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Final Destination 3

Herstellungsland:USA (2006)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Splatter, Thriller
Alternativtitel:Cheating Death: Final Destination 3
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,29 (117 Stimmen) Details
inhalt:
Wendy feiert ihren Highschool-Abschluss mit Freunden im Freizeitpark. Kurz bevor eine Achterbahn-Fahrt beginnen soll, hat sie die Vorahnung eines schrecklichen Unfalls. Während sie und einige Freunde aussteigen, wird der Unfall Realität – alle Fahrgäste finden den Tod. Doch das ist erst der Anfang: Ihr und ihren Freunden war der Tod vorbestimmt. Wendy entdeckt nach der Tragödie, dass Fotos aus dem Freizeitpark Hinweise enthalten, auf welche Art der Tod die Überlebenden heimsuchen wird. Während sie versucht die Hinweise zu deuten, stirbt einer nach dem anderen auf grausame Weise, bis auch ihre Zeit gekommen scheint.
eine kritik von mucki1979:

Nachdem die Reihe drei Jahre nach Erscheinen des Erstlings fortgeführt wurde, so stand auch in selbigem Zeitraum der dritte Teil des Franchise in den Startlöchern. Und da David R. Ellis die Grundidee von James Wong spektakulär fortsetzte und den Fokus weg von der eigentlichen Handlung, hin zu ausgetüftelten Todesszenen legte, konnte man den Fan der noch relativ jungen Reihe natürlich nicht lediglich mit plumpen "Zermatschen (post-) pubertärer Teenagertorsi" bei der Stange halten. Also hielt man es wohl für die einzig gute Idee, den Urvater der Reihe James Wong sowohl als Autor, als auch als Regisseur und Produzent zu verpflichten. 

 

Dies mag auf den ersten Blick auch keine allzu schlechte Idee gewesen sein, war doch dem ersten Teil eine etwas zu schwülstige Herangehensweise an die Frage des "Wie und warum?" zu attestieren und es fehlte es dem fulminanten zweiten Teil trotz grandioser Tötungsakte etwas an Tiefgang. Mithin blieb es zu hoffen, dass Wong hier beides zu einer perfekten Melange vereint und mithin den ultimativen Final Destination Teil präsentiert. Und ja, anfänglich sieht es auch stark danach aus, dass dies klappen könnte, dürfen wir uns doch an schon sehr mystisch-einladenden Credits erfreuen, die die DNA der Reihe audiovisuell sehr atmosphärisch darstellt und mit einem gefälligen Übergang zur Handlung eine Eröffnungssequenz präsentiert, welche David R. Ellis zweitem Teil durchaus Paroli bieten kann. Wenn denn, wie üblich, das berühmte Wörtchen "wenn" nicht wäre. Denn bereits nach der Eröffnungssequenz fühlt es sich so an, als hätte Wong, insbesondere in seiner Rolle als Produzent unter starkem Leistungsdruck gestanden, um an die Erfolge des zweiten Teils anzuknüpfen.

 

Und so zeigt sich leider sehr schnell, dass Wong den angenehm-mystischen Unterton der Vorgänger gänzlich über Bord wirft und im dritten Teil der Reihe eigentlich nur eine seicht vor sich hin dümpelnde Story um die genretypischen Todeszenen "gebastelt" hat und somit letztlich das Schicksal der Reihe besiegelte. Bereits bei der Zeichnung der Charaktere muss man Wong hier leider wenig Kreativität attestieren. Wo im Erstling noch ein buntes und glaubwürdiges Potpourri unterschiedlichster Todeswegsbegleiter angenehm auffiel und in Teil 2 zumindest noch Charaketere vertreten waren, die man als Zuschauer in die Handlung einzuordnen vermochte, dürfen uns hier dramaturgisch durchweg stereotype und auch rein optische "Klone" durch die dünne Handlung führen. Selbst die eigentliche Metaebene der Reihe, die speziell im ersten Teil in den jeweiligen Dialogszenen durch die einzelnen Charaktere präsentiert wird, darf hier allenfalls in zwei bis drei One-Linern abgehandelt werden und in eben diesen Momenten weist der Film auffallende Längen auf. Und das kann eben auch Mary Elizabeth Winstead als einzig wirklich bekanntere Darstellerin nicht wieder kitten, zumal gefühlte neunzig Prozent der Dialoge mit einem einzigen weiteren Protagonisten stattfinden ("gähn!").

 

Sofern man sich damit abgefunden hat, dass Wong allenfalls noch minimalistisch die Grundidee seines Erstlings fortführt und überspitzt formuliert beinahe fast schon in Richtung eines Fun-Splatter dreht, bekommt man natürlich auch audiovisuell Einiges geboten und eine Prise fast schon dreckiger Humor spielt unterschwellig durchaus mit. Hier muss man Wong fast schon eine gewisse Respektlosigkeit gegenüber seinem minderjährigen Kanonenfutter unterstellen, gemessen an der auch grafischen Konsequenz seines jeweiligen Ablebens. Selbst wenn der klassische "Gorehound" hier definitiv auf seine Kosten kommt ist es hierbei leider aber auch so, dass der dritte Teil diesbezüglich bis auf wenige Ausnahmen deutlich an der Kreativität seiner Vorgänger spart und im Gegensatz zu seinen Vorgängern deutlich mehr auf CGI setzt. Diese mögen zwar durchaus auf der Höhe der damaligen Zeit sein, können handgemachter Arbeit in diesem Metier allerdings nur bedingt das Wasser reichen, gehen sie doch oft zu Lasten der Atmosphäre. Nichtsdestotrotz kann der Film in Bild- und Tonsprache dennoch wieder etwas Land gut machen, denn handwerklich solide inszeniert ist er jedenfalls. 

 

Fazit

 

Trotz meiner obigen Kritikpunkte ist "Final Destination 3" ein dennoch sehenswerter Film, meine im ersten Absatz unterstellte Idee, die Reihe mit Wong auf ein neues Level zu "heben", ging aber nicht auf. Für mich persönlich stellt er nämlich den schwächsten Teil der Reihe dar, da Wong hier das genaue Gegenteil seines Erstlings präsentiert und gerade nicht die perfekte Melange der ersten beide Teile geworden ist.

 

Ein absolutes Minimum an Story, gepaart mit Dialogen zweier Protagonisten mit der Zähigkeit eines alten Kaugummi unter dem Kinosessel, treffen auf derbe Splattereinlagen. Das mag durchaus sehenswert sein, sein eigenes Erbe im "Final Destination - Universum" hat Wong damit aber irgendwie verkauft, was sich inhaltlich auch auf die darauf folgenden Teile auswirkt. Seine im Erstling eigens geschaffene Mystik die bereits in Teil 2 durchaus kürzer kam, ist hier allenfalls noch als dramaturgischer Torso wahrnehmbar, welcher in der ganzen Suppe sonstiger durch- und abgetrennter, blutiger Körperteile quasi ertrinkt. Und hier zeigt sich sehr deutlich, dass viel Blut allein noch keinen sehr guten Film ausmacht. Selbst ein "Braindead" wäre ohne seine Story nicht der Film, den wir bis heute verehren! Auch hat man das Gefühl, dass im letzten Drittel irgendwie die Luft rausging und Wong in einigen Szenen seinen Erstling eher schlecht kopiert, statt ihm zu huldigen.

 

Das mittlerweile verschobene Verhältnis von Handlung zu Gore-Einlagen zeigt sich aus meiner Sicht auch an der deutschen FSK-EInstufung. Teil 3 ist der erste Teil, welcher keine Jugendfreigabe mehr erhalten hat, wie auch wiederum seine Nachfolger. Und die ersten beiden Teile, speziell der zweite Teil, waren diesbezüglich keinesfalls zimperlich oder hätten vielleicht weniger Todesszenen gehabt. Sie waren im Kontext der Handlung jedoch nicht annähernd so plakativ, wie es ab dem dritten Teil der Fall war. Vorwerfen kann man Wong dies im Ergebnis aber letztlich auch nicht, denn gerade nach dem zweiten Teil hatte sich die Erwartungshaltung der Zuschauer natürlich verändert, was das kreative Teeniegekröse betrifft und die beiden weiteren Nachfolger haben dies letztlich auf die Spitze getrieben. 

 

Der Film bekommt von mir eine 6.5, diese wohlwollend aufgerundet. In diesem Sinne:

 

"To be continued!"

7/10
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Kommentare

09.09.2019 07:26 Uhr - TheMovieStar
1x
User-Level von TheMovieStar 9
Erfahrungspunkte von TheMovieStar 1.251
Schöne Kritik, Mucki, bei deiner Final Destination Review Reihe bekommt man ja richtig Lust die Filme nochmal anzuschauen.

09.09.2019 08:35 Uhr - Mucki1979
User-Level von Mucki1979 6
Erfahrungspunkte von Mucki1979 560
Vielen lieben Dank Moviestar. Ja, die Reihe macht mir noch heute sehr viel Spaß!

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