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VelvetK
Level 2
XP 98
Eintrag: 12.08.2019

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Dragged Across Concrete

Herstellungsland:USA (2018)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Krimi, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,67 (6 Stimmen) Details
inhalt:
Die beiden Cops Brett Ridgeman und Anthony Lurasetti werden aufgrund eines Videos, das sie bei einem außergewöhnlich hart ausgeführten Einsatz gegen einen Drogenkriminellen zeigt, suspendiert. Ridgeman fühlt sich ungerecht behandelt und befürchtet, dass er durch das fehlende Gehalt nicht mehr richtig für seine Familie sorgen kann. Gemeinsam mit Anthony plant er als ausgleichende Gerechtigkeit, eine Bankräuber-Gang um deren Beute zu erleichtern. Doch sie suchen sich hierfür leider die falschen Kriminellen aus - denn die psychopathischen Räuber besitzen keinerlei Skrupel, ihren Fluchtweg mit unzähligen Leichen zu pflastern…
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von velvetk:

S. Craig Zahler imitiert nicht. Er schafft unglaublich dichte, faszinierende und einprägsame Originale. Und zwar solche kraftvollen und unverfälschten Einzigartigkeiten, dass sich Vergleiche zu anderen aktuellen Autorenfilmern entbehren. Sein - im Angesicht der prominenten Besetzung - günstiges und mystisch aus dem Fleisch geschältes Regiedebüt "Bone Tomahawk" schlug herbe Kerben in die Filmlandschaft. Einen so urbanen, sich zunehmend selbst zerstückelnden und ausufernden Horrorfilm im Gewand des kantigen Westerns, hatte ich nicht auf dem Zettel. Nach "Bone Tomahawk" kribbelten die Finger, die Augen standen weit offen und sofortige Zweifel ob eines One-Hit-Wonders säumten zumindest meine Fühler. Meine Begeisterung schlug hoch auf, als Zahler sich steigern konnten konnte. "Brawl in Cell Block 99" ist ein kongenialer, brettharter und eigentümlicher Film, der völlig aus der Zeit fällt und etablierte Sehgewohnheiten selbstbewusst, ruhig und ohne erhobenen Finger hinter sich lässt. Zahler versteht es, seinen Werken einen innerlich vielschichtigen und wertigen Anstrich zu verleihen, der irgendwo in den Siebzigern des letzten Jahrhunderts seine volle Blühte erlangte. Nach der zweiten Season "True Detective", emanzipierte sich der oftmals gescholtene Vince Vaughn mit "Brawl in Cell Block 99" weiter von seinem längst aufgebrauchten Image seichter Kassenhits und auch Zahler bewies erneut ein erstaunliches Händchen hinsichtlich der restlichen Riege an bekannten Akteuren. Dementsprechend sind auch einige Schauspieler aus dem Vorgänger, etwa Jennifer Carpenter, Udo Kier, Don Johnson und eben Vaughn, in "Dragged Across Concrete" wieder mit von der Partie.

Die ausgebrannten Cops Ridgeman (Mel Gibson) und Lurasetti (Vince Vaughn) haben ihre besten Zeiten längst hinter sich. Als sie dann aufgrund eines besonders prekären Videos suspendiert werden, planen Ridgeman und Lurasetti des Geldes und besserer Zeiten wegen einen simpel erscheinenden Coup und wollen ein paar Bankräuber um ihre Beute erleichtern. Doch die zahlreichen Fronten verhärten sich und die unbarmherzige Faust der Realität schlägt gnadenlos und bluttriefend zu.

Zahlers unkonventioneller Cop-Thriller ist ein trister, ausweglos scheinender und fahl schneidender Buddy-Film, wie man ihn so nirgends findet. Die nur des Zwanges halber vorhandenen Sympathien zwischen den Hauptfiguren haben einen äußerst niedrig angesetzten Maximalpegel, gelacht wird gar nicht und das oft schweigsam bittere Szenario ist gänzlich frei von dämlichen Klischees, sinnlosen Querverweisen oder laut geklopften Sprüchen, wie man sie vielleicht in spaßigeren Filmen des Subgenres erwarten würde. Es gibt kein hipp eingekleidetes Heldentum oder tätowiert pseudocoole Muckibude im Vollkontakt, sich im Kreis drehendes Beziehungsgewese oder kleinliche Zweifel an der Jahre andauernden und verlässlichen Partnerschaft, keinen irre krakeelenden Oberbösewicht aus 'ner Schablone geschnitzt oder ohne Makel geformte Affären, die den rauen und bodenständigen Effekt des Filmes ausradieren würden. Auch die im geringen Maße vorhandenen und zweischneidigen Gags in "Dragged Across Concrete" sind finster und nur ein kleines, niemals auflockerndes Element des abgründigen und oft unerwartet arrangierten Plots, dessen standhafte Wendungen und klug angereicherte Dreher zünden. Sofern man zynisch-schmetternder Resignation nichts abgewinnen kann, ist der Film sogar gänzlich frei von Leichtigkeit und Sonnenschein. "Dragged Across Concrete" zieht seine Komplexität aus den personenbezogenen, geschliffenen und lauernden Monologen und den beobachtenden Unterhaltungen seiner drei wichtigsten Protagonisten abseits des brutalen Banküberfalls und dessen vielfältig verlaufenden Folgen. Einmal mehr gibt Vince Vaughn eine saubere Performance zum Besten. Er ist es auch, der einen winzigsten Hauch Lockerheit mit in diesen Film bringt, sind doch einige seiner schlagfertigen Antworten und Anekdoten hinsichtlich des Essens beim Observieren goldig. Mel Gibson kehrt nach vielen, eher mäßigen Jahren vor der Kamera WIRKLICH zu seinen größten Trademarks zurück und mimt einen Mann, der auf den ersten Blick nicht mehr hergibt, als zum Beispiel Porter aus dem Film "Payback". Doch Zahler verpasst es nicht, seinen realistisch gezeichneten Figuren einen nachvollziehbaren, des Lebens müde schnaubenden und einen zu Boden geschleiften Background zu verpassen. Dieses aufmerksam und oftmals einfühlsam gefüllte Skript nimmt sich jene groben Wischer aus dem Allerlei des knallharten Polizei-Thrillers gründlich vor, legt einige ganz große Dialogsequenzen und glaubhaft entschleunigte Emotionen darunter und schon ergeben sich mitsamt der starken Regie, den markanten Gesichtern und der großzügigen Laufzeit nicht nur bloße Pappfiguren für's "Bad Boys"-Poesiealbum.

Zahlers dritter Spielfilm ist ein urwüchsiger und geduldig wachender Molosser von einem Film und ein demoralisierendes Highlight des Genres. Zahler baut nach und nach zuspitzende Konstellationen unter den Polizisten, Räubern und Opfern des Heists auf, die kaum vorhersehbar sind und in einem Fall sogar absolute Ratlosigkeit hervorrufen. Die gefühlvolle und sehnsüchtige Einführung eines Charakters und das abrupte, nach wenigen Minuten herbeigeführte Ableben dieser Figur ist härtester Tobak, auch wenn sich "Dragged Across Concrete" nie so explizit in Gewalt suhlt, wie seine Vorgänger. S. Craig Zahler verwehrt sich einer dramaturgisch abgenudelten Checkliste und macht mit einigen Kniffen Platz für wahrhaftiges Staunen und ungewohnt rührende Momente. Neben Gibson und Vaughn in Bestform, haben Jennifer Carpenter und Tory Kittles gelungene Auftritte. Die allerersten Szenen gehören ganz dem wohl überlegt spielenden Kittles und Zahler wäre nicht Zahler, hätte das nicht irgendeine, sich am Ende bewahrheitende Bedeutung. Tolle Leistung, die zuweilen im Hintergrund lauert, aber allgegenwärtig eine vereinnahmende Wirkung entfacht.

Audiovisuell ist "Dragged Across Concrete" über weite Strecken ein gewieft dialoglastiges und passend dunkles Kammerspiel auf höchstem Niveau - die oftmals gelblich schimmernde Ausleuchtung unter den Worten der Protagonisten ist großartig und die typisch für Zahler reduziert eingespielten Songs führen das spezielle Flair von "Brawl..." weiter. Auf ein zerschossenes Augenzwinkern heruntergebrochen sitzen Mel Gibson und Vince Vaughn zwar für einen beachtlichen Teil des Films im Auto, doch das hat man selten immersiver, reflektierender und vor allem ehrlicher gesehen als hier. Die beiden ambivalenten Cops erzählen im Auto, essen im Auto, fahren mit dem Auto, beobachten vom stillstehenden Auto aus und liefern sich auch intensive Schießereien aus der Deckung ihres Autos heraus. Die kinetischen Schusswechsel haben dabei eine gewaltige Dynamik und einen grandiosen Klang und die handgemachten Endresultate in der Form ansehnlicher Effekte überzeugen in ihrer knappen Drastik. Wer eine gute Anlage oder starke Kopfhörer hat: unbedingt laut aufdrehen!

"Dragged Across Concrete" ist eine entwaffnende, ungewöhnlich gewichtete, entschlossene und langsam fiebernde Urgewalt. Egal was man von Zahler halten mag: Das ist wie gehabt kein Imitat alter Versatzstücke, sondern ein stimmiges Original.

8/10
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Kommentare

12.08.2019 06:11 Uhr - Ivan_Danko
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Sehr schön formulierte, stimmige Kritik zu einem Film, der wohl schon nach kurzer Zeit beim Publikum stark polarisiert. Ich für meinen Teil fand sowohl "Tomahawk" als auch "Brawl" hervorragend und kann mit Zahlers langsamer und ruhiger aber auch gipfelnder Regie gut leben und freue mich schon sehr auf diesen Titel, erst recht nach Deiner tollen Rezi. Vielen Dank für die Infos!

12.08.2019 08:59 Uhr - Ghostfacelooker
1x
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Der Review-Symphoniker deutscher Adjektivkunst komponiert mal wieder eine leidenschaftliche Ode an einen Film. Bone Tomahawk konnte mich überhaupt nicht in dem Maße begeistern, aber auf "Brawl in a Cell Block 99" und diesem hier bin ich schon neugierig. Danke

12.08.2019 09:17 Uhr - VelvetK
1x
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Danke euch! Wer kann, schaut übrigens am besten im O-Ton. Ich kann mir nicht vorstellen, dass einige Wortspiele in deutscher Sprache funktionieren. Darüber hinaus ist die dt. Stimme von Mel Gibson leider nicht von Elmar Wepper, der Gibson am häufigsten synchronisierte und auch nicht von Martin Umbach, der zumindest in Blood Father gut zu ihm passte. Die dt. Stimme, die sonst William Hurt begleitet, irritierte und erschreckte mich im dt. Trailer regelrecht und ich kann mir vorstellen, dass es der ganze Film deswegen unnötig schwer haben könnte. Nur so am Rande :-)

12.08.2019 12:24 Uhr - The Machinist
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Aus Angst vor Spoilern, habe ich sicherheitshalber nur den letzten Abschnitt gelesen. Dieser und auch deine Bewertung bestätigen mich jedoch bereits in meiner Erwartungshaltung gegenüber dem Film. Bone Tomahawk gefiel mir bereits gut, jedoch mit Luft nach oben und Brawl in Cell Block 99 befand sich für mich dann schon an der Grenze zum Meisterwerk. Sobald ich heiß erwarteten Dragged Across Concrete gesehen habe, wage ich auch nochmal einen Blick in die Review.

12.08.2019 13:11 Uhr - VelvetK
1x
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So schaust du den auch am Besten, Machinist. Ich wollte noch auf viel mehr eingehen, konnte mich aber bremsen und die Kritik Kritik lassen. Tatsächlich halten die beiden mittleren Absätze mehr oder weniger dezente Hinweise, aber im Grunde ist das - Wie der Film sich anfühlt - einmal mehr ein Trumpf vor dem, was eigentlich passiert - oder so ähnlich :-)

12.08.2019 14:21 Uhr - TheRealAsh
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Cool, danke mal wieder für die brandaktuelle Besprechung und deine Einschätzung. Ich brenne schon darauf, den in ca. 2 Wochen glaube im Heimkino zu rezipieren, finde es aber schade, dass die Zahler-Dinger bei uns gar nicht im Kino kommen. Gerade "Brawl" hatte Einstellungen, die im Kino extrem gut rüberkommen würde und eigentlich auch fürs Kino gemacht wurden.

13.08.2019 15:26 Uhr - Mr.Tourette
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Erfahrungspunkte von Mr.Tourette 63
Der Enthusiasmus deiner Review ist durchaus ansteckend, der Film hingegen hat mich weniger begeistert.

Meiner Meinung nach erkennt man, dass der Regiesseur dem Film seinen ruhigen Stempel aufdrückt und der Geschichte dadurch einen gewissen "Wahrscheinlichkeitsfaktor" verleiht. Der Zuschauer bekommt das Gefühl, dass eine Bankräuber vs. schmierige Cops Story in der Realität so ablaufen könnte.

Mir übertreibt Zahler aber mit Charakterisierung und sich wiederholenden Szenen. Ein DC mit 30 Minuten weniger und der Film flutscht, da der Cast, Kamera und Story prinzipiell zu gefallen wissen.

15.08.2019 17:40 Uhr - tschaka17
1x
User-Level von tschaka17 7
Erfahrungspunkte von tschaka17 780
Hatte auch schon das Vergnügen ihn zu sehen. Gibson & Vaughn top, ebenso wie der Look. Insgesamt aber sehr langatmig - besonders die Vorstellung von Figuren - und da wären mir Kürzungen lieb gewesen, besonders weil dem Film dabei kaum Wesentliches fehlen würde. Vom Gewaltgrad war Brawl heftiger, aber Concrete ist auch nicht zimperlich.

Streifen lohnt sich, zumindest für eine Sichtung. Review durchaus öfter ;)

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