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VelvetK
Level 3
XP 113
Eintrag: 04.08.2019

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Papillon

Herstellungsland:USA (2017)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Biographie, Drama, Krimi

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,00 (4 Stimmen) Details
inhalt:
Papillon (Charlie Hunnam) wird Anfang der 1930er Jahre für einen Mord verurteilt, den er nicht begangen hat. In dieser Zeit deportiert Frankreich viele Gefangene in seine südamerikanische Strafkolonie St. Laurent in Französisch-Guayana und dorthin wird auch Papillon verbannt. Auf der Reise zu der Insel, auf der er den Rest seines Lebens verbringen soll, trifft Papillon auf Louis Dega (Rami Malek) und wird zu dessen Freund und Beschützer. Gemeinsam mit dem Mithäftling plant er schon bald seine Flucht aus dem schweren Arbeitsdienst und vor der sadistischen Behandlung der Wachen.
eine kritik von velvetk:

Franklin J. Schaffners Buchverfilmung "Papillon", mit Dustin Hoffman und Steve McQueen in den Hauptrollen, gilt als authentischer, schmutziger und schonungsloser Klassiker unter den Gefängnisdramen und war darüber hinaus auch ein großer Erfolg an den Kinokassen. Knapp 45 Jahre nach diesem meiner Meinung nach etwas überlangen und dramaturgisch leicht fahrigen, aber dennoch guten Film, stellt sich die Frage, ob es ein Remake, das irgendwie aus dem Nichts kam, überhaupt braucht. Für mich war es jedenfalls ein lohnenswertes Double, kannte ich bisher doch weder das beliebte Original, noch den zu Unrecht verschmähten Neuklapp. Zu Franklin J. Schaffners etwa 150 Minuten langen Film wurde bereits alles gesagt und mir hat der Film etwas weniger Freude bereitet als zuerst angenommen. Man wird in der ersten Verfilmung von Henri Charrières autobiografischen, historischen und gleichzeitig fiktionalisierten Roman direkt und ohne groben Kontext ins Geschehen geschmissen. Die Story ist bekannt, aber die nur nebensächlich abgehandelten Motivationen darin, sind schon dünne für 150 Minuten Laufzeit. Ich brachte das intensiv ins Leere gespielte Drama hinter mich und die letzten Worte des Films verschluckten sich in einem okayen Schulterzucken meinerseits. Ja, gut gespielt, vor allem von McQueen, ist der Streifen allemal und liest man etwas in die Hintergründe, gewinnt die Story noch an Halt, aber so richtig gebannt war ich nicht. Abseits von McQueens starker und visuell erdrückender Performance sieht man hauptsächlich, wie verliebt Regisseur Schaffner in seine wunderschönen Drehorte war. Punktuell großartige und nervenaufreibende Momente der Handlung, von denen "Papillon" wirklich einige hat, werden noch und nöcher von gleißend natürlichen Panoramen und farbenfrohen Totalen der einladenden Kulisse zur Seite gedrängelt. Da ist es zwar löblich, dass die Blu Ray einen wirklich knackscharfen und ausnehmend kontraststarken Transfer mitbringt, aber dramaturgisch hängt der Film für mich - den Vergleich mit anderen Genrefilmen spar ich mir jetzt - zu oft in den Seilen. 30 Minuten weniger Sightseeing hätten dem alten Film sehr gut getan.

Dementsprechend lag "Papillon" 2017 ein paar Tage auf Eis, waren die aus der Luft vorverurteilenden Stimmen, die hier eine überflüssige 1:1 Kopie verschrien, doch ein klarer Warnhinweis. Und ja, "Papillon" 2017, von Regisseur Michael Noer, der aufgrund des originalen Skripts mit der Einbindung von Charrières zweiten Roman "Banco" an diese Neuauflage heranging, ist tatsächlich in weiten Teilen der gleiche Film und sieht weder besser noch schlechter, vielleicht eine Spur weniger dreckig aus. Doch mehrere Dinge gefielen mir von Minute eins ab besser. Die Exposition und Einführung von Henri "Papillon" Charrière (hier von Charlie Hunnam gespielt) macht ein wenig mehr her und es bleibt nicht nur als ein reiner Fluchtgedanke mit leichtem Background. In audiovisueller Hinsicht geht Regisseur Noer die richtigen Schritte zum Original zurück, legt seine Erzählung aber dichter und komprimierter an und umschifft damit die dezent stockende Zerfahrenheit des alten Films - vor allem der glasklare und direktionale Sound begeistert und generiert ein immersives Mittendrin-Gefühl. Auch dieser räumliche Klang verhindert nicht, dass sich "Papillon" 2017 schön altmodisch im besten Sinne anfühlt, ohne in absoluten Jubel auszubrechen. Die einzigen erwähnenswerten Darsteller des Films überzeugen. Charlie Hunnam hat zwar nicht das unglaublich stechende Charisma von Steve McQueen, legt seine Rolle dafür aber durchweg ernst und ohne altbackene Sprüche an, selbst wenn seine kernige Physis etwas zu viel des Guten ist - auch das Make Up während mancher Einzelhaft, sah im Original bzw. durch McQueen hindurch noch besser aus. Was ich bisher von Hunnam gesehen habe, schreckte mich zusätzlich ab, doch in "Papillon" geht die markige Rechnung seiner kantigen schauspielerischen Limitierung vollends auf. Direkt eine sympathische Vorstellung, wenn auch kein Award-Material. Der zweite Akteur und frisch gebackene Oscar-Preisträger Rami Malek kann sich von Dustin Hoffmans einst so ikonischer Vorstellung im Detail lösen, ohne die von Charrière niedergeschriebene Intention der Geschichte zu verwässern, die ohnehin - womöglich sehr frei auf sich selbst gelegt - die Geschichte vieler Männer ist. Charrières Schreiberei wird bis heute in vielen angeblichen Tatsachen angezweifelt, was auch die Titelfigur in den letzten Zeilen der neueren Verfilmung gekonnt betont. Es ist die Geschichte vieler Männer. Wie dem auch sei, bleibt Louis Dega zwar auch hier nur eine etwas schräge, introvertierte Nebenfigur, hebt sich aber mit einer größeren Handlungsgewichtung vom reinen Stichwortgeber ab - der Schlussmoment zwischen beiden Hauptfiguren rührte mich, ganz im Gegensatz zum Original. Der Rest des Casts bleibt unauffällig.

Letztlich erachte ich beide Filme als sehenswert, hatte ich doch überhaupt keine Zeit, eine der beiden Varianten eher kennenzulernen und ins Herz zu schließen. Das Original hat sein berauschend zurück versetzendes Filmflair, McQueen und bedeutend mehr Schmutz da wo der auch hingehört. Dafür kommt die Neuverfilmung deutlich kompakter zur Sache und fühlt sich am Anfang, aber auch am Ende, besser gerundet an. Interessant ist wieder einmal - aber das nur am Rande -, was dieser Tage alles mit einer FSK 12-Freigabe durchgeht, denn "Papillon" 2017 spart zwar einige Unappetitlichkeiten des Originals aus (harte Lepra), blutet, sticht und spratzelt aber in einigen Sequenzen sehr grenzwertig in den Tod. Mal sehen, welche Variante mit der Zeit wachsen wird. Das Original mit McQueen und Hoffman, die auch noch von meinen liebsten Synchronsprechern Klaus Kindler und Manfred Schott eingesprochen wurden, ist nicht zu unterschätzen, aber diese sehr gelungene Neuauflage hat auch ihre Reize. Jedenfalls ist dieser Film weit besser als die Unkenrufe vielerorts.

6/10
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Kommentare

04.08.2019 12:46 Uhr - Knochentrocken
1x
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Ich muss auch sagen, ich finde beide Filme sehenswert bis großartig.
Der mit Mcqueen und Hoffmann ist zwar ein Klassiker, aber der mit Malek und Hunnam ist genau so gut.
Im Gegensatz zu anderen Remakes (wobei ich den Neuen immer noch eher als Neuverfilmung des Romans/Tatsachenberichts sehe), wird hier das „Original“ nicht mit Schmutz hinterlassen, sondern der Neue ist genau so gut:

Wundervolle Bilder
Exzellente bis herausragende schauspielerische Leistungen
Super Score
Super Set
und mit einigen Abweichungen zum 73er Film dennoch super inzeniert!

04.08.2019 13:40 Uhr - VelvetK
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Letzteren finde ich auch beinahe großartig, obwohl ich sonst bevorzugt in alten Schinken versinke. Komisch. Und mit den Begriffen Remake und/oder Neuverfilmung könnte man wohl lange zubringen, und dann doch ratlos vor dem selben Ergebnis stehen. Schön, dass ich mit dem Re-, äh der Neuverfilmung nicht allein dastehe :-)

04.08.2019 15:11 Uhr - TheRealAsh
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Schöne Kritik. Habe den neuen noch nicht gesehen, werde das aber irgendwann sicher nachholen, da ich Unkenrufe meistens ignoriere, weil ich meinen Schlaf benötige;-)

Sag mal, was ist das eigentlich für ein interessantes Profilbild, Velvet?

04.08.2019 17:59 Uhr - tschaka17
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Lohnt sich! Für mich eine der Überraschung des letzten Jahres, obwohl ich eigentlich weder Malek noch Hunnam gerne sehe. Aber hier spürt man diese unbändige Hoffnung trotz der schlimmen Situation einfach durchgängig, was ich extrem beeindruckend fand. Dazu wirklich tolle Bilder, fertig ist ein starker Streifen.

Und wie du bereits erwähntest, das FSK 12 hat mich angesichts einiger Momente auch etwas verwundert.

04.08.2019 19:07 Uhr - VelvetK
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Sehr schön, doch ein paar Befürworter dieses vorab gescholtenen Filmes. Tja, die Unkenrufe waren so zahlreich, da fiel es schon erstmal schwer, diese zu ignorieren, aber wenn dir der alte Film was gegeben hat, macht's der Neue auch, Ash.

Das Bild stammt von einer Lieblingsplatte meiner Herzallerliebsten.

04.08.2019 20:48 Uhr - TheRealAsh
1x
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04.08.2019 19:07 Uhr schrieb VelvetK
Sehr schön, doch ein paar Befürworter dieses vorab gescholtenen Filmes. Tja, die Unkenrufe waren so zahlreich, da fiel es schon erstmal schwer, diese zu ignorieren, aber wenn dir der alte Film was gegeben hat, macht's der Neue auch, Ash.

Das Bild stammt von einer Lieblingsplatte meiner Herzallerliebsten.


Und welche wäre das? Gerne auch per PN, zwecks off-topic;-)

04.08.2019 21:11 Uhr - VelvetK
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Ach, das ist doch kein off topic. Charrière hätte die Band bestimmt gemocht :-) Gib einfach mal - the vaccines a lack of understanding - bei Youtube ein. Schöner Song.

PS: All in White ist natürlich auch ein klasse Lied. Und Weidro vielleicht noch.

04.08.2019 23:59 Uhr - TheRealAsh
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cooler Sound, danke! und Gruß an die Gattin :-)

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