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Moon Over Tao

(Originaltitel: Tao no tsuki)
Herstellungsland:Japan (1997)
Genre:Abenteuer, Action, Fantasy
Alternativtitel:Moon Over Tao: Makaraga
Swordsman & Warlord vs. Evil - Die Jagd nach dem Zauberschwert
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (1 Stimme) Details
inhalt:
Japan im 16. Jahrhundert: Das ganze Land wird von brutalen Warlords regiert und immer wieder kommt es zu blutigen Kämpfen der Clans untereinander. Lord Tadaoki möchte dem ein Ende bereiten und setzt all seine Hoffnungen auf ein mysteriöses Schwert, dessen Metall aber bislang der Menschheit unbekannt ist. Er beauftragt den Mönch Suikyo, der früher General seiner Armee war, den Ursprung dieser Waffe herauszufinden. Zur Sicherheit soll ihn der Samurai Hayate Suikyo auf seiner Reise begleiten und gemeinsam durchwandern sie das Land. Doch ihre Mission ist alles andere als einfach, denn es erwartet sie eine Gefahr, die nicht von dieser Welt zu stammen scheint...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von the machinist:

Es bewahrheitete sich als richtige Entscheidung Keita Amemiyas Filmografie weiterzuverfolgen. Denn nachdem mir bereits Zeiram und Hakaider große Freude bereiteten, ist es letztendlich der Dritte im Bunde, welcher mich vollends vom japanischen Tokusatsu-Regisseur überzeugt hat. In Moon over Tao lässt Amemiya Genres kollidieren und liefert möglicherweise einen der charmantesten Filme seiner Karriere - sofern ich das zu beurteilen vermag.

Obgleich im Ruhestand, folgt der alternde Mönch Suikyou (Toshiyuki Nagashima) noch einmal dem Ruf seines Herren und zieht, begleitet vom impulsiven Nachwuchskrieger Hayate (Hiroshi Abe), aus, das Geheimnis eines Schwertes zu lüften, dessen unbekanntes Metall Stein und Stahl wie Papier zu schneiden vermag. Verstärkung erhalten sie von einer schönen Dame aus einer anderen Dimension (Yuko Moriyama) und der Honigsammlerin Renge (Reila Aphrodite) denn es stellt sich heraus, dass die furchtbare Waffe aus dem Weltall fiel und nun in den Händen von diabolischen Unholden großes Unheil anrichten könnte ...

Ja, Moon over Tao ist ein Trash-Fest, eines der überraschend charmanten, gar poetischen Sorte. Es sind die wundervollen Charaktere welche man sofort ins Herz schließt. Dass diese lediglich auf bekannten Stereotypen des Abenteuerfilms fußen, tut dem Filmvergnügen keinen Abbruch, im Gegenteil, denn das Heldentrio erinnert, unabhängig von der Zahl, nicht zuletzt an den zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Die Legende von den acht Samurai aus dem Jahre 1983. Natürlich könnte man jetzt viele weitere Werke zum Vergleich ziehen, aber ich denke der Punkt ist klar: Die Protagonisten ziehen los, das Böse zu bekämpfen und werden nach und nach ein zusammengeschweißtes Team. Natürlich bleibt der ehrenhafte Samurai seinem Ehrenkodex treu, das trotzige Mädchen lernt ein paar neue Lebensweisheiten und der Mönch hat immer einen wertvollen Ratschlag auf Lager. Auch Yuko Moriyama, die schon in Zeiram ihre Alienjägerin zum besten geben durfte, ist wieder mit von der Partie, diesmal sogar als drei außerirdische Zwillingsschwestern, die mithilfe von schwindelerregendem Wirework dem Film einen Anstrich a'la Tiger & Dragon geben. Währenddessen bleibt der eigentliche Antagonist eher blass, genug Screentime bekommt dieser zwar, innerhalb derer wird dann aber auch nur gezeigt wie verdammt böse der Kerl doch ist.

Neben Yuko Moriyama im engen Sci-Fi-Cosplay sind besonders die anmutigen Naturaufnahmen schön anzusehen. Zwar ließ die Bildqualität schon zu Entstehungszeit des Films einiges zu wünschen übrig, doch zum Glück tut dies der allgemein umwerfenden Kulisse keinen Abbruch. Hier dürfen sonnendurchflutete Wälder in den sattesten Farben erstrahlen und auch der zerklüftete Steinbruch aus dem sich das Schurkenlager erhebt, bildet einen netten Kontrast zu Amemiyas anderen Werken, die zumeist in der industriellen Gegenwart spielen. Im Einklang mit der verspielten Musik verleiht die Optik, Moon over Tao etwas regelrecht Malerisches.

Im Allgemeinen erinnern Stimmung und Ästhetik zuweilen an Ryuhei Kitamuras Manga-Verfilmung Azumi, wem das ein Begriff ist. Ebenso wie dieser, beinhaltet auch Moon over Tao eine ganze Menge Säbelrasseln und außerdem die kreativ umgesetzte Darstellung von fernöstlicher Magie, mit welcher ab und an, auch ein Hauch Slapstick Einzug findet. Ausgebremst werden die sonst durchaus martialischen Kämpfe von einem minimal verlaberten Mittelteil, der das wilde Geschehen der 97 Filmmminuten kurz ins Stocken bringt.   

Den großen Showdown markiert das komplette letzte Drittel, in dem mit formvollendeter Eleganz Katanas geschwungen werden um Scherge um Scherge niederzustrecken. Spätestens hier dürften dem Betrachter Assoziatonen zu Die sieben Samurai und auch 13 Assassins anspringen, wie überheroisierte Charaktere, die todesmutig auch der größten feindlichen Übermacht ins Auge sehen, mehr als deutlich machen. Völlig zügellos wird's wenn irgendwann auch noch ein riesiges, zumeist animatronisches, Alienmonster mitmischen darf - welches aussieht wie das Ergebnis einer romantischen Nacht zwischen Godzilla-Gegner Destoroyah  und dem Brainbug aus Starship Troopers - dass Moon over Tao direkt auf der Zielgeraden zum obendrein waschechten Splatterfilm mutieren lässt. Während die Pyromantie-Abteilung des Films ihre FX-Künste zum besten geben durfte, unterlagen vereinzelt auftretende Computer-Effekte einem natürlichen Alterungsprozess, was nicht verwunderlich ist, immerhin stammt das Werk aus dem Jahrgang '97. Den ansonsten guten Eindruck der handgemachten Action und den allgemein hohen Fun-Faktor, trüben diese digitalen Spielereien jedoch nur selten, wurden sie doch wirklich nur sehr minimalistisch eingebaut, in Szenen wo es offensichtlich nicht anders ging.

Wer also Lust auf Samurais, Zauberer, Blutfontänen, Martial-Arts, Japan-Kitsch, außerirdische Asiatinnen und folkloristisch angehauchte Yokai-Monster zusammen in einem hochkarätigen Trash-Feuerwerk hat, der könnte bei Moon over Tao kaum richtiger sein. Dieser wirkt in seinen besten Szenen nämlich tatsächlich so, als ob man Prinzessin Mononoke als weirden Grindhouse-Realfilm visualisiert hätte.    

Fazit: Wenn sich Keita Amemiya nicht zwischen Science-Fiction- und Samurai-Film entscheiden kann, dann macht er halt einfach beides. Moon over Tao funktioniert sowohl als das eine, wie auch das andere und besticht zusätzlich mit einer märchenhaften Inszenierung, sympathischen Charakteren und großartiger Action. Wahrhaft ein Traum von einem B-Movie!

8/10
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Kommentare

18.09.2019 12:19 Uhr - TheRealAsh
1x
User-Level von TheRealAsh 9
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 1.297
Poetisches Trash-Fest, mit Sci-Fi-Cosplay?????? Das hört sich ja fast schon zu gut an. Leider bin ich im asiatischen Sektor kaum bewandert, lese aber Tipps in der Richtung immer gerne, da ich da einfach keine Ahnung habe. Auch die Reviews in der Richtung von Ghostfacelooker finde ich immer interessant.

Überzeugend dargestellt:-)

18.09.2019 12:56 Uhr - The Machinist
1x
User-Level von The Machinist 6
Erfahrungspunkte von The Machinist 597
Danke dir.

Ich bin selbst erstmal garnicht auf den Film klargekommen, letzten Endes rockt der aber tatsächlich so sehr! Hat auch irgendwie was vom frühen Sam Raimi und 80er Fantasy-Filmen. Ansonsten geht ''Moon over Tao'' in Richtung Tsui Hark's ''A Chinese Ghost Story'' und ''Wicked City'', die, falls du sie nicht kennst, ebenfalls sehr empfehlenswert sind.

18.09.2019 13:51 Uhr - TheMovieStar
1x
User-Level von TheMovieStar 7
Erfahrungspunkte von TheMovieStar 740
Schönes Review, Hr. Machinist :-) Hört sich interessant an der Film.

18.09.2019 14:00 Uhr - The Machinist
User-Level von The Machinist 6
Erfahrungspunkte von The Machinist 597
Auch dir vielen Dank.

Die DVD davon müsste noch für kleines Geld zu haben sein.

18.09.2019 16:32 Uhr - Ghostfacelooker
1x
User-Level von Ghostfacelooker 18
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 6.562
Hört sich doch interessant an

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