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Die Welle

Herstellungsland:Deutschland (2008)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Drama
Alternativtitel:Wave, The
Vague, La
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,51 (35 Stimmen) Details
inhalt:
"Ihr seid also der Meinung, dass ‘ne Diktatur heute in Deutschland nicht mehr möglich wäre."

Deutschland. Heute. Der Gymnasiallehrer Rainer Wenger (Jürgen Vogel) startet während einer Projektwoche zum Thema "Staatsformen" einen Versuch, um den Schülern die Entstehung einer Diktatur greifbar zu machen. Ein pädagogisches Experiment mit verheerenden Folgen. Was zunächst harmlos mit Begriffen wie Disziplin und Gemeinschaft beginnt, entwickelt sich binnen weniger Tage zu einer richtigen Bewegung. Der Name: "Die Welle". Bereits am dritten Tag beginnen die Schüler, Andersdenkende auszuschließen und zu drangsalieren. Als die Situation bei einem Wasserballturnier schließlich eskaliert, beschließt der Lehrer, das Experiment abzubrechen. Zu spät. "Die Welle" ist längst außer Kontrolle geraten....
eine kritik von unclebens:

Vor einiger Zeit machte Beatrix von Storch, Mitglied des Bundestages der Fraktion AfD, auf einen Film aufmerksam, welcher aufzeigen soll, wie eine Diktatur in Deutschland heute noch möglich wäre. Ich persönlich empfand ihren diesbezüglichen Tweet zwar inhaltlich als reinen Populismus gegenüber politisch andersdenkenden, doch der Kontext passte. Sie hat uns den Film "Die Welle" empfohlen, ein Werk seitens des Regisseurs Dennis Gansel ("Mechanic: Resurrection"), welcher thematisiert, wie innerhalb kürzester Zeit Faschismus entstehen und sich etablieren kann. Der Film, welcher sowohl auf das gleichnamige Buch aus dem Jahr 1981 von Morton Rhue (Übersetzt von Hans-Georg Noack), als auch auf dessen Verfilmung aus dem Jahr 1981 von Regisseur Alex Grasshoff basiert, erschien 2008 und spaltete die Medienlandschaft. 

"Die Welle" erzählt vom Lehrer Rainer Wenger, welcher seiner Schulklasse während einer Projektwoche zeigen möchte, wie sich eine Diktatur aufbauen könnte. Hierzu fragt er seine Schüler, ob sie glauben, das sich in Deutschland wieder ein führerorientiertes Herrschaftssystem wie zu Zeiten des Nationalsozialismus etablieren könne. Er beschließt schließlich, zu dieser Thematik ein Experiment durchzuführen, mit welcher er aufzeigt, wie sich der Faschismus entwickelt, Rainer macht sich hierbei selbst zur Leitfigur und stellt Regeln auf. Doch die, die sich gegen diese Bewegung stellen, müssen schnell erfahren, wie es ist, aus der Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden und ehe man sich versieht, geriet das Experiment außer Kontrolle.

Das deutsche Kino der letzten Jahre bis Jahrzehnte war beim Mainstream-Publikum als das Kino der romantischen Komödie bekannt, ein Genre, welches vor allem durch Schauspieler wie Matthias Schweighöfer und auch Til Schweiger dominiert wurde. Doch abseits der Comedy-Dauerschleife werden auch hochinteressante und gut geschriebene Dramen von deutschen Filmemachern erzählt. Und hierzu zählt auch dieses Werk. "Die Welle" ist ein Film, welcher sich durch eine besondere Dynamik auszeichnet, durch die Spannung sowie Tragik erzeugt wird. Auf Basis des Buches entstand ein Film, welcher die Gemüter anheizt und Teil jedes Geschichts bzw. Politikunterrichts sein sollte.

Schauspielerisch finden wir einen großen Cast vor: Neben Jürgen Vogel sind starke Darsteller wie Frederick Lau ("Victoria", "Das perfekte Geheimnis", "Der Hauptmann"), Max Riemelt ("Freier Fall", "Die vierte Macht", "Berlin Syndrom"), Elyas M´Barek ("Fack ju Göhte 1-3", "Der Medicus", "Who am I") sowie Christiane Paul ("Die Nacht der großen Flut", "Saat des Terrors", "Unterm Radar") u.v.m zu sehen, welche den Film tragen und die besondere Dynamik verleihen. Im Verlauf des Films wird die Stimmung angespannter, besonders Jürgen Vogel, welcher eine beachtliche Karriere zu verzeichnen hat, weiß seinen Charakter optimal zu performen. Im Verlauf des Filmes bemerkt man als Zuschauer, wie er die Gefahr, welche entstanden ist und schlimmer zu werden scheint, erkennt. Er versucht gegenzusteuern, bevor es zu spät ist, da er merkt, dass seine Schüler der Manipulation einer vermeintlichen Diktatur verfallen sind und sich entsprechend verhalten. Selbiges ist von den Schülern, die u.a. von Elyas M`Barek sowie Frederick Lau & Max Riemelt verkörpert werden, zu verzeichnen. Ihre Charaktere finden Gefallen am System und fangen an, Kritiker dieser Bewegung auszugrenzen und jene bei ihrem Lehrer, der "Leitfigur" ihrer Bewegung, vorzuzeigen. Sie merken die Manipulation u.a durch Sprache nicht, verfallen dennoch dem System und der "Gleichschaltung" der vermeintlichen Diktatur. Diese Charakteristiken werden von den Schüler-Darstellern hervorragend wiedergegeben und erzeugen damit eine Dramatik, welche den Spannungslevel des Films hochhält. Auch abseits der Schüler und des Lehrers wissen die Darsteller zu überzeugen, die Angst, welche sich durch die Bewegung entwickelt, ist spürbar.

Das Drehbuch, geschrieben von den Autoren Dennis Gansel, Ron Jones (Veröffentlichte 1972 eine entsprechende Kurzgeschichte zur Thematik), Peter Thorwarth, Johnny Dawkins (war am Fernsehfilm von 1981 beteiligt) sowie Ron Birnbach, zeigt die Charakteristiken des Faschismus, wie die Bevölkerung diesen unter Adolf Hitler und Benito Mussolini durchleben mussten, in vielen Aspekten auf. Es geht um Führerkult, das Ausgrenzen anderer Meinungen, die Gleichschaltung der Gesellschaft, Disziplin, Ordnung und Herrschaft. Diese Strukturen der Diktatur werden im Film schrittweise aufgegriffen und entsprechend demonstriert. Sie zeigen, wie schnell der Mensch durch die richtige Rhetorik dazu verleitet werden, der faschistischen Ideologie durch z.B. Ängste zu folgen. Selbiges ist u.a. auch in der AfD zu beobachten, da der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke regelmäßig von einem "Deutschen Volkstod" philosophiert, welcher vonseiten "der Linken etablierten Politik und der linken Systempresse verheimlicht werden". In seinem Buch "Nie Zweimal in denselben Fluss" spricht er außerdem von einem "groß angelegten Reimigrationsprogramm, welcher auch gewaltsam durchgeführt werden könne". Die Strukturen der Autokratie, des Faschismus sind unverkennbar und werden, wie bereits beschrieben, auch in "Die Welle" aufgezeigt und intensiv behandelt. Faschistische Ideologien suchen stets den Grundbaustein, um dem Volk das Gefühl zu vermitteln, die aktuelle Regierung hätte versagt, sodass es an der Zeit sei, dies umzukehren. Faschismus und Autokratie beruhen auf einer Rhetorik der Panik und der Unruhe. Fakten sind egal, es zählt die Ideologie alleine. 

"Die Welle" zeigt dies insbesondere dadurch, dass die Schüler beginnen, einen eigenen Gruß zu entwickeln, andere Klassen auf diese Bewegung aufmerksam zu machen, sich identisch zu kleiden und das Logo der Bewegung überall zu verbreiten. Hierbei ist zu erkennen, dass das Experiment nicht innerhalb der Schulklasse selbst stattfindet, sondern sich weiter ausbreitet, die Manipulation durch Sprache also bereits im Gehirn der Schüler verankert und ideologisch glaubhaft vertreten ist. Es ist spätestens daran zu erkennen, als eine einzelne Schülerin nicht in der Einheitskleidung der Bewegung zum Unterricht gekommen war und die anderen Schüler distanzierend reagieren oder auch daran, dass sich die Schüler in ihrer Freizeit regelrecht angehen, sobald Kritik an der Bewegung aufkommt.

Charakteristisch für diese Kernideologie des Führerkults ist zudem die von Frederick Lau verkörperte Figur Tim Stoltefuss. Bereits früh im Film merkt man als Zuschauer, dass Tim sehr empfänglich für eine solche Ideologie zu sein scheint. In seinen Augen ist die Dynamik der Bewegung sichtbar, im Verlauf des Filmes entwickelt diese Figur zudem eine Art "Nähe" zur Leitfigur Rainer Wenger.  Tim selbst entwickelt sich zu einer der Spitzenköpfe der Bewegung, neben der von Elyas M´Barek verkörperten Figur Sinan, welcher ebenso schnell "indoktriniert" und fester Bestandteil der Bewegung wird. 

Im Großen und Ganzen lässt sich betonen, dass die Autoren des Films, aber auch der Bücher bzw Kurzgeschichten, ihr Augenmerk auf Geschehene Diktaturen gelegt hatten. Hierbei diente u.a. die nationalsozialistische Diktatur unter Adolf Hitler als Vorlage. Als Zuschauer merkt man das, an den oben beschriebenen Charakteristiken.

Musikalisch wurde von Komponist Heiko Maile aufgelegt ("Wir sind die Welle", "Die vierte Macht", "Vorstadtkrokodile 1-3"), allerdings ohne Wiedererkennungswert. Die Tracks laufen im Hintergrund und spielen nur eine kleine Nebenrolle. Hierbei hätte ich mir dann doch etwas mehr musikalischen Einsatz gewünscht. Mehr lässt sich hierzu auch nicht sagen.

Die Kameraführung von Torsten Breuer ("Türkisch für Anfänger", "Ostwind", "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer") ist unruhig, was aber keinesfalls störend auffällt. Es passt zur Spannung des Filmes, die zum Teil wackelnde Kameraführung erweckt zudem den Eindruck einer Dokumentation, ein Stil, welcher für diesen Film wunderbar funktioniert.  Auch Close-ups wurden an den richtigen Stellen eingesetzt und sorgen für imposante Bilder, welche die Bewegung als solche in einer Mächtigen Perspektive darstellen lässt. Hier funktioniert das Zusammenspiel mit dem Editing von Ueli Christen ("Der Wixxer", "Das Boot (2018)", "Die drei ??? 1&2") ebenfalls gut, wodurch der Film auf technischer Ebene gelungen ist.

Fazit: "Die Welle" ist ein Eindrucksvoller, hervorragend geschriebener, sehr gut gespielter und technisch solider Film. Besonders in Hinblick auf die Erzählstruktur sowie in der Aufmachung der gezeigten Bewegung weiß Dennis Gansel als Regisseur zu überzeugen. Kritisch betrachte ich das Ende, welches per se sehr drastisch und eigentlich gelungen ist, gleichzeitig aber auch etwas Unrund wirkt. Gerne hätte ich ein längeres Ende gesehen. Auch musikalisch hätte ich mehr erwartet, besonders in Hinblick auf die gezeigten Bilder der Bewegung. Aber ansonsten ist dieses Werk stark umgesetzt und eine Empfehlung!


 

8/10
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Kommentare

12.09.2020 22:20 Uhr - sonyericssohn
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Na hallo, wer schneit denn hier nach nem Jahr wieder rein !!!??? Schön mal wieder von dir zu lesen ! ;-)
Nach diesem Film musste ich erstmal durchatmen. Was für ein mieses Stück....positiv gesehen. Nochmal muss der zwar nicht ran, aber beim ersten Mal isses ein Schlag ins Kontor !!!

13.09.2020 11:12 Uhr - UncleBens
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12.09.2020 22:20 Uhr schrieb sonyericssohn
Na hallo, wer schneit denn hier nach nem Jahr wieder rein !!!??? Schön mal wieder von dir zu lesen ! ;-)
Nach diesem Film musste ich erstmal durchatmen. Was für ein mieses Stück....positiv gesehen. Nochmal muss der zwar nicht ran, aber beim ersten Mal isses ein Schlag ins Kontor !!!


Joa hatte Mal wieder lust. Durch Corona und so hat sich eh alles umgestellt und ich hab wieder mehr Zeit. Ich hoffe nur, dass sich das eine Jahr Pause nicht negativ auf meine Schreibkünste ausgewirkt hat^^

Zum Film: Joa ist halt schon hart, aber ich finde es sollte Lehrmaterial für 9. oder 10. Klasse sein, weil es ein wichtiges Thema ist, welches aktuell um so mehr behandelt werden sollte, wenn man sich Mal die aktuellen politischen Strukturen so vor's Auge führt.

13.09.2020 13:17 Uhr - tp_industries
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Sehr gut verfasst!

Auch wenn ich dem deutschen kommerziellen Film in der Regel nicht viel abgewinnen kann, ist der hier eine der wenigen Ausnahmen.
Und Deine Review ist wirklich gut ausgearbeitet und lässt sich super lesen!

13.09.2020 13:28 Uhr - sonyericssohn
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13.09.2020 11:12 Uhr schrieb UncleBens
12.09.2020 22:20 Uhr schrieb sonyericssohn
Na hallo, wer schneit denn hier nach nem Jahr wieder rein !!!??? Schön mal wieder von dir zu lesen ! ;-)
Nach diesem Film musste ich erstmal durchatmen. Was für ein mieses Stück....positiv gesehen. Nochmal muss der zwar nicht ran, aber beim ersten Mal isses ein Schlag ins Kontor !!!


Joa hatte Mal wieder lust. Durch Corona und so hat sich eh alles umgestellt und ich hab wieder mehr Zeit. Ich hoffe nur, dass sich das eine Jahr Pause nicht negativ auf meine Schreibkünste ausgewirkt hat^^

Zum Film: Joa ist halt schon hart, aber ich finde es sollte Lehrmaterial für 9. oder 10. Klasse sein, weil es ein wichtiges Thema ist, welches aktuell um so mehr behandelt werden sollte, wenn man sich Mal die aktuellen politischen Strukturen so vor's Auge führt.


Nö, also schreiben kannst noch ! :-D

13.09.2020 14:47 Uhr - The Machinist
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Also wir hatten den damals in der 9. Klasse geschaut, und auch das Buch gelesen. Den (ziemlich kurzen) TV-Film habe ich mir dann Jahre später der Vollständigkeit halber angesehen, tendiere da aber wirklich zur Version mit Jürgen Vogel.

Auf jeden Fall ein gelungenes Werk mit wichtiger Botschaft. Spannend & facettenreich.

Ach ja. Und die Kritik ist auch sehr toll.

13.09.2020 17:09 Uhr - UncleBens
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@The Machinist

So war es bei mir auch. Neben Inglourious Basterds der beste Film welchen ich in der Schule gesehen habe. Vielen Dank für Dein Lob :)

@tp_industries

Deutsche Kinoproduktionen sind leider in der Regel nur sehr Anspruchslos, weil diese ein Publikum ansprechen, welches auf Art-House-Eske Produktionen keine Lust haben. Und verübeln kann ichs nicht, da der Alltag vieler Menschen im Land fucking hart ist. Aber "Die Welle" ist eine willkommene Abwechslung. An der Stelle auch an Deine Person: Vielen Dank für dein Lob :)

@sony

Nett to know :-D

13.09.2020 21:09 Uhr - Ghostfacelooker
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Der Reisonkel! Servus again.
Kann den Lau im Gegensatz zu deinem Review als Schauspieler nicht ausstehen, was Vogel und M´Barek wieder wett machen. Der Film ist sehenswert und leider auch immer noch "möglich! brisant aktuell"

14.09.2020 13:16 Uhr - cecil b
1x
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Wirklich toll, mal wieder was von dir zu lesen. UncleBens. :)

14.09.2020 14:37 Uhr - UncleBens
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@Ghosti
I´m Back :D

Danke fürs Feedback! Frederick Lau scheint ein Kandidat zu sein, den man lieben oder hassen kann. Ich persönlich halte ihn für einen Klasse Schauspieler, der leider immer wieder die falschen Figuren verkörpert. Gleiches gilt für Elyas M´Barek.

@cecil
Joa hab euch irgendwie vermisst^^

14.09.2020 14:42 Uhr - UncleBens
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Hab mal gerade in meiner Vergangenheit hier gestöbert. Junge hat sich alles gewandelt. Aber es freut mich, dass ihr die aktuellen Rezensionen lobt. Da hat sich ja die Mühe gelohnt und die Kritik^^

14.09.2020 16:26 Uhr - cecil b
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14.09.2020 14:42 Uhr schrieb UncleBens
Hab mal gerade in meiner Vergangenheit hier gestöbert. Junge hat sich alles gewandelt. Aber es freut mich, dass ihr die aktuellen Rezensionen lobt. Da hat sich ja die Mühe gelohnt und die Kritik^^


Der Review-Bereich ist in etwa da, wo er am besten sein sollte. ;) Das Miteinander und das Niveau baut aufeinander auf. "Da hat sich ja die Mühe gelohnt und die Kritik". Circa 90 Prozent meiner 4766 Kommentare sind in diesem Bereich gelandet, und die PM's zählen ja nicht dazu. ;)

Die Kommentare der Leser sowie jegliche Beiträge der Reviewer haben diesen Bereich wesentlich gestaltet.

Ihr vertretet Schnittberichte einfach erfreulich, danke dafür! :)

14.09.2020 20:04 Uhr - cecil b
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14.09.2020 16:26 Uhr schrieb cecil b
14.09.2020 14:42 Uhr schrieb UncleBens
Hab mal gerade in meiner Vergangenheit hier gestöbert. Junge hat sich alles gewandelt. Aber es freut mich, dass ihr die aktuellen Rezensionen lobt. Da hat sich ja die Mühe gelohnt und die Kritik^^


Der Review-Bereich ist in etwa da, wo er am besten sein sollte. ;) Das Miteinander und das Niveau bauen aufeinander auf. "Da hat sich ja die Mühe gelohnt und die Kritik". Circa 90 Prozent meiner 4766 Kommentare sind in diesem Bereich gelandet, und die PM's zählen ja nicht dazu. ;)

Die Kommentare der Leser sowie jegliche Beiträge der Reviewer haben diesen Bereich wesentlich gestaltet.

Ihr vertretet Schnittberichte einfach erfreulich, danke dafür! :)

16.09.2020 18:32 Uhr - Kable Tillman
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Selbiges ist u.a. auch in der AfD zu beobachten, da der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke regelmäßig von einem "Deutschen Volkstod" philosophiert, welcher vonseiten "der Linken etablierten Politik und der linken Systempresse verheimlicht werden". In seinem Buch "Nie Zweimal in denselben Fluss" spricht er außerdem von einem "groß angelegten Reimigrationsprogramm, welcher auch gewaltsam durchgeführt werden könne". Die Strukturen der Autokratie, des Faschismus sind unverkennbar und werden, wie bereits beschrieben, auch in "Die Welle" aufgezeigt und intensiv behandelt. Faschistische Ideologien suchen stets den Grundbaustein, um dem Volk das Gefühl zu vermitteln, die aktuelle Regierung hätte versagt, sodass es an der Zeit sei, dies umzukehren. Faschismus und Autokratie beruhen auf einer Rhetorik der Panik und der Unruhe. Fakten sind egal, es zählt die Ideologie alleine.


Wie Kermit der Frosch sagen würde: Applaus, Applaus, Applaus!

Großartiges Review zu einem ganz starken Film. Hier breche ich auch mal eine Lanze für Frederick Lau, welcher in der öffentlichen Wahrnehmung komplett unterschätzt ist. Fand seine Darstellung in "Die Welle" mit Abstand am besten von allen involvierten Akteuren.

17.09.2020 12:54 Uhr - UncleBens
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16.09.2020 18:32 Uhr schrieb Kable Tillman
Selbiges ist u.a. auch in der AfD zu beobachten, da der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke regelmäßig von einem "Deutschen Volkstod" philosophiert, welcher vonseiten "der Linken etablierten Politik und der linken Systempresse verheimlicht werden". In seinem Buch "Nie Zweimal in denselben Fluss" spricht er außerdem von einem "groß angelegten Reimigrationsprogramm, welcher auch gewaltsam durchgeführt werden könne". Die Strukturen der Autokratie, des Faschismus sind unverkennbar und werden, wie bereits beschrieben, auch in "Die Welle" aufgezeigt und intensiv behandelt. Faschistische Ideologien suchen stets den Grundbaustein, um dem Volk das Gefühl zu vermitteln, die aktuelle Regierung hätte versagt, sodass es an der Zeit sei, dies umzukehren. Faschismus und Autokratie beruhen auf einer Rhetorik der Panik und der Unruhe. Fakten sind egal, es zählt die Ideologie alleine.


Wie Kermit der Frosch sagen würde: Applaus, Applaus, Applaus!

Großartiges Review zu einem ganz starken Film. Hier breche ich auch mal eine Lanze für Frederick Lau, welcher in der öffentlichen Wahrnehmung komplett unterschätzt ist. Fand seine Darstellung in "Die Welle" mit Abstand am besten von allen involvierten Akteuren.


Freut mich, das dir meine Rezension gefällt. Bzgl.: Frederick Lau -> seine Darstellung ist Fraglos die beste des gesamtes Films, gefolgt von Jürgen Vogel. Generell beweist "Die Welle", dass Qualitative Ansprüche von Deutschen Denkern in der Filmbranche vorhanden sind und sich das deutsche Kino zunehmend im Bereich des Dramas und der Thriller orientieren sollte. Comedy kann Deutschland nicht. Ein weiters gutes Beispiel stellt der Film "Who am I", ebenfalls mit Elyas M´Barek, dar.

17.09.2020 14:16 Uhr - Kable Tillman
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Absolute Zustimmung, "Who Am I" ist auch empfehlenswert. Deutsche können düstere Thriller, wenn sie wollen. Sie können humorvolle Gangsterfilme, wenn sie wollen. Sie können Kriegs- und Historiendramen, wenn sie wollen. Komödien können sie nicht. Ich habe letztens im Rahmen der SchleFaZ-Reihe die deutsche Sexklamotte "Lass jucken Kumpel" von 1972 gesehen und aktuellere deutsche Komödien, ob jetzt "Fack ju Göthe" oder "Klassentreffen 1.0" unterscheiden sich, abgesehen von den Softpornoszenen, vom Niveau ihres Humors in keinster Weise. Billigste Pointen die immer irgendwas mit Sexismus, Fremdgehen, Körpersäften, Saufen, Drogenmissbrauch oder eingeklemmten oder anders zu Schaden kommenden Geschlechtsteilen zutun haben. Und Millionen Kinobesucher strömen in die Lichtspielhäuser und schwärmen davon "Schon lange nicht mehr so gelacht zu haben". Wow, ich habe ebenfalls in 2h Laufzeit schon lange nicht mehr so wenig gelacht.

17.09.2020 21:13 Uhr - UncleBens
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17.09.2020 14:16 Uhr schrieb Kable Tillman
Absolute Zustimmung, "Who Am I" ist auch empfehlenswert. Deutsche können düstere Thriller, wenn sie wollen. Sie können humorvolle Gangsterfilme, wenn sie wollen. Sie können Kriegs- und Historiendramen, wenn sie wollen. Komödien können sie nicht. Ich habe letztens im Rahmen der SchleFaZ-Reihe die deutsche Sexklamotte "Lass jucken Kumpel" von 1972 gesehen und aktuellere deutsche Komödien, ob jetzt "Fack ju Göthe" oder "Klassentreffen 1.0" unterscheiden sich, abgesehen von den Softpornoszenen, vom Niveau ihres Humors in keinster Weise. Billigste Pointen die immer irgendwas mit Sexismus, Fremdgehen, Körpersäften, Saufen, Drogenmissbrauch oder eingeklemmten oder anders zu Schaden kommenden Geschlechtsteilen zutun haben. Und Millionen Kinobesucher strömen in die Lichtspielhäuser und schwärmen davon "Schon lange nicht mehr so gelacht zu haben". Wow, ich habe ebenfalls in 2h Laufzeit schon lange nicht mehr so wenig gelacht.


Das können die Amis aber auch zu gut.

Und jetzt hätte ich Bock ne Review zu "Who am I" zu schreiben, plane aber auch gerade ne andere samt Analyse.

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