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Eintrag: 16.07.2019

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Apocalypse Now

Herstellungsland:USA (1979)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Krieg
Alternativtitel:Apocalypse Now: Redux
Apocalypse Now Redux

Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,06 (90 Stimmen) Details
inhalt:
Auf dem Höhepunkt des Vietnamkrieges erhält der Militärpolizist Captain Willard einen waghalsigen Auftrag. Gemeinsam mit einer kleinen Truppe Soldaten begibt er sich in Richtung kambodschanische Grenze, um einen hochrangigen US-Militär, Colonel Kurtz, zu liquidieren. Kurtz, der sich mit einer folgsamen Einheit im Dschungel verschanzt hat, gehorcht keinerlei Militärbefehlen mehr und sorgt für Angst und Schrecken. Dem will Captain Willard nun ein Ende bereiten...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von knochentrocken:

Apocalypse Now - Final Cut


​1979 erschien "Apocalypse Now" von Francis Ford Coppola im Kino. Zu seinem 40. Geburtstag soll der Antikriegsfilm nun
in seiner perfekten Version noch einmal auf der Leinwand flimmern.
Ich selbst hatte nie die Gelegenheit den Film auf der großen Leinwand zu betrachten. Bis zum gestrigen Abend!

In einer einzigen Sondervorstellung lief er in seiner neuen Version, welche sich zwischen die anderen schon Vorhandenen einreiht. Der Saal ist voll und die Lichter gehen aus…


Erster Zusatz der Final Cut Version ist ein Vorwort von Coppola höchstpersönlich, der zur Überraschung, mit seinen 80 Jahren sehr lebendig wirkte und auch sehr viel an Gewicht verloren hat. 

In seinem Vorwort erklärte er noch einmal, dass es 1979 eine Version für das Kino gab, da der Rohschnitt zu lang war und zu der Zeit, als der Film erschien, stieß er auf Kritik, auch wenn er zwei Oscars, die goldene Palme in Cannes und drei Golden Globes abstaubte. Zum einen, weil es sich um einen Antikriegsfilm handelt, zum anderen, weil sein Stil damals sehr frisch war, sehr surreal!

2001 viel ihm dann auf – so Coppola, dass der Film nie zur falschen Zeit entstand, sondern nur seiner Zeit voraus war. So entstand der 202-minütige REDUX. Bis dahin dachte man, dies sei der Director´s Cut und die endgültige Fassung. 

Doch auch diese ist nicht perfekt. Für Coppola ist diese Fassung zu lang und besitzt zu vieles, das überflüssig ist. Durch moderne Sehgewohnheiten wollte er etwas mehr Tempo im Film, auch der Szenenablauf, die Aneinanderreihung und die Übergänge sollten einen schöneren und seichteren Fluss bekommen. Allerdings sollte auch das rein, was Coppola auch im REDUX hinzugefügt hatte, doch diese beiden Sachen beißen sich. Also schaute sich Coppola – so er im Vorwort, den Klassiker noch einmal an und ließ Szenen raus, die den Film näher an die Kinofassung bringen, und schnitt Szenen dazu, die den Film näher an den REDUX rückten. So entstand die für Francis Coppola persönlich perfekte Version. Endgültig. Man kann also sagen, dass der Final Cut der Director´s Cut ist. 


Produktionstechnisch hatte es der Film nie leicht. In den USA werden Filme vom Militär finanziell unterstützt, wie auch heute noch z. B. die MCU-Filme oder Transformers. Equipment wie Fahrzeuge, Waffen und andere Ausstattung werden zur Verfügung gestellt. Doch es gibt Regeln, an die sich das Drehbuch halten muss, um vom US-Militär unterstützt zu werden. Dazu fällt, dass das US-Militär im Film nicht negativ dargestellt werden darf. Regisseure wie Coppola und Oliver Stone brachen diese (absurde) Regel mit ihren Vietnamantikriegsfilmen und bekamen so keine Unterstützung. So musste Francis Ford Coppola letztendlich auf Militärhubschrauber der philippinischen Regierung zurückgreifen. 

Dazu kamen Produktionsverzögerungen und Probleme am Set. Auch mit den Darstellern war es nicht immer leicht. Martin Sheen erlitt einen Herzinfarkt, es gab Streit zwischen Coppola und Brando, und Dennis Hopper musste wegen einer Infektion in einem Hamburger Krankenhaus untergebracht werden. Doch Cast und Crew hielten Stand, und was am Ende rauskam, ist die Definition von Kino! 

Als der Film anfing, mit seinen Propellerflattern, dem Dschungel und „This ist he End“ von „The Doors“, fing auch ich an eine Träne zu lassen, genau wie am Ende. Am Ende klatschte der ganze Saal, zu Ehren des wahren Kinos und Coppola. 

Erst auf der großen Leinwand konnte man das Ausmaß der Bildgewalt, der Bann, der den Zuschauer in dieses Vietnam, in diesen Dschungel zieht, erkennen, wahrnehmen und noch einmal lieben lernen. Die Stille, die sanfte Schönheit der Natur und die Grässlichkeit des Krieges im Einklang. Nur „Der schmale Grat“ von Terrence Malick würzte diese Mischung. 


Der Final Cut:

Der Final Cut wurde wunderbar in 4k restauriert und in Dolby Atmos aufpoliert, was sich im Kinosaal erheblich bemerkbar macht. Er ist wirklich die perfekte Balance, die beste Version des Films. Der flüssige Ablauf, den Coppola haben wollte, ist gegeben. Doch auch sehr ruhige, ziehende Szenen sind mit enthalten. Im Ganzen betrachtet, wirkt es so: Je weiter Willard und die Crew mit ihrem Boot in das Grün eintauchen, desto ruhiger wird es und desto schleppender werden die Szenen. Fast als entfliehe man dem Krieg von seiner Front, an der es nie ruhig ist und als ob man immer weiter in den Kern des Krieges eintaucht. Das Grauen! 

Nach Sichtung des Schnittberichts zwischen Kinofassung und REDUX kommen eigentlich nur zwei Szenen in Frage, die es nicht in die finale Fassung geschafft haben: 

 

  • Die Szene im US-Außenposten, mit den Playboy-bunnies

  • Die Szene in der Kurtz den unterirdisch gefangenen Willard besucht

 

Allerdings können dies nicht die einzigen Szenen sein, die im Film fehlen, da dies nur die zusätzlichen REDUX-Szenen sind, die fehlen. Rechnerisch ergibt sich nämlich nur eine Anzahl von ca. 14 Fehlminuten. Von 202 auf 183 sind es keine 14. 

Also muss man den Vergleich Kinofassung – Final Cut abwarten. Zugegeben, sind mir aber auch keine Szenen aus der Kinofassung ein- und aufgefallen, die fehlen. Und ja, die Plantagenszene bei den Franzosen ist komplett enthalten. 

Im fortlaufenden Text möchte ich die, meiner Meinung nach, drei gewichtigsten Szenen versuchen zu analysieren. Zum einen jegliche Surfer-Szenen, die Szene bei der Plantage und einen kleinen Zusammenhang zwischen Kurtz und Willard. 


Surfer-Szenen:

Die Surfer-Szenen sind lustig. Unbestreitbar. Wenn in einer ernsten Situation die miese Stimmung bricht, weil Kilgore wieder anfängt über perfekte Wellenbrechungen zu quatschen und Lance damit belästigt, er solle sich endlich sein Brett nehmen und mit zwei anderen Soldaten die Wellen reiten, obwohl man im feindlichen Gebiet ist und unter feindliches Feuer steht. Denn Charlie surft halt nicht (im Übrigen ist das Wort Charlie auf das militärische Alphabet zurückzuführen – kleine Anekdote: „Foxtrot, Uniform, Charlie, Kilo“ von „Bloodhound Gang“).

Auf der einen Seite zeigen Diese die Verrücktheit des Lieutenant Colonel Kilgore, auf der anderen Seite die Menschlichkeit der Soldaten. Gerade vor allem wenn Willard das Surfbrett von Kilgore stiehlt und die Soldaten sich später unter einem Baum verstecken, weil der Colonel per Helikopter und Tonband nach den „Entführern“ seines Bretts auskundschaften lässt. Dies zeigt die Menschlichkeit der Crew, wie sie sich in ihrer Heimat benehmen und unterhalten würden. Lachend sitzen sie unter dem Baum und machen Witze über den durchgeknallten Kilgore und seinen Surf-Fetisch, als ob sie in einer Kneipe in ihrer Heimat sitzen würden oder Zuhause bei einem Football-Spiel. Die Soldaten müssen sich, während dieser grauenvollen Zeit an etwas hängen. Sie entfliehen mithilfe dieser Banalitäten dem Krieg. Es mag vielleicht unpassend wirken, doch im Kontext sind diese Szenen brillant.

Ich bin froh, dass Coppola diese Szenen drin ließ, da sie präsenter als jegliche andere Szene mit den Jungs ist. Sei es während „Satisfaction“ im Radio läuft und Lance surft, das BBQ am Strand oder die Partyszene mit den Playboy-Häschen. Diese Surfer-Szenen machen die Crew um Willard rund und sympathisch. 


Plantagenszene:

Auch die Plantagenszene hat zwei Seiten der Medaille. Auf der einen Seite ist sie praktisch gesehen die Ruhe vor dem Sturm, wobei die Bezeichnung Henkersmahlzeit hier wohl eher zutrifft. 

Allerdings ist diese Szene einfach zu schleppend, zu ruhig und vor allem am Ende der Sequenz zu lang und unbrauchbar. 

Die Szene am Essenstisch, die Atmosphäre dieser, gleicht einer Rückkehr in die Zivilisation, kurz vor dem Abstieg in die Hölle. Diese Szene am Tisch, an der Willard als Gast speist, ist die Politischste im gesamten Film. Sei es Hubert de Marais´ Aussage darüber, dass die Amerikaner vergessen haben was Heimat ist, dass Hubert und seine Familie seit 70 Jahren die Plantage im Familienbesitz haben und jegliche Angriffe abgewährt haben, sie sozusagen ihr Land verteidigen. Willard fragt ihn warum er nicht einfach ginge. Er antwortet darauf, sie haben während des 2. Weltkrieges ihr Land verloren und andere Besitztümer (Land) Frankreichs. Das von den französischen Kolonialisten besetzte Indochina wollen sie aber nicht aufgeben. 

Oder sei es die rassistische Bemerkung mit dem Ei. Einer der Gastgeber sagt zu Willard: „Sehen Sie her! Das Ei zerbricht, das Weiß geht fort, das Gelb bleibt“. Das kann man als, wie gesagt, rassistische Deutung auf den verlorenen Krieg seitens der Amerikaner interpretieren. Vietnam ist die Schale, der Krieg bricht aus, die Schale zerbricht. Der Konflikt in der Schale zwischen Gelb und Weiß ist zu stark, als das die Schale drum herum es aushalten kann. Doch das Gelb bleibt, das Weiß geht. Also: die Gewinner – die Vietnamesen (Vietcong) bleiben in ihrer Heimat, die Verlierer - die Amerikaner, gehen fort.

Rassistisch, aber genial! 

Bis hier her ist die Szene auch sehr stark! Allerdings schwächt sie den Film und schadet auch dem Fluss, als sich Willard dann mit Roxanne Sarrault unterhält und ihr bei Bett Gesellschaft leistet. Diese Stelle hätte getrost wegbleiben können. In der ersten Hälfte eine starke Szene, in der zweiten Hälfte eine Schwache.


Der kleine Zusammenhang zwischen Willard und Kurtz:

In der Szene als das Boot ein Fischersboot anhält, um es zu kontrollieren, erschießt Willard die verletzte Frau, mit den Worten: „Ich sagte doch, dass ihr nicht anhalten sollt!“ Es war ein Irrtum, als Clean das Feuer eröffnete und die Situation deshalb eskalierte. Es handelte sich um Zivilisten. Darauf sagt Willard im Monolog zum Zuschauer, dass sie die Leichen zerstückelten und es vertuschten. Willard spricht hier darüber, dass es eine Lüge sei, und er sie verabscheute. 

Am Ende des Films schreibt Kurtz in einem Brief an seinen Sohn, dass Jemand, wenn alles vorbei ist, seinem Sohn erklären solle, dass er die Lüge erkannt hat und sie verabscheue und ihr entfliehen will. 

Das ist das Gleichnis zwischen Willard und Kurtz. Beide in ihren Schicksalen und dem Willen dem Grauen entfliehen zu wollen, der Lüge, dem Gestank des sinnlosen Krieges. 


Schauspielerisch gibt es nichts mehr zu sagen. Ein brillantes Ensemble bestehend aus Martin Sheen, einem geradezu grandiosen Marlon Brando, dessen Stimme ausreicht, um Gänsehaut zu erzeugen, Dennis Hopper, einem jungen Laurence Fishburne, einem nicht allzu präsenten Harrison Ford und natürlich einem brillanten Robert Duvall. Allerdings glänzt jeder Einzelne in diesem Meisterwerk und blüht darstellerisch auf wie eine wunderschöne Blüte. Der Film hatte ein Budget von $ 31,5 Millionen und ein Box Office von $ 150 Mio und ist die Verfilmung von Joseph Conrads Roman: „Herz der Finsternis“, welches auch, gemeinsam mit „Apocalypse Now“, als Vorlage für das deutsche Videospiel „Spec Ops: The Line“ diente. 

Das Meisterwerk von Coppola in seiner besten Fassung! Der Meinung bin ich ebenfalls. Die UHD ist so gut wie gekauft. 

Vielen Dank Mr. Coppola, für dieses Werk, dieses Kino.

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Kommentare

16.07.2019 11:43 Uhr - JasonXtreme
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Hm... danke für die Rezi, finde ich gut geschrieben, und sie zeigt die maßgeblichen Unterschiede zur Redux-Version gut auf. Der Film selbst ist bie mir so wahnsinnig gewachsen von "was will dieser Copolla von mir" über "hm naja ok ist doch nicht übel aber ich weiß auch nicht" bis hin zu "Meisterwerk"... und das für mich erst in der Redux Variante - und für MICH gehört die Playboyszene einfach sowas von in den Film, ebenso wie der Besuch von Brando bei Sheen - was bedeutet ich werde bei der Redux bleiben. ie viel gescholtene Franzosen-Szene mag ich übrigens eigentlich auch, trotz oder vielleicht gerade wegen ihrer langsamen Ruhe

16.07.2019 12:32 Uhr - Gorno
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Bin komplett deiner Meinung, die Redux ist die beste Version!
Geniale Rezi übrigens. Der Film gehört zu meinen Lieblingsfilmen.

16.07.2019 12:43 Uhr - VelvetK
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War gestern auch drin. Ganz starker Film und großartig beschrieben! Spec Ops The Line gehört tatsächlich unbedingt erwähnt.

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