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dicker Hund
Level 14
XP 3.283
Eintrag: 05.12.2019

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German Angst

Herstellungsland:Deutschland (2015)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Erotik/Sex, Fantasy, Splatter,
Mystery

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,44 (25 Stimmen) Details
inhalt:
Deutschland, das ist der "Sandmann", das sind Fritz Haarmann, der "Schlächter von Hannover", Peter Kürten, der Vampir von Düsseldorf und "Totmacher" Rudolf Pleil. Das sind Goebbels und Mengele. Die Kultregisseure Jörg Buttgereit, Andreas Marschall und Michal Kosakowski haben diesem Deutschland einen "Heimatfilm" gewidmet, wie es ihn noch nie gegeben hat.
Berlin: Ein junges Mädchen und ihr Meerschweinchen hausen scheinbar verlassen in einem Plattenbau. Doch immer wieder zieht es das Mädchen in ein Schlafzimmer, aus dem gedämpfte Schmerzensschreie dringen und das sie blutbefleckt wieder verlässt...
Ein taubstummes Pärchen wird von Neonazis attackiert und holt mit Hilfe eines mystischen Talismans zum brutalen Gegenschlag aus...
Der erfolgreiche Fotograf Eden wird Mitglied eines so geheimen wie mysteriösen Sexclubs, dessen Mitglieder sich mit dem Saft der Alraune zu ungeahnten ekstatischen Höhen aufschwingen. Mit unkontrollierbaren, höllischen Nebenwirkungen, wie sich zeigt...
Ein Schreckensbild deutscher Urängste, wie es eindringlicher und furchteinflößender nicht sein könnte.
eine kritik von dicker hund:

"German Angst" ist der Titel eines deutschen Episodenfilms, der sich mit der tagline "Drei deutsche Geschichten von Liebe, Sex und Tod in Berlin" bereits griffig selbst beschreibt. Es gibt insgesamt drei Abschnitte, die jeweils für sich stehen und bloß subtil aufeinander Bezug nehmen.

The Final Girl - Jörg Buttgereit

Das von der Farbe Rosa dominierte Kinderzimmer im Seitenflügel eines Plattenbau-Mietshauses wird von einer Jugendlichen (Lola Gave) und ihren Meerschweinchen bewohnt. Die Kamera spielt ähnlich wie in "Schramm" mit den Extremen, hier Close-Ups und Spiegelungen. Beunruhigende Nachrichten tönen aus dem Radio, tranceartige Klänge dösen in bittere Erinnerungen hinein. Im Übrigen dominiert die Stimme der Hauptdarstellerin, die in der Ich-Form einen vorformulierten Text mit altersgerechten Unsicherheiten in der Betonung wie im affektgelähmten Schauspiel vorträgt. Der Zusammenhang zwischen den Tierhaltungsallegorien und den mittelbar kommunizierten Missbrauchsmotiven erschließt sich erst nach der gebotenen Reflektion. Die hierdurch erzeugte Atmosphäre einer für Schulklassen geeigneten Programmkinovorführung wird von den wenig nervenschonend inszenierten Verletzungshandlungen durchbrochen, die zwar nicht immer gory umgesetzt, jedoch durch die Thematik und die Realismusillusion um so unangenehmer im Anblick gelingen. Ein ausgezeichneter Hybrid aus Experimentalkunst, intellektuell forderndem Drama und Exploitation: 9/10.

Make a Wish - Michal Kosakowski

Harmonische Impressionen eines taubstummen Paares an einem stark graffitiverzierten lost Place der bundesdeutschen Hauptstadt definieren einen magischen Gegenstand mithilfe einer Rückblende ins III. Reich. Diese spieluhrmelodisch in vergilbten Farben erzählte Geschichte zeigt, wie eine Schutzstaffeleinheit in einem polnischen Landhaus überaus widerlich wütet. Mord und Vergewaltigung sind ziemlich explizit dargestellt, was vereinzelt nach billigem Splatter-Trash aussieht. Gleichwohl wird die Brücke zu der Konfrontation mit den nicht minder bedrohlichen Neonazis konsequent geschlagen. Deren von Bildungsferne und sadistischem Machthunger durchzogenes Schauspiel gelingt gerade durch den Kontrast des ausdrucksstarken Führers Jens (Andreas Pape) zu seiner depperten Gefolgschaft. Die nun folgende Härte steht in einem gesunden Verhältnis zu den Maßstäben des zuvor gemachten historischen Ausflugs. Das gebrochene Englisch mag die mangelnde Verstandesreife der Kameraden abbilden, wirkt in einem gerade als schwarz-rot-gold beworbenen Werk jedoch arg anbiedernd an die internationale Vermarktung. Das faschistische Grauen aus dem Ostberliner Prekariatsviertel findet trotzdem ein schön plakatives Abbild in dieser Episode: 8/10.

Alraune - Andreas Marschall

Spätestens im letzten Abschnitt wird der Untertitelreichtum mit der britischen Sprachausgabe zu einer dezenten Irritation. Doch die daraus zu befürchtende Enttäuschung bleibt aus. Vielmehr zeigt sich so die Qualität der Metropole an der Spree als Schmelztiegel, der naturgemäß grenzüberschreitend Künstler anzieht, hier den Flaschenfotografen Eden (stark: Milton Welsh). Das Grauen lauert nunmehr im Nachtleben der mehr oder weniger öffentlich zugänglichen Tanztempel. Diese sind Ausgangspunkt lasziver Erotik, die mal szleazig, mal prickelnd, stets jedoch schön unverklemmt zelebriert wird. Sie ist als der "Honig" gedeutet, der ähnlich wie in "Hostel" in die Fänge eines geheimnisvollen Clubs führt. Der Auflösung lässt sich in dichter Atmosphäre entgegenfiebern, was in grausamer, bisweilen rauschhaft designter Ästhetik sowie in außergewöhnlich vereinnahmendem Umfang gelingt: 9/10.

 

Verschafft man sich einen Überblick über die drei Abschnitte, ergänzen sich diese im Aufbau vortrefflich und schließen stilistische Lücken untereinander, was zu einem hervorragenden Gesamtergebnis führt (9/10 Punkten). Den Horror (7/10) bietet Buttgereits Zutat am stärksten durch die beklemmenden Aufnahmen, die Lola Gave phasenweise wie ein tatsächlich dokumentiertes Inszestopfer mit entsprechenden Defiziten in artikulierten Lauten und Körpersprache erscheinen lassen. Schundige Kunstblutschübe sind durch die besonders drastische Gewalt (7/10) zuvörderst in Kosakowskis Mittelstück garantiert, welches die Gorehounds zufriedenstellen dürfte und in einem Film mit einem derartigen Titel das zwingend gebotene NS-Gedöns liefert. Der dann noch weitgehend fehlende Sex (5/10) wird durch Marschall im Abschluss serviert, welcher sich geschickt mit den Ingredienzien des Grauens vereinigt. Wohl nur durch die künstlerisch wertvolle Aufbereitung lässt sich erklären, dass die FSK hier in zweiter Instanz einen Rotflatschen abnickte. Einziger wirklicher Wehrmutstropfen in diesem Vorzeigewerk ist das überrepräsentierte, von vielen Ex-DDR-Bürgern schlechthin nicht beherrschte Englisch, zumal die zweitverbreitetste Muttersprache in Berlin nach der deutschen nun einmal die türkische ist.

 

9/10
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Kommentare

05.12.2019 18:47 Uhr - Intofilms
2x
Mit diesem (ganz im Trend liegenden) Episoden-Horrorfilm konnte ich mich bei Erscheinen nicht wirklich anfreunden. Habe ihn allerdings auch nur dieses eine Mal gesehen. Von einem völligen Fehlschlag kann jedoch keine Rede sein. Vielleicht waren die Erwartungen einfach zu hoch oder der Zeitpunkt nicht optimal. Jetzt bin ich aber glühend bereit für eine Wiederbegegnung! Dank deiner exzellenten Vorstellung (und der überraschend hohen Wertung.

(Ich habe das Gefühl, dass der Anthologie-Trend im Bereich Horrorfilm sich wieder etwas abgeschwächt hat...)

05.12.2019 19:10 Uhr - The Machinist
1x
User-Level von The Machinist 5
Erfahrungspunkte von The Machinist 430
Geil!
Auf ''German Angst'' bin ich mal vor ein paar Jährchen in Form des progressiv rummsenden Konzept-Trailers aufmerksam geworden, der fertige Film hat mir dann auch echt gut gefallen - 8 Punkte von mir.

Deine Kritiken lese ich sowieso immer gerne, da derber Genre-Kram bei mir ebenfalls ein hohes Ansehen genießt. Hier kann ich also insgesamt zustimmen, nur Buttgereit's Segment empfand ich als ein wenig schwächelnd. Das ist aber rein subjektiv.

06.12.2019 19:23 Uhr - Brti
Ich glaube die mit der krassesten Gewalt war ich am besten fand.

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