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Joker

Herstellungsland:USA, Kanada (2019)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Comicverfilmung, Drama, Krimi,
Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,77 (60 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Regisseur Todd Phillips’ „Joker“ widmet sich dem ikonischen Erzfeind und ist eine originale, eigenständige fiktive Story, die noch nie zuvor auf der Leinwand zu sehen war. Phillips’ Studie über Arthur Fleck, unvergesslich porträtiert von Joaquin Phoenix, zeigt einen Mann, der darum kämpft, seinen Weg in Gothams zerrütteter Gesellschaft zu finden. Während man ihn tagsüber als Clown anheuern kann, strebt Arthur nachts danach, ein Stand-up-Comedian zu sein … doch am Ende scheint der Scherz immer auf seine Kosten zu gehen. Eine düstere Charakterstudie, in der Arthur – gefangen in einer Abwärtsspirale aus Gleichgültigkeit und Grausamkeit – eine Fehlentscheidung trifft, die zu einer Kettenreaktion von eskalierenden Ereignissen führt. (Warner Bros.)

eine kritik von bill is killed:

Wir schreiben das Jahr 1981 und die wirtschaftliche Lage in Gotham City ist unruhig. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander. Geschäfte müssen schließen und die Unzufriedenheit unter den Bürgern wächst. Arthur Fleck, ein junger Mann aus der sozialen Unterschicht, bestreitet seinen Lebensunterhalt in dem er als Straßen Clown Aufträge übernimmt und hier Werbung für Räumungsverkäufe macht oder Kinder im Krankenhaus aufmuntern soll. Eine schwierige Aufgabe in einer Zeit, in der wirklich niemandem zum Lachen zu Mute ist. Vom Rand der Gesellschaft aus betrachtet, ist der Blick von Arthur darauf ausgerichtet, aus seinem sozialen Stand zu entfliehen. Er möchte Karriere als stand up Comedian machen, seinem Vorbild Murray Franklin nacheifern, welcher die Late Night Show im hiesigen Lokalsender moderiert.

Doch Arthur leidet an einer neurologischen Störung, die ihn dazu bringt, völlig unkontrolliert und laut zu lachen. Ein Leiden, dass in einer Gesellschaft, der nicht zum Lachen zu Mute ist ein drastischer Kontrast ist. Dies bringt Arthur auch immer wieder in Situationen, in welchen er, den ganzen Frust seiner Mitmenschen zu spüren bekommt.

Unfähig sich selber zu helfen, ist er auf seine Medikamente und staatliche Unterstützung angewiesen. Doch der „Staat“ spart an erster Stelle ein seinen Bürgern und so werden die Hilfeleistungen für Menschen wie Arthur deutlich eingeschränkt und wichtige, unterstützende Hilfsprogramme eingestampft.

Auf sich allein gestellt, versucht Arthur einen Ausweg zu finden und Gerät in eine Abwärtsspirale voller Einsamkeit und Gewalt.

Todd Phillips beginnt sein Drama aus dem DC Universum mit dem klassischen Warner Bros Logo von Saul Bass, welches in den 70er Jahren verwendet wurde und zu Beginn der 80er Jahre ersetz wurde. Wir sehen Joaquin Phoenix wie er versucht seinen Schmerz und seine Trauer zu übermalen, indem er sich für seinen Job schminkt. Von Beginn an, erzählt der Film ausschließlich die Geschichte des Arthur Fleck und seiner Entwicklung zum Joker. Der gesamte Film hat nicht eine Szene oder einen Dialog ohne Arthur Fleck. Es ist die Welt aus seiner Sicht und soziale Ungerechtigkeiten und Probleme werden beiläufig angesprochen, ebenso, wie Arthur die Welt sieht. Er nimmt die Probleme wahr, aber ist mit sich selbst beschäftigt und hat auch keine Erklärung für die Welt. Es wird aus meiner Sicht ein schönes Bild von „Super Ratten“ gezeichnet, die die Straßen überschwemmen. Auch wenn der Film optisch und teilweise auch inhaltlich parallelen zu Taxi Driver hat, so geht es Arthur nicht darum, die Straßen von den „Super Ratten“ zu befreien. Arthur will sich befreien, er sucht einen Weg aus seiner Welt, voller Demütigung und negativer Gedanken. Ihm sind die anderen Menschen und deren Probleme völlig egal. Der Film ist tatsächlich deutlich näher an „The King of Comedyy“ angelehnt, als an Taxi Driver. Beides sensationelle Filme und trotz der Nähen gelingt es Todd Phillips hier, eine ganz eigene Geschichte zu erzählen.

Ruhig und langsam aufbauend, bis hin zur totalen Eskalation. Was mir persönlich besonders gefallen hat ist, dass es ein Film über einen „super Comic Schurken“ gibt, der so rein gar nichts mit Superheld zu tun hat. Arthur Fleck wird durch eine normale Schusswaffe zum Monster. Eine Waffe die er eigentlich gar nicht haben will, da er zunächst, überhaupt keine Ambitionen dazu hat gewalttätig zu werden. Es ist die Summe aus allem, doch besonders der Unfähigkeit Flecks, einen Ausweg aus seinem Dilemma zu finden, die Fleck zum Joker werden lässt. Dieser Verwandlung beizuwohnen ist ungewohnt schwere Kost im Mainstream Kino, was vermutlich auch einen Teil der kontroversen Diskussionen auslöst.

Setting, Kamera, Licht und Musik sind perfekt abgestimmt und Phoenix hat freie Hand und ungewohnt viel Spielraum seine Rolle zu füllen. Und er füllt sie aus und so kann man 122 Minuten grandioses handwerkliches Kino genießen. Ich bin dankbar für jeden Film, der aus der Reihe tanzt und das macht der Joker mit einem Lachen, dass einem meist im Halse stecken bleibt.


9 /10

9/10
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Kommentare

11.10.2019 14:23 Uhr - Chímaira
1x
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Nach langer Pause also wieder eine Kritik von Dir. Macht auf jeden Fall Lust auf den Film ;)

11.10.2019 14:36 Uhr - Kaiser Soze
1x
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Willkommen zurück! Die Inhaltsangabe ist vllt ein bisschen (zu) lang geraten, aber sonst ein gutes Review. Fand den Trailer ok und bin kein Comicfan, wird bei mir also de facto kein Kinobesuch anstehe, aber schön, wenn Du gut unterhalten unterhalten wurdest.

Wer hat dem Film eigl 1 Stern gegeben und warum? Oder waren das wieder einmal Vorabbewertungen?!

11.10.2019 14:39 Uhr - Chímaira
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11.10.2019 14:36 Uhr schrieb Kaiser Soze
Willkommen zurück! Die Inhaltsangabe ist vllt ein bisschen (zu) lang geraten, aber sonst ein gutes Review. Fand den Trailer ok und bin kein Comicfan, wird bei mir also de facto kein Kinobesuch anstehe, aber schön, wenn Du gut unterhalten unterhalten wurdest.

Wer hat dem Film eigl 1 Stern gegeben und warum? Oder waren das wieder einmal Vorabbewertungen?!

Nun ja, es gibt da den User Bossi, der sogar kompletten Filmreihen jeweils 1 Stern gegeben hat...

11.10.2019 14:58 Uhr - Bill is killed
1x
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Also 1 Stern wäre, aufgrund der Leistung von Phoenix schon nicht ernst zu nehmen. Und danke für die lieben Worte :) Alles in allem wirklich ein gelungener Film der wirklich sehenswert ist.

11.10.2019 15:26 Uhr - Ghostfacelooker
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Nettes Review

11.10.2019 18:12 Uhr - TheRealAsh
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Auch hier ein schöner Einstand, weiter so!

13.10.2019 21:11 Uhr - sonyericssohn
Moderator
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Ich gebe dem Kaiser recht. Die IA ist vielleicht ein wenig üppig geraten. Da könntest du evtl. nochmal Hand anlegen. Was aber nicht zwingend notwendig ist. Ansonsten ganz in Ordnung ;-)

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