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Manhunt

Herstellungsland:Großbritannien (2003)
Standard-Freigabe:ungeprüft
Alternativtitel:マンハント
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,57 (22 Stimmen) Details
inhalt:
Gerade erst wurde Cash getötet.
Jetzt versuchen sie es nochmal...

Du schreckst hoch und hörst nur deinen panischen Atem. Du bist auf der Flucht – musst dich verstecken und kämpfen um zu überleben. Nur wenn du lange genug durchhältst, kannst du vielleicht herausfinden, wer dir das angetan hat...
eine kritik von inferis:

Manhunt ist eines der berüchtigsten, kontroversesten und brutalsten Spiele aller Zeiten. Und ich war lange davon fasziniert. Ich kann mich noch an den Stern Tv Beitrag damals, der auch mein Interesse an indizierten und beschlagnahmten Medien geweckt hatte. Das Gefühl etwas zu haben, dass andere nicht haben, eventuell nicht mal kennen oder nur in einer abgeschwächten Form, ist irgendwie etwas besonderes. Und der Weg diese Sachen zu bekommen ist auch manchmal schon ein Abenteuer. Und natürlich will man ja auch nichts vorgeschrieben bekommen, immerhin sind wir in einem Freien Land und es ist einfach nur lächerlich, dass ein Spiel, Film, Comic, Buch, Musik oder sonst ein Unterhaltungsprodukt, bei dem niemand zu schaden gekommen ist, dem Interessierten vorenthalten wird. Aber ich entscheide nicht was man in den Laden (ob es ein tatsächlicher Laden ist oder eine virtuelle Theke ist, sei mal dahin gestellt) stellen darf und was nicht, also möchte ich nun ein wenig über Manhunt reden.

In Manhunt übernimmt man die Rolle von James Earl Cash. Er soll gerade hingerichtete werden und wehrt sich dagegen, hat aber keine Chance und wird an die kalte Bahre gefesselt. Doch anstatt zu sterben, findet er sich wenig später in einem heruntergekommen Teil der Stadt wieder. Kameras verfolgen seine Bewegungen und eine ominöse Stimme, fordert ihn auf ein Headset anzulegen. Die Stimme meldet sich nun wieder und fordert ihn auf, dass zu tun weshalb er eigentlich hingerichtet werden sollte. Er soll töten. Er soll morden. Aus dem Hinterhalt und mit allem was ihm als Waffe dienen könnte. Die Stimme gehört einem Regiesseur und er will einen Film drehen. Und Cash ist sein Star. Doch sein Star ist besser als er je hätte erwarten können und schon bald wird der Snuff Film zu einer Menschenjagd auf Cash. Doch der Gejagte ist selbst ein gnadenloser Jäger...

Es klingt spannend. Ein Mann der nichts zu verlieren hat bekommt eine zweite Chance, wird in eine ausweglose Lage gebracht und sieht sich mit einer Übermacht an gestörten Killern konfrontiert. Man ist praktsich immer unterlegen. Man wird mehrfach überwältigt und startet viele der Szenen, wie die Level genannt werden, ohne Waffen. Man kämpft gegen verschiedene Gangs, die jeweils Gebiete kontrollieren und sich von den Waffen und ihrem Aussehen unterscheiden. Doch das Prinzip bleibt meist gleich. Cash schleicht (hoffentlich) unbemerkt durch die Schatten sieht einen Gegner und schleicht entweder zu ihm oder lockt ihn mit Lärm an. Dann wartet man bis man sich ihm von hinten nähern kann und macht sich bereit den Feind auszuschalten, indem man die Angriffstaste drückt oder gedrückt hält um den Angriff brutaler zu machen. Dabei gibt es drei Stufen: Normal, weiß ein schneller Angriff um den Feind auszuschalten, gelb ist etwas brutaler und dauert auch ein wenig länger, rot ist am brutalsten und zeigt grausamkeit durch einen längeren Todeskampf und/oder einem brutalen Ende. Der Regiesseur kommentiert das ganze auch und nach dem Abschluss eines Levels bekommt man einen entsprechenden Score für die Brutalität und das Level an sich, mit dem man auch Bonusmaterial in der Art Gallery freischaltet.

Doch wie ist das Spiel, nun hier muss ich mich leider etwas enttäuscht zeigen. Ich hatte vermutlich einfach zu große Erwartungen, jedenfalls wurde ich nicht umgehauen. Das Gameplay ist ziemlich repetitiv, anschleichen, Finisher, gefunden werden, wegrennen und wenn man erwischt wird und noch mehrere Gegner da sind, dann ist es oft ein Game Over. Wirklich spannend ist das leider nicht und mit der Steuerung hatte ich sehr zu kämpfen. Läuft man, so ist die Kamera auf der x-Achse invertiert, bleibt man stehen und sieht sich um, dann wechselt man in die Egoperspektive, außer man lässt die Autolock Funktion an. Auch nicht ideal. Das Schießen, was gegen Ende des Spiels ziemlich inflationär wird, ist leider auch nicht sonderlich gut gelungen. Man kann zwar über die Schulter zielen und laufen (nimm das Resident Evil 4 und zwar 2 Jahre bevor du erschienen bist), allerdings ist das Autolock hier mal so mal so. Eigentlich sind nur Kopfschüsse gut, aber dafür muss man entsprechend dicht dran sein und wenn man aus Versehen ein bisschen zu hoch zielt, dann verfehlt man und bis Cash wieder locked, ist man meist tot. Schusswaffen sind hier generell ein Problem. Werde ich angegriffen, während ich eine Waffe habe, sterbe ich eigentlich immer, da Cash dann nicht mehr schießt, sondern versucht zu schlagen und der Gegner einfach viel schneller zuschlägt. Dränge ich einen Gegner in eine Ecke, stehe direkt vor ihm und schlage zu kann ich keinen Treffer landen, da der Gegner einfach weiterschießt, bis ich sterbe. Cash scheint einfach länger für seine Angriffe zu brauchen als seine Gegner aus unerfindlichen Gründen.

Die Story und die Umgebungen sind auch nicht sonderlich interessant muss ich sagen. Die Story ist rudimentär und lässt die Hauptcharaktere und vor allem Cash sehr eindimensional dastehen. Cash wirkt einfach nur wie eine Hülle. Wer ist er? Wo kommt er her? Warum ist er so geschickt im töten? Ich weiß es nicht, ich habe mehr über ihn durch seine Wiki Seite gelernt als im Spiel, vielleicht gab es dazu ja was im Handbuch, doch das habe ich nicht und das wäre mir auch zu wenig.

Die Gegner werden ein wenig besser charakterisiert und bleiben allein durch ihr Aussehen in Erinnerung. Klar einige, wie die Mexikaner Gang, sind Karikaturen, aber alle wirken bedrohlich und sind auch stets eine Gefahr. Gegen Ende wird es jedoch arg übertriben und die diversen Spezialeinheiten und Piggsy sind etwas zu viel, für eine Story, die vergleichsweise realistisch sein will. 

Es wurde auch auch versucht das Gameplay etwas abwechslungsreicher zu gestalten, leider ist dies aber nicht gelungen. So muss man einmal Kräne übernehmen um Kühlschränke aufzunehmen und den Weg freizumachen und auf Geger zu werfen (kein Witz). Und dann gibt es auch zwei Eskortmissionen. Everyones favourite.

Manhunt blieb nach Jahren der Erwartungen leider doch recht weit zurück. Teil 2 gefiel mir aufgrund der Story etwas besser, aber leider sind beide Teile nicht der ganz große Wurf, trotz dem Potenzial, welches sie bieten. Beide Teil sind nicht schlecht, aber es wäre einfach deutlich mehr drin gewesen. Auch wenn mich die Reihe nicht überzeugen konnte, würde ich gerne eine Fortsetzung sehen, allein schon deshalb, weil dann die Jugenschützer und Eltern mit zu viel Freizeit und zu wenig richtigen Problemen wieder alle durchdrehen. Naja und Spaß machen bzw. etwas anderes bieten kann Manhunt auch.  

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Kommentare

08.07.2020 06:50 Uhr - McGuinness
1x
User-Level von McGuinness 4
Erfahrungspunkte von McGuinness 239
Also ich für meinen Teil liebe dieses Spiel 🤩
Damals mit einem Kumpel und ordentlichem Biervorrat rauf - und runter gezockt... Man, dass waren noch Zeiten !!!

Deine Kritik ist toll geschrieben und beleuchtet sehr anschaulich sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte des Spiels.
Das hier die Story recht einfach gestrickt ist und nicht gerade vor Innovationen strotzt, störte mich nicht im geringsten, da der Fokus klar auf den menschenverachtenden Brutalitäten liegt und davon bekommen wir ja einiges geboten.

Habe das Spiel zwar schon etliche Jahre nicht mehr gespielt, aber denke mal, dass es bei mir immer noch zünden würde, allein schon aufgrund des Nostalgiebonus 😊👍🏻

08.07.2020 15:20 Uhr - Fratze
1x
DB-Helfer
User-Level von Fratze 8
Erfahrungspunkte von Fratze 802
Ja, das deckt sich so ungefähr genau mit meinen Eindrücken: Ein ziemlich durchschnittliches Stealth-Game, das in erster Linie vom Negativ-Hype als böses Snuff-Spiel profitiert hat. Hab's ein paar Mal angezockt, weil zu meiner alten X-Box dazu bekommen, bin aber nie sehr weit gekommen, wurde mir irgendwann immer zu eintönig.

Schön vorgestellt aber, vielen Dank ^^

08.07.2020 20:03 Uhr - Inferis
2x
DB-Helfer
User-Level von Inferis 13
Erfahrungspunkte von Inferis 2.959
Danke, danke :)

@McGuiness: Es ist ein etwas anderes Spiel, dass durchaus Spaß machen kann, bei mir haben sich einfach nur Jahre lang Erwartungen aufgebaut, welche das Spiel nicht erfüllen konnte. Aber schön, dass ich dich an ein paar schöne alte Zeiten erinnern konnte. Hast du es damals eigentlich auf dem PC oder PS gespielt? Ich glaube auf dem PC ist die Steuerung etwas angenehmer.

@ Das Problem habe ich mit vielen stealth Spielen, aber bei Manhunt kommt noch die fehlende Motivation des Spielers bzw. der Spielfigur dazu und so cool oder verstörend die Finisher sind, nach ein paar kills hat man da dann einfach alles gesehen.

Auf jeden Fall, viel dank für die netten Kommentare :)


09.07.2020 02:39 Uhr - FordFairlane
User-Level von FordFairlane 2
Erfahrungspunkte von FordFairlane 35
Schöne Kritik!
Das Spiel selber wurde ja damals extrem gepuscht aufgrund der Indizierung und der darauffolgenden Beschlagnahmung. Habe es erst 2-3 Jahre später gespielt und empfand es als ziemlich eintönig und langweilig. Hatte damals dem Hype und die guten Bewertungen nicht verstanden. Nicht gerade eine Glanzleistung seitens Rockstar.

09.07.2020 06:08 Uhr - McGuinness
User-Level von McGuinness 4
Erfahrungspunkte von McGuinness 239
Hatte es damals auf dem PC gespielt und fand die Steuerung recht angenehm 😊
Den zweiten Teil habe ich hingegen leider nie gespielt 😔 weiß auch nicht, wieso der an mir vorbeigegangen ist, gerade wo dieser doch in Sachen Gewaltdarstellungen nochmal eine ordentliche Schippe drauflegt 😁

09.07.2020 11:08 Uhr - JasonXtreme
DB-Co-Admin
User-Level von JasonXtreme 13
Erfahrungspunkte von JasonXtreme 2.538
Ich muss auch sagen, auf dem PC war das Spiel gut spielbar - und ich hatte eine gute Zeit damit! Ehrlich gesagt habe ich die Killszenen nach dem ersten Sichten auch nur noch weggedrückt, so blieb für mich ein recht forderndes Stealth-Schlich-Spiel, bei dem man sich seine Routen wohl überlegen musste um heil durchzukommen. Gerade das, gepaart mit den düsteren Szenerien, war einfach cool. Zudem dann noch die kranken Typen die einem echt Angst einflößen konnten... ich würde für damals ne 8/10 zücken

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