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dicker Hund
Level 14
XP 3.283
Eintrag: 10.12.2019

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Gesichter des Todes

(Originaltitel: Faces of Death)
Herstellungsland:USA (1978)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Dokumentation
Alternativtitel:Junk
Wei shi da jie shu

Bewertung unserer Besucher:
Note: 4,35 (47 Stimmen) Details
inhalt:
Sie werden diesen Film nicht mehr vergessen können - Denn der Tod hat 1000 Gesichter!
Dies ist ein einmaliger Film, der die gesamte Menschheit schockieren wird. Denn der Tod ist hier nicht gestellt, sondern Realität.
eine kritik von dicker hund:

Die "Gesichter des Todes" sind ein berüchtigtes Mondo-Franchise, das 1978 von dem unter dem Pseudonym "Conan Le Cilaire" agierenden John Alan Schwartz begründet wurde. Das Rezept der Schockdokumentation ist einfach: Eine Vielzahl Clips dreht sich um das Thema "Tod". Im Intro stellt sich Michael Carr als vermeintlicher Pathologe Dr. Francis Gröss vor, der behauptet, für seine Doktorarbeit um die Welt gereist zu sein und dabei die Filmschnipsel zusammengelesen zu haben. Ein roter Faden entsteht daraus jedoch nicht. 

"Das einzige, worüber diese leblosen Körper noch Auskunft geben können, sind die Umstände ihres Todes."

Überwiegend authentisches Material zeigt also menschliche Überreste am Seziertisch und anderswo, insbesondere in den Massengräbern des Nationalsozialismus, sowie reale Tiertötungen, die aus zum Verzehr gedachten Schlachtungen oder aus Jagdgeschehen stammen. Hinzu treten nachgestellte, jedoch in Marketing und Präsentation als "echt" bezeichnete Sterbevorgänge. Diese streifen die Motive Suizid, Unfälle, Seuchen und Hinrichtungen, wobei letztere im Mittelteil das Herzstück aus expliziten Effekten für die drastischen Goreeinlagen darstellen (Gewalt 7/10). Im Wechselspiel mit den Archivbildern wirkt diese stark komprimierte Befassung mit der Endlichkeit des Seins unangenehm nach, so dass sie ihren Zweck effektiv erfüllt (Horror 8/10). Die Kommentare erweisen sich dabei trotz intellektuell limitierter Kapazitäten gelegentlich als erstaunlich progressiv: Die kritischen Bemerkungen zum Fleischkonsum, die empathische Anerkennung der unangenehmen Arbeit von Gerichtsmedizinern, die zweifelnden Anmerkungen zur Todesstrafe oder die kopfschüttelnde Verwunderung über das Ausmaß der Gräuel des zweiten Weltkrieges mögen aufgrund des reißerischen Kontextes einer moralischen Legitimation entbehren, geben inhaltlich jedoch durchaus hörbare Ansichten und Argumente von sich.

Dieser im Prinzip vielversprechende Ansatz verliert sich allerdings in einem bunten Strauß aus Unzulänglichkeiten. Diese beginnen bei dem hin und wieder zu beklagenden Füllwerk, das mit einer Geistersuche oder einem haarsträubend unglaubwürdig inszenierten Pseudointerview eines Berufsattentäters langweilt, respektive allenfalls durch unfreiwillige Komik unterhält (Humor 3/10). Zudem sind etliche Fakes nach Ablauf des Zeitalters der flimmernden Röhrenglotzen, welche die störungsreichen Signale abgenutzter Videokassetten wahrnehmbar zu machen versuchten, optisch oftmals auf Anhieb als solche zu erkennen, woran auch der auf einmal hektische Schnitt oder die übertriebene Wackelkamera ihren Anteil haben. Das passt zwar zu der einzigartig debil-makaberen Retrostimmung, erweist sich aber als genauso inkonsequent wie der nicht immer auf Spannung zielende Score, der gelegentlich mit Comedy-tauglichen Melodien irritiert.

"Der Tod zeigt hier ein besonders ironisches und grausames Gesicht."

Ihm will der Regisseur in einem Cameo gleichziehen, in welchem er das wahnsinnige Mitglied einer kannibalismusaffinen Sekte mimt. Deren gemischtgeschlechtliche Mitglieder zeigen bei einem orgiastischen Organschmaus zwar blutverschmierte, im Übrigen jedoch nackte Haut (Sex 3/10). Ähnlich wie jene fanatischen Totesser über den Kadaver haben sich die Zensoren über "Gesichter des Todes" hergemacht, von dem nicht einmal die ungeprüfte VHS ungeschnitten war und der noch vier Dekaden nach seiner Entstehung indiziert ist. Jenseits eines nostalgischen Schulhofkults, der den Besitz solcher Titel in einem berauschenden Gefühl aus pubertärer Mutprobe und jugendlichem Trotz gegen Bevormundung gefeiert hat, ist das Original der "Faces of Death" nur noch solide Kost (5/10 Punkten): fragmentarischer, teilweise lächerlicher Szenenbrei einerseits, kompromisslos auf das Erzeugen von Unbehagen abzielender, noch heute anstößiger Übersleaze andererseits.

 

5/10
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Kommentare

10.12.2019 10:32 Uhr - sonyericssohn
2x
DB-Co-Admin
User-Level von sonyericssohn 19
Erfahrungspunkte von sonyericssohn 7.211
Tja über diesen Film braucht man eigentlich nix mehr sagen. Ausser vielleicht... nix :-D

10.12.2019 14:34 Uhr - FordFairlane
1x
User-Level von FordFairlane 2
Erfahrungspunkte von FordFairlane 35
Eine Gute Kritik zu einem der bekanntesten Mondo-Filme.

Ich bin etwas geschockt über die 5 von 10 Bewertung, denn das bedeutet für mich das der Film schon einen fast durchschnittlichen Unterhaltungswert besitzt?

Als Jugendlicher konnte man sich diesem Schulhof-Mutprobentrend nicht entziehen, daher ist eine Sichtung zu dieser Zeit vollkommen verständlich.
Aus heutiger Sicht sieht man das Thema natürlich vollkommen anders, da es sich hier nur um die Aneinanderreihung von schlecht aufgenommenen Tötungszenen und sehr vielen Fakeaufnahmen handelt.
Um diesen Unterschied zu erkennen braucht man eigentlich nur genauer hinschauen. Bei den schlechtgefilmten Aufnahmen handelt es sich meistens um reale Szenen "Krieg, Execution, Unfälle, Tiertötungen" und die härtesten Szenen sind meisten aus verschiedenen Blickwinkeln und Orten gefilmt. Wenn man sich damals intensiv mit der Reihe beschäftigt hat, wird man bemerkt haben wie professionell die harten und berüchtigsten Szenen inszeniert wurden sind und wie schlecht diese von Passanten gespielt wurden sind. In vielen Teilen tauchen auch teilweise die gleichen Schauspieler in anderen Kleidungen und Rollen auf. Insgesammt hatten die Filme teilweise ein Budget von 500000 US-Dollar, um die meisten der Szenen zu drehen.
Die Figur von dem Häftling auf dem Elektrischen Stuhl, wird im übrigen vom Regisseur Regie Conan LeCilaire persönlich gespielt.

Die Reihe war zu damaligen Zeit ziemlich harter Tobak, doch wenn man mit der Zeit geht wird man bemerkt haben das man teilweise in Dokumentationen interessante Szenen über bestimmte Themen zusehen bekommt.

Es gab mal eine Seite im Netz, wo jemand zu jedem Film die ganzen Fakeaufnahmen mit Fotobeweisen aufgedeckt hat.



10.12.2019 17:00 Uhr - Cobretti
1x
Pausenhof Kult aus vergangenen Tagen! Empfehle die jüngst auf Youtube von arte hochgeladene Doku "VHS", wo Schwartzs Bruder kurz zu Wort kommt. Der führte regie im 4 Teil und spielte den Professor... Der Müllig unterhaltsamste Teil!

10.12.2019 17:39 Uhr - cecil b
1x
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 17
Erfahrungspunkte von cecil b 5.986
Die Review schafft es, mit pointierten Sätzen eine Klasse an einer Stelle zu präsentieren, an der sie so mancher Leser sie nicht vermuten würde. dicker Hund halt.

'Film': Die Polarisierung ist obligatorisch. Wobei die begeisterten Konsumenten sicher in der Unterzahl sind. Die PAUSENHOF-Thematik und die Diskussion zu den Hintergründen finde ich persönlich willkommen interessant.

10.12.2019 19:15 Uhr - The Machinist
1x
User-Level von The Machinist 5
Erfahrungspunkte von The Machinist 430
Konnte ich auch nie großartig viel mit anfangen. Hab die damals vor ein paar Jährchen mal alle geglotzt, um eben sagen zu können, dass ich's gemacht hab.

Kritik habe ich wie immer gerne gelesen. Kommt da vielleicht noch mehr?

10.12.2019 21:06 Uhr - Horace Pinker
1x
User-Level von Horace Pinker 21
Erfahrungspunkte von Horace Pinker 9.043
Wie immer sehr lesenswerte und aussagekräftige Besprechung. Kann mich dir da anschließen, ist halt eine Reihe die man sich wegen dem "Verbotsbonus" und um mitreden zu können mal angesehen hat, aber kein zweites Mal gucken muss. Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt war die Gesichter des Todes 2000 Reihe dann noch ein Stück schlechter, da wurden entsprechende Szenen so weit ich mich erinnern kann sogar ohne jegliche Erklärungen bzw. mit kurzen recht menschenverachtenden Kommentaren aneinandergereiht.

10.12.2019 21:14 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 14
Erfahrungspunkte von dicker Hund 3.283
Hallo liebe Mitstreiter!

Nun, die "Gesichter des Todes" regen schnell einmal eine Diskussion an.

Die drei Fortsetzungen von John Alan Schwartz werde ich noch besprechen. Sonstige Spin-Offs und (Pseudo-) Sequels mögen sich andere vornehmen...

11.12.2019 18:15 Uhr - CHOLLO
1x
User-Level von CHOLLO 8
Erfahrungspunkte von CHOLLO 899
Schönes Review, fand den bei der Erstsichtung schon schockierend. Da war ich aber noch etwas grün hinter den Ohren:)

11.12.2019 22:14 Uhr - DriesVanHegen
1x
User-Level von DriesVanHegen 5
Erfahrungspunkte von DriesVanHegen 369
Ein Film oder besser eine Reihe für deren Schulhofmythos ich zu jung bin.
Die Review legt aber sehr deutlich die oft kritisierte Doppelmoral dar. Vor einigen Jahren hatte ich mal leichtes Interesse daran,
10.12.2019 19:15 Uhr schrieb The Machinist
um eben sagen zu können, dass ich's gemacht hab.

Aber das hat sich gelegt.
Tatsächlich ist der einzige mir bekannte Mondo MONDO CANE, den ich sogar ziemlich prickelnd finde (auch wenn da natürlich aus heutiger Sicht einige reaktionäre Ansichten vertreten werden, aber als Produkt seiner Zeit ein lehrreiches Artefakt).

13.12.2019 13:36 Uhr - FordFairlane
1x
User-Level von FordFairlane 2
Erfahrungspunkte von FordFairlane 35
11.12.2019 22:14 Uhr schrieb DriesVanHegen
Ein Film oder besser eine Reihe für deren Schulhofmythos ich zu jung bin.
Die Review legt aber sehr deutlich die oft kritisierte Doppelmoral dar. Vor einigen Jahren hatte ich mal leichtes Interesse daran,
10.12.2019 19:15 Uhr schrieb The Machinist
um eben sagen zu können, dass ich's gemacht hab.

Aber das hat sich gelegt.
Tatsächlich ist der einzige mir bekannte Mondo MONDO CANE, den ich sogar ziemlich prickelnd finde (auch wenn da natürlich aus heutiger Sicht einige reaktionäre Ansichten vertreten werden, aber als Produkt seiner Zeit ein lehrreiches Artefakt).



Mondo Cane ist einer der Filme, denen der Ruf extrem schockierend zu sein vorauseilt. Dies mag sein, allerdings aus der Sicht des Zuschauers im Jahre 1962. Heutzutage bekommt man bei Weltspiegel, ZDF-Expeditionen und den Infomagazinen der Privaten wie z.B. Gallileo teilweise Härteres und Exotischeres geboten.
Es stellt also eigentlich keinen Vergleich dar zu der miesen Reihe von Face of Death und Co.

18.12.2019 16:10 Uhr - Rullep
1x
User-Level von Rullep 2
Erfahrungspunkte von Rullep 70
Toll geschrieben!

Ich habe mir vor Ewigkeiten lediglich diesen ersten Teil angesehen...weitestgehend. Nachhaltig eingebrannt hat sich bei mir allerdings nur die Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl. Wenn ich mich recht entsinne war diese mit sehr schräger Musik unterlegt, die eher zum tanzen anregte...

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