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The Machinist
Level 5
XP 411
Eintrag: 02.10.2019

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Parasyte

(Originaltitel: Kiseijû)
Herstellungsland:Japan (2014)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Science-Fiction

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,00 (1 Stimme) Details
inhalt:
In Shinichi Izumis Welt geht alles seinen gewohnten Gang - bis ihn eines Abends eine rätselhafte Kreatur befällt. Nachdem er sich noch dagegen wehren kann, dass ihm das Untier in die Nase kriecht, hat es sich einen Weg in seinen Arm gebahnt. Nur mit Mühe kann er verhindern, dass es in sein Gehirn vordringt. Schon am nächsten Tag spürt Shinichi, dass mit seiner Hand etwas nicht stimmt und macht eine beängstigende Feststellung: In ihr hat sich ein furchterregender Parasit namens "Migi" eingenistet. Schon bald muss Shinichi realisieren, dass er nicht das einzige Opfer ist, denn unzählige Parasiten haben sich in Menschengehirne eingenistet. Und der blutige Horrortrip hat erst begonnen …
eine kritik von the machinist:

Bereits Bruce Campbell musste sich in Evil Dead 2 mit seiner von einer fremden Macht bessessenen Hand herum schlagen. Zu ähnlichem sieht sich auch Shinichi Izumi, Protagonist der Manga-Reihe Parasyte, gezwungen. Statt das gute Stück jedoch mit einer Kettensäge abzutrennen, macht er den Gliedmaß einfach mal zu seinem besten Kumpel.

Diese Kritik schreibe ich für all jene, die sich nun fragen ob man aus einer derart durchgeknallten Prämisse einen sehenswerten Film machen kann. Spoiler: Die Antwort lautet ''Ja''.

 

Parasyte

Seltsame Sporen unbekannter Herkunft fliegen zur Erde. Die daraus schlüpfenden Parasiten, dringen in Menschen ein und ergreifen Besitz von Gehirnen und Nervenkontrollsystem. Auch dem 17-jährigen Shinichi Izumi (Shota Sometani) droht, dass ein solcher Parasit im Schlaf von ihm Besitz ergreift. Doch er bemerkt das schlangenähnliche Wesen als es versucht in seinen Arm zu kriechen und schafft es noch diesen rechtzeitig abzuschnüren. Am nächsten Morgen glaubt er zunächst, es sei nur ein Traum gewesen. Doch bald muss Shinichi feststellen, dass der Parasit ''Migi'', der auch reden und lesen kann, lediglich in seinem Arm gefangen wurde. Um zu überleben sind beide gezwungen, zu koexistieren, was durch das Auftauchen weiterer ''Artgenossen'' erschwert wird... 

 

Körperfresser im Land der aufgehenden Sonne

Die größte Inspiration für Parasyte - im Original Kiseijuu - stammt zweifellos direkt vom Science-Fiction-Klassiker Die Körperfresser kommen. Doch anstatt sich am schleichenden Horror des zugrundeliegenden Werkes zu orientieren, spickte Mangaka Hitoshi Iwaaki seine zehn Ausgaben umfassende Buchreihe mit einer Prise Humor, Coming of Age-Elementen und einer Highschool-Romanze. Das alles noch rund um einen Teenager, der mit seiner sprechenden Hand, gegen getarnte Aggressoren aus dem All kämpfen muss, und ein abgefahrenes Franchise war geboren. Eine filmische Umsetzung ließ lange auf sich warten. Das bereits 1988 veröffentlichte Manga, zog erst im Jahr 2014 eine Anime-Serie - Parasyte: The Maxim - nach sich. Diese schlug ein wie eine Bombe, also entschloss sich die japanische Filmproduktionsgesellschaft Tōhō kurzerhand eine Realfilm-Adaption hinterher zu schieben.       

 

Sprich zu der Hand

Die Wahl des Hauptdarstellers hätte Regisseur Takashi Yamazaki (Space Battleship Yamato) mit Shota Sometani kaum besser treffen können. Sometani konnte schon in Sion Sono's Himizu und Takashi Miike's Lesson of the Evil mit grandiosen schauspielerischen Leistungen brillieren und knüpft in Parasyte nahtlos an diese an. Sein Shinichi ist kein bloßes Abziehbild eines Oberschülers, sondern eine Figur mit Ecken und Kanten, dessen Beweggründe im teilweise hochemotionalen Abenteuer jederzeit nachvollziehbar bleiben. Dies ist besonders beeindruckend ob der Tatsache, dass hier immerhin gut 2000 Seiten Comic-Material in lediglich zwei abendfüllende Spielfilme gepresst wurden. Selbstverständlich geht das schon mal mit erzählerischen Kürzungen einher - wie etwa Shin'ichi's stark entschlackte Familiengeschichte - , dies sorgt aber auch dafür, dass Parasyte niemals seinen Fokus verliert, was besonders erfreulich ist, da in dessen Mittelpunkt eben nicht nur der erwähnt großartig verkörperte Shinichi, sondern auch der Parasit Migi steht.

Anfangs noch deutlich überfordert, dass sein rechter Arm nun ein eigenes Lebewesen ist, welches sich als Gesicht in der Handfläche manifestieren kann, jederzeit munter drauflos plappert und auch gerne mal Mitschülerinnen unvermittelt an die Brüste fasst, lernt Shinichi schnell mit der neuen Situation umzugehen, seine Sinneskrise rund ums Menschsein zu überwinden und sich sogar mit Migi anzufreunden. Glück für den Zuschauer, denn verallgemeinert macht es einfach nur enorm viel Spaß, die beiden durch den Film zu begleiten, der es durch viele Wortgefechte und die Darstellung des bizarren, symbiotischen Alltags schafft, genau den gut dosierten Witz der Vorlage beizubehalten.        

 

Body-Horror meets Buddy-Action

Gutes Teamwork haben Shinichi und Migi auch bitter nötig, denn feindliche Parasiten lauern hinter jeder Ecke. Die eigentlichen Beweggründe der ''Body Snatchers'' und warum diese die Erde besuchen, bleiben dabei im Dunkeln. Jedenfalls fressen sie Menschen und kämpfen auch untereinander, ein Umstand, der nicht nur polizeiliche Ermittler auf den Plan ruft, sondern auch zunehmend für Panik unter der Bevölkerung sorgt. Besagte Morde sind, entsprechend dem Ausgangsmaterial, sehr grafisch anzusehen und versprühen einen leichten Hauch des The Thing-Ekelfaktors. Gerade wenn es zu einem der zahlreichen Transformationseffekte kommt, in denen die Parasiten ihren menschlichen Wirtskörper auf groteske Art und Weise verformen, ist der Gedankengang zum John Carpenter-Klassiker nicht weit. Und bevor FX-Freaks jetzt komplett ausrasten: Das meiste davon ist am Computer entstanden, sehen lassen können sich die derben Tricks dennoch.  

Anders als ähnliche Genre-Vertreter ist Parasyte jedoch kein reiner Horrorfilm, da das Auftreten der Monster zumeist auch Shinichi und Migi auf den Plan ruft, was wiederum zu visuell kreativ umgesetzten Action-Szenen führt, in denen sich schonmal klingenbewehrte Tentakel aus Gesichtshälften schälen und Unterarme in organische Langbögen verwandelt werden. Selbst in diesen Momenten bleibt der Humor nicht auf der Strecke, fällt jedoch nie unangenehm aus dem Raster. Im Gegenteil, die eingestreuten Gags dürften selbst innerhalb des wildesten Gemetzels für Schmunzler sorgen.

Dazwischen baut man noch etwas obligatorischen Dramedy-Kram ein und lässt immer mal wieder erzählerische Gimmicks aus der Manga-Vorlage mit einfließen, denen jedoch nie die nötige Gewichtung zuteil wird. So schaut zum Beispiel Shinichi's ''Freundin'' Satomi (Ai Hashimoto), die in den Comics sehr viel ausführlicher thematisiert wird, in der filmischen Variante ab und an mal vorbei, dient allerdings eher als Mittel zum Zweck, damit gen Ende gewaltig die (digitalen) Fetzen fliegen können.  

Zum Schluss bleibt also ein gelungener Appetizer, der viel Raum offen lässt, für die großen Dinge die noch kommen mögen. Und wenn man den Post Credits Glauben schenken darf, dann werden diese von epischem Ausmaße sein.

 

''Du bist aber noch Shinichi, oder?''

 

Fatit: Ein krasser Genre-Hybrid, dem man seine inhaltlichen Kürzungen selten anmerkt, und der außerdem mit einem der unkonventionellsten Film-Duos aller Zeiten aufwartet.

7/10
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Kommentare

03.10.2019 08:47 Uhr - sonyericssohn
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Deine Unterteilungen gefallen mir ! Schöne Struktur.
Der Film selbst sagt mir gar nix. Weiß auch ned ob der in mein Beuteschema passt...
Danke aber für die Vorstellung.

03.10.2019 10:05 Uhr - dicker Hund
1x
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Super geschriebene Kritik. Dieser Exot könnte mir durchaus munden. Mochte schon Titel wie "Bascet Case" oder "Milo!", und das hier klingt wie eine Nippon-Variante im Körperfresserkosmos. Oder so.
😉

03.10.2019 11:20 Uhr - The Machinist
2x
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@sony: Weiss auch nicht, ob er was für dich ist. Versuch dir halt mal ''Venom'' in japanisch, besser und weniger jugendfrei vorzustellen.

@dicker Hund: Die Vergleiche sind garnicht mal so abwegig, wobei ''Parasyte'' auf inszenatorischer Ebene weit von ''Henenlotter-Trash'' entfernt ist.
Da ich die meisten Manga-Verfilmungen eher kacke finde, war ich von diesem dann doch sehr positiv überrascht.

Teil 2 ist übrigens noch besser. Zu dem folgt demnächst auch noch was.

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