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Invasion U.S.A.

Herstellungsland:USA (1985)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Thriller
Alternativtitel:Invasion USA
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,41 (44 Stimmen) Details
inhalt:
Der russische Agent Rostov (Richard Lynch) überfällt die USA mit einer Horde von Söldnern. Die US-amerikanische Verteidigung ist auf einen so plötzlichen Überfall nicht vorbereitet. In höchster Gefahr ist schnelles Handeln und hartes Durchgreifen gefordert: ein Fall für Ex-Agent und Waffenexperte Matt Hunter (Norris), der kein Erbarmen kennt. Umso weniger, als er sich seinem Erzrivalen Rostov gegenübersieht, mit dem er noch eine Rechnung offen hat...
eine kritik von chollo:

Eine Gruppe gewissenloser russischer Terroristen unter der Führung von Mikhail Rostov überzieht über den Seeweg die U.S.A. mit pyrotechnischen Anschlägen. Schulbusse; Einkaufszentren und idyllische Vororte, kein Platz der diesen unmoralischen Verbrechern heilig ist. In ihrer Verzweiflung wendet sich die Regierung an den einzigen Mann der fähig ist diese Gefahr zu bannen, Ex- Special Agent und Ein- Mann- Armee Matt Hunter aka. Chuck Norris.

1985, also etwa zur Halbzeit der Cannon Films Ära, versuchten die Entscheidungsträger dieser Schmiede Menahem Golan und Yoram Globus nach den Erfolgen "Missing in Action 1+2" Chuck Norris endgültig neben Granaten wie Stallone und Schwarzenegger als neuen Actionstar zu etablieren. Dieser Umstand schlug sich dann auch in der Produktion von "Invasion U.S.A." nieder, indem man das Budget von den üblichen 5- 10 Mill. USD auf insgesamt knapp 20 Mill. USD anhob. Zusätzlich wurde für die Regie Joseph Zito bemüht, der schon mit "The Prowler"; "Freitag der 13- Das letzte Kapitel" und eben "Missing in Action" bewiesen hatte, annehmbare Kost inszenieren zu können. Auch mit Jay Chattaway ("Maniac") im musikalischen Bereich und João Fernandes ("Deep Throat") hinter der Kamera konnte man auf talentierte Persönlichkeiten zurückgreifen.

Als Bösewicht vom Dienst agiert Richard Lynch ("Open Season"), der sich 1967 im LSD Rausch selbst anzündete und somit Hauptverantwortlicher für seine einschüchternde Optik ist, ziemlich solide. Seine Darstellung ist den Konventionen des Genres entsprechenden nicht allzu facettenreich, den Maßstäben der Cannon Produktionen nach aber fast schon überdurchschnittlich. Zu Beginn darf dann auch noch ein anderes bekanntes Gesicht im Bereich der Antagonisten, namentlich der im Juni diesen Jahres verstorbene Billy Drago ("The Untouchables"), sein Konterfei in die Kamera drücken. Zusammen mit Richard Lynch in einer Einstellung zu Beginn des Films dürfte diese Szene wohl keinen Schönheitswettbewerb aufgrund der doch sehr markanten Gesichter gewinnen können. Alles also im zumindest ordentlichen Bereich könnte man meinen. Nunja, wäre da nicht Hauptdarsteller und Granit- Face Chuck Norris. Ohne Frage hat dieser auch ganz brauchbare Filme abgeliefert, diese gewinnen aber meist dann an Qualität wenn Norris nicht allzu viel Screentime bekommt oder fähige Leute wissen seine Stärken und Schwächen im schauspielerischen Bereich mit inszenatorischen Kniffen auszugleichen. Doch Zito und auch ein ordentliches Budget für's Actionsegment vermögen es nicht Norris Unvermögen zu kompensieren. Der gute Chuck stellt in jeder Stimmungslage die gleiche Gesichtspallette zur Schau. Wut; Trauer oder Liebe, undefinierbare Emotionen in Chuck Norris Gesicht. Spätestens nach diesem Output wird klar, warum es Chuck niemals in die Riege von Arnold oder Sylvester schaffte.

Bei "Invasion U.S.A." aber herausragend gelungen ist das abgebrannte Stunt- und Zerstörungsfeuerwerk. Die Verfolgungsjagd im Kaufhaus bleibt dabei genauso positiv in Erinnerung wie die Abholzung der Vorstadtsiedlung mittels Panzerfaust. Ein Augenschmaus, da diese Praktischen Effekte noch heute deutlich besser zünden als ein Semi- professionelles CGI- Gewitter. Auch die Beteiligung von Chuck's Bruder Aaron als Stuntkoordinator hat sich offenbar ordentlich auf das Endprodukt ausgewirkt. Nichts auszusetzen demnach im Krawall-Sektor.

Die von 1986 bis 2004 bestandene Indizierung ist aber wie so oft bei Produkten dieser Baureihe in Hinblick auf die Schauwerte ein schlechter Scherz. Explizit wird es hier so gut wie gar nicht und die Bedrohung durch die Bösewichte trägt eigentlich schon Cartoon'eske Züge. Selbst die Freigabe ab 18 heutiger Tage ist schon fragwürdig, da meiner Meinung nach auch ein Jugendlicher mit derartigem Brimborium umzugehen weiß.

"Invasion U.S.A." ist eine Cannon- bzw. Chuck Norris- bzw. patriotischer Reagan- Ära- Actioner wie er im Buche steht. Strunzdoof und zu keiner Minute ernstzunehmen unterhält er doch auf ganzer Strecke. Ihm aber mehr zu unterstellen, wie etwa eine filmhistorische Bedeutung oder gar einen tiefergehenden Mehrwert, wäre zu viel des Guten. Spaßzelluloid zum abfeiern wenn man Rechtzeitig mit Beginn des Vorspanns auch sein Oberstübchen ausschaltet.

7/10
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Kommentare

25.11.2019 14:08 Uhr - Onkel Lung
1x
User-Level von Onkel Lung 1
Erfahrungspunkte von Onkel Lung 7
Gehört definitiv zu Norris' besseren Werken, wenn auch der Gesamteindruck des Films ziemlich hohl ausfällt. Schade nur, dass er seine Martial-Arts-Fähigkeiten hier kaum zur Schau stellt. Aber Chucky im Finale mit einer Bazooka auf der Schulter geht immer.

25.11.2019 20:00 Uhr - TheMovieStar
1x
User-Level von TheMovieStar 7
Erfahrungspunkte von TheMovieStar 761
Tolles Review zu einem von Norris besten Filmen, neben Delta Force 1 und den Missing in Action Teilen.

25.11.2019 20:04 Uhr - CHOLLO
User-Level von CHOLLO 9
Erfahrungspunkte von CHOLLO 1.076
Danke für die Kommentare:)

26.11.2019 08:39 Uhr - Kable Tillman
DB-Helfer
User-Level von Kable Tillman 12
Erfahrungspunkte von Kable Tillman 2.183
Super Review, welche gekonnt die Stärken und Schwächen des Films gegenüberstellt. Auch für mich überwiegen seine Stärken. Ich brauche keine geistreiche Story oder einen facettenreichen Hauptdarsteller, wenn ich bloß ein Actionfeuerwerk sehen will. Chuck Norris zündet hier eins ab und das ist grandios. Politisch hinterfragen sollte man das Gesehene jedoch besser nicht.

26.11.2019 11:06 Uhr - CHOLLO
User-Level von CHOLLO 9
Erfahrungspunkte von CHOLLO 1.076
Danke Kable!

26.11.2019 16:37 Uhr - Punisher77
3x
DB-Helfer
User-Level von Punisher77 14
Erfahrungspunkte von Punisher77 3.423
Treffende Kritik; bei der Wertung schließe ich mich an.

"Invasion USA" ist unterhaltsamer Achtziger-Actiontrash, bei dem Norris´, nennen wir es mal vorsichtig "republikanische" Einstellung am Deutlichsten hervortritt. Aber viele seiner Cannon-Filme sind erzreaktionär...bestimmt auch ein Grund, warum er nie so durchstarten konnte wie z.B. Schwarzenegger, da man es mit einem Film wie diesem/diesen schwerer gehabt haben dürfte, das Publikum außerhalb der USA anzusprechen. Ein Grund, warum z.B. Schwarzenegger Wert darauf legte, dass Filme wie "Phantom Kommando" oder "Predator", die durchaus Platz für "All American Heroes" geboten hätten, von ideologischen Einflüssen frei blieben, war, dass er das weltweite Publikum nicht verschrecken wollte, aber ich merke, ich schweife ab.

Tolle Kritik jedenfalls...arbeitest Du gerade noch an weiteren Norris-Reviews?

26.11.2019 23:17 Uhr - CHOLLO
1x
User-Level von CHOLLO 9
Erfahrungspunkte von CHOLLO 1.076
Danke Punisher!!
Ne des war's erstmal mit meinem Norris Exkurs ;)

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