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Agents of Mayhem

Herstellungsland:USA (2017)
Standard-Freigabe:USK 16
Alternativtitel:AoM
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,50 (2 Stimmen) Details
eine kritik von inferis:

Ich mag die Saints Row Reihe. Klar, Teil Eins war ziemlicher Mist und hatte einige Missionen, die ich wirklich gehasst habe und Gameplay Ideen, die zwar an sich gut waren, aber bescheuert umgesetzt wurden. Aber es hatte eine Menge Potenzial. Potenzial, dass beim Zweiten Teil fast vollständig genutzt wurde. Teil Zwei war eine perfekte Mischung aus Humor, Action, ein wenig Dramatik und einer großen Portion Wahnsinn. Und etwas, dass man als Cabbit bezeichnet. Teil Drei hat das ganze zwar nicht wirklich weiter verbessert, schlug aber in eine ähnliche Kerbe und hatte sogar noch mehr Wahnsinn zu bieten, der mich irgendwann in den Bann schlug. Teil Vier wurde dann mal so richtig abgedreht, bot aber mehr von dem Wahnsinn aus Teil Drei und hat Spaß gemacht. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis ich mir auch Agents of Mayhem hole. Von den schlechten Reviews habe ich mich mal wieder nicht abschrecken lassen (wer braucht schon guten Geschmack!) und zu einem günstigen Preis habe ich mal wieder zugegriffen. Also werde ich selbst sehen, ob das Spiel so schlecht ist, wie alle sagen.

Es fängt... irgendwo an... glaube ich. Ich bin wohl in einer Art Superschurkenunterschlupf. Ich übernehme abwechselnd einen von drei, nennen wir sie mal, Helden. Wir kämpfen gegen einen Superschurken, der Doctor Babylon oder so heißt. Ich habe keine Ahnung wen ich spiele, ich habe keine Ahnung gegen wen ich kämpfe, ich weiß nicht mal, wo genau ich sein soll und alles in allem habe ich auch keine Motivation. Aber stirnrunzelnd setzt ich den Kampf fort, immerhin wird es vielleicht besser, oder...oder?

Ich schließe die Mission also ab und der Schurke entkommt. Die nächste Mission schickt das Team nach Seoul. Saints Row und Südkorea, wo diese ganzen tollen Action-/Thrillerdramen herkommen? Das muss doch gut werden! Von da an wechseln wir zwischen Seoul und unserem fliegenden Stützpunkt, der Ark. Die Ark gewährt dabei Zugriff auf Ausrüstung, Level Ups, Autos, Infos usw.. In Seoul ist die Action. Man erfüllt Hauptmissionen, Nebenmissionen der Einzelnen Charaktere und Nebenaktivitäten. Diese sind jedoch etwas anders gestaltet als gewohnt, den in Agents of Mayhem geht es nicht darum Gebiete zu erobern, sondern darum seine Charaktere zu skillen, ihnen Skins und Ausrüstung zu beschaffen und so weiter und so fort, deshalb gibt es keine festen Aktivitäten, sondern man erledigt immer wieder dieselben Aktiväteten, welche dann Zufallsgeneriert werden. Das nervt und es gibt nicht viele Variationen, aber was noch schlimmer ist: Die Aktivitäten sind langweilig. Es gibt Rennen, Patroulien, Autodiebstähle, Fahrzeuge zerstören, Gegner Ausrüstung zerstören und Geiselbefreiungen. An die Glanzzeiten von Saints Row 2 reicht das nicht heran, aber mit 20 Charakteren die man steuert, gibt es eben woanders Vielfalt. Doch leider gibt es in den Charakterspezifischen Missionen und sogar den Hauptmissionen genauso wenig Vielfalt. Den dort gibt es auch einfach nur die Aktivitäten Plus Schurken Unterschlüpfe und bis zum Ende des Spiels wird der Spieler wirklich genervt sein von diesen Unterschlüpfen, die abgesehen von den letzten, alle gleich aussahen. Die Charaktere sind jetzt auch nicht so supertoll. Die meisten haben gewöhnliche Waffen, aber jeder eben nur ein, daher wechselt man zwischen den Figuren.

Superkräfte funktionieren hier anders, jeder Charakter kann mehrmals springen, ausweichen und seine Spezial- sowie Mayhemfähigkeit einsetzen. Die Spezialfähigkeit verursacht besonderen Schaden oder einen Rundumschlag und hat einen Cooldown. Die Mayhemfähigkeit ist hingegen eine Art Ragemode und dazu muss  im Kampf genug Energie gesammelt werden. Den Charakter verbessert man auch mit Energikernen und Upgradepunkten. Außerdem kann man auch Geräte ausrüsten. Außerdem kann man noch Gegenstände bauen, die aufgebraucht werden. Außerdem kann man auch noch Schurkengegenstände herstellen um eine Art von Gerät zu verbessern, oder auch nicht, ich weiß es nicht, da waren mehr als hundert von diesen Drecksdingern und ich brauuhte sie kaum. Und ich will sie auch nicht.

Um ehrlich zu sein wäre es mir auch lieber gewesen, wenn man statt auf diesen Charakter Kram mehr Zeit und Arbeit in die Open World gelegt hätte. Denn Seoul ist langweilig. Es ist eine Sci-Fi Stadt, die wahrscheinlich nichts mit dem richtigen Seoul zu tun hat und sehr klein wirkt. Es gibt keine wirklichen Sehenswürdigkeiten in dem Spiel, alles sieht gleicht aus, ständig ploppen nervige Nebenaktivitäten, wie Lavakanonen oder Eiskanonen auf, die keinen Spaß machen, sondern nur rumnerven. Die Autos spielen nur koreanische Musik oder an Korea angelehnte Musik, was sich als absoluter Fehlschlag herausstellt und extrem eintlönig ist. Die Fußgänger sind auch unnauffällig und bis auf ein paar Hologramm und Schmiererien gibt es nicht wirklich etwas interessantes.

Das Einzige was interessant ist hier, sind die charaktere und hier sind auch die Pluspunkte für die Story, den manche Charakter bieten eine vielversprechende Hintergrundgeschichte. Doch diese Geschichten sind so kurz, dass man eigentlich fast nie darin eintauchen kann. Das die Missionen drumherum auch langweilig sind, hilft auch nicht. Und auch hier gibt es natürlich wieder die Untschlüpfe. Hier wäre vielleicht weniger mehr gewesen. Weniger Charaktere, aber dafür mehr Story. Ich hätte zum Beispiel gerne mehr über Joule, eine hübsches und intelligentes Model, Oni, einen erschreckenden Yakuza Killer oder Yeti, einem mutierten Supersoldaten erfahren.

Letztendlich lässt Agents of Mayhem den Spieler jedoch unbefriedigt zurück. Das Gameplay könnte gut sein, ist aber zu eintönig, die Story ist oberflächlich, überraschend unwitzig und zahnlos und die Open World einfach nur langweilig. Von mir gibt es diesmal leider keine Empfehlung, auch nicht zu einem guten Preis. Sicher man kann zwar damit Spaß haben, wenn man aufs Leveln und Upgraden steht, aber es gibt einfach bessere Alternativen.

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Kommentare

18.05.2020 16:43 Uhr - Horace Pinker
1x
User-Level von Horace Pinker 21
Erfahrungspunkte von Horace Pinker 9.350
Schade das der wohl nicht so geworden ist, hatte mir da als großer Saints Row Fan auch Hoffnungen gemacht, dann werde ich mir den aber wohl eher nicht besorgen. Schönes Review jedenfalls Inferis.

18.05.2020 22:41 Uhr - Inferis
1x
DB-Helfer
User-Level von Inferis 13
Erfahrungspunkte von Inferis 2.949
Danke Horace :)

Ja, das war leider eine Riesenenttäuschung. Ich konnte es selbst kaum glauben, dass etwas, dass mit Saints Row in Verbindung steht, so langweilig sein kann. Es ist gleich doppelt traurig, weil dieser Flop wohl auch Volition finanziell ziemlich hart getroffen hat.

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