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Der Dämon in mir - The Woodsman

Originaltitel: The Woodsman

Herstellungsland:USA (2004)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Drama
Alternativtitel:Der Dämon in mir
The Woodsman - Kann man etwas Schlimmeres tun?
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,50 (2 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Nach 12 Jahren Gefängnis wird Walter (Kevin Bacon), verurteilt wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger, in eine Welt entlassen, die er kaum noch kennt und die ihn nicht kennen will. Walter versucht ein normales, unauffälliges Leben zu führen. Er zieht in ein kleines Apartment und findet einen Job im Sägewerk. Doch seine Umwelt begegnet ihm mit Misstrauen, Ablehnung und Hass. Allein seine Arbeitskollegin Vicki (Kyra Sedgwick) versucht ihn nicht nach dem zu beurteilen, was er vor Jahren getan hat. Zwischen den beiden könnte eine Liebe entstehen, aber Walter lebt in ständiger Angst vor Repressalien, vor allem aber der Angst vor seinen eigenen Impulsen und Gefühlen, die durch die Bekanntschaft mit einem jungen Mädchen wieder auszubrechen drohen... (universumfilm.de)

eine kritik von s.k.:
Hin und wieder überraschen uns Hollywood-Stars mit einigen, wenigen Film-Perlen aus der Independent-Szene, die eine eher ruhige, vollkommen unspektakuläre Erzählweise an den Tag legen, dafür aber ernste, oftmals auch tabuisierte Inhalte liefern, die alles andere als massenkompatibel sind.
Solche Filme fristen eher ein Nischen-Dasein, und doch sind sie alles andere als unwichtig. Filme, die den Fokus auf soziale Werte legen, auf reine Schwarz-Weiss-Malerei verzichten und sich voll und ganz auf das Schauspiel seiner Akteure verlassen.
Eine Solche Perle ist "The Woodsman - Der Dämon in mir", weil er das Thema Kindesmissbrauch, den Täter und seine Krankheit an sich und sein Umfeld in den Vordergrund stellt.

Der pädophile Walter hat für sein Vergehen an einer Minderjährigen zwölf Jahre im Gefängnis gesessen. In die Freiheit entlassen, hat er niemanden an den er sich wenden kann, außer seinem Schwager. Dieser verhilft ihm zu einer neuen Bleibe und einem Job in einer Holzfabrik, um den Start in ein "normales" Leben zu ermöglichen. Ehemalige Freunde, Arbeitskollegen und die eigene Familie meiden ihn; er entwickelt sich mehr und mehr zum Außenseiter, ist äußerst verschlossen und zeigt auch gegenüber seinem Psychologen wenig Mitteilungsbereitschaft. Nur seine Mitarbeiterin Vicky zeigt Mitgefühl und Zuneigung zu diesen gebranntmarkten Mann, baut gar eine Beziehung mit ihm auf.
Während sie versucht, tiefer in seine Seele zu blicken und ihm eine moralische Stütze zu sein, findet Walter sich immer öfter im Kampf mit sich selbst, mit seiner Krankheit, seinem inneren Trieb.
Die Tatsache, dass er direkt gegenüber eines Schulhofes wohnt und die Bekanntschaft mit einem jungen Mädchen, die im gleichen Bus unterwegs ist, mit diesem er nach der Arbeit stets die Heimfahrt auf sich nimmt, macht seine Lage nicht einfacher...

Beinahe wäre dieser kleine, aber ungemein ergreifende Film unbemerkt an mir vorbeigegangen. Ein paar wiederholende Ausstrahlungen auf den dritten Sendern hatten es mir ermöglicht, ihn mehrmals sehen zu können. Mit jedem Male gefiel mir der Film mehr und mehr. Das ernste Thema und die tadellosen Darsteller-Leistungen hatten wesentlichen Anteil daran. Allein Kevin Bacon in der Rolle des Walter und seine Schauspielkollegin und Ehefrau Kyra Sedgwick als Vicky, mit ihrem einfühlsamen, intensiven, aber nie übertriebenem Spiel, machen einen Blick in diesen Film mehr als lohnenswert.

Interessant an "Woodsman" ist, dass er vorurteilsfrei mit seiner Thematik und der Figur des Walters umgeht. Auch wenn ihn die meisten Menschen in seiner Umgebung wegen seiner Tat als Monster betrachten und ihn ihre Verachtung spüren lassen, wird er doch als an sich guter, aber auch hilfesuchender Mensch vorgestellt. Ein Mensch, der innerlich zerissen ist, dessen Vernunft und krankhaftes Verlangen sich nur zu oft gegenüberstehen. Dass er seine eigene vor Jahren begangene Tat verabscheut, sich selbst nicht erklären wie es überhaupt soweit kommen konnte, sich selbst die Frage immer und immer stellt, ob und wann er jemals wieder "normal" sein wird... Dieser Umstand erlaubt es auch, einer solchen Figur Sympathie schenken zu dürfen, mit ihm zu fühlen und zu leiden.

Ein großartiges, bewegendes Drama, das die Menschen beleuchtet, die irgendwo zwischen Angst, Schuld, Vergebung und Hoffnung stehen. Ein Film, über dessen Inhalt diskutiert werden kann... Oder sogar muss.
10/10
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