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kokoloko
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XP 1.486
Eintrag: 11.10.2019

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The Theatre Bizarre

Herstellungsland:Frankreich, USA (2011)
Genre:Horror
Alternativtitel:Gallery of Blood

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,63 (8 Stimmen) Details
inhalt:
In einer der heruntergekommenen Gegenden der Stadt steht ein lange verlassenes Theater, das es der jungen Enola Penny besonders angetan hat. Sie ist fasziniert von dem Haus und betritt es, als sie bemerkt, dass die Tür offen ist. Im Inneren trifft sie auf die Puppe Peg Poett, die Penny sechs bizarre Geschichten des Grauens vorstellt: Ein durch die französischen Pyrenäen reisendes Pärchen trifft auf eine Hexe. Ein paranoider Mann ist dem Zorn seiner Liebsten ausgeliefert. Die freudianischen Träume eines untreuen Ehemanns lassen die Grenzen von Realität und Fiktion verschwimmen. Der Schrecken der realen Welt wird durch die Augen eines Kindes gezeigt. Eine Frau ist nach den Erinnerungen anderer Menschen süchtig. Und eine perverse Obsession für Süßigkeiten stürzt ein Pärchen in den Abgrund. Enola Penny hört all diese Geschichten und merkt nicht, dass sie mehr und mehr diesem Theatre Bizarre verfällt...
eine kritik von kokoloko:

The Theatre Bizarre (Rewatch)

Seit der Erstsichtung vor Jahren hatte ich den Film als sehr gute Genre-Anthologie mit Schwächen erinnert, nun war es im Rahmen des Schocktober-Programms, Nachts und mit Kollegen an der Zeit für ein Rewatch und tatsächlich war dieses deutlich lohnenswerter, als erwartet:

Die Rahmenstory kann direkt mit einem wunderbar garstigem Konzept aufwarten, das sich nach und nach entblättert, wunderbar von Udo Kier gespielt wird und zudem spektakulär gelungen beleuchtet und inszeniert ist - das leere, alte Theater mit dunklen Silhouetten im Zuschauerraum, gruseligen Puppen auf der Bühne und diffusem Licht, das sich durch den Nebel bricht, verströmt eine herrliche spookige Halloween-Atmo. 8/10

Die erste Episode, "Mother of Toads", hatte ich als mit Abstand schwächstes Kettenglied in Erinnerung mit etwa 4/10er-Bewertung und einem billigen Windows Moviemaker-Filter, aber da besagte Optik nur für eine kurze Zeit genutzt wird und der Film ansonsten einen eigentlich viel zu guten, pompös-düsteren Soundtrack hat und sehr schicke Umgebungsaufnahmen vernebelter Berge, war ich schnell recht guter Dinge. Catriona MacColl spielt die lovecraftische, alte Einsiedlerin in der französischen Berglandschaft und stolpert mit einem unentzifferbar italienisch-französisch-osteuropäischem Akzent umher, die Freundin des Hauptdarstellers spielt überzeugend ihre oberflächlich geschriebene, dumme Rolle, die sich sinnlos durch die undressierten, aber zahlreichen Kröten im Wald gruselt. Wesentlich packender ist dann schon, zumindest konzeptionell, die auf einmal mit dem Körper einer jungen Frau ausgestattete - und nackte - Catriona, die natürlich später im Bodysuit für Schrecken sorgen darf, sowie die wunderbar glitschig-eklige Effektarbeit zum Ende hin. Relativ vorhersehbar, substanzlos und oft so oder ähnlich gesehen, als Lovecraft-inspirierter Horror-Kurzfilm aber trotzdem absolut in Ordnung, nicht zu trashig/amateurhaft und nur was Framing, Kamerawinkel und Schauspiel angeht hätte man wirklich noch was reißen können, da alle interiors viel zu nah gefilmt sind. Anyway, gute 6 (+)/10 diesmal.

"I love you" ist dann ein in Berlin spielender Beitrag eines dem Namen nach italienischen Regisseurs, in dem es um die gelinde gesagt problematische, endende Beziehung eines deutschen Mannes mit seiner französischen Frau geht. Bis auf einige, kurze Erinnerungsszenen spielt der gesamte Kurzfilm im Apartment und genau so kondensiert der Schauplatz ist hier auch das die Geschichte, da es im Gespräch hier straight-forward zugeht, beide Seiten schauspielerisch alles geben und wir wirklich zu dritt schweigend und gespannt an den Monitor geklebt waren, so gut passen hier Sprache und Nationalität zu den Charakteren, so gelungen sind Script, Offenbarungen und Schauspiel und so real ist der "Horror" dieser Episode einfach. Relatable, menschlich, grausam, spannend, sehenswert - 8,5/10

Weiter geht es mit Tom Savinis Episode "Wet Dreams", die ich eigentlich ganz gut in Erinnerung hatte, doch genau diese Episode ist es, die als einziges in meinem Gunst sinken soll, denn ähnlich stumpf wie der Titel ist auch der Inhalt, der ziemlich eintönig vorangeht, optisch wenig hermachende Traumszenen einbringt und, gerade im Kontrast zu der vorherigen Episode, verdammt eindimensionale Charaktere liefert, die nicht weiter erkundet oder hinterfragt werden. Zudem ist es neben dem schwachen Schauspiel des Hauptdarstellers leider auch ziemlich unmöglich, den Film ohne Savini im Kopf zu sehen, da es narrativ teils auf der Stelle tritt und nur die Effekte locken sollen und Savini es sich zudem nicht nehmen lassen konnte, wenig überzeugend eine peinliche Karikatur eines Psychologen zu spielen, der zudem natürlich cool am Whisky schlürfen ist und gut wegkommt. Drastisch, krank, gemein und ja, teilweise schwarzhumorig-unterhaltsam, aber als Kurzfilm wirklich nicht allzu überzeugend, fühlte sich an wie einer schwächere "Masters of Horror"-Episode. 5,5/10

"The Accident" markiert den kürzesten Film und zudem meinen ursprünglich zweiten Contender für den Titel "schlechtester Kurzfilm", da das Teil meiner Erinnerung nach wenig gruselig und sehr minimalistisch war - stimmt auch, auch ist "The Theatre Bizarre" schlechter dadurch, dass der Film drin ist, doch am Film selber liegt das nicht. Denn ein paar Minuten weniger hätten "Theatre Bizarre" als Gesamtwerk vielleicht nicht schlecht getan, vorallem aber ist "The Accident" ein sehr reifes, ernstes Drama über Traumata, Leben und Tod und die naiv wirkende Philosophiereri zwischen einer Mutter und ihrer jungen Tochter. Der Unfall ist wunderbar inszeniert, die Bilder sind herrlich geframed, es gibt eine einprägsame Stelle und verdammt gute Tricks, die ich so nicht erwartet hätte. Zweifelsohne drastisch, gelungen, pointiert und effektiv, aber gleichzeitig halt fernab des goofy, überzogenen oder allzu drastischen Horrors des restlichen Films - 8,5/10

Karim Hussains "Vision Stains" bildet dann, so bin ich mir nach der zweiten Sichtung nun ganz sicher, das Herzstück des Films und auch meinen absoluten Favoriten, da wir hier mit bewusst nicht schönen, aber guten Bildern in eine dystopisch anmutende Industriekulisse geworfen werden, in der scheinbar drogenabhängige Obdachlose ihre letzten Stunden fristen, bevor unsere Protagonistin, "The Writer", sie umbringt und den in diesem Moment im Augapfel der Sterbenden gespeicherten, abgespielten Film, der Eindrücke ihres Lebens wiedergibt, per Injektion in ihr eigenes Auge bekommt, um die ungehörten Geschichten der Verstorbenen niederzuschreiben, zu verewigen. Eine wilde Prämisse, die aber professionell und effekttechnisch überzeugend erzählt wird, einmal verdaut kommt der Film dann auch schon direkt zum Punkt bzw. Höhepunkt und dieser fällt unerwartet beängstigend, intensiv und blutlos aus, da wir hier feinsten existentialistischen Horror kriegen, der unsere Existenz als sinnlosern Schmutz deklariert und nicht nur in unsere Protagonistin foltert. Ich war echt mitgenommen, Hut ab für diese unerwartet ernste, packende Folge - als Wehrmutstropfen bleibt nur zu nennen dass wir uns alle einig waren, dass die letzte Szene zu dick aufgetragen ist, zu holzhammerhaft, zu offensichtlich erklärend - ein früherer Schluss hätte hier Wunder gewirkt. Trotzdem 9/10

Den Abschluss macht dann schließlich "Sweets" und es ist schon interessant, wie hier scheinbar 6 Horrorkurzfilme gesucht/in Auftrag gegeben wurden und sich glatt die Hälfte der Regisseure für eine Geschichte über eine scheiternde/vergangene Liebe/Beziehung entschieden haben, in der die Geschlechterrollen auch gerne nochmal unterstrichen werden. Gerade am Anfang kann der Film darum recht redundant wirken oder gar langweilen, gott sei Dank geht es hier aber weit komikhafter und weniger ernst zu, als zuvor, weshalb man hier eher leicht verdaulich, schrell-bunte Rückblicke einer Beziehung haben, die voll und Ganz auf den (teils großartig bekloppten) Konsum von Süßigkeiten gesetzt hat. Das Set der vermüllten Wohnung ist super, die Rückblicke machen auch Spaß, trotzdem ist diese erste Hälfte vielleicht etwas langgezogen, zumal man als Zuschauer zappelt, nicht weiß, wohin die Reise geht. Hälfte zwei vertröstet dafür mit einer herrlichen Gesellschaftsparodie, die zwar mit dem Holzhammer daherkommt, aber trotzdem Spaß macht, sowie dem vermutlich explizitestem und fiesestem Gore des gesamten Films.  7,5/10

Was bleibt zu sagen? Ich hatte den Film gut in Erinnerung und ich unterschreibe die Aussage immer noch, nur dass die Feinjustierungen durchaus einen Unterschied machen - "Mother of Toads" ist nämlich so trashig oder schlecht nicht, dafür viel eher der stumpf-fiese Film von Savini, "Vision Stains" ist ein kleines Meisterwerk und unerwartet düster und ernst, wie eigentlich ein Großteil des Films. Ich liebe das bunte Horrorpotpourri, das hier aufgetischt wird, aber man sollte schon wissen dass das hier nicht die happy-go-lucky-Popcornspaß-Horrosammlung für den nächsten Sextaner-Halloweenabend ist, sondern teils echt beinharte Kost, bei der man schonmal schlucken kann. So oder so unebdingt für Horror(anthologien)fans! 8/10

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Kommentare

12.10.2019 23:00 Uhr - TheRealAsh
1x
User-Level von TheRealAsh 9
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 1.272
Gutes Review und den Film mag ich ähnlich gerne. Du könntest noch erwähnen, dass hier durchaus spezielle Genre-Regisseure für Fans dabei sind, wie z.B. Richard Stanley ("M.A.R.K. 13", "Dust Devil"), Buddy Giovinazzo ("Combat Shock") und andere. Außerdem ist Karim Hussain natürlich der Regisseur von "Subconscious Cruelty", das würde einige sicher interessieren. Die Episode ist tatsächlich sehr gut und die beste der Anthologie, das hast du absolut recht, allein dafür lohnt sich das. Und natürlich Udo Kier;-)

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