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Glimmer Man

(Originaltitel: The Glimmer Man)
Herstellungsland:USA (1996)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Komödie, Krimi, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,68 (34 Stimmen) Details
inhalt:
John Cole: Früher erledigte er als Ein-Mann-Killerkommando die Drecksarbeit für den US-Geheimdienst, man nannte ihn den Glimmer Man. Jetzt ist er als Cop einem brutalen Serienkiller auf der Spur. Als man seine Ex-Frau tötet, wird Cole selbst zum Tatverdächtigen – und muss feststellen, dass er es mit mächtigen Drahtziehern im Hintergrund zu tun hat. Auf grausame Weise wird Cole von seiner Vergangenheit eingeholt...
eine kritik von themoviestar:

Eine altes Sprichwort besagt: "Nach oben zu kommen, ist relativ einfach. Oben zu bleiben, jedoch deutlich schwieriger". Steven Seagal weis hier von ein Liedchen zu singen, mit seinem Debut Nico (1988) setzte er eine erste Duftmarke als kommender Actionstar und dieses Image konnte er mit weiteren überzeugenden und auch kommerziell rentablen Actionfilmen wie Hard to kill (1990), Zum Töten freigegeben (1990) oder Deadly Revenge (1991) eindrucksvoll untermauern. Höhepunkt war der 1992 erschiene Alarmstufe Rot, der mit einem Aufwand von 35 Millionen Dollar ein weltweites Einspiel von knapp 160 Millionen Dollar erzielte. Danach ging es schleichend bergab, der Totalflop von auf brennendem Eis (1994) und die rückläufigen Zuschauerzahlen von Alarmstufe Rot 2 (1995) waren erste Indikatoren für Seagals Niedergang in heutige Direct to Video Abgründe. Trotzdem erhielt er für  Glimmer Man (1996) von Warner nochmal 45 Millionen $ Budget um einen gewinnbringenden Actionkracher zu realisieren, doch auch dieses streckenweise unterhaltsame Buddy-Movie ging mit einem amerikanischen Kinoerlös von schlappen 20 Millionen Dollar baden.

Dabei hat John Grays Glimmer Man einige verheißungsvolle Zutaten spendiert bekommen um an den Kinokassen und auch bei der Publikumsgunst gut abschneiden zu können. Der typische Seagal-Cop Standardplot um den Superbullen John Cole (Steven Seagal) , der auf Grund seiner CIA Vergangenheit, Kampfsportausbildung und Buddha Weisheiten natürlich allen überlegen ist, wurde mit Mysterie Einflüssen und einer nicht ganz uninteressanten Krimigeschichte verknüpft, den im Film treibt ein psychopathischer Killer sein Unwesen, der seine Opfer kreuzigt. Doch Seagal ist dieses Mal nicht alleine, er bekommt mit Dedektive Jim Campbell (Keenen Ivory Wayans)  einen gemäß allseits bekannter Buddy-Movie Formel ungleichen Sprüche klopfenden Partner zur Seite gestellt der mit ihm gemeinsam den Fall lösen soll, hier ist neben der gewohnten Seagal Action auch für ausreichend Humor gesorgt. Wie es das Drehbuch dann so will, werden die beiden während ihrer Ermittlungen mit allerlei unterweltlichem Abschaum konfrontiert  und die Auflösung des Falls gestaltet sich schwieriger als gedacht, den neben dem Kreuzigungsmörder taucht noch ein anderer, weitaus gefährlicherer Gegner mit Gefolgschaft aus Coles Vergangenheit auf...

Das Schlimmste, was meiner Meinung nach einem Actionfilm passieren kann, ist wenn der eigentliche Kerninhalt, eben die Action, nicht vollends überzeugt und genau hier liegt der Hund begraben, Glimmer Man leidet an einer gravierenden Krankheit: Mittelschwerem Actionmangel! Außerdem fehlt es selbst den wenigen vorkommenden Actionsequenzen, mit Ausnahme des  ausgiebigen Finales, an Durchschlagskraft. Regisseur John Gray will es einfach nicht gelingen, Seagals unbestrittene Kampfsportqualitäten optisch ansprechend in Szene zu setzten, die Zweikämpfe wirken dank unangemessenem Zoom sowie deplatzierten Schnitten unübersichtlich und konnten mich wahrlich nicht vom Hocker reißen, dass hat man in früheren Seagal Vehikeln wie Alarmstufe Rot oder Hard to kill schon deutlich besser gesehen. Gerüchten zu Folge wurden zwecks Budgeteinsparungen einige bereits abgedrehte Actionmomente, wie zum Beispiel eine Bombardierung eines Bootes oder ein Zweikampf zwischen Cole und einer SWAT Einheit  aus der finalen Schnittfassung entfernt, vielleicht wäre ja mein Gesamteindruck vom Actiongehalt des Films mit diesen Szenen versöhnlicher ausgefallen.

Aber es ist bestimmt nicht alles schlecht an Glimmer Man. Das Finale entschädigt mit angemessener Härte, blutigen Shootouts sowie einem annehmbaren, gut choreographierten Endkampf zwischen Seagal und Deverells Handlanger für so manche vorangegangene lahm anmutende Actionrealisierung und auch der Buddyfaktor weiß auf Unterhaltungsebene fast ausnahmslos zu Gefallen. Seagal und Wayans geben ein herrlich unterschiedliches Duo ab, Seagal nimmt sich mit seinem Buddha Gehabe teilweise selbst augenzwinkernd auf die Schippe und Wayans Sprüche konnten zumindest bei mir für zahlreiche Lacher sorgen, obgleich dieß natürlich niemals dafür ausreicht, Genreklassikern wie Lethal Weapon oder The Last Boy Scout auch nur annähernd ihren Platz an der Buddy-Movie Liga Spitze streitig zu machen. Darüber hinaus hat mich der okkultisch angehauchte Krimianteil der Handlung ansprechen können, eine gern gesehene Abwechslung zum ansonsten gelieferten üblichen Genre Einheitsbrei und auch die Leistung der gesamten Darstellerriege kann als durchweg zufriedenstellend gesehen werden.

Die Deutschland Premiere war am 14. November 1996, es wollten zu dieser Zeit insgesamt 224.000 Zuschauer den Glimmer Man mit Zopf in den einheimischen Lichtspielhäusern flimmern sehen und der schreibende Autor war damals einer von Ihnen. Rückblickend betrachtet bietet Seagals erster Buddy-Actioner kurzweilige, solide Genreunterhaltung mit den bereits schon angemerkten Mängeln an Quantität und Qualität der gelieferten Actionsequenzen, dafür kann der Streifen aber mit einem verstärkten komödiantischen Unterhaltungswert, mit überzeugend agierenden Schauspielern und mit seiner Story punkten, was letzten Endes für eine Punktlandung im grünen Bereich sorgt, ich vergebe ruhigen Gewissens wohlwollend formulierte 7 von 10 Punkte.

7/10
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Kommentare

01.12.2019 10:53 Uhr - sonyericssohn
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Einer der besseren Möwenfilme :-D
Danke für die Erinnerung mir den mal auf Scheibe zuzulegen.

01.12.2019 11:21 Uhr - TheMovieStar
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@ Sony: Danke für deine Rückmeldung und dein Lob. Ja den kann man sich auch mehrmals ansehen wegen u.a. auch wegen den vielen lustigen Sprüchen

01.12.2019 11:24 Uhr - McGuinness
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Besonders die Einleitung deiner Kritik gefällt mir außerordentlich gut, doch das " Auf brennendem Eis " damals so schlecht abgeschnitten hat, ist mir nicht bekannt gewesen, denn da ich diesen Seagal - Actioner sehr mag, habe ich mich zugegebenermaßen auch nie richtig über Erfolg bzw. Misserfolg des Films informiert, da ich stets von einem profitablen Einspielergebnis ausgegangen bin.

Den von dir hier besprochenen Film " Glimmer Man " habe ich eine gefühlte Ewigkeit schon nicht mehr gesehen, aber weiß noch, dass mir dieser recht positiv in Erinnerung geblieben ist, doch um eine Wertung abzugeben, müsste ich mir diesen erstmal wieder zu Gemüte führen.
Ich weiß allerdings noch, dass das Zusammenspiel mit Wayans zwar durchaus amüsant gewesen ist, doch wie bereits von dir treffend erwähnt, nicht an die großen Klassiker wie etwa " The Last Boy Scout " heranreicht.

Alles in allem eine toll verfasste Kritik von dir und es wird Zeit, dass ich mir den " Glimmer Man " mal wieder gebe.


01.12.2019 12:50 Uhr - TheMovieStar
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@ McGuinness: Danke auch dir für deine Rückmeldung und dein Lob. Ja auf brennendem Eis ist leider wirtschaftlich total abgesoffen, bei einem Budget von 50 Millionen hat er in den Staaten gerade mal 38 Millionen einspielen können. Du kannst dem Glimmer Man gerne auch nochmal eine aktuelle Chance geben, unterhaltsam ist er, wobei er mich von der Action her nicht ganz so überzeugen konnte, aber auch das ist wie immer Geschmackssache.


01.12.2019 15:26 Uhr - Punisher77
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Sehr lesenswerte Kritik mal wieder! Die 7/10 bekommt er von mir auch.

Hab´ den Film damals im Kino gesehen und nach dem Genuss Deines Reviews ist mir aufgefallen, dass sich, was die Actionszenen angeht, hier bereits andeutet, was bei vielen der DTV-Seagals für (berechtigte) Kritik sorgt: Zooms und deplatzierte sowie viel zu schnelle Schnitte ... das sah in "Alarmstufe: Rot" und "Auf Brennendem Eis" wenige Jahre zuvor noch viel besser aus.

Den Buddy Movie-Faktor finde ich nicht überragend, aber ok. Nicht jeder Joke saß, aber einige witzige Momente waren schon dabei. Trotz dieser Kritikpunkte schaue ich mir den Film immer noch ab und zu gern an.

01.12.2019 18:11 Uhr - TheMovieStar
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@ Punisher: danke auch dir für deine Rückmeldung und dein Lob. Von der Wertung sind wir ja gleich, wobei meine 7 mit starker Tendenz zur 6 vergeben wurde und mehr oder weniger wohlwollend zu verstehen ist.

02.12.2019 11:58 Uhr - Pratt
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Schönes Review, bei mir schneidet der Film deutlich besser ab 8-9 weil ich den einfach sehr kurzweilig finde, ist allerdings auch schon einige Jährchen her, seit ich den das letzte Mal gesehen habe.

P.S. 'Auf brennendem Eis' ist eigentlich auch nur in den USA untergegangen, der hatte allein in Deutschland, Frankreich und Spanien mehr als 1,300,000 Besucher und spätestens im Videosektor war der Film locker im Plus...

02.12.2019 13:06 Uhr - TheMovieStar
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@ Pratt: Vielen Lieben Dank auch dir fürs Lesen, für die Rückmeldung und für das Lob. Freut mich wenn dir der Film gefallen hat. Ich fand ihn auch unterhaltsam, aber die Action hat mich leider nicht ganz so überzeugen können, weswegen meine Wertung von ca. 6-7 Punkte zu Stande gekommen ist.

Beim Brennenden Eis sind leider keine Weltweiten Ergebnisse auf imdb oder boxofficemojo gelistet, daher danke für deine Angabe zu den Zahlen in Deutschland, Frankreich und Spanien. Lt. insidekino.de hat er in Deutschland 467.785 Zuschauer gehabt, was für einen 18er in Ordnung ist, aber auch kein bahnbrechender Erfolg. Zu Spanien und Frankreich liegen mir keine Zahlen vor.

Allerdings muss man Bedenken, dass er bei einem Budget von 50 Millionen und einem US Einspiel von 38 Millionen mindestens nochmal 112 Millionen aus den übrigen Märkten ziehen müsste, damit er erstmal schwarze Zahlen schreibt. Aber gut, wo du Recht hast ist das man den Videosektor nicht unterschätzen sollte, vielleicht hat er ja da ganz gut geliefert.


02.12.2019 14:04 Uhr - Tom Cody
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Ein durchaus passabler Seagal-Film, der mir eigentlich immer recht gut gefallen hat. Keines von seinen großen Highlights, aber auf jeden Fall kurzweilig. Als so gravierend empfinde ich den Actionmangel gar nicht - das lässt sich locker unterbieten ("The Patriot"???).

Für die gelungene und faire Kritik gibt's definitiv erst einmal eine große Prise geriebenen Hirschpenis!

02.12.2019 18:49 Uhr - TheMovieStar
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@ Tom Cody: Danke auch dir fürs Lesen, die Rückmeldung und für das Lob und danke für den Hirschpenis :-)))))

02.12.2019 18:57 Uhr - beebop251
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Wieder eine sehr schön geschriebene Kritik, der ich in Bezug auf die Action jedoch weniger zustimme. Fand die nämlich ausgezeichnet inszeniert und auch gut im Film verteilt. Seagal hat seine Gegner wieder mit coolen Moves und für ne FSK 16 recht brutal in die ewigen Jagdgründe geschickt. Und die Wohnungsexplsion mit dem Stunt aus dem Fenster fand ich richtig geil. Würde dem Film insgesamt 9/10 Punkten geben, jedoch inklusive Bonuspunkt für Trevor Rabins ersten Hollywood Score. Ich werde Seagal ewig dafür dankbar sein, dass er Trevor so mir nichts dir nichts einfach die Chance gegeben hat (als Gegenleistung für Gitarrenunterricht), seinen ersten Hollywoodfilm zu vertonen, der ihm dann weitere Türen öffnete. :D

02.12.2019 20:49 Uhr - TheMovieStar
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@beebop251: Danke auch dir fürs Lesen und für deine Rückmeldung und dein Lob. Freut mich wenn dir der Film gefällt und dass mit der Action ist halt wie immer Geschmackssache kann auf jeden unterschiedlich wirken 😊

03.12.2019 09:09 Uhr - Kable Tillman
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Sehe den Streifen ähnlich wie du, auch wenn ich die Action nicht ganz verkehrt in Erinnerung habe, hingegen den angesprochenen Humor im Zusammenspiel mit der Handlung, insbesondere der Mordserie, als deplatziert empfand. Wie immer ein starkes Review. 5/5 Sterne dafür!

03.12.2019 12:54 Uhr - TheMovieStar
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@ Kable: Danke auch Dir fürs Lesen, deine Rückmeldung und dein Lob und für deine 5/5 Sterne, da freut sich der MovieStar :-)))

05.12.2019 11:03 Uhr - CptMetal
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Exit Wounds von 2001 war auch nochmal ein Versuch wieder mit einem Kinofilm "Fuß zu fassen".

Dieser hatte auch sein Budget wieder eingespielt.

05.12.2019 11:43 Uhr - TheMovieStar
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Danke für deine Rückmeldung CPT Metal: Da hast du Recht mit Exit Wounds, obwohl dieser gut Abschnitt kam aber danach gar nichts mehr

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