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le Samouraï
Level 2
XP 77
Eintrag: 30.09.2019

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Once Upon a Time in... Hollywood

(Originaltitel: Once Upon a Time in Hollywood)
Herstellungsland:USA (2019)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Krimi, Thriller
Alternativtitel:#9

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,40 (28 Stimmen) Details
inhalt:
Los Angeles im Jahre 1969: Seriendarsteller Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) befindet sich auf dem absteigenden Ast, denn der Ruhm seiner Hit-Serie „Bounty Law“ verblasst mehr und mehr und die Angebote des Filmproduzenten Marvin Schwarz (Al Pacino) erscheinen ihm nicht attraktiv. Zu allem Überfluss zieht im Nachbarhaus auch noch der neue Star-Regisseur Roman Polanski (Rafal Zawierucha) mit seiner Frau, der Schauspielerin Sharon Tate (Margot Robbie), ein. Gemeinsam mit seinem Stuntdouble und besten Freund Cliff Booth (Brad Pitt) versucht Dalton, in der Traumfabrik zu überleben und als Filmstar zu neuem Ruhm zu gelangen, während Hollywood kurz davor steht, von den Manson-Morden erschüttert zu werden.
eine kritik von le samouraï:

If I was in L.A.

California Dreamin'

on such a winter's day...

 

Die neunte Regiearbeit des mittlerweile hoch angesehenen Auteurs Quentin Tarantino beweist einmal mehr, dass er zur Spitzenklasse des zeitgenössischen Kinos gehört. Keiner kann ihm das Wasser reichen, wenn es darum geht, voller Hingabe Set Pieces zu erschaffen, die in ihrem nostalgisch verträumten Blick unvergleichlich anzuschauen sind. Insbesondere bei einem zutiefst intimen Handlungssujet, die amerikanische Filmfabrik 1969 in einer Zeit des Umbruchs zu schildern, ist das auffällig. Nach zwei am Italo-Western orientierten Filmen - Django Unchained (2013) und The Hateful Eight (2015) - ist das eine wohltuende Abwechslung. 

Manche mögen Once Upon a Time in Hollywood inhaltliche Leere vorwerfen, als eine „sich [in einem Spiel mit Referenzen] verlierende Erzählung“ bemängeln - Dabei darf nicht vergessen werden, dass dies eine großartige Qualität sein kann. Tarantino schafft melancholisches Sinneskino für Augen und Ohren: Bild und Ton schmelzen lustvoll ineinander, bilden ein schimmerndes Mosaik einer ganz und gar unschuldigen Ära vergangener Tage. Dass wieder einmal Fiktion parallel zur Realität existiert, verbindet ihn zu der meisterlichen Weltkriegsvariation Inglourious Basterds:

Fernsehstar Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) und sein Stuntdouble Cliff Booth (Brad Pitt) sind abgehalfterte Nobodys, schlendern durch eine leuchtende Metropole im Wandel, welchen sie nie wirklich wahrhaben wollen. Es ist die Zeit der Gegenrevolution (counterculture) von Hippies, die im Widerstand gegen den Vietnamkrieg und staatliche Autoritäten "Love & Peace" proklamieren. Genauso aber sind es junge ambitionierte Filmemacher, welche sich allmählich vom vorherrschenden Studiosystem abwenden, um ihre eigenen Visionen von Stadtleben, urbaner Gewalt und politischer Korruption originell umsetzen zu können (1967 - 1976). Ohne diese Protestbewegungen konkret ins Licht zu rücken, kreiert Tarantino seinen eigenen Mikrokosmos, der pars pro toto auch Rückschlüsse auf ein solches Gesamtbild erlaubt. Im Kern aber ist das unseriöser Geschichtsrevisionismus, der nach seinen eigenen Spielregeln läuft.

Dalton bewohnt ein Haus am Cielo Drive als Nachbar von Roman Polanski und dessen Frau Sharon Tate (Margot Robbie). Am 8./9. August 1969 sollte dort einer der grausamsten Morde in den Annalen der amerikanischen Kriminalhistorie verübt werden: Sektenführer Charles Manson schickt vier Mitglieder seiner kultisch organisierten "Family", um auf langfristige Sicht einen Rassenkrieg ("Helter Skelter" nach dem gleichnamigen Beatles-Track) loszutreten. Sieben Opfer waren zu beklagen, der Rest wurde medial in großem Aufwand zum crime of the century erklärt. Manson wurde im Lauf der Jahre zur Ikone des Bösen, die auf ewig einen Schatten auf das Hippie-Dasein werfen sollte. 

Once Upon a Time in Hollywood ist erfreulicherweise keine Nacherzählung der Ereignisse, sondern eine poetische Umdichtung -  der Titel spielt mit seiner Wendung schon auf den Märchencharakter der Erzählung an. Der Schwerpunkt liegt bei Tate, die als strahlendes Herzstück die Boulevards entlangläuft, sich im eigenen Kinofilm vergnügt, tanzt und den Drive des Films verinnerlicht zu haben scheint. Lediglich dem Duo Rick/Cliff gebührt mehr Screentime, das nebst Bruce Lee und Steve McQueen dieses genuine Universum bevölkert.

Vom anfänglichen Erzähltempo fühlt man sich erinnert an unterschätzte Tarantino-Werke - Jackie Brown (1997) und Death Proof (2007) - deren Langsamkeit einen ganz anderen Weg einschlägt. Nicht Aktion-Reaktion, vielmehr das Anhalten von Momenten, ihr entschleunigtes Ausdehnen und Auskosten. Dass am Ende wieder einmal eine Portion gesunden Größenwahns die Leinwand erschüttert, ist da ein klarer Bruch - der Tarantino'eske Pay-off alter Schule: Überzogene comichafte Gewalt à la Fulci, Rache umgedacht und schlussendlich die Katharsis der Charaktere: ein modernes Märchen ... und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie im Geiste weiter.

I torched the last one. - Torched? - Yeah. I burned her ass to a crisp.

 

9/10
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Kommentare

30.09.2019 18:40 Uhr - FordFairlane
1x
User-Level von FordFairlane 2
Erfahrungspunkte von FordFairlane 35
Kurz und knapp eine lesenswerte und gute Kritik.
Hat Spaß gemacht dein Text zu lesen. Top!

Zum Film:
"Once Upon a time in... Hollywood" ist kein typischer Tarantino-Streifen, denn der Film hält sich stellenweise schon extrem zurück und hat abgesehen von der Bruce Lee Szene und der siebenminütigen Gewaltorgie eigentlich nicht viel zu bieten. Der Film verfügt weder über eine Story, noch nutzt er die wenigen Plotdetails der Manson Family und dem Sharon Tate Vorfall. Außerdem frage ich mich was die ständige grinsende Margot Robbie in ihren 3 Minuten Szenen soll, das hätte jede andere Blondine auch spielen können.
Auch die ganzen Stars in ihren Nebenrollen wie Kurt Russell, Pacino, Bruce Dern. Ihre Rollen waren vollkommen unbedeutend und für den Film nicht wirklich relevant.
Einzig allein die flotte Inszenierung, ein kultiger Brad Pitt und ein diesmal ziemlich bodenständiger aber menschlicher Dicaprio retten den Film vor der Unterdurchschnittlichkeit.

Ich bin immer noch der Auffassung, dass Tarantino das Thema aufgrund seiner Freundschaft zu Polanski und dem Respekt gegenüber Tate sehr stiefmütterlich behandelt hat.

Der Film ist nicht wirklich langweilig, da man einen Tarantino-Streifen immer mit einer Rosarotenbrille anschaut, doch mehr als eine 6 von 10 kann ich nicht geben.

Pro:
- Top inszeniert ohne Längen
- Brad & Dicaprio
- Bruce Lee Szene
- Finale
- Soundtrack

Contra:
- Null Story
- Wenige Plotdetails werden zu stiefmütterlich behandelt
- Keine Überraschungen
- Unwichte Nebenrollen als Köder
- Keine kultigen Dialoge
- vorhersehbar

01.10.2019 14:39 Uhr - JasonXtreme
1x
DB-Helfer
User-Level von JasonXtreme 13
Erfahrungspunkte von JasonXtreme 2.531
Sehe ich wie Ford... und komme trotzdem auf ne locker-flockige 8 :D gute Rezi!

02.10.2019 13:55 Uhr - le Samouraï
User-Level von le Samouraï 2
Erfahrungspunkte von le Samouraï 77
Danke für Eure Rückmeldungen. :)

Für mich sein bester Film seit "Inglourious Basterds" - einfach Kinomagie, wie er hier mit Populärkultur hantiert. Den finalen Gewaltausbruch kann man m. E. zwiespältig beurteilen, hinsichtlich Relevanz etc. Aber hier ist es einfach so herrlich auf den Punkt, durch und durch Tarantino.

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