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Mucki1979
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XP 392
Eintrag: 15.07.2019

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Virus - Schiff ohne Wiederkehr

(Originaltitel: Virus)
Herstellungsland:Deutschland, Frankreich, Großbritannien, USA (1999)
Genre:Action, Horror, Science-Fiction

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,70 (10 Stimmen) Details
inhalt:
Es hätte für Captain Everton der große Coup werden sollen, doch stattdessen steht er vor den Scherben seiner Existenz. Er kaufte eine riesige Ladung Stahlrohre und wollte die Ladung unversichert über den Atlantik schleppen, um sie in Übersee möglichst gewinnbringen zu verkaufen. Doch stattdessen gerät sein Schiff, die Sea Star in einen gewaltigen Sturm, die Fracht sinkt und beschädigt das Schiff stark. Mit letzter Kraft erreicht die Sea Star das Auge des Sturms. Die Nerven der Crew liegen blank. Everton will sich schon die Kugel geben, da fängt Navigatorin Kit Foster das Signal eines großen Schiffes auf, was keine Fahrt macht. Everton riecht die Bergungssumme und ordnet an, das leblose Schiff zu untersuchen. Es ist das russische Vladislov Volkov, auf dem scheinbar keine Menschenseele mehr an Bord ist. Dafür allerdings eine außerirdische Lebensform, die auf Elektrizität basiert und sich aus Metall und Leichenteile gefährliche Roboter zusammenbaut.
eine kritik von mucki1979:

Wenn es begnadete Künstler für Spezialeffekte packt und sie im Laufe der Jahre eine Langspielfilmregie übernehmen, ist das ja immer so eine Sache. Gemäß dem Motto "Schuster, bleib' bei Deinen Leisten!" gibt es nur wenige mir bekannte Beispiele in denen dies wirklich gut ging, die Filmkunst konnten sie dennoch nie in die cineastische Stratosphäre befördern. So kann man Stan Winston's "Pumpkinhead" oder Robert Kurtzman's "Wishmaster" eine zumindest solide Arbeit attestieren, auch Gregory Nicotero schlug sich bei einigen Folgen von "The Walking Dead" sicher recht wacker.

 

Demgegenüber existieren auch einige Beiträge der anderen Art, welche zwar sicherlich als "Werbefilmchen" für die hauseigene Effektschmiede geeignet sind, sämtliche weitere Eigenschaften eines guten Spielfilms allerdings gänzlich missen ließen. Sei es Bob Keen's "Proteus", Alec Gillis' "Harbinger Down" sowie Chris Walas' "The Fly II", alle boten bei dezidierter Betrachtung sicher gute Effekte, der Rest aber war jedoch vielmehr für die Wurst.

 

Bei John Bruno, welcher für seine Arbeiten mehrfach oscarnominiert wurde (insbesondere für James Camerons "The Abyss"), ist das leider nicht anders zu sehen und da die Effekte eine Dramaturgie begleiten und nicht nur Daseinsberechtigung eines ganzen Films sein sollten, fangen wir einfach mal bei all den anderen Dingen an. Der Ende der neunziger Jahre entstandene Film weist für damalige Verhältnisse durchaus Starbesetzung auf, was sicherlich dem guten Namen Brunos sowie der Produktion durch Gale Anne Hurd geschuldet ist. Haben wir als Headliner doch Jamie Lee Curtis und Donald Sutherland an Bord, Ihreszeichen international bekannte Schauspieler. Und auch der "sog. Supporting-Cast" ist keineswegs unbekannter Natur. Demgegenüber kann man den Mimen allerdings auch attestieren durchaus bemüht zu wirken, unter der Ägide eines Effektspezialisten jedoch keineswegs ihr Potenzial ausschöpfen können, wie vielleicht unter einem Darren Aronofsky, Sam Mendes oder anderen Genregrößen. Hierdurch spiegelt sich eben die zitierte Krux, wenn sich namhafte Effekt-Gurus eben zu Größerem berufen fühlen. Dann sind die Darsteller, wie auch hier, eben nur Beiwerk und die Namen dienen allenfalls als Beutefang.

 

Symptomatisch gehen diese Unzulänglichkeiten auch hier nahtlos auf die Dramaturgie über. Kurz gesagt ist die Story an Banalität kaum zu überbieten und erinnert vielmehr an den leicht trashigen Charme von vergleichbaren Filmen aus den fünfziger Jahren, wenngleich im modernen Gewand. Das kann sicherlich auch in einem reinen effektlastigen Film funktionieren (siehe "Deep Rising") und weniger ist oft mehr, aber wenn diese dann eben lieblos als reines Beiwerk sprichwörtlich "vor den Latz geknallt" wird, fällt es eben schwer, sich als Zuschauer damit zu arrangieren. Und den Darstellern ging es wohl ähnlich, denn irgendwie handelt es sich zwar um einen bunt gewürfelten Haufen a'la "Armageddon", dort fügte er sich trotz aller dortiger Banalität zumindest nachvollziehbar in die Dramaturgie ein. Hier wirken alle Prota- und Antagonisten irgendwie nur physisch anwesend, was irgendwie schade und der ohnehin kaum vorhandenen Spannung zudem abträglich ist.

 

Und so ist es wie es nahezu immer gewesen ist, Hauptsdarsteller dieses Films sind und bleiben die Spezialeffekte. Und hier liebe Freunde mag man meinen, dass diese das ganze Konstrukt über die Zielliene helfen. Leider gefehlt, denn hier paaren sich Licht und Schatten in teils eklatanter und eines John Bruno nicht würdiger Art und Weise. Zehn Jahre nach den noch heute spektakulären und durch ihn seinerzeit geschaffen Schiffsszenen in "The Abyss", lässt Bruno hier ein kleines, als solches sichtbar wahrnehmbares Modellschiffchen durch den Wassertank gleiten, bei welchem man sich unfreiwillig an ein paar alte Kinderfilme erinnert. Selbst auf nicht hochauflösendem Medium wirkt das ganze unfertig. Auch das Erscheinen der "Bedrohung" zu Beginn wirkt wie eine märchenhafte Invasion aus Anfang der achziger Jahre. Und wir reden immerhin von 1999!

 

Demgegenüber schöpft Bruno bei den "Animatronics" allerdings aus dem Vollen und steht hierbei den "Terminators" dieser Welt in nichts nach. Hier zeigt sich die eigentliche Klasse des Regisseurs. Das ganze wird kombiniert mit massiven und äußerst drastischen Goreeinlagen, welche bereits zuvor beispielsweise in einem "Return of the Living Dead 3" zu Zensurproblemen führten. Im Ergebnis helfen allein diese Highlights dem Film allerdings nicht wirklich über die ganze Laufzeit sowie die Defizite in der Handlung und der Darstellung durch alle "Inhaltsstoffe" in Gänze.

 

Fazit

 

Reichen drastische Goreeffekte und ausgeklügelte Mechatroniken für einen guten Film allein? Nein, das tun sie leider nicht! Bruno zeigt was er überwiegend kann und was er eben nicht kann. Ich gebe zu, dass mich der Film vor 20 Jahren aufgrund seiner drastischen Effekte durchaus geflasht hat. Die FSK hatte aus meiner Sicht einen sehr guten Tag, auch nach heutigen Maßstäben.

 

Nunmehr sehe ich einen schlecht gealterten Film, der mich nur durch die Effekte nicht mehr bei der Stange zu halten vermag. Nach nunmehr nur noch objektiver Betrachtung leider nur noch Mittelmaß! Ein "Hier hast Du ne Handlung dazu und jetzt zieh' Dir gefälligst meine Effekte rein!" ist mir einfach zu wenig.       

 

   

5/10
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Kommentare

15.07.2019 11:28 Uhr - dicker Hund
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Nun ja, schön mal in dieser engagierten Rezi drüber gelesen zu haben...

15.07.2019 12:39 Uhr - JasonXtreme
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Ich müsste den für eine abschließenede Meinung nochmal sehen, hatte den nur einmal im Player, und das war die VHS als er rauskam - aber so far würde sich meine Meinung mit Deiner decken :D

15.07.2019 13:10 Uhr - Gorno
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Hab den auch viel besser in Erinnerung, müsste ich mir wieder mal anschauen ist schon Jaaaahre her. Aber toll geschrieben ;)

15.07.2019 14:07 Uhr - Mucki1979
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Ich bedanke mich bei Euch allen fürs Feedback!

15.07.2019 15:59 Uhr - The Machinist
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In meinen Augen ein unterhaltsamer B-Movie mit hohlem Drehbuch, aber die SFX-Sachen machen halt schon einiges her. Würde bei mir minimal besser abschneiden.

Tolle Review!

15.07.2019 16:13 Uhr - Mucki1979
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Auch Dir vielen Dank Machinist. So hatte ich ihn eigentlich auch in Erinnerung, aber die neuerliche Sichtung war dann doch ernüchternd und der Titel passte wie die Faust aufs Auge. Für mich mittlerweile wirklich ein Schiff ohne Wiederkehr..... :-D

15.07.2019 16:33 Uhr - sonyericssohn
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Gute Kritik !
Ich bleib bei meiner 7 ;-)

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