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Ninja Assassin

Herstellungsland:USA, Deutschland (2009)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Martial Arts, Splatter, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,67 (59 Stimmen) Details
inhalt:
Raizo ist einer der gefährlichsten Auftragskiller der Welt - seit ihn der Ozuno-Clan als Kind aus der Gosse geholt und zu einer perfekten Tötungsmaschine ausgebildet hat. Aber als die Geheimorganisation, die viele bloß für einen Mythos halten, seine Freundin brutal hinrichtet, bricht Raizo mit dem Clan...und verschwindet. Nun bereitet er seine gnadenlose Rache vor und wartet. Währenddessen stößt Europol-Agentin Mika Coretti in Berlin auf dunkle Geldgeschäfte, die eine mysteriöse Killerbande aus dem Fernen Osten mit politischen Morden in Verbindung bringt. Obwohl es ihr Vorgesetzter Ryan Maslow ausdrücklich untersagt, schnüffelt sie in streng geheimen Unterlagen herum, um die Wahrheit herauszufinden. Doch durch die Ermittlungen gerät sie plötzlich selbst ins Visier des Ozuno-Clans. Er schickt sein Killerteam, angeführt von dem brutalen Takeshi, um Mika Coretti für immer zum Schweigen zu bringen. Raizo gelingt es zwar, sie zu retten, doch er weiß: Der Clan wird nicht eher ruhen, bis sie beide ausgelöscht sind. Sie geraten mitten in Berlin in ein tödliches Katz- und Mausspiel. Jetzt kommt es für Raizo und Mika darauf an, einander zu vertrauen und zusammenzuhalten, wenn sie überleben und den Ozuno-Clan zur Strecke bringen wollen.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von kaiser soze:

Vorab:
An für sich bin ich kein sonderlicher Freund des asiatischen Kinos. Es gibt gute Filme aus Fernost bzw. anderen Ländern mit deren Darstellern, z. B. The Killer (1989) & Kiss of the Dragon (2001), aber egal ob, Jackie Chans alte Filme, nehmen wir mal Police Story (1985) als Beispiel oder Jet Lis Hero (2002), Ichi the Killer (2001) bzw. allgemein die meisten Ninja-Filme von alt, a la Die 1000 Augen der Ninja (1985), bis neu(er), etwa Ninja - Revenge Will Rise (2009) - da bin ich raus, das ist gar nicht meins!

Als anno 2008 u. a. die Wachowski-Geschwistern, die bereits sehr gute Filme, wie die Matrix-Trilogie (1999 und 2003) oder auch V wie Vendetta (2006), ermöglichten, erneut Regisseur James McTeigue (V wie Vendetta) konsultierten, um einen Ninja-Film in Deutschland zu drehen - hierfür gabs immerhin fast sechs Millionen Dollar Wirtschaftsförderung aus dem Deutschen Filmförderfonds (für sowas ist der also gemacht...) - dachte ich mir, dass man solch einem Film sicherlich mal eine Chance geben könnte.

Ninja Assassin

Die Handlung ist nun wirklich nicht allzu innovativ, aber die verschiedenen Zeit- und Handlungsebenen mit Rückblenden und Schnitten so zu verknüpfen, wie es de facto erfolgte, macht aus der eher plumpen Rachehandlung eine geschickt gestrickte Szenerie, bei der man nach und nach immer mehr erfährt und neben einigen Nebenhandlungen noch das ein oder andere eingesponnen wird. Die geschichtlichen Einlagen, wenn auch fiktional, sowie der Verlauf der Ausbildung haben mir hierbei sehr gefallen.

Die Actionszenen, die gefühlt locker den halbe Film ausmachen, sind gut und abwechslungsreich inszeniert. Man könnte sagen, dass Ninja Assassin der beste 3D-Film ist, der kein 3D-Film ist. Egal ob Hauptdarsteller Raizō (Rain) nun sein Kusarigama (eine Waffe - grob beschrieben: Stahlseil mit scharfen Messer am Ende) schwingt, diverse Kampfszenen mit Waffen, Samuraischwertern, Wurfsternen u. v. m. im Dunklen sowie beim Regen gezeigt werden oder ein Überraschungsangriff von oben erfolgt, alles sieht irgendwie 3D-mäßig aus. Das mögen manche Leute nicht, mir gefällts hingegen.

Ich will ja keine Kritik üben, aber wir haben keine Zeit mehr.

Der Gewaltgrad ist so eine Sache, die mich immer wieder zu einem amüsanten Vergleich bringt: Vergleicht man die internationalen Freigaben von Ninja Assassin, kommt man mitunter ins Staunen. In Frankreich für Kinder ab 12 Jahren geeignet (echt jetzt?!), in Chile ab 14 Jahren, u. a. in den Niederlanden ab 16, in Deutschland sowie anderen Ländern ab 18 / KJ und den Vogel schießt Singapur mit ab 21 (ungeschnitten) bzw. ab 18 (geschnitten) ab.

Ich für meinen Teil würde schon zugeben, dass man zwischen ab 16 und ab 18 schwanken kann, wobei aufgrund des häufigen Abtrennens verschiedener Körperteile durch Samuraischwerter und co. die Erwachsenenfreigabe durchaus gezückt werden kann - 137 Menschen sterben halt nicht einfach so. Allerdings, und deshalb passt die Erwähnung V wie Vendettas hierzu, sollte man durchaus beachten, dass Ninja Assassin eben kein kompromisslos, harter oder gar realistischer Actionfilm ist, sondern comichaft (Blutfontainen) überzeichnet ist, was auch durch seine Fantasieeinlagen (Wunderheilung von Wunden, Witterung aufnehmen - wie Wölfe, nicht wie Hunde! - u. s. w.) nochmals unterstrichen wird.

Wir werden ja wohl mit ein paar Typen in Strumpfhosen fertig werden.

Es wird aber auch mit lustigen Einwürfen - Szenen, wie Sprüchen - nicht gegeizt, um das Geschehen teils (erfolgreich) aufzulockern. So sind deutsche Größen (34 statt 36) sicherlich nicht der Grund, warum die Jeans nicht richtig passt, Ninjas als „Typen in Strumpfhosen“ zu betiteln oder auch Anspielungen (nachdem Raizo von Interpol festgenommen wurde), dass eben dieser aussieht, „(...) als wäre er in einer Boyband.“, wenn man bedenkt, dass der Hauptdarsteller Rain seine Karriere tatsächlich in der Boyband Fanclub begann und eigens für diesen Film Waffen- und Kampfsport erlernte, trainierte u. s. w. passen auch einfach an den jeweils gewählten Stellen und wirken nie fehl am Platz.

Die Darsteller selbst spielen gut, auch wenn der Fokus eher auf der Action liegt und Darsteller, wie Sung Kang (bekannt u. a. aus Tokyo Drift (2006)) eher Kanonenfutter sind. Rick Yune (The Fast and the Furious (2001), Stirb an einem anderen Tag (2002)) sowie Randall Duk Kim können als die Bösen mit am besten überzeugen. Nebenbei ist Ninja Assassin auch Shō Kosugi (Ninja - Die Killermaschine (1981), Die 1000 Augen der Ninja (1985), u. s. w.) bislang letzter Film - natürlich wieder als Ninja. Linh Dan Phams Rolle als der einzige weibliche Ninja macht zwar nur bedingt Sinn, ist dramaturgisch aber natürlich wichtig für den Film. Ben Miles und Naomie Harris, praktisch die einzigen Darsteller, die keine Attentäter sind, können ebenfalls überzeugen.

Fazit:
Auch wenn aus 40 Millionen Dollar Budget nur rund 61 Millionen Dollar erwirtschaftet werden konnten, ist Ninja Assassin definitiv ein gelungener Actionfilm, der unterhält, wenn auch durch seine Comic- sowie Fantasieeinlagen etwas zu überdreht für mich ist. Dafür, dass ich aber kein genereller Fan solcher Filme bin, kann sich dieser (bei mir) echt sehen lassen. Und so weiß ich jetzt auch, was ein Wendesteelbook ist!

08 von 10 Punkten

8/10
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Kommentare

01.10.2019 13:16 Uhr - TheMovieStar
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Gutes, sprachlich angenehm verfasstes Review mit einer daraus resultierenden, passenden Bewertung, sehr gut.

Ich persönlich hab den vor Jahren mal gesehen, mir hat er nicht ganz so gut gefallen, aber er war ganz ok von der Erinnerung her, 6-7 von 10. Eine aktuelle Bewertung abzugeben ist schwer, da die Erstsichtung schon ein bisschen her ist.

01.10.2019 13:48 Uhr - Kable Tillman
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Ich bin überrascht, dass du der erste hier bist, der ein Review zu dem Streifen verfasst hat. Von der Bewertung her stimme ich dir absolut zu. Für mich auch ein (unterschätzter) Actionkracher, welcher trotz ungekürzter FSK-18 blutiger ist als der hierzulande kurioserweise indizierte "Ninja - Revenge Will Rise". Der hat genauso Fantasyelemente und eine Rachestory, aber offenkundig verhilft einem die Filmförderung hierzulande auch zu einer gnädigen Freigabe. Jedenfalls ist der hier besprochene "Ninja Assassin" ein klasse Actionfilm und dein Review wie immer sehr lesenswert. Nur eine Sache gefällt mir nicht: In der Einleitung "richtiges" Fernostkino mit US-Produktionen (oder im Fall von "Kiss of the Dragon" französischen Produktionen) mit Fernostthematik zu vermischen und eigentlich sollte man auch zwischen Hongkong-, China- und Japan-Produktionen unterscheiden. Regisseure im Westen inszenieren Actionszenen ganz anders als in Fernost und erzählen ihre Story auch grundverschieden. Die genannten Filme haben bis auf "Es geht um Ninja und/oder Martial-Arts" nichts gemeinsam in meinen Augen. Ich will hier aber keine Diskussion provozieren oder ähnliches, das ist nur meine Meinung :)

01.10.2019 14:04 Uhr - Kaiser Soze
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@TheMovieStar
Danke Dir! Ja, das ist immer Geschmackssache, aber bei Gelegenheit ung ggnf. etwas Langeweile könntest Du dem Film nochmals ne Chance geben! Ich wäre auf Dein Review o. ä. gespannt!

@Kable
Erst einmal vielen Dank! Ja, ich habe den Film gestern mal wieder gesichtet und als ich sah, dass noch kein Review existiert, habe ich eins geschrieben - jetzt geht es bald mit Rambo weiter :)
Bzgl. asiatischer Filme... mh eigl mein(t)e ich es aber genau so. Klar ist die Machart ganz verschieden, alleine schon, wenn man 70er-/ 80er-Jahrefilme mit heutigen vergleicht, länderüberschneidend sowieso, aber es ist halt ein generelles Problem. Bei Jet Li habe ich ja zwei Filme genannt und John Woo ist auch eine Referenz?! Aber klar doch, die Filme sind ganz anders - aber je nach Geschmack dann halt mitunter doch gleich (gut / schlecht) ;-) Aber solche "nicht passenden" Vergleiche kommen manchmal von mir, da bist Du nicht der erste :D

01.10.2019 14:42 Uhr - JasonXtreme
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Treffend rezensiert! Ich mag den auch gerne, weil er einfach Spaß macht :D und hey... er hat Ninjas! Witzigerweise hat bei dem Streifen ein Kumpel von mir damals an den digitalen Effekten mitgearbeitet, zum Beispiel die Szenen in denen die Kette in Richtung Bildschirm/Zuschauer fliegt etc - umso gespannter war ich auf den fertigen Film :D

01.10.2019 15:57 Uhr - McGuinness
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Den finde ich wirklich klasse und deine Besprechung ist ebenfalls sehr gut umgesetzt.
Besonders der Showdown in dem geheimen Tempel in den Bergen hat es mir angetan, aber auch die Härte der Ausbildung zum Ninja, sowie die Beschaffung der Uhr von dem dicken Mann in der WC - Anlage, wussten mich hervorragend zu unterhalten.

Ben Miles fand ich etwas irritierend, da ich ihn ständig als Patrick, aus der Serie " Coupling - Wer mit Wem ? " vor Augen habe.

Bei deiner Wertung ziehe ich mit... Kein Meisterwerk, aber dennoch macht der Film verdammt viel Spaß.

01.10.2019 16:14 Uhr - Pratt
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Schönes Review, man hätte evtl. noch Sho Kosugi, den Ninja-Darsteller schlechthin erwähnen können, der nach vielen Jahren noch mal im Kino zu sehen war, aber das ist nur Makulatur. Ich fand den Film gut und stimme deine Bewertung zu 8/10.

01.10.2019 16:52 Uhr - Kaiser Soze
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@Jason
Danke! Ja, hat Dein Kumpel gut gemacht!

@Mc Guinness
Danke Dir! Ich gucke i.d.R. keine Serien, aber ja, einen Darsteller mit einer Rolle zu Verbindung und dann spielt der wen anders... ohoh^^

@Pratt
Danke Dir! Ist ergänzt, den hatte ich ganz vergessen! Den wollte ich eigl auch erwähnt haben und hatte oben beim "Vorweg" daher extra bereits Die 1000 Augen der Ninja (1985) gelistet... und dann vergesse ich den, man oh man. Danke!

01.10.2019 18:16 Uhr - Lukas
Mich hat der Film nur bedingt überzeugt. Action is zwar top, dämliche Story mit haufenweisen Fehlern und Logiklöchern und bestenfalls durchschnittliche Darsteller torpedieren das Ganze aber spürbar. Von mir 6/10.

01.10.2019 22:00 Uhr - Ghostfacelooker
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Glückwunsch zur gekonnten Defloration. Mag den Film auch sehr

02.10.2019 10:27 Uhr - Draven273
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Wirklich schade wenn ich in Deiner tollen Review lesen muss, dass der Film mal wieder kaum etwas eingespielt hat. Schade eigentlich, wirklich schade. Für mich eine nette unterhaltsame kleine Perle. Ja flach, keine Bibelverfilmung etc. und er erfindet das Rad nicht neu....drauf gepfiffen- gute Action, kurzweilig, und nett anzuschauen und durchaus einer der blutigsten in dieser Richtung die ich kenne. Vielen Dank für die schön geschriebene Review.

02.10.2019 11:16 Uhr - Kaiser Soze
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@Lukas
Das von Dir beschriebene Problem habe ich bei Ong-Bak! Ja, es ist immer Geschmackssache. Aber schön, dass wir uns zumindest bei der Action einig sind ;-)

@Ghost
Ja, war auch ganz horny^^

@Draven
Vielen Dank Dir!. Vollkommen richtig; aber leider habens (solche) 18er-Filme oftmals finanziell schwer.

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