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Ghostfacelooker
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Eintrag: 18.08.2019

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Green Book - Eine besondere Freundschaft...

(Originaltitel: Green Book)
Herstellungsland:USA (2018)
Standard-Freigabe:FSK 6
Genre:Biographie, Drama, Komödie

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,50 (6 Stimmen) Details
inhalt:
Der begnadete Pianist Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) geht 1962 auf eine Konzert-Tournee von New York bis in die Südstaaten. Sein Fahrer ist der Italo-Amerikaner Tony Lip (Viggo Mortensen), ein einfacher Mann aus der Arbeiterklasse, der seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs und als Türsteher verdient. Der Gegensatz zwischen den beiden könnte nicht größer sein. Dennoch entwickelt sich eine enge Freundschaft. Gemeinsam durchschreiten sie eine Zeit, die von Gewalt und Rassentrennung, aber gleichzeitig viel Humor und wahrer Menschlichkeit geprägt ist. So müssen sie ihre Reise nach dem Negro Motorist Green Book planen, einem Reiseführer für afroamerikanische Autofahrer, der die wenigen Unterkünfte und Restaurants auflistet, die auch schwarze Gäste bedienen.
eine kritik von ghostfacelooker:

Egal, was sie jetzt zu mir sagen, ich werde keine Kontrolle darüber haben, wie ich dargestellt werde, soll Don Shirley, zu seinem Neffen Edwin gesagt haben und weiter bemerkte er:

„Gott weiß,das ist der Grund, warum er nie sein Leben auf der Leinwand zeigen wollte, jetzt verstehe ich warum, und ich finde es schrecklich, dass ich ihn in den 1980er Jahren dazu drängen wollte, weil alles, was er damals ablehnte jetzt wahr geworden ist.“

Davon abgesehen, daß Amerika hier in einer Zeit gezeigt wird in der Rassentrennung in den Streitkräften seit 1948 keinen Bestand mehr hatte, jedoch bis 1964 in öffentlichen Bereichen des täglichen Lebens aufrecht hielt, obwohl das Land selbst ohne seine schwarze Bevölkerung deren Mut, Blut und Kunstverständnis noch über Jahre hinweg rückständig geblieben und wohl nie zu diesem Glanz den es heute vorgeben will zu haben erstrahlt wäre, verklärt Hollywood wieder einmal eine wahre Geschichte zu liebevollem Kitsch.

Natürlich sind Viggo Mortensen als Tony Vallelolonga und Mahershala Ali hier in der Rolle des Dr. Don Shirley ein Traumpaar, wie es vielleicht nur Morgan Freeman und Jessica Tandy dereinst ebenfalls überwiegend in einem Auto spielend gewesen sind, jedoch dürften die im Film angedeutet rassistischen Verhaltensweisen, in den Staaten doch noch um einiges drastischer gewesen sein, als es gezeigt wird.

Tony, den Mortensen ein wenig fülliger und ruppiger darstellt, als man es sonst von seinen Rollen vielleicht äußerlich von ihm gewohnt ist, ist selbst ein subtiler Rassist, der aber aufgrund des Jobs und vor allem des Charakters und des Könnens, des schwarzen Pianisten wegens eine Selbstfindung erlebt, die im Film mit ihrer Reise beschrieben wird.

Mahershala Ali indessen verleiht seiner Figur, nicht nur würdige Ausstrahlung eines einflußreichen Mannes sondern auch Würde in dessen Charakter und Wesen, weshalb man ihm jede Minute seiner Darstellung glaubt und er meiner Meinung nach verdient mit dem Oscar dafür ausgezeichnet worden ist.

Über die gespielte Leichtigkeit, des wohlhabenden schwarzen Akademikers, hinweg zu sehen und die subtile Diskriminierung zu erkennen, ist durch diesen beschwingten Roadtrip nur vereinzelt möglich.

An Stellen in denen die Bedeutung des Green Book tatsächlich angesprochen wird, dessen alleinige Existenz schon einem nationalsozialistischen Gebaren gleichkommen könnte wie es auch dieses Land in seiner Abscheulichkeit kennt, oder in den italienischen Dialogen zwischen Tony und seinen Leuten, aber auch in einigen Unterhaltungen der anderen Gutbürger dieses Films.

Deutlicher wird es dann schon, wenn man sich die Hotelsituationen und Möglichkeiten des Restaurantbesuchs zu der Zeit vor Augen hält, die am deutlichsten am Ende des Films angesprochen werden.

Was ich trotz des liebevoll inszenierten Films anfangs toll fand, aufgrund der bestehenden Aussagen der Recherche für dieses Review dann doch sehr schade finde, ist die augenscheinliche Ebenbürtigkeit beider Figuren, die man beim Ansehen des Films sieht und spürt, jedoch wenn man nur ein wenig tiefer in den realen Hintergründen gräbt, sich doch wieder zugunsten der weißen Person auswirkt.

Tony ist es nämlich scheinbar, von dem der Doc, wie er Dr. Shirley im Film liebevoll nennt, mehr zu lernen scheint, als umgekehrt, denn Tony hat das Herz am rechten Fleck und drückt indirekt, teilweise auch direkt damit aus, mehr über die „schwarze Kultur“ zu wissen als Shirley selbst, der wiederum durch Bücher und sein akademisches Wissen vermeintlich in einer Traumwelt zu leben scheint, die er sich durch seinen Wohlstand erschaffen hat.

Dr. Shirley hingegen hat sich gerade in der Zeit der Bürgerrechtsbewegung, für den Weg des Musikalischen entschieden zu haben, da er denkt, die Leute durch seine Gabe der Musik berühren und so zum Umdenken bewegen zu können, weswegen er gerade in die geistig verbohrteren Bundesstaaten reist.

Man kann sich denken, daß gerade in ländlicheren Gegenden dieser gewaltfreie Mut, nicht unbedingt oft auf Toleranz und Verständnis getroffen ist, wobei auch hier versucht wird eine Balance zwischen beiden Figur zu schaffen, in der man sich gegenseitig aus Schwierigkeiten heraus hilft.

Es wäre schön, wenn die beiden so unterschiedlichen Charaktere aufgrund ihres gemeinsamen Abenteuers, wirklich wie zwei gleichberechtigte Menschen einander zugetan gewesen wären und sich eine Jahre lang andauernde Freundschaft bis zu ihrem Tod entwickelt und bekräftigt hätte, jedoch lassen Äußerungen des einzigen Bruders von Don Shirley zum Beispiel aus einem Brief an Black Enterprises anderes vermuten.

Sollte diese Version und nicht die von Tony Vallelolonga, der auch den fiktiven Mafiaboss in der Serie die Sopranos spielte stimmen, wäre dies im Nachhinein ein fader Beigeschmack, den der Film hinterlassen würde.

Andererseits meint Lip´Sohn Nick selbst, daß viele Informationen, der Shirley Familie, besonders dem Bruder gefehlt haben, und er, also Nick Vallelolonga, vor Dr. Shirley´s Tod mit ihm die Geschichte besprochen und er diese abgesegnet habe.

Ich für meinen Teil, finde es wichtig, zumindest beide Möglichkeiten der Wahrheit, da es immer zwei Seiten einer Geschichte gibt, zu erwähnen und bleibe als Fan beider Hauptdarsteller, lieber bei der von dem Film präsentierten Version, die einen emotionalen Einblick zweier Männer gibt, die zwar unterschiedlich aufwuchsen, aber durch ihre Erlebnisse zu wahren Freunden werden.

Egal welche Version man für die Wahrheit halten will, kann man die schauspielerische Leistung von Mortensen und Ali nicht abstreiten, die man in jeder Minute des Films durch ihre Emotionen ob der gebotenen Situation als Belohnung bekommt und man zumindest als Zuschauer so zu spüren glaubt, daß sich die beiden Schauspieler wirklich in einer freundschaftlich zugetanen Rolle, mit gegenseitig gebührendem Respekt befanden und sie selbst wiederum am Dreh Spaß zu haben schienen.

Somit steht der Film jedoch selbst, gerade in heutiger Zeit, in der immer noch Rassendiskussionen in dem so voller unbegrenzter Möglichkeit scheinendem Land ein Thema sind, die selbst von dessen Präsidenten noch forciert werden, symbolisch für das Gute im Menschen und der Tatsache, daß Menschen einander egal mit welcher Hautfarbe sie geboren werden in ihrem Herzen einander zugetan sein können wenn sie aufrichtig Gut von Böse zu unterscheiden im Stande sind, gerade weil es ihnen nicht irgendwelche Regeln oder Bücher sagen, sondern weil sie nach ihrem menschlichen Gewissen handeln.

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Kommentare

18.08.2019 17:09 Uhr - leichenwurm
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Hi Ghost. Bisher kam der Titel ja beim allgemeinen Kritikerkanon gut bis sehr gut an. Das macht deinen sehr differenzierten Text umso interessanter. Ich selbst hab den Film noch gar nicht gesehen. Mal sehen... bei Gelegenheit werd ich hier mal reinschauen... schon allein wegen Viggo Mortensen... ;-)

18.08.2019 19:25 Uhr - Ghostfacelooker
User-Level von Ghostfacelooker 17
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18.08.2019 17:09 Uhr schrieb leichenwurmHi Ghost. Bisher kam der Titel ja beim allgemeinen Kritikerkanon gut bis sehr gut an. Das macht deinen sehr differenzierten Text umso interessanter. Ich selbst hab den Film noch gar nicht gesehen. Mal sehen... bei Gelegenheit werd ich hier mal reinschauen... schon allein wegen Viggo Mortensen... ;-)


Hi LW,
ohne überheblich klingen zu wollen, finde ich den Film sehr sehenswert, aber die Info aus dem Review oder besser gesagt durch daß ich eben gerade auf diese Info gekommen bin, macht ihn gerade durch seine Zwiespältigkeit, der beteiligten Personen und Nachkommen noch interessanter, denn so kann man, wenn man es weiß vor dem Film mit einer anderen Sichtweise herangehen, oder eben den Nachgeschmack "auskosten"

19.08.2019 13:53 Uhr - Draven273
Ein wie ich finde sehr toller Film und mal wieder etwas fürs Herz. Wie Du schon in deinem Review berichtest, sah es angeblich in der Wirklichkeit wohl doch etwas anders aus. Aber das hört man ja quasi bei all diesen Geschichten. Sei es drum. Auch mir gefällt die gezeigte Story besser, als alles wie es vielleicht war. Eine schöne Botschaft die vermittelt wird und zwei tolle passende Darsteller, die es schaffen einen zu fesseln. Reicht mir in diesem Fall :)

19.08.2019 14:38 Uhr - Ghostfacelooker
User-Level von Ghostfacelooker 17
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19.08.2019 13:53 Uhr schrieb Draven273Ein wie ich finde sehr toller Film und mal wieder etwas fürs Herz. Wie Du schon in deinem Review berichtest, sah es angeblich in der Wirklichkeit wohl doch etwas anders aus. Aber das hört man ja quasi bei all diesen Geschichten. Sei es drum. Auch mir gefällt die gezeigte Story besser, als alles wie es vielleicht war. Eine schöne Botschaft die vermittelt wird und zwei tolle passende Darsteller, die es schaffen einen zu fesseln. Reicht mir in diesem Fall :)


Denke auch das man gerade in der heutigen Zeit eventuell ein Zeichen mit diesem Film setzen wollte, daß jeder sich ändern und besinnen kann

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