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The Machinist
Level 5
XP 339
Eintrag: 18.07.2019

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Destroyer

Herstellungsland:USA (2018)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Action, Drama, Krimi, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,80 (5 Stimmen) Details
inhalt:
Ein Mordfall wie jeder andere - so scheint es. Erin Bell (NICOLE KIDMAN), Polizistin in Los Angeles wird schnell eines Besseren belehrt: Indizien am Tatort deuten darauf hin, dass eine verschollen geglaubte Person aus ihrer Vergangenheit wieder zurück ist. Silas (TOBY KEBELL) ist der Grund, warum Erin heute ein Schatten ihrer selbst ist, eine gebrochene, innerlich wie äußerlich zerstörte Frau, die durch ihr Leben stolpert wie eine Untote. 17 Jahre sind vergangen, seit Erin als verdeckt arbeitende FBI-Agentin Silas zum ersten Mal auf der Spur war. Damals endete die Ermittlung in einer Katastrophe. Jetzt sieht Erin die Gelegenheit gekommen, ihre Sünden von einst wieder gut zu machen und Silas zur Strecke zu bringen. Koste es, was es wolle...
eine kritik von the machinist:

Destroyer

Die Monate andauernde Undercover-Ermittlung gegen Bankräuber und Mörder Silas (Toby Kebbell) ging für FBI-Agentin Erin Bell (Nicole Kidman) am Ende schrecklich schief. Das ist jetzt 17 Jahre her, sie nur noch ein Schatten ihrer selbst. Auch wenn Erin heute noch Dienst beim Los Angeles Police Department schiebt, gleicht ihr Privatleben einem Trümmerhaufen. Die Beziehung zur 16-jährigen Tochter Shelby (Jade Pettyjohn) ist schwer gestört, die Ehe zu Ethan (Scoot McNairy) längst Geschichte. Doch als eine Leiche mit verdächtiger Tätowierung im Nacken auftaucht und Erin eine auffällig lila-gefärbte Geldnote per Post erhält, wird für sie eines sofort klar: Silas ist zurück! Verdeckt war sie einst Teil seiner Crew und hat es sich zum Lebensziel gemacht ihn zur Strecke zu bringen. Auf die Hilfe der Kollegen kann sie nicht vertrauen, also nimmt Erin das Gesetz lieber in die eigenen Hände - was weder das LAPD noch die Unterwelt von Los Angeles gerne sieht ...   

 

Directed by Denis Villenieuve Karyn Kusama!

Dass Destroyer unter der Regie von Karyn Kusama entstand, mag man beim ersten Hören garnicht glauben, zeichnet diese sich doch für die eher schlecht als rechte Realfilm-Adaption AEon Flux und den grottigen Highschool-Horror-Comedy-Dummsinn Jennifer's Body verantwortlich. Auf ihr Konto ging allerdings auch die spannende Home-Invasion-Perle The Invitation von 2015. Und mit Destroyer dürfte sie sich jetzt endgültig als renommierte Regisseurin bewiesen haben, obendrein mit einem Händchen für die Inszenierung starker Frauenrollen.

Ihr 2018 bereits in ausgewählten Lichtspielhäusern zu sehender Film, hat nun endlich seine Heimkino-Auswertung auf Blu-ray erfahren und alle die den manisch gespielten Cop-Thriller damals verpasst haben - so wie ich - können diesen nun nachholen.

Dabei wird auf den ersten Blick klar, dass Destroyer ein Film ist, der für die große Leinwand konzipiert wurde. Gleißende Helligkeit, brüchiger Asphalt und natürliche Farbgebung bestimmen die Optik von Kusama's Film, der ähnlich einem Sicario, trotz des sonnigen Wetters sehr düster anmutet. Der Vergleich zu Denis Villenieuve kommt nicht von ungefähr, denn die trockene Inszenierung, oder sagen wir besser staubtrocken, welche hier herrscht könnte glatt seine Handschrift tragen. Auch entwickelt Destroyer mit der Zeit eine soghafte Wirkung, die den Zuschauer zusammen mit der kongenial verkörperten Hauptfigur - dazu gleich mehr - in seine melancholische Welt verschlägt.

Aus einem Werk Villenieuve's könnte ebenfalls der Soundtrack stammen. Dieser stammt von Theodore Shapiro und lässt sich vielleicht als minimalistisch-orchestral beschreiben, eventuell wie eine gedämpfte Version von Johann Johannsons Sicario-Theme ''The Beast''. Die Musikuntermalung ist dabei aber nicht einfach nur abgekupfert, sondern eher an den Meister angelehnt, außerdem läuft sie zumeist eher hintergründig und dreht nur in wenigen Momenten so richtig auf, wodurch der erwähnte atmosphärische Sog noch weiter verstärkt wird.     

 

Nicole Kidman im Trevor Reznik-Modus

So, nachdem technische und inszenatorische Qualitäten nun grob umrissen wurden - die Stimmung des Films erlebt man nämlich im besten Fall selbst - können wir uns nun dem wichtigsten, gar entscheidentsten Bestandteil von Destroyer widmen: Nicole Kidman.

Sie beweist hier ganzen Mut zur Hässlichkeit und geht damit - meines Erachtens - noch ein gutes Stück über ihre herausragende und selbstverständlich auch zu Recht Oscar-prämierte Darstellung in The Hours hinaus. Ihre Erin Bell ist ein abgehalftertes Wrack, faltige Haut, strähniges Haar, die Augen glasig und rot umrändert, der Blick noch immer stechend, doch die Energie darin ist längst erloschen Sie gehört nicht mehr zu den Guten, hat sie mal, aber diese Zeiten sind vorbei. Wie Erin so durch den Film schlurft - liegt wohl am übermäßigen Alkoholkonsum und Schlafmangel - erweckt sie beim Zuschauer den Eindruck, sie könnte jeden Moment zusammenbrechen. Einen ähnlich ausgezehrten und depressiven Charakter verkörperte bereits Christian Bale mit seinem Trevor Reznik im abgründigen Mindfuck-Thriller The Machinist. Nicole Kidman's Rolle kann man gerne als feministisches Pendant zu Bale's möglicherweise atemberaubendtsten Charakterdarstellung sehen, wenn auch in diesem Falle ohne krasse Körpertransformationen.    

So getsaltet sich auch das Drehbuch, trotz der stringenten Handlung, am Ende sehr spannend und wendungsreich, im Schlussakt mitunter sogar etwas verworren, wenn auch nicht dergleich abgedreht und insgesamt leichter zu durchschauen wie beim Maschinisten. Ein ungemein interessanter wenn auch wahrscheinlich nicht jedem mundender Kniff ist es, die Geschichte rein auf Erin zu fokussieren. Dies hat zur Folge, dass der ohnehin zu fünfzig Prozent aus Charakter-Drama bestehende Neo-Noir-Thriller noch ein gutes Stück intensiver anzuschauen ist - man will den Zuschauer praktisch mit der unsympathischen Erin Bell konfronieren. Allerdings wird den anderen Figuren somit eigenes Rampenlicht verwehrt, denn diese sind ja auch nur zu sehen wenn Erin den Raum betritt.

Das heißt unter anderem wenig Screentime für Toby Kebbell - welcher Antagonist Silas verkörpert - und vermutlich genauso aufdrehen könnte wie Nicole Kidman selbst, wenn man ihn denn lassen würde. Silas gibt's dann ohnehin fast ausschließlich in Rückblenden zusammen mit einer verjüngten Erin zu sehen, deren größter Feind letztendlich das Leben selbst bleibt.

 

''Ich möchte gern EINE Sache gut machen.''   

      

Fazit: Ein Triumph, nicht nur für Nicole Kidman! Mit ihrem Destroyer erschafft Karyn Kusama den bislang besten Film ihrer Karriere und nebenbei auch einfach mal den ''The Machinist'' unter den Cop-Thrillern. 

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Kommentare

18.07.2019 22:09 Uhr - TheRealAsh
1x
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Na, das scheint aber mal sowas von dein Film zu sein. Ich muss ja zugeben, dass mich der wg. Kidman null interessiert hat, ich mag die nur noch sehr bedingt, aber deine megagute Einordnung vor allem mit Villeneuve lässt mich natürlich spitze Öhrchen bekommen. Und dann ist der noch fürs Kino konzipiert??? Na shit, da muss ich doch wohl noch rein, Mist.

Dank dir! :-)

19.07.2019 08:57 Uhr - The Machinist
1x
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@Ash: Bin selbst auch kein Riesen-Kidman-Fan, ich meine ich mag sie, renne allerdings nicht sofort in jeden neue Film in dem sie mitspielt. In Destroyer hat sie mich auch enfernt an Charlize Theron in Monster erinnert, beide sind keine Sympathieträger im klassischen Sinne, sondern Opfer der Umstände, die zu dem gemacht wurden was sie heute sind.

Ähm weiß nicht ob dus falsch verstanden hast, aber der Film läuft nicht mehr im Kino, sondern ist vor kurzem im Heimkino erschienen. Die Anschaffung der Blu-ray kann ich jedenfalls uneingeschränkt weiterempfehlen.

Danke für die Rückmeldung und dein Lob.

19.07.2019 10:55 Uhr - Lukas
1x
Coole Kritik zu nem wirklich tollen Film, den ich tatsächlich im Kino gesehen habe. 8/10 würde es auch bei mir geben. Speziell die Regie und Kidmans Schauspielleistung sind tatsächlich überragend (auch wenn bei Kidman natürlich die Maske viel dazu beigetragen hat). Inhaltlich finde ich den Vergleich zu Denis Villeneuve (vielleicht magst du die Schreibweise noch korrigieren ;-)) nicht komplett von der Hand zu weisen, aber vielleicht doch ein kleines bisschen weit hergeholt.
Den Storytwist am Schluss hätte es aus meiner Sicht nicht gebraucht, da der dem Film nicht wirklich viel gibt, aber insgesamt ist Destroyer auf jeden Fall top!

19.07.2019 18:59 Uhr - The Machinist
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@Lukas: Erstmal danke für die Rückmeldung und das Lob.

Der Vergleich war eher rein auf Sicario bezogen, wobei Destroyer natürlich mehr in Richtung Charakter-Drama geht als dieser. Ich stehe natürlich zu meiner Meinung, wobei sich manches im Nachhinein vielleicht doch etwas missverständlich anhört ;-) und ich das Geschriebene evtl. nochmal dezent überarbeite.

Und du hast den mal wieder im Kino gesehen - du Glücklicher;-))

19.07.2019 20:56 Uhr - TheMovieStar
1x
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cooles Review, danke fürs Vorstellen 😊😊😊

20.07.2019 15:42 Uhr - The Machinist
1x
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Danke MovieStar.

22.07.2019 15:44 Uhr - TheRealAsh
1x
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19.07.2019 08:57 Uhr schrieb The Machinist
@Ash: Bin selbst auch kein Riesen-Kidman-Fan, ich meine ich mag sie, renne allerdings nicht sofort in jeden neue Film in dem sie mitspielt. In Destroyer hat sie mich auch enfernt an Charlize Theron in Monster erinnert, beide sind keine Sympathieträger im klassischen Sinne, sondern Opfer der Umstände, die zu dem gemacht wurden was sie heute sind.

Ähm weiß nicht ob dus falsch verstanden hast, aber der Film läuft nicht mehr im Kino, sondern ist vor kurzem im Heimkino erschienen. Die Anschaffung der Blu-ray kann ich jedenfalls uneingeschränkt weiterempfehlen.

Danke für die Rückmeldung und dein Lob.


Hab ich tatsächlich nicht gecheckt, dass er schon raus ist. Umso besser, dann hol ich mir den bald mal

09.08.2019 04:16 Uhr - spobob13
1x
@the machinist
Vielen Dank für deine sehr informative und interessante Kritik zum Film.

Zum Soundtrack würde ich noch anfügen, dass sowohl Jóhann Jóhannsson in Sicario wie auch Theodore Shapiro in Destroyer eher unkoventionell an die Sache rangehen. Was zu jeweiligem Film perfekt passt. Ich sehe im Score auch eine gewisse Schnittmenge, jedoch finde ich beide Scores für sich schon einzigartig.

Wie du richtig sagtest hällt sich der Score eher zurück und betont nur an wenigen Stellen - was hier auch nicht verkehrt ist. Im finalen Teil (ab Mutter Tochter Gespräch) rückt Theodore Shapiro den tollen End-Score dagegen dominant in den Vordergrund. Melancholisch mal disharmonisch und wieder harmonisch in einer erweiterten Tonleiter mit toller Dynamik spielt das Streicherorchester. Hat mich eher an das tolle Soundtrack-Finale in 12 Monkeys errinnert.

Gute Filme werden erst wirklich gut wenn die Musikuntermalung stimmt. Und das hat hier Theodore Shapiro eindrucksvoll bewiesen.

10.08.2019 19:56 Uhr - The Machinist
1x
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Danke für die Rückmeldung spobob13.

Die Musik zu 12 Monkeys habe ich jetzt nicht mehr im Kopf, ist schon länger her, dass ich den gesehen habe. Danke jedenfalls für die Ergänzung.

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