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JasonXtreme
Level 13
XP 2.531
Eintrag: 12.09.2019

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Der goldene Handschuh

Herstellungsland:Deutschland (2019)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Biographie, Drama, Krimi, Thriller
Alternativtitel:The Golden Glove

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,94 (18 Stimmen) Details
inhalt:
Hamburg-St. Pauli in den Siebzigerjahren: Auf den ersten Blick ist Fritz „Fiete“ Honka ein bemitleidenswerter Verlierertyp. Seine Nächte durchzecht der Mann mit dem kaputten Gesicht in der Kiezkaschemme „Zum Goldenen Handschuh“ und stellt einsamen Frauen nach. Keiner der Stammgäste ahnt, dass der scheinbar harmlose Fiete in Wahrheit ein Monster ist. Fatih Akins Horrorfilm DER GOLDENE HANDSCHUH basiert auf dem wahren Fall und dem gleichnamigen Roman von Heinz Strunk. Er erzählt die Geschichte des Frauenmörders Fritz Honka und seiner Stammkneipe, „Zum Goldenen Handschuh“, in der deutsche Schlager zu Tränen rühren und der Suff gegen Sehnsucht und Schmerz helfen soll.
eine kritik von jasonxtreme:

Tja wo soll ich anfangen... ich kenne die Buchvorlage von Heinz Strunk nicht, habe mich diesbezüglich aber interessehalber informiert und einzelne Vergleiche gezogen. Das habe ich aus dem Grund getan, weil ich über den Fall Fritz Honka selbst durch andere Medien durchaus informiert bin, und aus Gründen der Vollständigkeit, um zu dem hier vorliegenden Film von Fatih Akin überhaupt etwas schreiben zu können. Akin, der selbst in Hamburg aufwuchs, und den Fall aus seiner Kindheit/Jugend kannte, war sehr interessiert den Stoff zu verfilmen, und nahm sich also im Grunde nicht die realen Akten zur Vorlage, sondern Strunks Buch. Das sollte ungefähr das gleiche sein, da Strunk sich ja fast manisch im Staatsarchiv in die Akten des Falles von Frauenmörder Fritz Honka einlas, und zudem über 100 Mal im Goldenen Handschuh zu Gast, um sich in die Situation reinfühlen zu können. Aber es geht hier ja nicht um das Buch...

Wir befinden uns im Jahr 1970, der entstellte und körperlich schwächliche Hilfsarbeiter Fritz Honka ergibt sich dem völligen Siff und Suff. Er verbringt seine jämmerliche Freizeit in der Kiez-Kneipe Goldener Handschuh, in dem nur gescheiterte Existenzen vor sich hinvegetieren, während ab und an auch Seeleute ihren Fick für die Nacht suchen. Dort lässt er vom Wirt ältere und verwahrloste Frauen ansprechen, denen Fritz Alkohol ausgibt, um sie danach mit sich nach Haue zu nehmen. Dort kommt es zu noch mehr Suff und Honka will Sex! Dies eskaliert weil er durch den Alkohol keinen hochkriegt, und dabei stirbt Opfer Nummer 1, welches er zersägt und teilweise entsorgt. Den Rest der Leichenteile versteckt er im Kniestock seiner Wohnung, weswegen es dort entspechend stinkt. Einige Jahre später nimmt Honka die obdachlose Gerda mit nach Hause, und die Spirale dreht sich weiter...

Nun ich will keinen Hehl daraus machen, dass "Der Goldene Handschuh" nicht spannend ist! Der Film ist ein Abriss aus Honkas Zeit der Frauenmorde, wogleich es ja "nur" 4 waren, und hier nicht permanent gemoprdet wird! Vielmehr handelt es sich hier im Grunde um eine Charakter- und Milieustudie, und das in allen noch so drastischen Zügen die jene auch nur annähernd annehmen kann! Akin geht in die Vollen, und damit meine ich nicht Splatter oder Mordszenen (letztere gibt es zwar, aber die sind eher nur asozial als grafisch explizit). Und wenn ich asozial meine, kann ich nichtmal wirklich mit Worten ausdrücken, was genau ich meine! Ich habe während dem Film etwas Süßes essen wollen, das habe ich nach kurzer Zeit weggelegt, weil es mich einfach geekelt hat dabei etwas zu essen. Der Siff, die Schmierigkeit, der abrgundtiefe Ekel, darin watet Akin hier nicht nur knietief, sondern bis zum Hals und darüber hinaus! Ob das wirklich in der Form nötig war... puh, schwierig. Einerseits weiß ich nicht wie weit Strunks Buchvorlage da geht (dem Vernehmen nach eventuell noch weiter!), und vor allem ob die Prozessakten und Ermittlungsprotokolle überhaupt SO tief in Details gehen, dass man das so heftig und detailverliebt im Film nachzubilden in der Lage ist!

Bei allem Ekel muss man aber sagen, dass der Film selbst zwar keinerlei Spanunng bietet, und die Schauwerte für mich keinesfalls jemals eine Zweitsichtung zulassen werden, aber die darstellerischen Leistungen und die Ausstattung abartig gut sind! Jonas Dassler als Honka kennt keine Tabus, und sei es ihn an seinem nicht steif werdenden Penis herumwichsend und fluchend in seiner Siffbude zu sehen, während er zwischendurch humpelnd auf den weiblichen Fettberg stürzt, den er breitbeinig vor sich im eigenen Bett liegend zu ficken versucht! Und ja, genauso muss man das hier sagen! Auch alle anderen Darsteller, vor allem die weiblichen Opfer von Honka - ich kann das nicht in Worte fassen, was die hier körperlich und darstellerisch geleistet haben! Mut zur Hässlichkeit und bar jeglicher Moral und sicherlich allem was die bisher gedreht haben! RESPEKT! Vor allem da es sich hier um mehr als gestandene Schaupsielerinnen handelt, die sich hier mit Bockwürsten und Kochlöffeln ficken lasssen, verdreschen lassen, und im Suff jegliche Scham keinerlei Rolle mehr spielt. Die Wohnung von Honka wurde fast 1:1 nachgebildet, wie auch der Rest (im Abspann Bilder der echten Szenerien), bei den Suafgelagen ist man einfach nur noch angeekelt, untermalt mit deutschem Schlager jener Zeit (oft Seemannslieder von Freddy Quinn, in Honkas Wohnung stets "es geht eine Träne auf Reisen"). Lieder die Sehnsucht wecken...

...und Sehnsucht ist auch ein Stichwort zur Charakterisierung Honkas für mich. Er ist eine echte Wurst, eine arme Sau. Der Alkohol lässt ihn aggressiv werden, und das vermag Akin superb hervorzukehren, auch wenn er hier die (setze ich mal voraus) Wahrheit aus Strunks Buch teils etwas ändert und verdreht (Honka dürfte nie komplett trocken gewesen sein usw.) - die Szenen dienen dazu zu zeigen, dass Honka im Grunde absolut nicht der typische Serienkiller war, sondern eher ein Ergebnis seines unwüdrigen Lebens, dass im Suff Dinge tat die er danach sicherlich nichtmal mehr wusste oder einordnen konnte - was er ja auch selbst im Gericht gesagt hat. Wenn einer 4 Promille hat, ist die Frage... aber ich will seine Taten hier nicht kleinreden! Es geht mit um die Darstellung der Figur im Film. Er ist herrisch und brutal, aber eben auch eine schüchterne und weiche Wurst der keinen Respekt einflösst, außer wenn er unter Alk austickt. Sein sexuelles Verlangen kommt noch obendrauf, da er dies nie erfüllen kann, dies immer abartiger wird aber er durch den Suff ja keine Möglichkeit hat es umzusetzen - Resultat die Dinge die er hier tut.

Auflockerndes Element, auch wenn es eigentlich traurig ist, sind die Szenen mit den restlichen Gästen des Goldenen Handschuhs und deren Barkeeper - die hauen Sprüche raus, das ist eine wahre Pracht - wobei solche Sachen wie "ich hab Hunger auf Fotzen, ich könnt sie fressen wie Kartoffelsalat" und andere Dinge durchaus aus Strunks Buch stammen  was etwas aus dem Rahmen fällt im Film sind die Szenen mit dem jungen Willi und seiner Bekanntschaft Petra - die waren eigentlich völlig unnötig in der Konsequenz, und stammen im Grunde aus einer Rahmenhandlung von Strunks Buch, haben also hier eigentlich nichts zu suchen - aber eher aus dem Grund weil die Geschichte von Willi und Petra hier schlicht nicht erzählt wird! Die ist im Buch anders und viel umfangreicher...

Alles in allem kann und will ich hier keine Wertung abgeben - soll jeder selbst entscheiden ob er den schauen will oder muss! Sicherlich war das für die Darsteller in allen Belangen eine Grenzerfahrung, und dahingehend hat Akin ganze Arbeit geleistet - egal wie man den Film selbst nun sehen mag, ebenso wie gesagt die Setdesigner.

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Kommentare

12.09.2019 12:15 Uhr - dicker Hund
2x
User-Level von dicker Hund 14
Erfahrungspunkte von dicker Hund 3.076
Nun, wenn Du Deine Süßis nicht mehr willst...

😉

Anschauliche Kritik; mein stabiler Magen dürfte den Film gut vertragen.

12.09.2019 17:38 Uhr - Knochentrocken
1x
User-Level von Knochentrocken 5
Erfahrungspunkte von Knochentrocken 420
Ich habe nicht einmal ein Sandwich bei „The Thing (1982)“ oder „Maniac (1980)“ essen können, da wolltest du bei diesem Film hier Süßes essen?! ^^ na Wohl bekomms!

Schöne Kritik, wobei ich nicht weiss wie ich den Film mal sehen werde.
Figuren wie Jake Gyllenhaal in Nightcrawler finde ich so ekelhaft und unsympathisch, dass ich da schon einige Probleme hatte.
Bei Maniac von 1980 hatte ich irgendwie keine Probleme. Den sah ich immer unter dem schmierigen 80er-Grindhouse Aspekt. 😁

12.09.2019 18:07 Uhr - Ghostfacelooker
3x
User-Level von Ghostfacelooker 17
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 5.769
Das sind wir Review-, meinungstechnisch, von der Wortwahl abgesehen sehr nah beieinander Hr. Extreme. Sehr erfrischend.

Oder wie würde Sonyblack745 es wohl naja formulieren wäre gewagt, aber tippen würde:
Einer den man lesen sollte, weil er seine Filme wohl gesehen und auch bestimmt das Drehbuch gelesen hat, da er nie vom Stil (Pfad) abweicht^^^^^^^^

12.09.2019 20:19 Uhr - jrtripper
1x
12.09.2019 17:38 Uhr schrieb Knochentrocken
Ich habe nicht einmal ein Sandwich bei „The Thing (1982)“ oder „Maniac (1980)“ essen können, da wolltest du bei diesem Film hier Süßes essen?! ^^ na Wohl bekomms!


das ist aber jetzt was anstellerei.
das ist "nur" ein film, dabei kann ich alles essen und bei den zweien die du anführst, bestelle ich mir noch einen nachschlag.

das review ist nett geschrieben.

13.09.2019 07:50 Uhr - NoCutsPlease
1x
DB-Helfer
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Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.050
Sehr schön, dass es mal wieder etwas aus der Feder von El Xtremo gibt.
Früher oder später werde ich mir diesen recht umstrittenen Film auch mal gönnen, als Snack dazu gibt es dann Obst und Nüsse.

13.09.2019 09:48 Uhr - Draven273
1x
Eine schöne geschriebene Review und für meinen Geschmack hast Du nochmal alles gut eingefangen. Hatte fast das Gefühl, nach dem lesen, den Film nochmals grade gesehen zu haben. Wirklich toll. Als kleine Milieu oder Charakterstudie kann man den Film sicherlich am besten noch sehen, auch wenn Akin ja schon im Vorwege sagte, dass er sich nicht an viele Details etc. zu der Person Honka aufhalten will und auch nicht getan hat. Aber das was man zu sehen bekommt reicht eigentlich auch. Was ich auch richtig toll von Dir beschrieben finde ist das Thema mit den Darstellerinnen. Ich habe so etwas in dieser Art noch nicht gesehen und finde es einerseits echt gut. Und zwar weil man immer diese typischen Blondchen etc. mit dicken Hupen usw. vorgesetzt bekommt und wir alle wissen, dass es genügend anders aussehende Menschen gibt, weitaus mehr. Daher gilt auch mein Respekt wirklich den Darstellerinnen. Eine Wahnsinnsleistung und das man das auch so zeigt, wirklich der Hammer. Insgesamt für einen deutschen Film ( ja es gibt noch viele tolle andere, dass ist auch jetzt nicht gemeint) mal wieder eine Glanzleistung, durchaus etwas anderes und auch mal wieder ein Film der die Grenzen überschreitet.

13.09.2019 10:06 Uhr - JasonXtreme
1x
DB-Helfer
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Danke, zuviel des Lobes ;) aber da sehe ich mal wieder, dass es auch gut sein kann den Film zu rezensieren, indem man einfach seine aktuellen Gedanken dazu niederschreibt, ohne sich mit zuviel außenrum-Info aufzuhalten. Auf die sonstigen Sachen rund um Darsteller und Regisseur, Musik... wie ich es sonst tue, ging ich ja nichtmal ein, fällt mir mittlerweile auf^^

Die Dame am Ende (KZ-Prostituierte) ist ja die eine aus Stromberg beispielsweise...

13.09.2019 15:30 Uhr - Stoi
2x
Ich habe den Film gesehen und danach das Buch gelesen.
Ich finde den Film besser weil das Buch noch Handlungsstränge hat und Personen beschreibt, die meiner Meinung nach unnötig waren bzw. nicht so genau hätten ausgeführt werden müssen.
Der Film ist kompakter und kommt mehr auf den Punkt.
Schön fand ich auch, dass sich der Film nicht mit Erklärungen oder einer Vorgeschichte aufhält, er steigt direkt in das erbärmliche Leben von Honka ein und begleitet ihn bis zur Verhaftung.
Die schauspielerische Leitung aller Beteiligten ist hervorragend und den Mut der Darstellerin, die die ein Hure in Honkas Wohnung gespielt hat, ist besonders zu erwähnen. Fett, versifft, halb nackt und blutig durch die Wohnung zu torkeln und nach Schnaps zu suchen, war schon eine besondere Glanzleistung. Der Rest der Darsteller war aber auch nicht ohne.
Der Film wie das Buch sind eher einer Charakterstudie und Drama, als ein Horrorfilm/buch.
Der Autor Heinz Strunk taucht am Anfang übrigens als Komparse in einer Suffszene im "Goldenen Handschuh" auf.

Ach ja, ich kann auch hei so einem Film Snacks verzehren, ich glaube ich bin da abgebrüht. ;)

Meine Bewertung wäre 8,5/10.

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