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Flesh Eating Mothers

Herstellungsland:USA (1988)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Horror, Komödie, Trash
Alternativtitel:Flesh Eating Mother
Flesh-Eating Mothers
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,58 (12 Stimmen) Details
inhalt:
In einer Kleinstadt in Nordamerika bricht das Böse wie ein Alptraum über die beschauliche Idylle herein: Unbescholtene Hausfrauen verlieren unter dem Einfluß einer rätselhaften Seuche den Verstand und mutieren zu zombieähnlichen Wesen, die einen unstillbaren Hunger auf Menschenfleisch haben - besonders auf das der eigenen Familie. Detective Clyde McCormick versucht, nachdem gutes Zureden nicht fruchtet, der Massenhysterie mit Waffengewalt Herr zu werden.
eine kritik von dicker hund:

Der Fun-Splatter "Flesh Eating Mothers" von dem No-Name-Regisseur James Aviles Martin ist eine minimalbudgetierte Produktion aus den Spätachtzigern, die mit weitgehend unbekannten Darstellern besetzt ist. Zumindest blieb Valorie Hubbard im Business, die im Laufe ihrer Karriere einige Auftritte in bekannteren Serien (z. B. "American Horror Story") und Sprechrollen in Mainstreamvideospielen (etwa "Dead Rising 3") übernahm. Wer mit Donatella Hecht, Alley Ninestein ("The Bride of Frank") oder Robert Lee Oliver wenig bis gar nichts assoziiert, dürfte aber ansonsten in guter Gesellschaft sein.

"Ihr seid vielleicht Arschlöcher!"

- "Kann ich was dafür, wenn er keinen Football fangen kann?"

Klamottenhafter Humor (7/10) geht hier Hand in Hand mit satirischen beziehungsweise ironischen Tönen. Immerhin sind es die frustrierten Vorstadtmütter, die durch ihr Hausfrauenleben geschunden sind, bis sie schließlich zu den titelgebenden Wesen mutieren. In einer solchen Geschichte hätte Potential für provokatives Niveau oder mutiges Hinterfragen gesteckt. Dasselbe wurde indes gedankenloser verschenkt als jede Jungfräulichkeit auf dem Rücksitz eines Personenkraftwagens. Was Sex (2/10) anbelangt, geschieht dieser durchweg offscreen, wird aber permanent thematisiert und mit dümmlichem Kichern belegt. Dass Schauspiel und Synchronisation deswegen noch lange nicht über Pornoniveau rangieren müssen, erhält der Zuschauer zeitgleich eindrucksvoll bestätigt. Macht auch nichts, denn die Dialoge könnten simpler und holpriger kaum sein. 

Während sich der Plot also spöttisch durch die Kleinfamilienklischees hangelt, fällt er in die für andere gegrabene Grube selbst hinein. Insbesondere die false Scares und das reichlich misslungene Make-Up der verwandelten Bruthennen mit Schürze lassen das Kopfschütteln zur Kontinuität werden. Das an misslungene Clownschminke erinnernde Maskenbildnerwerk beschränkt sich auf den Gesichtsbereich, wo es aufgrund der unbearbeiteten Hals-, Arm- und Kopfpartien künstlich aussieht und mit den oft billigen und gleich als solchen zu erkennenden Goreeffekten harmoniert. Deren drastische Härte bietet allerdings gelegentlich doch noch kleinere Latex-Sehenswürdigkeiten (Gewalt 7/10), von denen ein kannibalistischer Horroranteil (4/10) ausgeht.

Besonders berühren tut dieser allerdings nicht. Vielmehr scheint versucht worden zu sein, nach dem Vorbild Tromas mit depperter Musik und absurden Szenenabläufen eine durchgeknallte Stimmung zu erzeugen. Dafür fehlt es dem Gezeigten jedoch an Tempo, Übertreibungssuperlativen und vor allem Farbe. Denn die Sets bestehen oftmals nur aus kahlen, einfallslos beleuchteten Fluren, Plätzen und Räumen, während von der Requisitenschwemme und dem extremen Overacting des vermutlichen Vorbildes so gut wie gar nichts zu erblicken ist. Stattdessen schleichen sich eher vorsichtig dosiert einige amüsante Ideen ein: Die "angefressene" Titeleinblendung mit den Buntstiftillustrationen hinter den Eingangscredits erfreut das Auge ebenso wie manch annehmbare Spielerei mit Schatten oder die wenigen Zeichentrickeinwürfe. 

Solche partiellen Einzelerfolge in der Optik gesellen sich zu ihren Geschwistern aus der Klang- und Kunstblutabteilung, so dass "Flesh Eating Mothers" dezent euphemistisch als Film mit einigen Stärken bezeichnet werden darf (4/10 Punkten). Schauplätze, Gesichtsvermieter, Texte, Masken und Erzählgeschick zählen dagegen zu den unterprivilegierten Teilnehmern, denen die durch Abwesenheit glänzende Erotik passive Gesellschaft leistet, obwohl etliche Inhalte ungehört nach diesem Stilmittel  schreien. Zu allem Überfluss gibt es noch eine Fassungsfalle zu vermeiden, da hierzulande nur ungeprüfte sowie neuere Veröffentlichungen mit Erwachsenenfreigabe zensorenseitig unangetastet geblieben sind. 

4/10
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Kommentare

15.08.2019 12:45 Uhr - sonyericssohn
1x
DB-Co-Admin
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Ach Mist, den hab ich jetzt mit Rabid Grannies verwechselt. Den hier kenn ich ned, hört sich aber nicht wirklich so an als ob man dieses Vehikel sehen müsste.

Danke für die warnende Vorstellung.

16.08.2019 15:00 Uhr - NoCutsPlease
1x
DB-Helfer
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Also wenn es schon um fleischfressende Muttis geht, würde ich mir davon auch mehr Erotik und mehr Horror versprechen.
Wie gut, dass die Kritik selbst keinerlei bewährte Zutaten vermissen lässt.

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