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The Midnight Meat Train

Herstellungsland:USA (2008)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Clive Barker's Midnight Meat Train
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,82 (178 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Der Fotograf Leon Kaufman ist besessen von der Idee, das wahre Leben der Millionenstadt New York abzubilden. Bei seiner Suche nach dem perfekten Motiv stößt er auf die blutige Spur eines unaufhaltbarem Serienmörders, der nächtliche U-Bahnfahrgäste stumm und gnadenlos abschlachtet, als wären Sie Vieh. Für wen - oder was - bereitet der Killer seine hilflosen Opfer als Nahrung zu? Auf Leon strahlt der bestialische Mörder eine seltsame Faszination aus, die ihn immer tiefer in die endlosen Tunnel der New Yorker U-Bahn lockt - und schließlich in einen Abgrund, in dem etwas Teuflisches auf ihn lauert... (NSM Records)

eine kritik von ghostfacelooker:

Es ist eine Spirale, die einem vom Winzigen zum Immensen, von der Fantasie zur Realität führt. Genau das, versuche ich mit meinen Lesern. Sie an die Hand zu nehmen und ohne Unterbrechung ihrer gewohnt bekannten Realität, ihrer Oberfläche wegzuführen, ihr Verständnis von dem was real ist zu brechen, sie zu verführen und an einen Ort zu führen, der satter, dunkler und mystischer, voller Echos und Rätsel, aber auch tiefer Unschuld, Schuld und Bösem ist, in welchem sich das Herz aller Dinge verbirgt.

So spricht der homosexuelle Meister des Bluthorrors, Mr. Barker, der 1984, die Bücher des Blutes veröffentlichte, aus dem basierend auf einer Kurzgeschichte darin, dieser Film entstand, was vielleicht ohne einen anderen Meister des Horrors nie passiert wäre, denn es war kein geringerer als Stephen King selbst, der mit den Worten:

Ich sah die Zukunft des Horrors und sein Name ist Clive Barker, teilhabend den Grundstein dessen Erfolges legte.

Barker selbst überließ den Regiestuhl einem weiteren Meister des körperlichen Extremhorrors, nämlich Ryuhei Kitamura. Wer die Werke No one Lives oder vor allem Versus kennt, der dürfte wissen, daß der Japaner, der hier sein US-Debüt gab,mit metaspycholigischer Symbolkraft blutig zu Werke geht und ihm auch übernatürliche Elemente dabei nicht fremd sind.

Aber worum geht es in diesem Werk, außer um Blut in all seinen besonders durch Gewalt erzeugten hervorquellenden Eigenschaften aus verschiedenen Körperöffnungen zu sprudeln?

Der junge Fotograf Leon,. der von dem damals noch größtenteils unbekannten Bradley Cooper gespielt wird und dessen Obsession, die Seele in einem Bild seiner Stadt einfangen zu können und damit der nächste Salvador Dali der Photographie zu werden.

Diese Bedeutung seiner Obsession, spiegelt auch seine Beziehung wieder, die wie man in einigen Kritiken und auch weiterhin in den Weiten des Internets nachlesen kann, ein von Kitamura erdachter und nicht im Buch vorhandener Erzählstrang ist, für mich aber wichtig für die Figur von Leon, denn diese beiden Elemente, sind die Grundpfeiler seiner gesamten Leidenschaft. Also das, woraus er neben dem Blut innerlich besteht.

Dies düstere Grundstimmung des Films ist neben Vinnie Jones als der Mann fürs Grobe auch das überwiegende Setting, welches überwiegend in der U-Bahn, dem titelgebenden Zug oder im nächtlichen New York spielt.

Was mir persönlich ein wenig fehlt, aber wiederum typisch für Barker und seine Geschichten sind, ist, daß der Hintergrund von Jones´ Figur als Mahogany überwiegend unerklärt und der Phantasie des Betrachters überlassen bleibt.

Eine Tatsache die sich neben dessen Hintergrund der auch des Rätsels Lösung im Film ist, ebenfalls in der Kurzgeschichte etwas anders interpretiert wird, was aber den Streifen nicht schmälert, da dessen Fokus vielmehr auf seine Taten als seinem Lebenswandel basiert.

Wer hierzu mehr Information sucht, dem sei das äußerst lesenswerte Review zu diesem Film vom geschätzten Horace Pinker ans Herz gelegt. Und sagte nicht einer der Größten, das man sie an ihren Taten erkennen wird?

Und diese haben es wortwörtlich in sich. Vinnie Jones, Mitglied von Guy Ritchie und Matthew Vaughn´s Stammcast, ist allein durch seine Präsenz furchteinflößend, was für die meisten seiner Bad Guy-Rollen spricht, aber hier so scheint es hat seine Figur alle Lieblingsspielzeuge der Horror und Psychofiguren der letzten Dekaden, vom Fleicherhammer, über Fleischermesser bis hin zum Fleischerhaken zur Verfügung und diese benutzt er mit flammend brutalem Feuereifer.

Beide sowohl Photograph als auch Fleischermeister, bewegen sich dabei simultan in eine oben beschriebene Spirale blutiger Gewalt und Obsession, die visuell kaum eindringlicher dargestellt werden könnte, ohne vielleicht noch kunstvoll genannt zu werden.

Persönlich empfundene Kunst neben der die von Clive Barker im Film mit Blut gezeichnet wird, sehen wir von ihm auch in der Galerie in der Szene mit Brooke Shields, die einige selbstgemalte Werke von Barker ausstellt.

Ja, ich nenne diese Darstellung basierend auf der Handlung und dem Grund des Warums ähnlich wie im ersten Hellraiser Kunst. Nicht um der Brutalität wegen, oder weil es blutiger Gore ist, sondern weil sie nichts beschönigt und die Realität des Bösen, auch wenn sie fiktiv ist und dessen Absichten darstellt. Und wer weiß wie es in der Hölle tatsächlich abläuft?

Vielleicht ist es das, was Fans besonders an Barker im Gegensatz zu King fasziniert. Während der eine dich mental in die Hölle zieht, lebt der andere bereits darin und heißt dich herzlich willkommen.

 

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Kommentare

01.10.2019 23:57 Uhr - TheRealAsh
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Oh mann, das ist einer der Filme, die ich noch nicht gesehen habe, da ich immer Angst habe, dass er mir was bezüglich Barker zerstört, aber nach diesem schmackhaften Review und deinem Vergleich King/Barker und Kunst muss ich den jetzt endlich doch mal nachholen.

Wird wohl leider erstmal bis zur nächsten Börse warten müssen, da der ja recht schwer zu holen ist.

Danke!

02.10.2019 00:30 Uhr - Ghostfacelooker
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01.10.2019 23:57 Uhr schrieb TheRealAshOh mann, das ist einer der Filme, die ich noch nicht gesehen habe, da ich immer Angst habe, dass er mir was bezüglich Barker zerstört, aber nach diesem schmackhaften Review und deinem Vergleich King/Barker und Kunst muss ich den jetzt endlich doch mal nachholen.

Wird wohl leider erstmal bis zur nächsten Börse warten müssen, da der ja recht schwer zu holen ist.

Danke!


Danke auch

02.10.2019 04:59 Uhr - McGuinness
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Also ich kenne die jeweilige Kurzgeschichte ehrlich gesagt nicht, habe aber nie verstanden, warum sich der Fleischer diese eigenartigen Warzen von der Brust schneidet und diese dann auch noch in kleinen Einmachgläsern in einem Spiegelschrank aufbewahrt ???

Der Film ist absolute spitze, so wie deine Rezension hierzu... Besonders dein letzter Satz, der Vergleich zu King und Barker, gefällt mir außerordentlich gut !

02.10.2019 07:10 Uhr - Ghostfacelooker
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02.10.2019 04:59 Uhr schrieb McGuinnessAlso ich kenne die jeweilige Kurzgeschichte ehrlich gesagt nicht, habe aber nie verstanden, warum sich der Fleischer diese eigenartigen Warzen von der Brust schneidet und diese dann auch noch in kleinen Einmachgläsern in einem Spiegelschrank aufbewahrt ???

Der Film ist absolute spitze, so wie deine Rezension hierzu... Besonders dein letzter Satz, der Vergleich zu King und Barker, gefällt mir außerordentlich gut !


Danke.
Ich dachte beim ersten Mal ohne die Info von Barker es wäre eine Art übernatürliche Wucherung wie damals bei Freddy die Totenköpfe seiner Opfer auf der Haut und da er also der Fleischer soviele tötet herrscht Platzmangel und um neuen zu schaffen schneidet er sie ab, aber als Trophäe hebt er sie natürlich auf.

Laut Barker und das habe ich von den Extras zum Film, scheinen es Tumore respektive Metastasen zu sein, zumindest sagt Barker er leide an Tumore. Aber warum er die abschneiden sollte und aufbewahrt wüsste ich auch nicht.

Vielleicht solltest du Horac fragen der hat die Geschichte gelesen, was man seinem tollen Review hierzu entnehmen kann

02.10.2019 10:16 Uhr - Draven273
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Wieder eine tolle Review und schön zu lesen. Die Geschichte von Barker habe ich auch nicht gelesen, ich vergleiche aber auch nicht gerne die Bücher mit den entsprechenden Filmen. Für mich zählt da eben halt der filmische Eindruck (ohne dem Buch etwas Böses zu wollen). Die Bücher stehen für mich generell auf einer anderen Ebene. Für mich einer der besten Barker Filme und sehr intensiv. Die Gewalt die auch durchaus in ungewohnten Einstellungen (zumindest zur damaligen Zeit) gezeigt wurde und die Wucht mit der dies geschieht.... da tat es einem selbst schon des öfteren mal weh :) Vinnie Jones passt wie die Faust aufs Auge und auch Bradley Cooper spielt den Fotografen für mich glaubwürdig und passend. Ein Film der in größeren Abständen immer mal wieder in den Player wandert und für meinen Geschmack nichts an seiner Wirkung verloren hat.

02.10.2019 13:20 Uhr - Ghostfacelooker
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@Draven
Stimmt schon, aber wenn Geschichten auf Büchern basieren, sollte deren Eindruck auch den des Buches zum größten Teil wiedergeben, denn was wäre wenn man zum Beispiel Shakespears Hamlet mit nicht Hamlet typischem Ablauf verfilmt?
Oder Es ohne Clown? und so weiter

02.10.2019 14:11 Uhr - Kable Tillman
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02.10.2019 04:59 Uhr schrieb McGuinness
Der Film ist absolute spitze, so wie deine Rezension hierzu... Besonders dein letzter Satz, der Vergleich zu King und Barker, gefällt mir außerordentlich gut !


Schließe mich dem an. Super Review. Vor allem der letzte Satz hat es in sich.

02.10.2019 14:33 Uhr - Ghostfacelooker
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02.10.2019 14:11 Uhr schrieb Kable Tillman
02.10.2019 04:59 Uhr schrieb McGuinness
Der Film ist absolute spitze, so wie deine Rezension hierzu... Besonders dein letzter Satz, der Vergleich zu King und Barker, gefällt mir außerordentlich gut !


Schließe mich dem an. Super Review. Vor allem der letzte Satz hat es in sich.


Hört man gern danke

03.10.2019 00:04 Uhr - The Machinist
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Ich melde mich auch mal wieder.

''Midnight Meat Train'' ist eine der besseren Barker-Verfilmungen und ein richtig guter Kitamura obendrein. Gut, muss allerdings auch zugeben, dass ich noch keinen seiner Filme wirklich schlecht fand.

Top Review mal wieder.

03.10.2019 10:33 Uhr - Ghostfacelooker
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03.10.2019 00:04 Uhr schrieb The Machinist
Ich melde mich auch mal wieder.

''Midnight Meat Train'' ist eine der besseren Barker-Verfilmungen und ein richtig guter Kitamura obendrein. Gut, muss allerdings auch zugeben, dass ich noch keinen seiner Filme wirklich schlecht fand.

Top Review mal wieder.

Danke dir ebenso. Versus sollte im Ultimate Cut mal hier in Deutschland auf Bluray erscheinen

03.10.2019 11:03 Uhr - The Machinist
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Meine Rede. Würde ich mir jedenfalls sofort holen.

03.10.2019 13:39 Uhr - Punisher77
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Spitzenkritik zu einem tollen Horrorfilm, den ich mir immer wieder gern ansehe. Das Spiel der beiden Hauptdarsteller, die Atmosphäre und das Setting begeistern mich auch nach mehrfacher Sichtung immer noch. Wüsste nur zu gern, wie Hollywoodstar Bradley Cooper heute über diesen Streifen denkt, da sich sein aktuelles Schaffen von "Midnight Meat Train" unterscheidet wie der Tag von der Nacht.

03.10.2019 15:06 Uhr - Ghostfacelooker
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03.10.2019 13:39 Uhr schrieb Punisher77Spitzenkritik zu einem tollen Horrorfilm, den ich mir immer wieder gern ansehe. Das Spiel der beiden Hauptdarsteller, die Atmosphäre und das Setting begeistern mich auch nach mehrfacher Sichtung immer noch. Wüsste nur zu gern, wie Hollywoodstar Bradley Cooper heute über diesen Streifen denkt, da sich sein aktuelles Schaffen von "Midnight Meat Train" unterscheidet wie der Tag von der Nacht.


Danke dir
Ich denke das American Evil, der letzte Film ausserhalb seines derzeit besetzten Genre war und es auch bedingt des Mißerfolgs wegen sein letzter Abstecher gewesen ist.

04.10.2019 17:01 Uhr - BFG97
Moderator
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Von dem Film war ich wirklich sehr überrascht. Als mir ein Freund den mitgebracht hat, hatte ich noch nie etwas von dem gehört und habe eher mit Horror-Stangenware gerechnet und war dementsprechend ziemlich verblüfft, was für eine hervorragende kleine Perle der Film doch ist. Vinnie Jones ist natürlich absolut grandios besetzt und lässt einem schon durch seine reine Präsenz das Blut in den Adern gefrieren.
Weniger überrascht bin ich dagegen von deiner abermals tollen Besprechung ;)

04.10.2019 21:33 Uhr - Ghostfacelooker
1x
User-Level von Ghostfacelooker 19
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 7.648
04.10.2019 17:01 Uhr schrieb BFG97Von dem Film war ich wirklich sehr überrascht. Als mir ein Freund den mitgebracht hat, hatte ich noch nie etwas von dem gehört und habe eher mit Horror-Stangenware gerechnet und war dementsprechend ziemlich verblüfft, was für eine hervorragende kleine Perle der Film doch ist. Vinnie Jones ist natürlich absolut grandios besetzt und lässt einem schon durch seine reine Präsenz das Blut in den Adern gefrieren.
Weniger überrascht bin ich dagegen von deiner abermals tollen Besprechung ;)


Freut mich dich wieder zu lesen, wie immer eigentlich^^^^^^^^

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