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dicker Hund
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XP 3.430
Eintrag: 28.11.2019

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Die Fürsten der Dunkelheit

(Originaltitel: Prince of Darkness)
Herstellungsland:USA (1987)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror
Alternativtitel:John Carpenter's Die Fürsten der Dunkelheit
John Carpenter's Prince of Darkness

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,02 (78 Stimmen) Details
inhalt:
Plötzlich auftretende Veränderungen in der Umwelt und schreckliche Naturkatastrophen verheißen für all diejenigen, die die Zeichen deuten können, nichts Gutes: Die Wiederkehr Satans steht kurz bevor. In einer zerfallenen Kirche mitten in Los Angeles, gefangen in einem gläsernen Schrein, schlummert seit Jahrhunderten das Böse. Als Wissenschaftler diesem furchtbaren Geheimnis auf den Grund gehen wollen, erwacht die dämonische Kraft eines uralten Anti-Gottes. Mit Hilfe eines Priesters versuchen sie verzweifelt, dem Bösen zu trotzen. Doch alle Anstrengungen sind vergebens. Nach und nach werden alle Beteiligten zu Zombies. Satan hat seine Fesseln abgelegt und bereitet mit rasender Wut alles vor, um seinem Vater, dem Anti-Gott, einen würdigen Empfang zu bereiten...
eine kritik von dicker hund:

Nach dem Abschluss von "Big Trouble in Little China" nahm John Carpenter den dortigen Darsteller Victor Wong zu seinem Okkulthorror "Die Fürsten der Dunkelheit" mit. Hier spielt er den Professor Birack, der sich mit "subatomaren Phänomenen" beschäftigt, die die Realität in einer dickflüssigen Waldmeisterlimonade kotzenderweise auf den Kopf stellen und dadurch den Teufel heraufbeschwören. Seine gewählten Formulierungen wissen den einfältigen Plot leidlich zu kaschieren. Flankierend bringt der seit "Halloween" etablierte Donald Pleasence als "Father Loomis" durch sein bedächtiges Spiel das nötige Maß an Würde in die unter dem unfuggebeutelten Drehbuch leidende Szenerie.

"Bin ich verrückt oder machen wir uns hier alle lächerlich?"

Diese Frage stellt Walter, gespielt von dem ebenfalls aus "Big Trouble in Little China" reimportierten Dennis Dun. Dessen Rolle ist von allen Beteiligten am stärksten darauf spezialisiert, in ungeeigneten Situationen flache Witze zu reißen (Humor 4/10). Das verstärkt die Irritationen beim Konsum, der ohnehin schon durch das für Studentenrollen zu hohe Alter der Darsteller gestört wird. Der 35jährige Dun wirkt ebenso wenig jugendhaft wie seine Kommilitonen Brian (Jameson Parker, "Die weiße Bestie", 40 Jahre) und Catherine (Lisa Blount, "Cut and Run", 30 Jahre). Diese beiden führt das Schicksal ihrer anstrengenden Flirtkommunikation in die Kiste, in welcher das uninteressante Gerede danach und sonst nichts gezeigt wird (Sex 1/10).

Ganz ähnlich verhält es sich mit der Gewalt (4/10), die irgendwann von den angegöbelten Frischdämonen ausgeht. Das meiste spielt sich offscreen ab, der Rest ist auch nicht gerade spektakulär. Über weite Strecken leben die "Fürsten der Dunkelheit" fast ausschließlich von Carpenters zwei immergrünen Nottrümpfen in der Hand, die da wären der allzeit bereite Score und die Setgestaltung. Ersterer transportiert Atmosphäre in Szenen hinein, deren Odem ungefähr so dringend wiederbelebt werden muss wie die Körper der Erbrochenentrinker - und schafft das sogar. Zweitere glänzt mit den halbverfallenen Gotteshaushallen, die mit Gebetsketten, goldenen Monstranzen, Kreuzen und brennenden Kerzen vollgestopft wurden. Dass sich hieraus ein Hort des Grauens ergeben soll, sieht erfreulich folgerichtig aus.

"Das soll mal 'ne schöne Kirche gewesen sein."

Lediglich die hässlichen Röhrenbildschirme, auf denen zu oft und zu lang schmuckloser Text abgefilmt wird, vermögen da noch Wasser in den optisch geweihten Wein zu gießen. Jener lebt vom treffsicheren Horror (5/10) aus der Kombination von körperlichem Zerfall und davon angezogenen Insekten. Zugleich künden die Auftritte der offensichtlich geisteskranken Satansjünger - unter ihnen Alice Cooper als erinnerungswürdiger Blässenobelpreisanwärter - stimmungsvoll ihr Unheil an.

Nach alledem sind "Die Fürsten der Dunkelheit" eine akzeptable Mischung aus Licht und Schatten (6/10 Punkten). Carpenter empfahl sich danach mit dem Sci-Fi "Sie leben!", erreichte aber in nur wenigen Filmen noch die Qualität seiner Kracher wie dem "Ding aus einer anderen Welt", "Halloween", dem "Ende" und der "Klapperschlange". Vorliegend glänzt die unheilige Fassade zu den gewünschten Klängen des Grauens und ein paar annehmbaren Schockeffekten. Schauspielerisch wird es jenseits von Pleasance und Wong grenzwertig, während der Klamauk der Grundstimmung gewissermaßen in dasselbe Knie schießt, welches bereits im Story-Taumel umgeknickt ist. Die Indizierung ist der "Prince of Darkness" (Originaltitel) allerdings seit 2013 los, so dass die FSK 16 bei neueren Veröffentlichungen keine Schnittparade mehr abhält.  

6/10
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Kommentare

28.11.2019 10:51 Uhr - Lukas
4x
Schön geschriebene und gewitzt formulierte Kritik, musste diverse Male schmunzeln. ;-) Inhaltlich kann ich die genannten Kritikpunkte meistens schon verstehen, allerdings fielen sie bei meiner Sichtung tatsächlich nicht so ins Gewicht, so dass ich wertungstechnisch eher bei 7 - 8/10 landen würde.

28.11.2019 12:29 Uhr - Mynan
4x
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Wie immer sehr ansprechend, unterhaltsam und augenzwinkernd geschrieben, dafür ein virtuelles Leckerli von mir ;-). Wertungstechnisch liegt der bei mir jedoch deutlich höher. "Die Fürsten der Dunkelheit" ist einer meiner heimlichen Carpenter-Favoriten, was zuvorderst an der hier kreierten Atmosphäre, dem fantastischen Score und der charmant-bekloppten Grundidee liegt, die ich, ebenso wie die Charaktere, als gar nicht störend empfinde. Ich sehe den immer wieder gerne und würde mindestens 9 Punkte zücken.

28.11.2019 13:54 Uhr - JasonXtreme
3x
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Wie immer witzig und gut geschrieben - das is ja eh klar! Ich mochte den immer, habe ihn aber verdammt lange nicht gesehen, keine Ahnung ob ich das heute nicht genauso sehen würde... die Blu steht schon im Regal, muss ich beizeiten wohl mal ran, an die grüne Grütze

28.11.2019 14:49 Uhr - leichenwurm
2x
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Eieiei... Einspruch euer Ehren ;-)) ! Für mich der beste aus Carpenters Trilogie. Ja ich finde sogar, dass er die apokalyptische Atmosphäre hier sogar einen tick besser als bei "The Thing" einfängt. Für mich ist hier einfach alles in Butter, der Score, der isolierte Schauplatz, die bizarre Visualisierung der Bedrohung, die alptraumhaften Videoeinspieler, die aufs Wesentliche konzentrierten Figuren, Donald Pleasence, Alice Cooper (Blässenobelpreisanwärter... Pah !!! :-))) und obendrein auch noch den einen oder anderen Splatter-Einschub (denn sooo harmlos find ich den gar nicht). Seh den bei ner stabilen 9 mit Tendenz nach oben !

28.11.2019 14:58 Uhr - (sic)ness_666
5x
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Der war für mich auch eine Enttäuschung. Habe dazumal sogar noch 2 Punkte weniger gegeben. Die Kritik liest sich aber (wie gewohnt) super von dir. Herzlichen Dank dafür :-)

28.11.2019 17:00 Uhr - CHOLLO
3x
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Och;) wie leichenwurm zähle ich den zu Carpenter's Besten. Vor allem das Ende fand ich sehr gelungen. Aber du hast Recht dass dieser nicht an seine Kracher "Halloween"; "The Thing" aber vor allem "Assault on Precinct 13" heranreicht. Schön besprochen jedenfalls mal wieder!

28.11.2019 19:03 Uhr - dicker Hund
1x
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Einen schönen Gruß in die muntere Runde!

Wie schon bei "The Fog" scheint Carpenter zu polarisieren. Ich habe in dem Review vor der Veröffentlichung ein paar bissige Formulierungen etwas freundlicher abgeschliffen, damit sich niemand an seinem Kaffee verschluckt.

😉

28.11.2019 19:14 Uhr - leichenwurm
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28.11.2019 19:03 Uhr schrieb dicker Hund
.... damit sich niemand an seinem Kaffee verschluckt.
😉


Pah... !!! Besten Dank dafür... :-)))) !

28.11.2019 19:37 Uhr - JasonXtreme
3x
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28.11.2019 19:03 Uhr schrieb dicker Hund
Einen schönen Gruß in die muntere Runde!

Wie schon bei "The Fog" scheint Carpenter zu polarisieren. Ich habe in dem Review vor der Veröffentlichung ein paar bissige Formulierungen etwas freundlicher abgeschliffen, damit sich niemand an seinem Kaffee verschluckt.

😉


The Fog is für mich auch nicht DAS Meisterwerk, und Halloween auch "nur" gut^^ lasst sie fliegen die Steine, Jehova Jehova :D

28.11.2019 23:27 Uhr - Intofilms
1x
Ach schade, ich hätte gerne die unzensierte Rezension gelesen. Sprich dich offen aus...!
„Prince of Darkness“ sah ich immer bei einer sehr guten 8/10. Da ich heute aber nicht mehr so leicht zu haben bin und den Film wirklich schon länger nicht mehr gesehen habe, wäre eine Neusichtung sicherlich interessant. Ein Rohheitsakt ist deine Rezi jedenfalls nicht (mMn).

29.11.2019 11:00 Uhr - TheMovieStar
2x
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Ich auch intofilms, wobei die veröffentlichte Version seiner Kritik auch gut geworden ist :-) Top Arbeit Hund!

29.11.2019 12:18 Uhr - Intofilms
2x
Ich wollte einfach (ganz allgemein) ausdrücken, dass ich es jedem anrechne, der selbstständige Gedanken hat und den Mut der Aussprache. Die veröffentlichte Version ist selbstverständlich hervorragend.

29.11.2019 13:59 Uhr - Tom Cody
2x
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Sehr lesenswerte Kritik, obwohl ich selber den Film (trotz einiger Schwächen) doch höher bewerten würde.
Man muss "Die Fürsten der Dunkelheit" immer auch ein wenig im Zusammenhang mit Carpenters Filmographie sehen. Nach ein paar herben, finanziellen Flops ("The Thing", "Starman", "Big Trouble....") waren "Die Fürsten..." und "Sie leben" zwei mit eher geringem Budget ausgestattete Schritte zurück in die korrekte Richtung - Back to the Roots, halt.
Beide Filme sind sicher keine Meisterwerke, aber gelungene, kurzweilige Unterhaltung.

01.12.2019 23:18 Uhr - Cabal666
1x
User-Level von Cabal666 4
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Unterhaltsame Kritik, mit der ich vollkommen konform gehe.
Mich hat "Die Fürsten der Dunkelheit" bzw. "Prince of Darkness" auch ziemlich enttäuscht, was an der unlogischen Handlung, dem nicht funktionierenden Humor und vielen sehr eigenartigen Szenen lag (was sollte z.B. Jessie Fergusons Gesinge und sein nervtötendes Rumgestöhne vorm Spiegel?). Auch für die damalige Indizierung ist der eher geringe Gewaltgehalt geradezu lachhaft.
Mir unbegreiflich, warum gerade dieses Werk so einen hohen Kultstatus genießt. Für mich eher einer von Carpenters schwächeren Filmen, auch wenn er insgesamt immer noch sehenswert ist.
Als richtige Meisterwerke sehe ich eher Carpenters ersten und letzten Teil seiner apokalyptischen Trilogie an (also "The Thing" und "Die Mächte des Wahnsinns"), die für mich sogar ebenbürtig sind.

02.12.2019 20:21 Uhr - ???
1x
User-Level von ??? 2
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...eine schön zu lesende Rezi, allerdings muss angemerkt werden, dass dieser Film nie indiziert war! Die Uncut-Fassung war jahrelang ungeprüft, landete aber deswegen nicht gleich auf den Index. :)

02.12.2019 21:29 Uhr - dicker Hund
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02.12.2019 20:21 Uhr schrieb ???
...eine schön zu lesende Rezi, allerdings muss angemerkt werden, dass dieser Film nie indiziert war! Die Uncut-Fassung war jahrelang ungeprüft, landete aber deswegen nicht gleich auf den Index. :)


Ist hier auf der Übersichtsseite des Film anders eingetragen. Falls Du andere Informationen hast, wären die Admins darauf anzusprechen.

Ansonsten danke, und zwar allen Kommentierern!

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