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Rambo - First Blood

(Originaltitel: First Blood)
Herstellungsland:USA (1982)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Drama, Thriller
Alternativtitel:Rambo
Rambo I
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,34 (190 Stimmen) Details
inhalt:
John Rambo ist in einem Provinznest auf der Suche nach einem Kriegskameraden, mit dem er in Vietnam in einer Spezialeinheit gewesen war. Aber sein Freund ist bereits gestorben. Die Polizei hält den hochdekorierten Vietnam-Veteranen Rambo für einen Landstreicher und nimmt ihn fest. Polizeichef Teasle, der ihn auf der Wache quält und demütigt, ahnt nicht, dass er damit eine Lawine ins Rollen bringt: Rambos Instinkte werden wach. In einer atemberaubenden Aktion flieht er in die Berge. Teasle hetzt ihm den gesamten Polizeistab hinterher, doch Rambo ist ganz in seinem Element und lässt den Beamten keine Chance …
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von chollo:

Als Sylvester Stallone im Jahre 1982 mit "Rambo- First Blood" den Grundstein zu seinem wohl bekanntesten und neben "Rocky" langlebigsten Franchise gelegt hatte, war er im Filmbusiness bereits ein gemachter Mann. Mit Filmen wie "Cannonball"; "Fist" oder "Vorhof zum Paradies" ​hatte sich dieser bereits einen Namen gemacht, der aber erst mit seien beiden wohl bekanntesten Verkörperungen John Rambo oder Rocky Balboa untrennbar mit diesem in Verbindung gebracht werden sollte.

Ganz im Gegensatz zu seinen Nachfolgern in der Tetralogie kann man "First Blood" aber nur schwerlich als reinen Actionfilm bezeichnen, da ihm eine gehörige Portion Tragik auch deutliche Züge eines Dramas verleiht. Natürlich befinden wir uns hier nicht bei Shakespeare, doch was Ted Kotcheff als Regisseur und Stallone als sein Hauptdarsteller hier auf die Beine stellen ist für seine Entstehungszeit und Genrekonventionen schon beachtlich. In Opposition zu seinen Kollegen Chuck Norris und Charles Bronson, die in diesem Zeitraum in ähnlich gelagerten Produktionen auftraten und gleichfalls damit Erfolge verbuchen konnten, wird dem interessierten Zuschauer eben nicht nur Hurra- Patriotismus und stumpfsinniges Geballer geboten. Die Eröffnungssequenz mit der Misshandlung an John Rambo durch den örtlichen Gesetzeshüter oder das Abschlussplädoyer vor der Verhaftung können hier als perfekte Beispiele herhalten. Im großen und ganzen weiß "Rambo- First Blood" natürlich was er ist und auch sein will, doch der Einschlag in Sachen Dramatik ist schon sehr Augenscheinlich und bereichert den Film um eine wichtige Facette des geschundenen Charakters und liefert zudem auch eine akzeptable Rechtfertigung für dessen Handlungen. Diesen Umstand haben wir vermutlich der Tatsache zu verdanken das es sich hierbei um die Verfilmung eines Romans von David Morrell aus dem Jahre 1972 handelt, und eben nicht nur um einen hastigen Drehbuchentwurf dessen Aussagekraft auf einen Bierdeckel passt wie es unter anderem bei der in den Achtzigern gut laufenden -Cannon Group- Filmschmiede  der Normalfall war. Fairerweise muss aber auch erwähnt werden das massive Veränderung bei der Umsetzung vorgenommen wurden und z.B.. die Sympathieträger ihre Rollen getauscht haben.

Neben Stallone bekommen wir es dann hier auch mit mindestens gleichfalls begabten Akteuren auf Seiten der Nebendarsteller zu tun. Brian Dennehy ("Cocoon"; F/X- Tödliche Tricks") als fieser Sheriff und Jack Starrett ("Menschen am Fluß"; "Wie der Vater, so der Sohn") als noch fieserer Deputy vollbringen beide Glanzleistungen und lösen auch beim Zuschauer durch ihre Taten Abscheu aus. Auch David Caruso ("CSI: Miami") in einer frühen Rolle als Polizist mit Zweifeln darf hier überzeugen und einen soliden Grundstein für seine bis heute andauernde Karriere legen. Einzig vielleicht Richard Crenna ("Leviathan") als etwas steif agierender Colonel Trautman wirkt mitunter etwas deplaziert, aber auch ihm kann man sein vorhandenes schauspielerisches Talent nicht absprechen. Seine Figur ist zudem für die Abschlusspointe ungemein wichtig.

Auch bei den Beteiligten hinter der Kamera haben wir es mit geballter Kompetenz zu tun. Jerry Goldsmith als Komponist der unter anderem den Ohrwurm "It`s a Long Road", wenn auch nicht selbst verfasst, sauber integriert und auch bei der übrigen musikalischen Untermalung ein glückliches Händchen beweist. Dank Andrew Laszlo ("The Warriors"; "Poltergeist 2"; "Star Trek 5") wurde die Geschichte dann auch noch gekonnt in Szene gesetzt. 

Der Bodycount hält sich im Vergleich zu seinen Nachfolgern, man mag es bei dem Namen Rambo kaum glauben, doch sehr in Grenzen. Genau genommen haben wir es mit einer einzigen Tötung durch John J. zu tun und diese wirkt Rückblickend betrachtet doch einigermaßen gerechtfertigt wenn so etwas überhaupt möglich ist. Die großen Schießereien mit ordentlich Blutvergießen bleiben also aus, um etwaigen falschinformierten Kunden gleich mal die Hoffnungen zu nehmen.

"First Blood- Rambo" ist ein Klassiker, dessen Einfluss auf sein Genre gar nicht hoch genug anzusetzen ist. Für seinen Hauptdarsteller Stallone war er in jedem Fall ein Glücksgriff, von dessen Status er heute noch profitiert was man am demnächst erscheinenden 5 Teil sehen kann.

9/10
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Kommentare

23.07.2019 11:58 Uhr - Kaiser Soze
2x
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Gutes Review mit einer ansprechenden Aufmachung und filmischen Einordnung zu einem echten Klassiker, der tatsächlich sehr viel Handlung und recht wenig Action vorweist, wenn man bedenkt, dass dieser Film mitunter als Kultfilm des Actiongenres gehandelt wird! Dies mindert seine Qualität aber keinesfalls ab. Einzig Deine Kritik an Richard Crenna kann ich nun nicht wirklich nachvollziehen, da ich Ihn absolut passend fand, gerade weil er seine Ecken und Kanten hatte, ggnf stocksteif war.

PS:
" (...) war er im Filmbusiness bereits ein gemachter Mann. Mit Filmen wie "Cannonball"; "Fist" oder "Vorhof zum Paradies" ​hatte sich dieser bereits einen Namen gemacht..."

Da hast Du aber 'The Party at Kitty and Stud’s' vergessen ;-D

23.07.2019 12:08 Uhr - CHOLLO
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:)) ja genau, den Meilenstein hab ich doch tatsächlich vergessen!
Danke dir Kaiser

23.07.2019 20:00 Uhr - McGuinness
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Gute Kritik...aber Colonel Trautman und mitunter deplatziert ???
Keineswegs, denn Richard Crenna agiert hier meines Erachtens nach genau so, wie man es von einem hochdekorierten Colonel erwartet und fügt sich meiner Meinung nach hervorragend in den Kontext mit ein...also eine bessere " Vaterfigur " für Rambo hätte man nun wirklich nicht nehmen können.

Bin gespannt auf deinen Beitrag zu den beiden Nachfolgern, welche für mich zu den Besten der Reihe gehören 😉

24.07.2019 12:01 Uhr - CHOLLO
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Da steh ich wohl mit meiner Meinung zu Richard Crenna so ziemlich alleine da was ;)
Vielen Dank McGuinness!

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