SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Zombie Army 4 Dead War · Die Kultjagd · ab 38,99 € bei gameware Exploding Kittens NSFW Edition · Das explosionsstärkste Katzen ähm Kartenspiel · ab 16,99 € bei gameware

Beyond: Two Souls

Herstellungsland:Frankreich (2013)
Standard-Freigabe:USK 16
Alternativtitel:Beyond: Dos Almas
Beyond: Due Anime
За гранью: Две души
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,12 (17 Stimmen) Details
inhalt:
In Beyond: Two Souls durchlebt man die bewegende Geschichte von Jodie Holmes, bei welchem es sich um ein Mädchen handelt, dass übernatürliche Kräfte besitzt und in Verbindung zu einer unsichtbaren Macht steht. Man begleitet sie durch fünfzehn Jahre ihres Lebens und nimmt an ihren ergreifendsten Momenten, welche durch bestimmte Handlungen und Entscheidungen ihr Schicksal bestimmen, teil. Sehr früh von ihren Eltern getrennt, wurde sie von dem Wissenschaftler Nathan Dawkins in einem Institut für Paranormale Aktivitäten untersucht. Es dauert nicht lange, bis auch die CIA auf ihre Fähigkeiten aufmerksam wird und versucht Jodie Holmes auf dessen Seite zu bringen.
eine kritik von inferis:

Beyond: Two Souls ist ein weiteres Spiel von David Cage und Quantic Dreams, bekannt für Titel wie Heavy Rain und Fahrenheit, hat sich Cage mit seinem Studio zu dem Entwickler für interaktive Filme gemausert. Nachdem mich Heavy Rain nur teilweise überzeugen konnte, habe ich mich trotzdem an Beyond gewagt und hoffte, dass nach Heavy Rain das Konzept nochmal etwas verbessert wurde und die Story und Gameplay etwas besser umgesetzt wurden. Oh Junge, lag ich falsch!

Two Souls ist in jeder Hinsicht ein Schritt zurück. Die Geschichte weiß selten zu überzeugen, die Dialoge sind oft einfach nur schlecht. Es gibt - Cage-typisch - wieder viele Klischees und das Gameplay ist sogar noch schlechter geworden. Neben dem zu erwartenden Problem mit der der Steuerung (!), was dazu führt das man oft nicht in die gewünschte Richtung geht, da Kameraeinstellung und und Steuerung oft mal umgekehrt funktionieren ohne ersichtlichen Grund, gibt  es noch QTEs. Zum einen muss man die meisten nicht schnell erledigen, was das ganze nicht gerade aufregend gestaltet. Dann wären da noch Kampfmomente in denen man ausweichen oder zuschlagen muss, das wird einem jedoch nicht durch Tasten signalisiert, sondern man muss durch die Bewegungen erraten, wie man reagieren soll. Das klingt zunächst ganz gut, ist aber so schlecht umgesetzt, dass man oft nicht weiß wie man reagieren soll. Wenn die Faust auf dich zu kommt, musst du dich mal ducken und mal zuschlagen,  nur durch Trial und Error kann man diese Kämpfe oft schaffen, doch meist ist man so gelangweilt, dass man sich die Reihenfolge der Reaktion nicht merken will/kann. Besonders frustrierend ist, wenn man diese Kämpfe dann verliert, es nochmal versucht und feststellen muss, dass der Erfolg beim Kampf keine Konsequenzen hat. Wird man K.O. geschlagen, so kommt Aiden zur Hilfe (warum er vorher nicht eingreift ist nicht klar und sehr frustrierend im Verlauf der Handlung, aber dazu später mehr).  Die von Ellen Page verkörperte Jody ist nämlich die Protagonistin des Spiels und anstatt sich Konsequenzen für Versagen einfallen zu lassen, wie in Heavy Rain, dient Aiden als Failsafe. Das hinterlässt einen schlechten Nachgeschmack, da die Story ohnehin schon recht misslungen ist und so auch noch eine Menge an Spannung verliert. Was mich zu meinem nächsten Punkt führt.

Im Gegensatz zu Heavy Rain (und den meisten anderen Spielen) hat Beyond eine nicht chronologisch dargestellte Handlung. Etwas, dass in Filmen und Episoden von Fernsehserien funktioniert, ist hier ein absoluter Fehlschlag. Es gibt keinen Grund, weshalb dies so ist und einige Episoden fallen noch negativer aus, als sie es ohnehin schon wären. Oft fehlt der Zusammenhang, man hat selten das Gefühl, dass die Episoden aufeinander aufbauen und selbst mit allen Puzzlestücken zusammen, kommt es einem so vor als würden wichtige Zusammenhänge und Episoden fehlen. Jede Liebesbeziehung wirkt extrem gezwungen, besonders bei einem CIA Agenten, bei dem man mehr als genug Gründe hat, um ihn zu hassen. Ein anderer Typ, den Jody nur für ein paar Tage kennen lernt ist dann auch mall die große Liebe usw.. Klar das könnte man verzeihen, wenn es wenigstens gut geschrieben oder inszeniert wäre, aber das ist leider nicht der Fall. Es wäre aber auch schwer die vielen langweiligen Episoden spannend zu gestalten, besonder mit dem Gameplay. Wie soll eine Wohnung aufräumen oder duschen auch spannend gestalt werden? Und wen wir schon dabei sind, mussten wirklich so viele Szenen mit Ellen Page in Unterwäsche oder unter der Dusche sein? Ich hatte nach der Darstellung der Reporterin in Heavy Rain so meine Befürchtungen, dass Cage keine weiblichen Charaktere schreiben kann, Beyond hat dies bestätigt. Leider kann er auch ansonsten keine Charaktere schreiben. Wie den CIA Agent und die Figur, die von Willem Dafoe dargestellt wird. Viel erfährt man nicht von ihnen und sie bleiben sehr eindimensional. Vieles in der Story ergibt auch keinen Sinn. Aber ich werde jetzt erstmal die möglichst Spoilerfrei erklären, damit man nachvollziehen kann, was ich meine.

Jody wurde von klein auf von einer Geheimen Organisation (die sich mit dem Paranormalen beschäftigt) beobachtet, da sie einen imaginären Freund namens Aiden hat. Dieser ist aber gar nicht so imaginär wie gedacht. Aiden ist nämlich ein Poltergeist, der Jody ständig verfolgt und beschützt. Unter anderem gegen andere Poltergeiste und Rowdys. Im Teenageralter wird sie jedoch von der CIA rekrutiert und nach einem Auftrag der beinahe in einer Katastrophe endet, flieht sie vor der CIA. Die Handlung springt dabei immer wieder zwischen den verschiedenen Stationen von Jodys Leben hin und her. Aber nicht nur in ihrem Leben wird hin und her gesprungen, der Spieler kann auch zwischen Jody und Aiden hin und her wechseln. Dabei muss man als Aiden meistens nur irgendwas umwerfen oder jemanden kontrollieren. Manchmal kann man dann auch Leute erschießen. Ungewöhnlich brutale Szenen im Vergleich zum Rest des Spiels, aber da diese Sequenzen an Kriegsschauplätzen stattfinden, ergibt es zumindest soweit Sinn. Keinen Sinn ergibt jedoch Aiden im Spiel. Mal schützt er Jody mit seiner Aura und wehrt dutzende Feinde ab, ein anderes Mal lässt er sie mal machen, oder sie K.O schlagen usw.. Warum er bei Rowdys ausstickt, aber Psychos in Ruhe machen lässt, tja, keine Ahnung. Auch die Reaktionen auf Aidens Fähigkeiten ergeben oft keinen Sinn. Mal rasten die Leute aus, wenn nur ein Bild umfällt, ein anderes Mal bricht die Hölle los und SWAT Teams und Soldaten bleiben einfach mal reglos ohne Deckung mitten auf einem großen Parkplatz stehen. Toll. Auch die Wendungen sind absolute Klischees und vorhersehbar. Man kann sich bald denken, was mit Jodys Mutter passiert ist und auch wer Aiden ist, wird recht schnell klar. Trotzdem wird das am Ende als große Offenbarung dargestellt. Ebenfalls dumm ist, dass die Entscheidungen des Spielers tatsächlich sehr wenig Auswirkungen auf das Ende haben. Den es ist fast egal, was man während der Story macht, am Ende fallen erst die meisten Entscheidungen an, die das Ende beeinflussen. Ich könnte mich ehrlich gesagt ewig über die Story auslassen, aber dann sind wir morgen noch hier.

Ich möchte aber noch ein weiteres Gameplay Element erwähnen, das mir auf den Zeiger ging. Als Aiden muss man oft Geister abwehren, das wird aber irgendwann nervig, den als Aiden sieht man die Geister als funkensprühende Wesen. Das Problem besteht darin, dass man die Geister besiegt indem man die Sticks auf bestimmte Punkte richtete. Diese Punkte sprühen jedoch auch Funken. Gegen kleine Geister ist das noch okay, wenn auch eine fragwürdige Entscheidung, gegen ein paar der großen Geister ist dies jedoch etwas bescheuert, da der ganze Bildschirm Funken sprüht und man nichts mehr erkennt.

Fazit: Nach diesem Spiel frage ich mich ein wenig, wie sich David Cage so lange in der Spieleindustrie halten konnte. Sind seine Intentionen doch recht löblich, so konnte mich Heavy Rain schon nicht überzeugen und Beyond war fast schon eine Qual. Ich habe gehört, dass Fahrenheit gut ist, ich vermute fast schon, dass er damit genug guten Willen aufgebracht hat, um so lange weiterzumachen, andererseits muss er wohl irgendwie die Leute ansprechen, da sich die Spiele von Quantic Dreams gut verkaufen und viele Casual Spieler sie mögen. Für mich sind seine Geschichten aber nicht so ansprechend. Ich habe noch Fahrenheit und werde es wohl noch irgendwann spielen, aber danach bin ich wohl durch mit Mr. Cage. 

Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Manhunt
Inferis
Red
Inferis
die neuesten reviews
Halloween
TheMovieStar
6/10
Hellraiser:
Cabal666
7/10
Todesking,
tp_industries
10/10
Action
TheMovieStar
5/10
3
Phyliinx
5/10

Kommentare

12.06.2020 18:40 Uhr - Thrax
1x
Ich denke es ist einfach eine Geschmacksfrage und was man für Präferenzen im allgemeinen bzgl. Videospielen hat.
Du hast zumindest sehr anschaulich und nachvollziehbar dargelegt warum du wohl nie mit dieser Art Spielen was anzufangen wissen wirst, da ich dir auch garantieren kann das auch "Fahrenheit" dich nicht umhauen wird.

Es ist bis zur Hälfte echt spannend und baut meiner Meinung nach ab der zweiten Hälfte immer mehr ab und wird teilweise sogar richtig verwirrend. Aber mach dir da dein eigenes Bild.

Heavy Rain und Beyond: Two Souls hingehen haben mir echt Spaß gemacht und haben mich gefesselt. Auch andere Games dieser Art wie Until Dawn und Detroit haben mich durchaus begeistert und unterhalten.

Aber ich denke wir können uns (wie einleitend von mir schon erwähnt) definitiv darauf einigen das man diese interaktiven Spiele und deren Konzept entweder halt mag oder halt eben nicht ;)

Ich hingehen konnte nie mit Spielen wie z.B. Call Of Duty oder Sportspielen wie Fifa was anfangen, aber eine riesen Fangemeinde beweist das es eine ganze Masse an Leuten gibt die das können.
Alles halt Geschmacksfrage!

22.06.2020 20:23 Uhr - Inferis
DB-Helfer
User-Level von Inferis 13
Erfahrungspunkte von Inferis 2.959
Ja, mit dem Geschmack hast du definitiv recht, allerdings glaube ich, dass mir Beyond und Heavy Rain vielleicht einfach wegen dem Stil von David Cage nicht sonderlich gefallen haben. Ich habe noch ein paar Indie FMV Spiele und tatsächlich auch das von dir erwähnte Until Dawn, worauf ich sogar etwas gespannt bin bzw. Erwartungen daran habe, weil Larry Fessenden daran beteiligt ist und ich die meisten Produktion an denen er arbeitet echt gut finde (egal, ob in der Regie oder als Produzent).

Allerdings könntest du auch recht haben und das ganze Genre gefällt mir nicht, wäre aber blöd, da ich noch ein paar Spiele in der Richtung besitze haha.

Und sorry, dass ich erst jetzt reagiere.

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)