SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Ghost of Tsushima · Stahl und Schwertkampfkunst · ab 61,99 € bei gameware Cyberpunk 2077 · Dein wahres Ich ist nicht genug. · ab 50,99 € bei gameware

Rambo III

Herstellungsland:USA (1988)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Abenteuer, Action, Krieg
Alternativtitel:Rambo - First Blood: Part 3
Rambo - First Blood: Part III
Rambo 3
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,95 (181 Stimmen) Details
inhalt:
In einem buddhistischen Kloster hat Kriegsheld John Rambo endlich Ruhe gefunden. Von weiteren Kampfeinsätzen will er nichts wissen. Als jedoch sein Freund Colonel Trautman in die Gefangenschaft eines sadistischen russischen Offiziers gerät, verwandelt sich Rambo wieder in die berüchtigte Kampfmaschine. Zusammen mit afghanischen Freiheitskämpfern entfacht er ein wahres Feuerwerk, um seinen Mentor zu befreien.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von chollo:

Wer den 1985 entstandenen "Rambo 2- der Auftrag" als politisch fragwürdig wenn nicht sogar reaktionär empfand, hatte wohl noch keinen Blick auf dessen 1988 entstandenen Nachfolger "Rambo 3" geworfen. Zwar war der Kalte Krieg in diesem Jahr schon im Spätherbst seiner Blüte angekommen und auch für beinahe jedermann mit einem Verfallsdatum versehen, doch hielt es die pfiffigen Produzenten nicht davon ab eben jenes Amerikanische Feindbild als neuen Gegner unseres patriotischen Superstars John J. Rambo auszuwählen. Stallone in seiner Paraderolle als desillusionierter Veteran mit Hang zur bedingungslosen Heimatliebe darf sich diesmal also in das Tal der Tapferen (Afghanistan) begeben, um das Reich des Bösen (Sowjetunion/Russland) zu besiegen.

Ein paar Wörter zur simplen Geschichte. Cl. Trautman geht die Ungerechtigkeit im nahen Osten gegen den Strich, deswegen will er kurzerhand seinen besten Schützling für eine weitere Mission abkommandieren um dort reinen Tisch zu machen. Dumm nur dass sich der gute John J. nicht so einfach überrumpeln lässt und so muss unser netter Rentner leider allein mit der Donnerbüchse bewaffnet gegen den Feind zu Felde ziehen. Die Aktion geht natürlich gründlich in die Hose und Rambo sieht sich genötigt seinen besten Freund zu retten, und nebenbei den Konflikt der Weltmächte im Alleingang zu entscheiden.

Nun ja, wie Eingangs bereits erwähnt sollten sich Zuschauer die bereits den zweiten Teil zu großen Teilen unmoralisch bzw. fragwürdig hielten, bei Teil 3 dezent zurückhalten. Wurde uns schon im Vorgänger ein John J. präsentiert der praktisch nur als Galionsfigur für eine verquere Auffassung von Vaterlandsliebe herhalten müsste, haben wir es hier mit einer Kolossalstatue davon zutun. Gedanklich gesehen komplett auf Linientreue seiner amerikanischen Befehlshaber gebracht und mit einem wie von der Hand Michelangelo`s gezeichneten Körper versehen, begibt sich der gute beinahe fremdgesteuert auf selbstmörderische Mission. Ikonenhafte Bilder wie der Ritt zu Ross mit Molotow-Keule in der Pfote inklusive.

Ich gehöre beileibe nicht zu den Menschen die jedem gesehenen Stück Zelluloid ein ethisches Zeugnis ausstellen, doch die zur Schau gestellte Gesinnung oder Botschaft die hier transportiert wird, sprengt schon jeglichen Rahmen. Natürlich war "Rambo 3" dahingehend nicht der erste, wenn man die hirnlosen Produkte der Marke Cannon in Form von "Invasion U.S.A" oder "Delta Force" berücksichtigt, aber in Sachen Budget und professioneller Beteiligung wohl der aufwendigste. Wer seine Sichtweise nicht von Kopf auf Bauch bzw. von objektiv auf nostalgisch umschalten kann, könnte Gefahr laufen hier aus dem Kopfschütteln nicht mehr rauszukommen. Ich empfand ähnlich wie bei Teil 2 wieder überwiegend Freude an "Rambo 3", aber wohl nur weil ich das Gezeigte hier genauso wie bei seinem Vorläufer zu keiner Minute Ernst nehme um mich an seinem einfältigen Bombast zu erfreuen.

An Sylvester Stallone`s Performance als John Rambo, zu diesem Zeitpunkt bereits 42 Jahre jung, gibt es natürlich nichts zu mäkeln. Hat man "Rambo 2- Der Auftrag" genossen und sich damit abgefunden keine mindestens ambitionierte Charakterzeichnung wie in Teil 1 serviert zu bekommen, kann sich auf eine Perfektion in Sachen Kampfmaschine freuen, wie sie selbst der zu seiner Zeit gescholtene zweite Teil nie erreichen sollte. Dumm aber effektiv könnte man sagen. Ölgötze Richard Crenna als Trautman erhält Drehbuchbedingt wieder etwas mehr Screentimme, wirkt für mich als Rentner auf Krawall gebürstet aber deplatzierter als je zuvor in diesem Franchise. Mit seinen im Jahre 1988 schon 62 Jährchen wäre er auch ein guter Kandidat für die "Expendables" gewesen. Marc de Jonge gibt der Bösartigkeit in Land/ Person und Weltanschauung ein Gesicht, welches aber wieder mal aufgrund fehlender Charaktertiefe maximal als höchstes Kanonenfutter herhalten darf, und an welches man spätestens nach Ablauf der Credits keinen Gedanken mehr verschwendet. Einen Kurzauftritt zu Beginn hat auch noch Kurtwood Smith, der sich wohl mit seiner Leistung in "Robocop" für einen Auftritt in diesem Machwerk qualifiziert hat, und bei dem Marc de Jong wohl mal in die Schule hätte gehen können um zu erfahren wie man einen Bösewicht wirklich beängstigend darstellt.

Mit Edward Warschilka im Schnitt und Jerry Goldsmith als Komponist fehlt es auch dem dritten Eintrag nicht an der erwarteten Prominenz, wenn man bedenkt das es sich hier um ein hochbudgetiertes (63 Mill. USD) Großprojekt handelt. Nicht ganz so prominent wie seine Vorgänger Kotscheff oder Cosmatos ist der neue Mann auf dem Regiestuhl. Mit Peter MacDonald ("Die unendliche Geschichte 3") hat ohnehin nur ein Platzhalter den Stuhl gefüllt, der unter den wirklichen Entscheidungsträgern Stallone und dem verantwortlichen Produktionsstudio, höchstwahrscheinlich nicht viel zu sagen hatte.

Bis 2011 indiziert ist der mit seinen 221 Gewalttaten und 108 Toten als brutalster Film in das Guinnes- Buch der Rekorde eingetragene Machwerk seit besagtem Jahr für Volljährige freigegeben. Völlig in Ordnung da es hier, wenn man die Tötungsszenen mal bewerten würde und sie mit "Der Auftrag" vergleicht, mehr um Quantität denn Qualität geht. Menschenverachtend bleibt es aber allemal wofür der Name Rambo spätestens nach diesem Teil ein Synonym war.

Wie bei Teil 2 fühlte ich mich auch bei "Rambo 3" wieder bestens unterhalten. Auch wenn es mir schon etwas schwerer gefallen ist vor soviel Blödheit die Augen zu verschließen. Denn sind wir doch mal ehrlich. Ob Alkohol/ Futter oder Gesellschaft, eines braucht man für diesen dritten Teil sicher nicht, und dass ist Hirn.

7/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
die neuesten reviews
Savaged
tp_industries
5/10
John
Phyliinx
7/10
P.O.W.
Punisher77
7/10
Ilsa
dicker Hund
6/10
Bestie,
Ghostfacelooker
Über
sonyericssohn
7/10

Kommentare

25.07.2019 22:01 Uhr - Mucki1979
User-Level von Mucki1979 6
Erfahrungspunkte von Mucki1979 560
Ein Film seiner Zeit den man nicht allzu ernst nehmen sollte und ein fantastisches Review! Zwar sicher gewalttäiger, aber nicht mehr reaktionär als bspw. "Red Dawn".

War ja dann danach auch ne ganze Weile Ruhe im Rambo-Universum! Und ja, Ulterhaltungswert ist da, wenn auch mit wenig Tiefgang! :-D

25.07.2019 22:03 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 15
Erfahrungspunkte von dicker Hund 3.943
Aus heutiger Sicht ist das dortige Freund-Feind-Schema ja schon unfreiwillig komisch. Deine Rezis dagegen werden immer besser.
🙂

25.07.2019 23:47 Uhr - Intofilms
Und ob die immer besser werden! Großartige Besprechung, die klar Stellung bezieht. Gefällt mir ausgezeichnet, CHOLLO! ;)
Teil 3 ist lange her und müsste mal wieder aufgefrischt werden. Hmm, warum nicht gleich am kommenden Wochenende, mal schauen...
Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass unmittelbar vor politisch-historischen Umbrüchen das Alte, Überholte, im Grunde schon Untergegangene sich noch einmal aufbäumt und mit allem Pomp und Pathos in Erscheinung tritt. Das könnte hier ja auch so sein. Andererseits, wir sprechen hier von „Rambo 3“! Und da sollte man sich solche geschichtsphilosophischen Betrachtungen vielleicht doch verkneifen... ;D

26.07.2019 05:23 Uhr - McGuinness
1x
User-Level von McGuinness 5
Erfahrungspunkte von McGuinness 330
Für mich mit dem zweiten Teil zusammen so ziemlich das größte Hochgefühl, welches mir Herr Stallone in Kindheit / Jugend und sogar heute immer noch beschert.

Ich liebe diesen Film einfach für seine bombastische Action, die ausufernden Schießereien und die Darstellung eines unzerstörbaren, amerikanischen Vollblutpatrioten.

Die Schwarz - Weiß Einteilung in böser Russe und guter, heldenhaften Amerikaner stört mich rein gar nicht und meine Einstellung zu Colonel Trautman kennst du ja bereits 😉

Für mich ist und bleibt dieser Film hier einer der größten Actionkracher, die es zu bestaunen gibt und den ich mir immer wieder ansehen kann, ohne das sich irgendwelche Abnutzungserscheinungen einstellen.

Toll geschriebene Kritik von dir, obwohl wir den Film von der Auffassung her komplett unterschiedlich bewerten.

26.07.2019 15:00 Uhr - CHOLLO
2x
User-Level von CHOLLO 9
Erfahrungspunkte von CHOLLO 1.200
Vielen vielen Dank euch für die netten Kommentare und eigenen Eindrücke zu dem Film!

27.07.2019 19:26 Uhr - Dr. Jones
Würde nicht unbedingt sagen das der Film in Gänze die damalige Sowjetunion als Reich des Bösen transportiert . Hier wurde ja auch ganz bewusst auf Szenen verzichtet die Russische Regierungsbeamte o.ä darstellen .
Letztendlich gehts doch um einen durchgeknallten Russischen Oberst der seine eigenen Interessen verfolgt .
Das ganze entwickelt sich ja auch zum Privatkrieg zwischen ihm und Rambo .



kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)