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VelvetK
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XP 176
Eintrag: 18.11.2019

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Van Gogh - An der Schwelle zur Ewigkeit

(Originaltitel: At Eternity's Gate)
Herstellungsland:Großbritannien, Frankreich, USA (2018)
Standard-Freigabe:FSK 6
Genre:Biographie, Drama

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,50 (2 Stimmen) Details
inhalt:
In der Gegend von Arles und Auvers-sur-Oise, wohin sich Vincent van Gogh (Willem Dafoe) zurückgezogen hat, um dem Druck des Lebens in Paris zu entkommen, wird er von den einen freundlich und von den anderen brutal behandelt. Die Inhaberin des örtlichen Restaurants hat Mitleid mit ihm und schenkt ihm ein Notizbuch für seine Zeichnungen. Andere haben Angst vor seinen dunklen und unberechenbaren Stimmungsschwankungen. Auch sein enger Freund und Künstler Paul Gauguin findet ihn zu erdrückend und verlässt ihn. Allein sein Bruder und Kunsthändler Theo unterstützt ihn unerschütterlich, auch wenn es ihm nicht gelingt, auch nur eines von Vincents Werken zu verkaufen.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von velvetk:

"...manche Dinge erschließen sich mir einfach nicht. Aber das gefällt mir..." - van Gogh über Shakespeare

Als Ich "Van Gogh - An der Schwelle zur Ewigkeit" das erste Mal im weitesten Sinne sah, lag ich meiner Kräfte beraubt, total erkältet und furchtbar unleidlich auf meiner flächigen Couch - über mir dicke Decken und vor mir eine große Kanne Tee, Taschentücher und Nasenspray. Ich hatte natürlich - wie die meisten Menschen - schon von dem eigensinnigen, hochbegabten und erst nach seinem Tode weltberühmt gewordenen Maler Vincent van Gogh gehört, und auch seine Bilder und sein Stil sind unverkennbar - erst vor ein paar Stunden erblickte ich eine beachtliche Auswahl an ziemlich teuren Kalendern für's kommende Jahr in einem gut besuchten Buchgeschäft, die van Goghs Stil deutlich weiter atmen. Als ich diese wunderschönen Arbeiten anderer von van Gogh beeinflusster Maler entdeckte, stellte sich eine ungewohnte und seltene Gänsehaut ein und der überragende Film von Julian Schnabel, der nicht nur ein außergewöhnlicher Regisseur, sondern selbst Maler ist, kroch durch all meine Sinne. Ich hörte, wie sich das unverwechselbare Timbre von Willem Dafoe in meinem Ohr nach Aufmerksamkeit und Anerkennung sehnte, den berührenden und mitreißend träumerischen Score von Tatiana Lisovskaya, welcher hauptsächlich von stolpernden Klavierklängen und verzweifelten Streichern getragen wird, und spürte diese wohlsame Energie, die mich bis heute nicht loslässt, denke ich an diese cineastische Offenbarung. Ich tat damals während der ersten Filmminuten etwas, als ich erschöpft war und kaum die Augen offen halten konnte, das man kaum als gerechtes Filmschauen bezeichnen kann. Ich schloss einfach die Augen und ließ mich vom Klangbild und den gesprochenen Worten treiben, hörte, lauschte und tauchte gewiss in eine vergangene Welt, ohne die Augen dabei geöffnet zu haben. Als die letzten Worte gesprochen waren, das Bild gelblich blinzelte und die Finger verstummend über dem Klavier blieben, umgab mich etwas, was mich nur noch selten trifft - Gier. Ich wollte mehr davon.

Schon der kreative, tiefgründige und bewegende Ölgemälde-Animationskrimi "Loving Vincent", der mich eher zufällig sehr viel näher an Vincent van Gogh heranführte, setzte einzigartige Zeichen und hätte dem ursprünglichen Schöpfer vieler großartiger, stierender und rätselhaft abstrakter Bilder, der gewiss kein einfacher oder zugänglicher Zeitgenosse war, sicher sehr gefallen. Doch Julian Schnabel, dessen filmischer Stil stets herausragt, macht er denn mal alle heilige Zeit einen Spielfilm für die große Leinwand, und Kameramann Benoît Delhomme verleihen den vielen belegten und auch unbelegt schimmernden Fakten einen rast- und ruhelosen Touch, dessen aufgeregte Herangehensweise fürchterlich anstrengend ist. Wer mit Wackelbildern nichts anfangen kann, sei hiermit ausdrücklich gewarnt. Nachdem der Film einst in den Abspann glitt, den man übrigens unbedingt bis zum Ende ansehen sollte, ging mir dieser begnadete Soundtrack - der umgehend auf meiner Playlist landete - einfach nicht mehr aus dem Kopf. Diese Klänge, diese wunderschönen, zärtlich tapsenden und zaghaften Klänge. Als ich wieder Fit war, schaute ich den Film nochmals - wieder gab ich ein paar Euro beim Streaming-Anbieter meines Vertrauens aus und versank erneut in dem einem beharkten Tau gleichenden Leben des berühmten Vincent van Gogh. Allerdings setzte ich mich so weit wie nur möglich von meinem prächtigen 55 Zoll Fernseher weg, denn "An der Schwelle zur Ewigkeit" zelebriert die angesprochenen verwackelten Bilder en Masse und dreht unentwegt am Pegel des Erträglichen. Blitzschach oder schnelle Skizzen kommen einem hier in den Sinn. Hier gibt es über fast zwei Stunden hinweg kaum ruhig eingefangene Panoramen der oftmals sonnendurchfluteten und einladenden Landschaften zu bestaunen, oder rastende Halbtotalen, oder gängig distanzierte Close Ups - Schnabel lebt und liebt das unangenehm auffallende Extravagante, fährt aufdringlich bis zu den Poren und Falten Dafoes heran und hält für eine lange Zeit niemals die Luft seiner betörenden Regie an. Irgendwann ergreift einen diese immerwährende Unruhe, dieser rasende Puls - und bringt einem Vincent van Gogh wohl so nahe wie möglich. Etwas Abstand, ein Moment der Besinnung. Benoît Delhomme ist stets in ungeschönter Bewegung, während die gefühlvoll tanzenden Stücke von Tatiana Lisovskaya (Anspieltipp "Moving Forward I" und "Van Gogh Theme I") und Willem Dafoes platiniertes Spiel durch das ganzheitlich tobende Leben von van Gogh schweben, schweifen und letztlich fallen. Wie Willem Dafoe mit zeitgenössisch uriger Ausrüstung und seinem ikonischen, strohartigen Hut als Vincent van Gogh durch die üppigen Felder, grünen Wiesen und unwegsamen Pfade wandert, malt, seine ganz eigene Sicht mit Kontrasten und Farben für die Nachwelt bannt, sich in all seiner spielerischen Pracht in den leuchtenden Strahlen unseres nächsten Sternes mal bricht und mal in Schatten verschwindet, ist beispiellos hohe und taumelnd auf dem Drahtseil balancierende Kunst, die nachhaltig begeistert.

Dabei triumphiert der intensiv wie lange nicht aufspielende Dafoe trotz seiner über sechzig Lenze (van Gogh starb unter mysteriösen Umständen schon mit Ende dreißig) und verschmilzt mit der dem Wahn verfallenen und zuerst überfrachtet glimmenden Inszenierung - das MUSS man, trotz verkopfter, waghalsig stürzender und irritierender Impulse, schlicht und einfach gesehen haben, um es zu begreifen. Wahllose Worte meinerseits werden diesem exaltiert malerischen und dem nichtig sehnsüchtigen Zauber, dieser flammend mürben Abwärtsspirale eines hin- und herreißenden Gefangen seiner selbst, einfach nicht gerecht. "An der Schwelle zur Ewigkeit" setzt zeitliche, familiäre und geographische Kenntnisse hinsichtlich Vincent van Goghs Leben voraus und macht es einem mit seiner temporeichen und niemals an Ort und Stelle verweilenden visuellen Gestaltung alles andere als einfach - der Vierklang Dafoe, Schnabel, Lisovskaya und Delhomme zieht dann ungemein kräftig an allen Sinnen und lässt die Gänsehaut wandern. Dreimal habe ich den Film bisher erlebt und mit dem Hall van Goghs später honoriertem Gesamtwerk überstanden. Einmal hatte ich die Augen gar nicht auf und einmal saß ich fast fünf Meter von meinem Fernseher entfernt in meiner Küche - manchmal muss man sich einem wahrhaftigen Bildnis wohl aus allen möglichen Blickwinkeln nähren, um seine Gänze auch nur annährend zu fassen. Ich bin noch längst nicht fertig mit diesem Film. Doch nun, im flackernd schmeichelnden Lichte einiger Kerzen, ist der tröpfelnde Abstieg in das Herz von Vincent van Gogh greifbar wie nie zuvor, ohne sämtliche Geheimnisse offensichtlich zu deuten. Gleißende Lichter, überlegt verschmierte Farben, fordernde Kontraste und die extra anberaumte Zeit für dieses filmgleiche Gemälde - wer diesen Wurf wirklich über sich ergehen lässt und aufsaugen will - von nichts anderem lässt sich hier sprechen -, schaut allein, losgelöst von außen und im Dunkeln.

Ich kaufte mir vorhin einen der schönen, expressionistischen Kalender (der mal gar nicht in meine Wohnung passt) und besorgte mir auch die schmucke Blu-Ray anbei, welche ebenfalls vorrätig war und nun neben den markanten Filmen "Before Night Falls" und "Schmetterling und Taucherglocke", ebenfalls von Schnabel, im Regal verweilt. Irgendwann ergreift einen diese immerwährende, völlig vereinnahmende Unruhe, dieser unaufhaltsam rasende Puls - und bringt einem Vincent van Gogh in seiner nicht akzeptierten Zerrissenheit wohl so nahe wie nur irgend möglich. Aus- wie Umbruch, Nuancen und grobe Schraffierungen, etwas Abstand und ein Moment der schmerzlich fallenden Besinnung. Noch einmal - mit aller Zeit dieser Welt - hin- und hineinschauen. Ein sperriges und sphärisches, in beschwerlichen Facetten und unkontrollierter Hast kullerndes Meisterwerk, ein vom Film selbst zur umherirrenden Metapher erhobenes Synonym für das Wort Shakespeare.

9/10
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