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Blood Simple - Eine mörderische Nacht

Originaltitel: Blood Simple

Herstellungsland:USA (1984)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Drama, Thriller
Alternativtitel:Blood Simple - Blut für Blut
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,58 (25 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Weil seine Frau Abby lieber mit seinem Angestellten Ray ins Bett geht, heuert Barbesitzer Marty den zwielichtigen Privatschnüffler Visser an, um die untreue Gattin samt Liebhaber ermorden zu lassen. Visser kassiert zwar das Geld, bringt dann jedoch statt den beiden seinen Auftraggeber um die Ecke. Alle Spuren führen nun zu Abby und Ray... (Kinowelt)

eine kritik von ghostfacelooker:

Für mich, ist dieser Einstand der Brüder, mit No Country for Old Men, eines ihrer besseren Werke, denn hier vermischen sie sicht-, und hörbares mit intelligenten Kniffen und hintertriebenen Ränkeschmieden.

Vor allem aber weil es sich mit der Handlung steigert, obwohl es für die damaligen Verhältnisse eines Films, mit den heutigen Augen betrachtet, vielmehr ein Kammerspiel ist, in welchem sich die Protagonisten um sich selbst drehen und mit sich selbst uneins sind.

Kein Wunder, daß die Coen-Brüder, Ethan und Joel, Jahre später in Fargo, eine ähnlich zynische und seltsame Dialogie aufgebaut haben wie hier in ihrem Debüt, welches ebenfalls mit Frances McDormand, Joel´s Ehefrau, welche er im selben Jahr des Erscheinens dieses Werkes heiratete.

McDormand gefällt mir allerdings als augenscheinlich naive jedoch intelligente Ehefrau, die ihre ehelichen Differenzen bei einem Schäferstündchen mit Ray (John Getz) zu vergeßen sucht. Ray indessen ist ein anfangs selbstbewusster Angestellter des Ehemanns, welcher nach und nach in eine Spirale von Gewalt und Intrigen gerät, die alle auf dieser einen Tat basieren.

Die herausragendste Figur, ist jedoch nicht McDormand, die hier trotz dessen die wichtigste Rolle des Films inne hat, da sich um sie alle Fäden zusammenziehen und anfangs alle Dinge drehen, sondern Dan Hadeya, welcher aus unzähligen Filmen bekannt sein dürfte, in denen er seltsamerweise, ähnlich wie hier eine Nebenrolle inne hatte.

Seine melancholische, von inneren Selbstzweifeln und Rachsucht getriebene Figur, mit den tiefsinnigen Gedankengängen, ist das zynische Pendant zum stets gewaltbereiten, eigentlich zynischen Visser, welcher als selbstbewusster Wichtigtuer, in seiner Arroganz höchstens noch von seiner Geldgier übertroffen wird.

Der ebenfalls in Blade Runner mitwirkende M. Emmet Walsh, hier in der Rolle als schmierig wirkender Privatdetektiv, hat hier einige durch Kamerawinkel und Lichteinfall denkwürdig geschaffene Momente

Man könnte sogar metaphorisch gesprochen alle Figuren sinnbildlich für menschliche Triebe und Charakterzüge betrachten, denn mit Ray hat man einerseits die Versuchung und die Loyalität, mit Abby, die Unschuld welche gleichsam Wollust birgt, während Marty und Visser gleichsam Gier, Neid, Gewalt und Egoismus verkörpern.

So wird ein eigentlich schlichtes Beziehungsdrama mit genau nur einer Handvoll für die Handlung wirklich wichtiger Personen, zu einem intelligent konstruierten Katz und Maus-Spiel, in dem die Rollenverteilung der Katze bis zum Ende hin und sogar darüber hinaus ungeklärt bleibt.

Jener aufreibende Schluss ist hierbei etwas, was man in derlei Film zur damaligen Zeit seltener zu sehen bekam und für mich hat er einen der zynischsten Abschlußsätze, die man vielleicht in einem Film je hört.

Die Frage, die ich mir, jedoch neben all dem, bei diesem Film stelle, ist doch, warum hat Ray nicht einfach den Gedankengang von Marty weitergeführt, welchen er Visser gegeben hatte?

Das kann man sich eventuell nur durch das Ansehen dieses kleinen Thrillers selbst beantworten, oder aber man läßt die Figuren einfach auf sich wirken und ergründet in welchem späteren Film, man die Pianoklänge, die die emotionale Ebene Aller in verschiedenen Momenten der Geschichte symbolisch auf einen gemeinsamen Nenner transportiert, so ähnlich oder genauso noch einmal gehört haben mag.

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Kommentare

03.11.2019 13:26 Uhr - le Samouraï
User-Level von le Samouraï 3
Erfahrungspunkte von le Samouraï 104
Wie ich finde, der stärkste Coen-Film. Und was für ein geniales Debüt! Bedrückend schweigsam, zynisch und beständig an den Nerven zerrend. Der schwarze Humor ist hier wahrlich in Pech getränkt. Richtig Noir.

Gute Vorstellung. :)

03.11.2019 13:48 Uhr - Ghostfacelooker
User-Level von Ghostfacelooker 20
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 8.180
03.11.2019 13:26 Uhr schrieb le Samouraï
Wie ich finde, der stärkste Coen-Film. Und was für ein geniales Debüt! Bedrückend schweigsam, zynisch und beständig an den Nerven zerrend. Der schwarze Humor ist hier wahrlich in Pech getränkt. Richtig Noir.

Gute Vorstellung. :)

Danke dir

03.11.2019 14:17 Uhr - TheRealAsh
User-Level von TheRealAsh 10
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 1.399
Top vorgestellt, habe den schon lange nicht mehr gesehen, aber als sehr gut in Erinnerung.

03.11.2019 14:47 Uhr - Ghostfacelooker
User-Level von Ghostfacelooker 20
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 8.180
03.11.2019 14:17 Uhr schrieb TheRealAshTop vorgestellt, habe den schon lange nicht mehr gesehen, aber als sehr gut in Erinnerung.


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