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Ghostfacelooker
Level 18
XP 6.128
Eintrag: 10.11.2019

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Der Teufel wohnt nebenan

(Originaltitel: The Devil next Door)
Herstellungsland:USA (2019)
Genre:Biographie, Dokumentation, Drama,
Historie, Kurzfilm

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,25 (4 Stimmen) Details
inhalt:
Über Nazis oder ihre bis in die heutige Zeit bestehenden Sympathisanten und Anhänger der Neonazi-Szene, gibt es kein gutes Wort zu verlieren, denn nichts rechtfertigt ihre Menschen verachtend, selbstbeweihräuchernde Vorgehensweise. Jene Soldaten, welche man unter dem NS-Regime zum Einsatz an der Waffe zwangsverpflichtete, besaßen nicht alle jenen arischen Gedanken, geschweige denn, jene abscheuliche Reinheit des Blutes, die man sich in der obersten Führung gewünscht hatte, oder die man ebenso durch noch widerwärtigere Experimente zu züchten versuchte. Aber es gab noch eine schlimmere, monströsere Form dieser Zeit; die KZ Wärter und Führungsriege der Lager, die sich mit Grausamkeit und Massenmord ohne Skrupel einen Namen machten. Persönlich haben nur noch wenige durch familiäre Bande mit diesen Monstern verbunden. Millionen jedoch durch ihre Taten gezeichnet und ausgelöscht. Was aber wenn man feststellt der eigene Großvater könnte einer dieser Monster sein? Einer der den Namen eines blutrünstigen russischen Zaren des 16. Jahrhunderts aufgrund der eigenen Vorliebe zur Grausamkeit und Mord trägt: Ivan, der Schreckliche. Diese Miniserie von Netflix beleuchtet genau diese prekäre und lebensverändernde Tatsache von der Seite der Überlebenden als auch dem vermeintlichen Monster.
eine kritik von ghostfacelooker:

Schuhe sowie andere Reste der Inhaftierten stapeln sich wie stumme Ankläger vor den KZ Lagern, dazwischen sieht man Aschebahnen, auf denen Lagerhäftlinge tote, ausgemergelte Körper transportieren, doch die Asche ist nicht irgendein von irgendwelchen Hölzern oder Kohle verbrannter Rückstand, sondern es sind die Reste der 1,7 Millionen jüdischen Bürgern Polens, die auf unmenschliche Art und Weise deportiert und vergast wurden.

Dazwischen sieht man John Demjanuk, dem vermeintlichen Schlächter, der den Spitznamen Iwan der Schreckliche trug, welcher teilweise lächelnd und süffisant bestreitet derjenige KZ-Wächter zu sein, welcher auf einem Bild des russischen Geheimdienstes den wahren Unmenschen zeigt.

Natürlich ist diese Dokumentation zwiespältig aufgebaut, denn einerseits war und ist die USA mißtrauisch gegenüber der Sowjetunion zur Zeit des damaligen Krieges, andererseits leugneten viele, daß diese menschenverachtende Geschichte des Holocaustes sich tatsächlich abgespielt hat. Doch die Opfer klagen an.

Ein zynischer und schon morbider Aspekt der Scheinheiligkeit, sind hierbei die Ku-Klux-Klan Anhänger die Demjanjuks Freilassung fordern und zeitgleich in Demonstranten als Fanatiker darstellen und den Angeklagten bedauern, daß er täglich in Todesangst leben muß, mit der Aussagen „ wir leben auf diesem Planeten gezwungen zusammen, sodaß wenn wir das Kriegsbeil nicht begraben es schrecklich endet.

Doch was kann schrecklicher in diesem Kontext sein, als die Fakten die man dem KZ Wächter unterstellt, daß er trotz ihres Leidensweges der Lager den Insassen, mit einem Schwert vor betreten der Gaskammern noch Brüste abschnitt und gefallen an dieser Folter fand, aber vor allem keinerlei Skrupel hegte, selbst Kinder und Babys in die Kammer zu werfen?

Höchstens die Tatsache, daß solche Monster existierten und ihre Sympathisanten diese grausame Unmenschlichkeit bis heute relativieren oder sogar in einigen Aussagen als damalige Epoche durch die Tatsache verharmlosen, dies sei schon lange her und, daß man heute wenn, man für sein Land steht und daß vielleicht mehr als im nationalen Sinn, man nicht gleich mit diesen Leuten in Verbindung gebracht werden sollte, da man ja auch eine Meinung gegen zu vielen Ausländern im Land haben kann ohne gleich als Nazi zu gelten.

Möglicherweise. Aber wo zieht man die Grenze zwischen gefährlichen Aussagen wie „Ausländer sind mir zu viele hier“, und den Taten der Nazis im Zweiten Weltkrieg? Ihnen waren es anfangs auch „ nur zu viele“ und diese Saat keimte und reifte zur unheiligen, unmenschlichen Frucht des Haßes und der Vernichtung. Ein kleiner Gedanke, der mit genug falscher Rechtfertigung eine Ganze Nation für immer brandmarken und zeitgleich viele andere Nationen ins Unglück stürzen sollte.

Wir sollten nicht vergessen, daß wir nur in unserem Land keine Ausländer sind und vor allem daß uns diese Land nicht gehört. Wir leben hier, weil wir zufällig hier geboren wurden, niemand hat ein Geburtsrecht auf das Land in dem er lebt, da man genug Land dieser Welt besuchen und sich zu Nutze machen könnte und selbst der finanzielle Erwerb eines Landstücks, entbehrt nicht dem Fakt, daß es nur gekauftes Land ist. Selbst die Amerikaner und alle Nationen die jemals Kolonien errichtet haben, sollten sich nicht anmaßen, dies als IHR LAND zu bezeichnen, und besonders dann nicht wenn sie Ureinwohner abschlachteten.

Diese Parallelen sind insbesondere deshalb wichtig, da Demjanjuk nun mal nach Amerika ausgewandert ist und dort ebenso der Keim jenes nationalsozialistischen Gedankenguts gewachsen ist, der ausgerechnet von einem, erst ausgemusterten, also als untauglich für den Dienst an der Waffe kategorisierten, später dann sich freiwillig am Ersten Weltkrieg Beteiligenden, vorher noch obdachlosen Malers aus Braunau, gesät wurde, der noch dazu kaum jenes Aussehen hatte, welches er später zu erschaffen gedachte.

In dieser Miniserie kommen zunächst Überlebende des Konzentrationslagers Treblinka in Polen, in welchem 850.000 Juden zu Tode kamen, zu Wort und schildern in anrührend und aufrührender Weise Dinge welche sie mit eigenen Augen miterleben mussten, während der vermeintlich Beschuldigte, wie die meisten Täter vor Gericht, ebenso jene in den Nürnberg-Prozessen-, teilnahmslos und gefühllos den Anschuldigungen und Vorwürfen beiwohnt, fast so als würde es nicht ihn betreffen.

Erst als der erste Zeuge der Anklage Demjanjuk als Ivan identifiziert sieht man eine Gefühlsregung, wobei ich mir nicht anmaßen will zu sagen, welcher Natur diese ist, denn es könnte von Resignation, daß man ihm auf die Schliche kam bis zu Entsetzen, daß er in Israel als Naziverbrecher enttarnt worden ist alles sein, jedoch keine Reue.

Während des Prozeßes, welcher live 1987 in ganz Israel via Radio und TV übertragen worden war identifizierten elf Überlebende aus Treblinka, Demjanjuks Photo, welches die israelischen Behörden im Vorfeld vom sowjetischen Geheimdienstes mit zahlreichen auf der Flucht befindlichen Naziverbrechern bekamen.

Und es ist wie man in folgenden Teilen sehen wird ausnahmslos und wichtig, jene Greultaten, trotz des unvorstellbaren Leids der Überlebenden, nochmals von ihnen durch das Gericht zu hinterfragen um die Identifikation jenes Monsters mit dem scheinbar so friedvollen Großvater in Gleichklang zu bringen um dessen Fassade, wenn sie den eine sein sollte, ähnlich zu zerstören wie er Menschenleben zerstörte.

Aber auch für jene die diese Dokumentation ansehen sollte es keine Sekunde der Verharmlosung jener Zeit geben, denn durch die emotionalen Schilderungen jener Zeitzeugen, gibt es, nicht wie in anderen Dokumentationen, die Möglichkeit, sich selbst einzureden daß es schon lange vergangen sei, denn ihre Aussagen lassen die Taten durch ihre Worte vor dem geistigen Auge all jener Zuschauer mit einem Funken Menschlichkeit im Herzen wahr werden und man kann sich einer Gefühlsregung nicht erwehren und dies ist gut so.

Dem gegenüber kommt auch die Familie, die Kinder des Angeklagten zu Wort und beteuert natürlich dessen Unschuld. Und wie soll man auch als Kind seinem Vater unterstellen wollen, daß er Menschen mit dem Bajonett aufzuspießen oder Babys aus Spaß in die Gaskammer warf während er vorher noch Frauen die Brüste abhieb, bevor er sie dazustieß, selbst wenn die Welt einen anklagt?

Ed Nishnic, Demjanjuk´s Schwiegersohn, aber auch ein Überlebender selbst, der sich mit einer Aussage selbst der Senilität anheimgefallen entlarvte, zeichnen ein anderes Bild und schüren bereits in Folge Zwei, mögliche Zweifel an der tatsächlichen Identität des vermeintlichen Angeklagten, oder scheint dies doch nur ein Trick der Verteidigung Demjanjuks zu sein, um ein Vorteil vor Gericht für ihren Mandanten zu erwerben.

Wie die Sache schlußendlich endet oder welchen Ausgang der Fall nehmen wird und welche Überraschenden Fakten man bis dahin noch erfährt, darüber mögen sich Interessierte gern selbst ein Bild machen, denn wichtig ist in dieser Geschichte der Geschichte nur eins, daß sie wirklich passiert ist und irgendwann, irgendwo durch irgendwas oder irgendjemandem man immer die gerechte Strafe erhalten wird oder eben jene Gerechtigkeit, die einen von der Schuld die andere auf einen geladen haben freispricht.

Fakt ist aber auch, daß jene Unmenschlichkeit und menschenverachtende Grausamkeit der Nazis nie gesühnt werden kann und daß nicht nur deutschstämmige in der Maschinerie des Bösen tätig waren, denn das Böse wie das Gute kennt keine menschliche Abstammung, sondern nur Ausirkung auf die Menschheit.

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Kommentare

13.11.2019 12:34 Uhr - kokoloko
User-Level von kokoloko 10
Erfahrungspunkte von kokoloko 1.486
Sorgfältig formulierter Text, der gut runterzulesen ist, imo allerdings nur am Rand eine Meinung durchschimmern lässt und primär paraphrasiert. Absolut wichtige, spannende, interessante und schockierende Minisierie, die ich bei aller Ernsthaftigkeit überraschend kurzweilig fand.

13.11.2019 13:49 Uhr - Ghostfacelooker
User-Level von Ghostfacelooker 18
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 6.128
13.11.2019 12:34 Uhr schrieb kokolokoSorgfältig formulierter Text, der gut runterzulesen ist, imo allerdings nur am Rand eine Meinung durchschimmern lässt und primär paraphrasiert. Absolut wichtige, spannende, interessante und schockierende Minisierie, die ich bei aller Ernsthaftigkeit überraschend kurzweilig fand.


Für jemanden der sich für eloquent und nicht nur zu faul hält weil er imo anstatt in my opinion oder meiner Meinung nach zu schreiben pflegt, scheinst du dich ja gut mit paraphrasierender Wortwahl auszukennen^^^^^^
Ich habe bewusst versucht keine deutlichere Meinung weder in der Inhaltsangabe die von mir ist noch im Review erkennen, um einfach Interesse für diese Doku zu schaffen und sie so für sich sprechen zu lassen
Trotz allem Danke wie immer für deine Teilnahme

13.11.2019 20:57 Uhr - TheMovieStar
User-Level von TheMovieStar 6
Erfahrungspunkte von TheMovieStar 502
13.11.2019 12:34 Uhr schrieb kokoloko
Sorgfältig formulierter Text, der gut runterzulesen ist, imo allerdings nur am Rand eine Meinung durchschimmern lässt und primär paraphrasiert. Absolut wichtige, spannende, interessante und schockierende Minisierie, die ich bei aller Ernsthaftigkeit überraschend kurzweilig fand.


Keine Ahnung, was du damit meinst, aber das Review enthält genügend eigene Meinung um als Review zu gelten und nicht als anders formulierte Inhaltsangabe....

Review ist gut geschrieben und zeigt eine gesunde Mischung zwischen Meinung und Information.




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