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VelvetK
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Eintrag: 15.08.2019

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Once Upon a Time in... Hollywood

(Originaltitel: Once Upon a Time in Hollywood)
Herstellungsland:USA (2019)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Krimi, Thriller
Alternativtitel:#9

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,40 (28 Stimmen) Details
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von velvetk:

Spoiler all'interno!

Meine Begleitung fragte mich auf dem Heimweg, als wir nach dem Film durch die kühle Nacht liefen und ich ganz traditionell eine selbstgedrehte Zigarette ohne Filter rauchte, ob diese irre Gewalt am Ende von "Once Upon a Time in Hollywood" wirklich sein musste. Das Ticket für den neuen Tarantino zu lösen, fühlte sich einmal mehr wie das kribbelnde Durchschreiten dieser einen magischen Tür in diesem sagenumwobenen Diner an, welche einen, ähnlich wie in Stephen Kings "Der Anschlag", an einen bestimmten Punkt in die Vergangenheit entlässt, um die Zeit und sich selbst zu beeinflussen. Geht man durch die Tür, kommt man ins Los Angeles des Jahres 1969. Eine Epoche, in der der Film als solches an einer glorreichen Pforte stand, alte Helden langsam ausgedient hatten und das sogenannte New Hollywood seine ersten Erfolge feierte. Einer dieser Darsteller auf dem Weg zum Abstellgleis ist Rick Dalton (Leonardo DiCaprio), der in immer gleichen Rollen den immer gleichen Typen zum Besten gibt. Die Tage von Rick folgen einem einfachen, beinahe glanzlosen und stets in Alkohol badenden Schema. Sein Stuntdouble Cliff Booth (Brad Pitt) holt ihn Zuhause ab, fährt ihm zum Filmset und Rick zieht sein Ding in Maske, angeklebtem Schnurrbart und zeitgenössisch eingefärbter Verkleidung durch. Wird der alternde Cliff Booth nicht am Set gebraucht, erledigt er alltägliche Kleinigkeiten, für die Rick keine Zeit hat. Folglich sieht man für einen großen Teil der ersten Filmhälfte Cliff im Auto herum cruisen und verdammt coole Musik hören - der Soundtrack wird zum Pflichtkauf wie lange keiner! Dabei kommt Cliff auf seinen Hin- und Rückwegen immer wieder an einer Kreuzung vorbei, an der er mit der hinreißenden Tramperin Pussycat (Margaret Qualley), einem Mitglied der Manson Familie, elektrisierende Blickkontakte austauscht. Während Cliff die aufreizende Pussycat irgendwann zu ihrer eigenartigen Kommune auf der Ranch von George Spahn (Bruce Dern) fährt - die schroff hitzige Atmo in diesem Kapitel hat was von einem Horrorfilm -, hat der unsicher gewordene Rick am Set einer von Tarantino ausgiebig zelebrierten und ausgedehnten Westernproduktion Schwierigkeiten mit seinem Text, der Grundmotivation im Schauspiel und vor allem mit sich selbst. Dass der angesehene Produzent Marvin Schwarz (Al Pacino) gegen Ricks Willen möchte, dass er in italienischen und damit ausfallenden Produktionen auftritt, nagt zusätzlich an Ricks Selbstbewusstsein.

Zwischen diesen liebevoll inszenierten Abfolgen des alten Hollywoods, blitzen auch die neuen Nachbarn von Rick ins Auge - Roman Polanski (Rafał Zawierucha), der gerade mit "Rosemary's Baby" einen fiebrigen Triumph feierte, und die aufstrebende Schauspielerin Sharon Tate (Margot Robbie), welche ihre ganz eigene Reise durch L. A. erfährt und dabei tanzt und schläft, langsam säuselnd aufwacht und mit dem Auto ins Kino fährt, um sich ihre eigenen Filmen anzusehen. In diesen grandiosen Momenten, in denen Margot Robbies Gesicht die Leinwand füllt, während sie gebannt zu Sharon Tate auf die Leinwand und das eigentliche Publikum blickt, entfaltet sich die ganze Kraft von Tarantinos neunten Film, der einen gemütlich im Kinositz verweilen lässt und im Grunde eine gemächlich umherfahrende und eingängige Musik hörende, dem Celluloid hoffnungslos verfallene und authentisch ausgestattete Hommage an diese beschwingte Zeit ist. Es ist - hat man etwas für diese schillernde Epoche übrig - kaum möglich, nicht in diesem wärmenden Film und seinen vielen Anspielungen zu versinken. An jeder Ecke sieht es so aus, als wäre man im Jahr 1969 und der Soundtrack fegt abwechslungsreich und ohne Füller durch Tarantinos wohl entspanntesten Film noch vor "Jackie Brown". "Once Upon a Time in Hollywood" ist eine schmackhafte, akkurate, unverschämt coole und ausnehmend witzige Reise durch die Zeit. Wer allerdings einen spannenden, klassisch aufgefächerten Plot oder ein großes Ganzes erwartet, könnte Abzüge in der B-Note finden - "Once Upon a Time in Hollywood" ist ein Film über die unendlich kreativen Möglichkeiten des Erzählens und die bisweilen verloren geglaubte Magie der bewegten Bilder. Für einen Großteil der Spieldauer - die übrigens wie im Flug vergeht - lässt sich Tarantino auf einem hohen Unterhaltungslevel durch die Szenerie treiben und huldigt zig Filmen, Serien und den teils in Vergessenheit geratenen Machen mit Querverweisen und der Vermischung aus Realität und Fiktion. Da kitzeln einen echte Poster, wie das von Sergio Corbuccis Meisterwerk "Il Mercenario", und im nächsten Moment begeistern einen halb-fiktive und eigens manipulierte Schöpfungen das unterhaltsame Seherlebnis. "Once Upon a Time in Hollywood" ist proppenvoll mit Popkulturreferenzen und Tarantinos ganz eigenem Spiel dieser vielen Verweise. Wer z. B. die Rick Dalton-Filme im Netz sucht, die teils unter der fadenscheinigen Regie Corbuccis, dem bekanntlich zweitbesten Italowestern-Regisseur aller Zeiten, entstanden, wird mit tollen Fake-Postern belohnt, die "Once Upon a Time in Hollywood" in seiner glanzvollen Wirkung ebenso unterstützen, wie die vielen, körnigen Einspieler tatsächlich existierender Kuriositäten und an echte Produktionen angelehnter Kreationen. Wollte ich alles was mir in diesem unkonventionellen Märchen aufgefallen ist aufzählen, würde das den Rahmen beträchtlich sprengen. Es ist von Vorteil, kennt man die Lieblingsfilme und Lieblingssongs von Tarantino, aber auch abseits seiner Reminiszenzen und Verstrickungen des echten Manson-Clans, macht der Film schlicht und einfach Spaß. Ich habe lange keinen so cleveren, witzigen und lebensfrohen Film mehr gesehen, wie "Once Upon a Time in Hollywood". Die Frequenz des mal niedlich infantilen, mal leichtfüßigen und mal geschliffenen Humors ist trotz einiger bedächtiger Momente der Verzweiflung eines dahin scheidenden Stars beachtlich. Sitzt man wie ich in einem gut besuchten Saal, ist der Ansteckungsfaktor in den humorvollen und teils zum Brüllen komischen Sequenzen enorm hoch. 

Neben der formidablen Ausstattung und stilsicheren Ausreizung des Szenarios, bezaubert das Staraufgebot von "Once Upon a Time in Hollywood". Pitt und DiCaprio spielen ganz groß auf und lassen zuweilen richtig geil die Sau raus - die vermittelte Spielfreude und Chemie zwischen den beiden Größen macht richtig Laune, gerade weil beide nicht wirklich auf große Preise oder dergleichen hin spielen. Genau wie der Regisseur, transportiert der gesamte Cast pures Vergnügen, auch wenn das heißt, dass eine Margot Robbie und andere Nebendarsteller jeden Anflug von Tiefe vermissen lassen. Tarantino bleibt - zumindest in dieser Kinofassung - weitgehend an der Oberfläche und inszeniert seine optisch den realen Vorbildern oftmals verblüffend ähnlich sehenden Akteure in einem glitzernden Rausch. Egal ob knappe Interpretation von Roman Polanski, Steve McQueen, Charles Manson oder Bruce Lee - die an sich nur kurzen Auftritte dieser ikonischen Figuren sitzen. Eines der vielen Highlights ist die schon jetzt berüchtigte, druckvolle und herrlich flapsige Szene zwischen Bruce Lee und Cliff Booth, in der auch Kurt Russell und Zoë Bell ein Augenzwinkern hinsichtlich "Death Proof" ausspielen. Klasse! Auf jeden Star kann ich, ähnlich wie bei den vielen Easter eggs, nicht eingehen, doch jeder vom Meister auserkorene Schauspieler hat wenigstens einen großen Moment. Dakota Fanning und ihren hier gruselig vorgetragenen Gesichtsausdruck hab ich fast nicht erkannt, Bruce Dern wird langsam alt, Timothy Olyphant spielt gewohnt aalglatt, Emile Hirsch buhlt grinsend um die Gunst von Margot Robbie, die zehnjährige Julia Butters spielt mal locker Leonardo DiCaprio als Co-Star in der oben erwähnten Westernproduktion an die Wand (worauf er sie am Set in einer Filmszene spontan zu Boden schmeißt – köstlich, köstlich!), Luke Perry und Al Pacino geben eben Luke Perry und Al Pacino und Scoot McNairys schiefer Blick ist wieder einmal verstörend. So setzt ein fähiger Regisseur seine Schauspielriege ein - großartig! Am meisten Eindruck hinterlässt die lasziv umher wirbelnde Margaret Qualley im Gewand eines außergewöhnlich schönen Hippie Girlies, die auch schon in "The Nice Guys" großen Spaß an einer nicht unähnlichen Rolle hatte. Sie ist es auch, die den vermeintlichen Fußfetisch von Tarantino schmutzig an die Windschutzscheibe von Rick Daltons Auto drückt und für den Filmemacher (und sein Publikum) auslebt. Überhaupt ist "Once Upon a Time in Hollywood" auffallend fußlastig. Es ist wie es war...

...und das ist wiederholt ein lang vorbereitetes und gereiftes Ausrufezeichen an all die müßigen und unflätigen Trittbrettfahrer des Meisterregisseurs, die zu keinem Zeitpunkt an die wort- und stilgewandte Genialität dieses Genies heran kamen und auch nicht heran kommen werden. "Once Upon a Time in Hollywood" ist für 160 Minuten genau das, was die Fans und Nichtfans erwartet haben - und zwar in meisterlicher Perfektion und einer vergleichsweise nicht selbstverständlichen Ungezwungenheit. Und wie in einem guten und an Wunschvorstellungen reichen Märchen, bleibt man bis zur letzten Seite und der Moral von der Geschicht aufmerksam sitzen und lauscht den vorgelesenen Worten. Es lohnt sich bis zum allerletzten Moment zur knisternden Leinwand zu blicken und diese glühende Sternstunde des Kinos zu bestaunen - neben der an sich aus den Lichtspielhäusern verbannten Werbung für Zigaretten, machen vor allem die Soundschnipsel der "Batman"-Serie aus den Sechzigern Spaß! POW! SOK! BLAP! Für 160 wortwörtlich flammende Minuten hat man die Möglichkeit, durch diese eine magische Tür dieses gedacht sagenumwobenen Diners zu gehen und in einer Zeit zu verweilen, die ich ganz sicher noch einige Male besuchen werde. Und ähnlich wie ein Stephen King spielt Quentin Tarantino mit bestimmten Punkten und Knoten der Vergangenheit, lässt aber am Ende ein äußerst zufriedenes Lächeln zu. Die irre-blutige, wahrlich berauschte, kinetische und schreiend-abfackelnde Gewalt am Ende musste wirklich sein, gebar sie doch genau jene zaghafte Schönheit, die ein richtiges Märchen auszeichnet.

Heimliche Krönung ist der abgelegene Wohnwagen, in dem Cliff Booth mit seiner an den Ohren kupierten pit bull-Hündin Brandy wohnt. Nach dem einen Abend in dieser Wohnung vergeht einem die Lust auf Spaghetti mit Käsesoße - im weitesten Sinne - und Dosenbier vollends. Hat was! Ein sehr schöner Film, der, wenn er denn dann (eventuell sogar verlängert) im Heimkino erscheint, diese einladende und verwunschene Tür in diese Zeit zurück offen hält.

8/10
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Kommentare

15.08.2019 13:41 Uhr - The Machinist
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Grandiose Review Mr. K.

Habe ihn gestern auch in der Preview gesehen und bin - wie es nicht anders zu erwarten war - sehr begeistert aus dem Kinosaal gegangen, auch ein wenig wehmütig, da das Gezeigte schon vorbei war.

Bevor die Kino-Werbung anfing lief witzigerweise ''Don't let me be misunderstood'' von Santa Esmeralda. Ob das Absicht war?

Jedenfalls ein sehr geiler 9. Film vom Meister, hatte für mich auch deutlich höheren Mehrwert als zuletzt ''The Hateful Eight''. Für ''Once Upon a Time in Hollywood'' gibt's von mir ebenfalls 9 von 10.

15.08.2019 14:16 Uhr - VelvetK
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Danke! Bisher bester Film des Jahres, zumal ich auch - was selten genug vorkommt - ganz, ganz großen Bock hab, da morgen gleich nochmal rein zu gehen. Mal sehen, ob ich nochmal jemanden überreden kann :-) Am Ende hat wahrscheinlich sogar jeder große Tarantino-Fan so einen Film von ihm im Regal, mit dem er nicht viel anfangen kann (bei mir ist's "Death Proof" in der Langfassung) - aber sein Gesamtwerk ist schon eine Ausnahme! Die Wehmut nach diesem irren Finale war schon genial gerundet. Würde er sich jetzt zurückziehen, dann hätte er eine gelungene Kür am Ende hinterlassen.

Der Abspann (Tim Roth wird mit dem Zusatz "cut" erwähnt) lässt zudem wirklich hoffen, dass das Teil noch länger veröffentlicht wird. Hier herrscht akute Lieblingsfilmgefahr!

PS: Den Trailer ''Don't let me be misunderstood'' gebe ich mir später mal. Bei mir lief der nicht zuvor :-)

15.08.2019 14:46 Uhr - The Machinist
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Nein, nein, das kam falsch rüber. ''Don't let me be misunderstood'' ist kein Film, sondern ein Song, der unter anderem während dem Showdown von ''Kill Bill'' läuft.

''Death Proof'' wäre auch mein Letzt-Liebster von Tarantino, wobei auch der noch mit einer 7 bei mir davonkommen würde, die Verfolgungsjagd ist dann halt schon Der Shit. Habe den allerdings nie in der Langfassung gesehen, kenne nur die Grindhouse-Version. ''... Hollywood'' werde ich mir demnächst ebenfalls nochmal mit einem Freund geben, der gestern leider verhindert war. Mein Film des Jahres ist und bleibt aber vermutlich ''Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt'' - aus persönlichen Gründen.

PS.: Das mit Tim Roth war mir garnicht aufgefallen. Nice

15.08.2019 15:02 Uhr - VelvetK
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Ach so. Na, da hätte ich ja lange gesucht ;-)

15.08.2019 16:17 Uhr - Knochentrocken
1x
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Gestern auch in der Vorpremiere gewesen - arbeite auch an ein Review, und, wie es nicht anders zu erwarten war, ein hervorragender Tarantino!!! Da ich noch relativ frisch den Film im Gedächtnis habe, würde der grade ne 10/10 bekommen.

Achtung, wer jetzt weiterliesst, hat PECH!

SPOILER!!!!
Dass das Ende in Inglo Basterds Manier endet, war sogar mein aller Erster Gedanke.
Dass Red Apple am Ende vorkommt, war super, aber wo war Big Kahuna Burger?! Bitte um Hilfe. ;)
SPOILER!!!!

15.08.2019 17:09 Uhr - VelvetK
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Spoiler...

Die 10 halte ich mir noch offen, allein wegen des Gerüchtes der Langfassung halber - und auch weil mich Jackie Brown gestern ebenfalls, vielleicht sogar noch mehr bezauberte. Die Burger habe ich ebenfalls nicht erblickt. Dafür gab's ja die Tarantino-Hundefutter-Schöpfung Wolf Tooth, dessen Dosen sehr, sehr praktisch erscheinen, hat man sonst nix zur Selbstverteidigung ^^

Das Ende hat Tarantino konsequent ins Märchenhafte getaucht und mMn auch Inglorious Basterds getoppt. Sind aber wie bei dir alles noch frische, überwältigende Eindrücke. Ich denke, ich gehe morgen nochmal :-)

15.08.2019 18:01 Uhr - Knochentrocken
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SPOILER!

oh ja, vor allem, mit LSD-Trip scheint dieses Hundefutter extra interessant zu sein. ;)

Im Gegensatz zu dir und viele Andere, empfinde ich Jackie Brown als schlechtestes Werk vom großen Mr. T. Und auch Death Proof gefällt mir viel mehr, als Andere ihn runterputzen. Sogar sehr gut!

16.08.2019 09:03 Uhr - McQuade
Uff...jetzt muss ich mich schwer zusammenreißen, hier aus Spoiler-Gründen weder die Kommentare noch die Kritik selbst zu lesen.
Aber da ich die Karten schon in der Tasche habe (Gibt's im Ruhrgebiet für sowas eine bessere Kulisse als das klassische Lichtburg-Kino in Essen?!), will ich mir da auch vorher nichts verraten lassen.
Sonntagabend bin ich schlauer und kann mich dann auch in aller Ruhe der Review widmen... :-)

17.08.2019 00:58 Uhr - TheRealAsh
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User-Level von TheRealAsh 9
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So, jetzt konnte ich dein klasse Review ja auch endlich lesen und Parallelen finden und suchen. Toll geschrieben mal wieder. Ich bin einfach hin und weg, für mich einer seiner absolut besten Filme :D

17.08.2019 23:12 Uhr - ~Phil~
1x
User-Level von ~Phil~ 1
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Einen Big Kahuna Burger habe ich auch nicht erspäht; obendrein erinnere ich mich nicht mehr, ob es eine Einstellung gab, die aus dem Kofferraum eines Wagens heraus gefilmt wurde. Diese MUSS es aber geben.

@Velvet

Dass du nach erneuter Sichtung die Wertung etwas nach unten korrigiert hast, erschließt sich mir. Mein Gedanke war, dass "... Hollywood" nur bei der ersten Sichtung richtig gut funktioniert. Danach ist der große Überraschungseffekt dahin, weil man seine Erwartungen entsprechend angepasst hat. Das ist in diesem Ausmaß bei keinem anderen Werk von Tarantino der Fall.



EXTREMER SPOILER AB HIER


Was dem Film enormen Antrieb gibt, ist die drohende Dramatik des Tate-Mordes, der sich von Anfang an konsequent durch den Film zieht und einen krassen Kontrast zu den eher locker-amüsanten Erzählsträngen der Schauspieler/Stuntmen darstellt. Die Aussicht auf das unweigerlich kommende Unheil hält gewissermaßen den ganzen Film zusammen (als Ersatz für eine echte Story), weil man bis zum Schluss nicht weiß, ob diese Morde tatsächlich in aller Grausamkeit zu sehen sein werden. (das ist das spannendste und gleichzeitig unbehaglichste Element gewesen)

Wenn man nach der Erstsichtung allerdings weiß, wie es ausgeht (sehr originell, die Manson-Familie auf diese Art zu demütigen, dass sie von einem Volltrunkenen und einem Typen auf nem Trip vernichtet wurden), kann ich mir vorstellen, dass der Film einiges von seiner Anziehungskraft und auch von seinem Schwung einbüßt.


SPOILER ENDE



EDIT: interessant ist auch der Umstand, dass DiCaprio ein derartiges schauspielerisches Format ausstrahlt, dass man es als Zuschauer vorbehaltlos hinnimmt, dass jemand wie Brad Pitt lediglich sein Stunt-Double ist. Ich schätze, dieser Kniff hätte mit keiner anderen Schauspieler-Konstellation derart gut funktioniert

18.08.2019 06:46 Uhr - VelvetK
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@Phil

Laut tarantino.wiki klebt wohl ein Bild der Burger auf einem Bus, aber das ist zumindest mir nicht aufgefallen. DiCaprio spielt wirklich sensationell - allein der Spot in dem er singt und ein paar Frauen hinter ihm tanzen ist genial und mimisch so cool. Sein Gesicht gleicht des öfteren einem außer Kontrolle geratenen Kaugummi und er ist sich für nix zu schade. Pitt ist cool wie immer und mit seiner gesetzten Präsenz ein wichtiger Anker für DiCaprios Figur. Mir fällt aktuell auch kein anderes Duo ein, was hier hätte gepasst hätte, obwohl ich z.B, mit "The Nice Guys", also mit Gosling und Crowe, noch mehr Spaß hatte.

Zu deinem Spoiler...

Ich bekam schon in den ersten Minuten das leicht sonnige Gefühl nicht los, dass es so ganz anders kommen wird, als es die Realität hergab. Der Film hat ja für einige Kontroversen gesorgt, die ich allesamt nichtig finde. Der talentierte Hund war nun mal an den Ohren kupiert (was scheinbar nur die Deutschen so extrem aufregt), daran hat Tarantino keine Schuld und auch sein Verhalten zum Schluss entspricht dem eines guten Wachhundes - ich habe gestern einen Kritik im Radio gehört, die NUR darauf eingeht und sich nur darüber aufregt, was dem Film ja wirklich nicht gerecht wird. Die Szene mit Bruce Lee ist auch noch so ein Ding und ich finde sie einfach grandios und wie den Rest des Filmes in einer Glitzerwolke über der Realität schwebend. Witzig ist sie auch noch.

Zu den Mansons: Überraschenderweise bekommen Charlie selbst, seine Gefolgschaft und auch die späteren Opfer, sehr wenig Leinwandzeit spendiert - sogar Shanon Tate ist nur eine wunderschöne Randfigur. Charlie sieht man kaum länger als im Trailer und für seine damalige Truppe ist das kein Aushängeschild geworden. Kein Wunder also, dass Tarantino so mit ihnen umgeht, haben sie doch neben den Menschen an sich das wertvollste getötet, was Tarantino bewegt: einen Teil der Film- und Popkultur. Darin geht der Film aber nur in winzigsten Teilen auf. Das Ende ist dann ein geiles i-Tüpfelchen. Toller Film. So oder so.

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