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TheRealAsh
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Eintrag: 11.09.2019

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Holiday - Sonne, Schmerz & Sinnlichkeit

(Originaltitel: Holiday)
Herstellungsland:Dänemark, Niederlande, Schweden (2018)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Drama, Krimi

Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,00 (3 Stimmen) Details
inhalt:
Die junge und betörende Sascha (Victoria Carmen Sonne) führt ein Traumleben in der Luxusvilla ihres Freundes Michael (Lai Yde), einem Drogenbaron. Die wunderschöne Blondine und Michaels anhängiger krimineller Clan füllen ihre Tage und Nächte mit Shopping, Grillpartys, ausufernden Feiern und wildem Sex. Da sie wenig Rücksicht auf irgendetwas oder irgendjemanden außerhalb ihrer Welt nehmen, leben sie in einer Blase des Überflusses, in der Michaels Regeln gelten - und wer gegen diese verstößt, wird gnadenlos bestraft. Als Sascha sich mit einem Niederländer (Thijs Römer) anfreundet, der ihr Avancen macht, widersetzt sie sich Michaels Autorität und beschwört eine Situation herauf, die nicht gut enden kann...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von therealash:

Wir befinden uns in einer Welt der Leere. Eine Welt ohne Kultur und Sinn, in der rieisige Flaschen Wodka mit billiger Zuckerkoffeinlimonade als Nonplusultra angesehen werden, nur um die vergangene Jugend festzuhalten. Nichts passiert, außer etwas Sex, Drogen, Alkohol, Essen, Fernsehen und ein bisschen Familie - oder das, was sie dafür halten. "Die Seele: Gefängnis des Körpers." So, oder so ähnlich, drückte es irgendein französischer Historiker mal aus. Diese Seelen sind völlig leer. Niemand hat hier irgendetwas in sich, außer der Leere in den Augen, die in Wirklichkeit nur die Sonne ist, die durch den hohlen Kopf scheint.

Ein Zombiefilm ist Holiday sicher nicht und doch sind es Zombies, die diesen Film bevölkern. Michael ist ein dänischer Drogendealer des Mittelstands, könnte man sagen, gerade stinkreich genug, um seiner "Freundin" fette Smaragdohrringe zu kaufen, so als wäre es ein Luftballon für ein Kind am Meeresufer. An der türkischen Riviera macht dieser Clan nun den wohlverdienten Dealerurlaub, um mal etwas zu entspannen, die Geschäfte aber doch locker weiterlaufen zu lassen.

Doch was hat ein Leben mit Geld wie Heu für einen Sinn, wenn man keine Seele hat? Richtig, keinen! Die Familie langweilt sich, bis Sascha, die "Freundin" von Michael in der Eisdiele den Holländer Thomas kennenlernt, der vielleicht tatsäclich noch ein Stückchen Seele hat. Immerhin hat er seinen langweiligen Vertriebsjob gekündigt und sich den Traum vom eigenen Boot verwirklicht. Dass Druglord Michael sowas nicht gut findet, versteht sich von selbst, und so nimmt das Grauen seinen Lauf.

Holiday ist der Debütfilm von Isabelle Eklöf, die beim international ausgezeichneten Fantasyfilm Border als Co-Autorin fungierte. Sascha wird von Victoria Carmen Sonne gespielt, Michael von Lai Yde und Thomas von Thijs Römer, über die ich nicht gerade viel herausfinden konnte, aber sie machen ihre Sache gut und sind in ihren Heimatländern wahrscheinlich bekanntere Theater- oder Fernsehschauspieler.

Vielleicht bleiben wir beim Theater hängen. Holiday sieht sich ein Stück weit wie ein zeitgenössisches Theaterstück in einem kleinen Haus, bei dem man Menschen beim Abhängen und Langweilen zusieht, bis irgendwann ein paar drastische Szenen passieren und man langsam aber sicher in einer Welt versinkt, die man so noch gar nicht kannte. Dann vergeht die Zeit wie im Flug und man denkt, dass man eigentlich noch gern mehr gesehen hätte.

Holiday ist defintiv interessantes und intelligentes Kino für Cineasten mit dem Drive zum Extrem. Gore-Liebhaber seien gleich vorgewarnt, da die deutsche FSK-18-Vergabe nicht wirklich Darm- und Innereiengekröse verspricht, sondern meines Erachtens mit einer häuslichen Vergewaltigungs- und (Porno)Hardcoreszene zusammenhängt, die tatsächlich heftig ist. Denn Menschen ohne Seele behandeln andere Menschen ja oft wie Gegenstände. Deswegen hab ich Sascha als "Freundin" von Michael auch in Anführungszeichen gesetzt.

Der Film Ich spuck' auf dein Grab von 1970 heißt im Original Day of the Woman. Holiday hätte diesen Zusatztitel im Deutschen sicherlich besser vertragen als den völlig unsinnigen und hohlen "Sonne, Schmerz und Sinnlichkeit". Aber lassen wir das.

Holiday ist eine Postromanze, bei der es kein Rape & Revenge mit dem Peiniger gibt, sondern die Rache den romantischen Prinzen selbst trifft. Und am Schluss gewinnen diejenigen, die keine Seele haben. Aber hey, "Seele", was heißt das schon?

Holiday ist intelligentes und andersartiges Arthouse with a twist, ein Film, den man genau so noch nicht so oft gesehen hat. Er handelt von Erniedrigung, Dekadenz und Depression. Am Ende bleibt eine bitterböse Gangstersatire, die mit "Sinnerman" im Soundtrack ein direktes Zitat und eine Klammer zu Inland Empire von David Lynch aufmacht, sowohl klassisch bei Jerry Williams, als auch in seiner Zerstörung von Martin Dirkov.

Stellenweise - und das ist mein persönliches Ding - musste ich sogar an die frühen Filme von Éric Rohmer (Die SammlerinClaires Knie) und ein gewisses Lied von Tocotronic denken:

"Und im Leben geht's oft her
wie in einem Film von Rohmer.
Und um das alles zu begreifen,
wird man was man furchtbar hasst, nämlich Cineast
und zum Kenner dieser fürchterlichen Streifen."

Stay clean!

8/10
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Kommentare

11.09.2019 13:44 Uhr - The Machinist
1x
User-Level von The Machinist 5
Erfahrungspunkte von The Machinist 400
Den will ich auch unbedingt sehen.

Großartige Rezension.

11.09.2019 19:25 Uhr - TheRealAsh
1x
User-Level von TheRealAsh 9
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 1.247
Danke, der wird dir bestimmt auch ganz gut gefallen.

14.09.2019 20:08 Uhr - McGuinness
1x
User-Level von McGuinness 3
Erfahrungspunkte von McGuinness 116
Fabelhafte Review, zu einem Film, der an mir jedoch komplett vorbeigegangen ist und bei welchem ich mich durchweg gelangweilt habe.
Schlechte Synchronisation und keinerlei Spannung wurden mir geboten.
Ich finde den Film inhaltlich genauso wie das fiktive Leben seiner Darsteller, bzw. der " Familie "... Absolut leer !!!

Schade, hier hätte wirklich mehr draus entstehen können.

15.09.2019 11:32 Uhr - Necron
1x
User-Level von Necron 4
Erfahrungspunkte von Necron 254
Vielen Dank für die vielversprechende Review. Ist auf meinem Radar der Streifen :)

15.09.2019 14:59 Uhr - TheRealAsh
User-Level von TheRealAsh 9
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 1.247
Dank euch:-)

@McGuinness: das mit der Langeweile am Anfang ist krass, ja, aber genau das fand ich letztlich auch so gut, gerade weil das die völlige Leere dieser Idioten perfekt darstellt und am Ende läuft dann alles so, wie es professionell gelöst wird und sie feiern sich wieder selbst. Das Ende ist schon sehr bitter, finde ich. Der film ist bei mir echt hängen geblieben, finde, dass er auch so ein bisschen was von Gaspar Noe hat. Auf dem Cover steht ja ein Vergleich zu Refn, das fand ich eigentlich eher nicht. Auf jeden Fall sperriger Film mit Luft nach oben oder unten;-)

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