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Nightmare on Elm Street 4

Originaltitel: A Nightmare on Elm Street 4: The Dream Master

Herstellungsland:USA (1988)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Nightmare IV
Freddy 4
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,83 (125 Stimmen) Details
inhalt:
Freddy Krueger, das Grauen in Person, steht erneut von den Toten auf,um all jenen, die zu träumen wagen, das Leben zur Hölle zu machen. Doch diesmal bekommt er es mit einer neuen und sehr mächtigen Gegnerin zu tun! Während die Freunde der telepathisch begabten Kristen einer nach dem anderen Freddy zum Opfer fallen, versucht sie den alle Träume beherrschenden Satan zu vernichten und die gequälten Seelen seiner Opfer ein für alle Mal zu erlösen.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von fratze:

Schule, Freundschaften, Beziehung - nachdem Kristen und ihre überlebenden Mitstreiter den Alptraum-Killer Freddy Krueger besiegen konnten, scheint die Normalität in ihrer aller Leben zurückgekehrt zu sein. Doch seit einiger Zeit kehren auch die bösen Träume zurück: Freddy ist nicht tot und sinnt nach wie vor auf Rache. Sein Problem: Wenn er alle Elm-Street-Kids erledigt hat, wie kommt er dann an die anderen heran, deren Eltern nichts mit seinem Lynchmord zu tun hatten? Da kommt ihm die Tagträumerin Alice gerade recht...

How sweet! Fresh meat!

Mit "A Nightmare on Elmstreet 4 - The Dream Master" wagte sich der Regisseur Renni Harlin ("Stirb Langsam 2", "Cliffhanger" u.a.) an den Stoff, aus dem die Alpträume sind. Die Vita des gebürtigen Finnen weist eine gewisse Affinität zum Action-Genre auf, die sich auch schon im vierten Teil des "Nightmare"-Franchise niederschlagen sollte, so dass dieser der temporeichste, sprunghafteste und selbstironischste Output der Reihe wurde. Frage: Ist das nun gut oder schlecht? Eine einfache und objektive Antwort lässt sich darauf eigentlich nicht geben, indessen der Erfolg gab Harlin recht: "Nightmare IV" war mit einem Einspielergebnis von fast 50 Mio. $ der finanziell erfolgreichste "Nightmare" (Anm.: wenn man vom Crossover "Freddy vs. Jason" absieht) - mit einem Budget von 13 Mio. $ allerdings auch der bis dato teuerste.

Ein nicht geringer Teil zugeflossen sein wird dabei vermutlich dem Autorenteam, bestehend aus Brian Helgeland (Anm.: der 1997 sowohl den Oscar für "L.A. Confidential" als auch die Goldene Himbeere für "Postman" gewann) und William Kotzwinkle (Anm.: vor allem bekannt für seine Roman-Adaptionen von Kinofilmen, u.a. "E.T. - Der Außerirdische" und "Superman III"). So merkt man denn auch an einigen ziemlich kuriosen Ideen, dass sich die beiden Schreiber hier regelrecht austoben durften, etwa bei Freddys Auferstehung: Kincaids Hund pinkelt einen Feuerstrahl auf Kruegers letzte Ruhestätte - der Schrottplatz aus Teil 3 - und erweckt ihn so wieder zum (Alptraum-) Leben. Man darf als Zuschauer dabei getrost annehmen, dass Freddy in der Zwischenzeit schlicht in der Hölle geschmort und nun einen Weg zurück gefunden hat, denn wirklich erklärt wird seine Wiederkehr nicht. Auch dass Freddy hier desöfteren seine Form wandelt und mal als sexy nackte Blondine (Anm.: oO) , mal als hässliche Krankenschwester und sogar als eine Art Weißer Hai auftaucht, zeugt von maximaler Ideenverwertung, die zwar ob des surrealen Traumsettings schon passt, den Film allerdings auch bisweilen etwas albern wirken lässt.

Nun metzelt Freddy in diesem Teil also die letzten überlebenden Elm-Street-Kids hernieder, was eigentlich seine Rache komplettieren sollte - doch ist er wie schon erwähnt noch lange nicht satt. So riefen Helgeland und Kotzwinkle die schüchterne Alice auf den Plan, die bei Kristens Ableben von ihr gerufen wird und als letztes Geschenk ihre Macht erhält - was im Grunde unvorsichtig von Kristen war, da sie somit Krueger Tür und Tor aus der Elm Street heraus öffnet. Fortan ist niemand mehr sicher, sobald Alice einschläft oder - noch übler - einen ihrer Tagträume hat. Dies war wiederum einer der großartigsten Einfälle der Drehbuchfraktion, denn so wurde Freddy quasi aus seinem doch recht eingeschränkten Radius befreit. Und auch die Alptraumszenarien (Anm.: von den o.g. Comedy-Einlagen mal abgesehen) machen wieder ordentlich was her, etwa die Kino-Szene oder auch die Zeitschleife, in der Dan und Alice feststecken - gerade letzteres kennt man vermutlich auch aus eigenen Träumen, die sich scheinbar im Kreis drehen, bis es einem selbst merkwürdig vorkommt.

Dabei wurde das Alptraum-Setting abermals großartig in Szene gesetzt - Kulissen und Effekten sei Dank, die wahrscheinlich ebenso einen Großteil des Budgets schluckten. Besonders die Gore-Effekte sind hier einmal mehr ziemlich plastisch und eklig geraten, so etwa als Freddy sich auf dem Schrottplatz wieder zusammenfügt, als Sheila den "Asthma-Anfall" hat oder als Debbie sich in eine Kakerlake verwandelt. Leider legten nicht alle Effekte - besonders bei den Kills, von denen so einige im Off passieren oder Freddy schlicht seine Klingen sehr unspektakulär in seine Opfer bohrt - diese explizite Plastizität an den Tag.

Was die Action angeht, so hat sich das Drehbuch in zumindest einem Punkt stark am Geist der Zeit orientiert: Parallel zur Slasher-Welle im Horror-Genre hatte sich im Action-Kino ein Martial-Arts-Hype etabliert, der sich u.a. niederschlug in der "Karate-Kid"-, der "No-Retreat-No-Surrender"-, der "Kickboxer"- und der "American-Ninja"-Reihe sowie auch dem im Produktionsjahr von "Nightmare IV" erschienenen "Bloodsport". So kam es, dass sich die Macher augenscheinlich einen entsprechenden Martial-Arts-Einschub nicht verkneifen konnten, ließ man doch Alices Bruder Rick im Heim-Dojo trainieren und später auch gegen den unsichtbaren Freddy antreten (Anm.: Da Renni Harlin sich auch später eher im Action- als im Horrorkino hervortat, zeugt diese Einlage möglicherweise schon von seiner frühen Affinität zu diesem Genre). Bei Licht betrachtet muss man allerdings sagen, dass die Kampf-Choreo dabei selbst für 80er-Jahre-Verhältnisse nicht unbedingt viel hermacht - woran man immerhin merkt, dass dies immer noch eher ein Horror- als ein Actionstreifen ist.

Darüber hinaus ist "Nightmare 4" der erste Teil der Reihe, der direkt an seinen Vorgänger anknüpft, weshalb man hier neben dem selbstredend wie immer brillant bösen Robert Englund immerhin zwei alte Bekannte in den Reihen der Mimen trifft: Ken Sagoes und Rodney Eastman als Kincaid und Joey sind abermals (Anm.: wenn auch nur kurz) mit von der Partie, lediglich Patricia Arquette war nicht verfügbar und wurde für die Rolle der Kristen durch Tuesday Knight ersetzt. Neu im Cast sind außerdem u.a. Toy Newkirk (Sheila), Brooke Bundy (Elaine), Andras Jones (Rick), Danny Hassel (Dan) und natürlich als Kruegers Hauptgegenspielerin in diesem Teil Lisa Wilcox (Alice), die die Rolle des schüchternen Mauerblümchens mit dem Tagtraum-Tick großartig verkörpert. Auch ihre Wandlung zur toughen und wehrhaften Traumkriegerin, die sie im Laufe des Films vollzieht, wird von ihr glaubhaft vermittelt. Tatsächlich war Lisa Wilcox bereits am Set von "Nightmare 3" für die Rolle der Kristen vorstellig geworden, wurde aber zugunsten von Patricia Arquette abgelehnt. Irgendwie Eindruck muss sie aber augenscheinlich dennoch hinterlassen haben, da sie anschließend immerhin die Hauptrolle für gleich zwei "Nightmare"-Streifen ergatterte (Anm.: In "Nightmare 5" kehrte sie einmal mehr in der Rolle der Alice zurück - Review folgt).

 

Fazit:

"A Nightmare on Elm Street 4 - The Dream Master" war wie gesagt der bis dahin erfolgreichste Film der "Nightmare"-Reihe. Dies wird daran gelegen haben, dass er sowohl action- als auch comedylastiger als alle seine Vorgänger ist und somit dem Trend in Richtung Popcorn-Party-Fun-Slasher folgt, in dessen Fahrwasser sich zu dem Zeitpunkt bereits das "Halloween"- und das "Friday-13th"-Franchise befanden. Somit mag dieser Teil damals sicherlich dem aktuellen Zeitgeist entsprochen haben - meinen persönlichen Geschmack allerdings trifft er damit (Anm.: aus heutiger Sicht) nur bedingt.

So muss ich sagen, dass mir die vorangegangenen Teile - selbst der etwas mittelmäßig geratene "Nightmare 2" - rein von der Horror-Atmosphäre her deutlich mehr zusagen als Teil 4, der mir streckenweise mit seinen Comedy- und Actionsequenzen doch ein wenig zu klamaukig geraten ist. Zudem hat man hier m.E. den Sinnzusammenhang oftmals der Darstellung geopfert und einfach erwartet, dass alles vom Rezipienten so wie gezeigt hingenommen wird. Bspw. kommentiert Freddy seine Auferstehung einfach mit den Worten: "Ihr hättet mich nicht begraben sollen! Ich bin nicht tot!" ... okay, aber warum denn nicht? Weil dich ein Hund mit einem Feuerstrahl angepisst hat? Es bleibt ebenso unglaubwürdig wie unerklärt, kann aber aufgrund des Spaßfaktors der Inszenierung auch nicht gerade als Suspense durchgehen. Ein weiteres Beispiel ist der Untertitel des Films selbst: Wer dieser ominöse "Herr der Träume" jetzt eigentlich ist - Freddy, Alice oder vielleicht doch irgendeine dritte, transzendente Entität? - , bleibt bis zum Ende hin relativ nebulös, weshalb ich auch insbesondere den Showdown zwischen Alice und Freddy sehr unbefriedigend empfand. Ich meine, mal ernsthaft (ACHTUNG Spoiler!): Monster, guck in den Spiegel und... das war's? Hmpf! (Spoiler Ende) Ein bisschen viel "style over substance" für meinen Geschmack.

Dennoch bleibt "Nightmare 4" insgesamt ein solider Vertreter der Serie im speziellen sowie auch des Slasher-Genres im Allgemeinen, der damals auf jeden Fall sein Publikum fand, heute allerdings zumindest von meiner Seite aus deutliche Abstriche hinnehmen muss. 6,5 (aufgerundet 7) Punkte scheinen mir daher angemessen.

7/10
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Kommentare

28.12.2019 03:08 Uhr - Fratze
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Jepp, melde mich zurück ^^


Ich weiß, hat wieder etwas länger gedauert, hatte aber einen Grund: Ich bin im Sommer zum 2. Mal Papa geworden, daher hatte ich nicht die Zeit und - ganz ehrlich - auch nicht den Antrieb weiterzumachen

Okay, ich hab noch andere Revs angefangen, hatte aber den Grundsatz gefasst, nichts anderes zu veröffentlichen bevor die Nightmare-Reihe fertig ist.

Hoffe auf euer Verständnis und harre der Dinge die da kommen ^^

Greetz, euer Fratze

28.12.2019 07:42 Uhr - TheMovieStar
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Hej Fratze,

ich kenne dass, unsere kleine Maus ist jetzt 13 Monate alt und die Zeit vergeht rasend schnell, weiß noch wie ich sie das erste Mal auf dem Arm hielt und jetzt ist sie schon mobil und nichts ist mehr sicher vor ihr. Genieße die Zeit! Reviews sind da nicht so schnell fertig manchmal vergeht nach aktueller Sichtung eine Woche, eh das Rev dann fertig ist.

Dein Nightmare Review ist Spitze und die Teile sind eh ein definitiver Bestandteil meiner Jugend. Für eine aktuelle Wertung meinerseits ist die letzte Sichtung aber zu lang her...

LG von einem jung vater😊

28.12.2019 10:15 Uhr - CHOLLO
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Feines Review Fratze!!
Ich bin auch den oberflächlichen Reizen dieser Fortsetzung erlegen womit ich ihn neben Teil 3, für mich zu den besten (weil unterhaltsamsten) der Reihe zähle. Mal sehen wie der fünfte bei dir abschneidet, bin gespannt.

28.12.2019 10:17 Uhr - CHOLLO
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Und herzlichen Glückwunsch natürlich zu deinem kleinen Knopf;)

28.12.2019 13:52 Uhr - McGuinness
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Auch ich möchte dir erstmal recht herzlich zum erneuten Vaterglück gratulieren !
Bei solch einem Wunder werden Reviews doch nebensächlich.

Deine Kritik zum vierten Ausflug von Pizzagesicht Krueger finde ich zwar ganz hervorragend geschrieben, für mich persönlich ist jedoch nach dem dritten Teil der Reihe Schluß gewesen, da mir das Ganze fortlaufend zu sehr in Richtung Comedy ging.
So bedrohlich und diabolisch wie in den ersten drei Filmen, habe ich Freddy seitdem leider nicht mehr erlebt.

28.12.2019 20:13 Uhr - Fratze
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Vielen Dank, die lieben Damen&Herrn KollegInnen, für euer Feedback, v.a. aber für eure Glückwünsche ^^

@CHOLLO: So klein ist der Knopf gar nicht 😆

@MovieStar: Tatsächlich hab ich hier Reviews aus einem Zeitraum von 5 Jahren unfertig auf Halde liegen 😬 Wundere mich eh, dass mich noch keiner abgemahnt hat (Mist, möglicherweise jetzt schlafende Hunde geweckt 😛)

@Mc: Mir geht es da ähnlich, allerdings finde ich, dass der 5te diese Tugenden schon ein Stück weit wieder aufgreift. Wie gesagt, Kritik ist in Arbeit... kommt dann vermutlich irgendwann im Laufe des nächsten Jahres 😑😴

28.12.2019 21:18 Uhr - Gorno
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Glückwunsch! Dann aber noch Dream Child nachschmeissen :D

29.12.2019 12:45 Uhr - Fratze
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28.12.2019 21:18 Uhr schrieb Gorno
Glückwunsch! Dann aber noch Dream Child nachschmeissen :D


😂 Die Verknüpfung hatte ich jetzt noch gar nicht hergestellt. Danke dir auch 😁

29.12.2019 15:44 Uhr - Horace Pinker
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Erst mal herzlichen Glückwunsch zum Familienzuwachs und willkommen zurück in der Reviewsparte :) Dein Review weiß wie immer zu gefallen, deine Wertung ist nachvollziehbar begründet und informativ. Ich muss gestehen, dass Teil 4 nach dem Original und Teil 3 mein liebster Teil der Reihe ist. Mag sein, dass er nicht ganz so gruselig ist, dafür hat er aber viele tolle Einfälle und macht einfach nur mega viel Spaß. Ich empfand da neben Teil 2 eher die Teile 5 und 6 als etwas schwächere Nightmare on Elm Street Beiträge. Bin auf jeden Fall schon mal auf dein nächstes Review gespannt.
P.S. Was Renny Harlin und Horror angeht kann ich dir übrigens noch Prison empfehlen (falls du den nicht ohnehin schon kennst).

30.12.2019 23:42 Uhr - CheesyAK47
1x
Dank deiner Review nach gut 25Jahren mal wieder Teil 2 und direkt im Anschluss Teil 3 gesichtet! Hat mich echt gut unterhalten, so wie deine Reviews! Den Rest der Reihe zieh ich mir im neuen Jahr rein. Thx for the remaining

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