich dazu gibt es zwischen den fremdländischen Kämpfern und den Einheimischen unverständlicherweise keinerlei sprachliche Barrieren. Weiterer Unsinn wie der Umstand, dass es offenbar möglich ist, während einer Schlacht ein verrauschtes Schläfchen zu halten und doch nichts Wesentliches zu verpassen, rundet den grotesken Unterhaltungswert dieses Sleaze-Happens ab. 

Leiden muss man unter dem "Leidensweg einer Nonne" (Beititel) somit nicht, sofern man gerne mit einem finsteren Schmunzeln die Grenzwertigkeiten aus einer Trash-Suppe fischt, die sich selbst erkennbar ernst nimmt. Standardrezipienten des Frauenfolterfilms werden in dieser Hinsicht relativ gut bedient, dank der Darsteller und der bemerkenswert passenden Location sogar ein wenig verwöhnt. Die prickelnde Ästhetik japanischer S/M-Streifen aus der ersten Reihe oder die ausschweifende Effektwelle gehobener Euro-Sexploiter wie "Hexen bis aufs Blut gequält" bleibt von Mingozzis Beitrag zur niedrigen Schublade allerdings unerreicht. Ein ordentlicher Schmierfinkhumbug, vor allem, wenn man die quantitativ und qualitativ nicht gerade stark vertretene Konkurrenz dieser blasphemischen Nische zum Vergleich heranzieht (6/10 Punkten).  

6/10
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Kommentare

11.08.2019 10:25 Uhr - sonyericssohn
2x
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User-Level von sonyericssohn 18
Erfahrungspunkte von sonyericssohn 6.435
Mag möge mir die Wortwahl entschuldigen, aber "Hexen bis aufs Blut gequält" fand ich schweinegeil !!!
Mit Nonnen hab ich's jetzt nicht so, aber ein Auge mal draufwerfen kann eigentlich ned schaden. Is mal vorgemerkt.

Merci der Herr ! ;-)

11.08.2019 12:14 Uhr - Intofilms
2x
Der deutsche Titel lässt natürlich Schlimmes ahnen, aber „Flavia“ kann sich wirklich sehen lassen: tolle, charismatische Hauptdarstellerin, schön fotografiert und mit einem gewissen dokumentarischen Anstrich versehen (meiner Erinnerung nach). Ich würde wahrscheinlich noch ein bisschen höher werten, habe den Film nun aber auch schon länger nicht mehr gesehen. Wurde jedenfalls Zeit, dass hierzu endlich einmal eine Review veröffentlicht wird. Und dann gleich so eine feine! ;)
Ich fand „Flavia“ immer etwas besser und interessanter als „Hexen bis aufs Blut gequält“. Eine gewisse Vergleichbarkeit ist hier ja durchaus möglich, trotz unterschiedlicher Subgenrezugehörigkeit.
Weniger exploitativ haben sich etwa Jacques Rivette und Ken Russell mit dieser Thematik (bedrängte Nonnen) auseinandergesetzt. Zum Thema Hexenverfolgung gibt es ebenfalls einen weniger exploitativen und wirklich sehr empfehlenswerten tschechischen Beitrag namens „Witchhammer“ (Review von Punisher bereits vorhanden). Bei all diesen Werken steht eher der gesellschaftskritische Aspekt im Vordergrund.

11.08.2019 13:05 Uhr - TheRealAsh
1x
User-Level von TheRealAsh 9
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 1.189
"Flavia, die muslimische Klosterschwester" ?????? Köstlich!

Für Schmierfinken definitiv ein Leckerli, ich werde diese Trash-Suppe vielleicht mal auslöffeln, wenn ich sie sehe;-)

Wortkreationen mal wieder super!

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