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kokoloko
Level 10
XP 1.486
Eintrag: 04.12.2019

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Todestrauma

(Originaltitel: The Dorm That Dripped Blood)
Herstellungsland:USA (1982)
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Death Dorm
Pranks

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,60 (10 Stimmen) Details
inhalt:
Ein Wohnhaus, in dem früher Studenten lebten, soll nun wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Wo einst immer fröhlicher Lärm zu hören war, herrscht nun bedrückende Ruhe und unheilvolle Stille. Eine Grabesstille voller Spannung, die die Erwartung zukünftigen Schreckens schon in sich trägt. Fünf Collegestudenten kommen in das Haus, um alles für den Abbruch vorzubereiten. Sie treffen auf einen unsichtbaren Feind, der zu einer tödlichen Bedrohung wird. Durchgeschnittene Telefonleitungen, finstere, dunkle Räume, bestialische Morde und ein sonderbarer Einzelgänger, der unter Verdacht steht. Die einzigen, die wissen, wer der Mörder ist, waren die Opfer selbst. Aber von ihnen kann keiner mehr reden.
eine kritik von kokoloko:

The dorm that dripped blood

Da die spanische VÖ die billigste BD dieses amerikanischen 80s-Slasher war, ist bei mir irgendwann Ende November "La Mansion Ensangren Tada" eingeflogen, der einen laut spanischer Bekanntschaft wohl verifiziert holprig übersetzten Backcovertext hat und zudem ein Menü, das zumindest bei mir nicht anzuwählen war, auch keine Optionen bietete. Neben zwei spanischen Untertitelspuren gibt es dafür aber immerhin gut verständlichen O-Ton und ein durchaus überzeugendes, auch in den dunklen Szenen gut erkennbares Bild, das über fehlende englische Subs oder Extras vertröst....en lassen würde, wär der Film selber gelungener.

Trinkende Leute fahren auf einem Pick-up Truck johlend eine Landstraße entlang, denn an der Uni ist Semesterende und scheinbar Feierlaune. Zu einem rumpelnden, bedrohlichen Soundtrack versteckt sich ein junger Mann im Gebüsch bevor er comichaft und cross-eyed erwürgt sowie an der Hand um Lebenssaft erleichtert wird, die Opening Credits werden mit roten Buchstaben auf schwarzem Hintergrund und schreienden Geigen präsentiert. "Death Dorm" heißt der Film in diesem Transfer, simpler, martialischer, weniger poetisch als "The dorm that dripped blood" - und damit auch passender zum Streifen. Auf einer spärlich dekorierten, aber nett lebhaften und bunt beleuchteten Party will Tim mit seiner Freundin zusammenziehen, Joanne aber braucht noch Zeit. Eine bedrohliche Silhouette stalkt aus der Distanz vor einer festlichen Lichterkette unsere scheinbare Protagonisten, abseits davon ist das Schauspiel leide rallenfalls bemüht bis in Ordnung und die Bilder sind langweilig. Stimmung oder Atmosphäre kommt keine auf, von einer Bedrohung oder dem Killer erst einmal keine Spur. Die Aufgaben unserer im Campus gelassenen Fünfergruppe plus Hausmeister ist es nun jedenfalls, innerhalb von vier Wochen in den Ferien alles auf Vordermann zu bringen, clean the place up, clear the kitchen and beds up, usw.. Diesen mundänen Dialogen und Plänen entgegen gesetzt werden langsame POV Aufnahmen durch dunkle Gänge, unscharfe Aufnahmen rummachender Teenies gibt es zu sehen, doch es bleibt harmlos und verhältnismäßig "subtil".

Szenentechnisch wird weiter das Klischeemodell abgespult, so geht die junge Studentin interessiert die verstaubten, alten Dokumente durch und wird dabei beobachtet, ein fast schon komödiantischer Tusch setzt jedes Mal, begleitet von der hohen Nervvioline, ein, wenn der scheinbare Antagonist lautlos umhertapst. Studentin #5 jedenfalls wird "gegen ihren Willen" von ihren Eltern abgeholt und darf nicht mit dem Rest 4 Wochen lang alles sauber machen, so ein Mist aber auch, und macht sich demnach auf, an ein gutes Stück von der Tür weg (?) abgeholt zu werden. Hier dürfen wir nun mit den Eltern einige Zeit lang einfach WARTEN und danach unverkürzte Laufwege begutachten, wenn der Vater loszieht, seine Tochter zu suchen. Was folgt, ist ein überraschend rabiater Kill, in dem ein Chucks tragender, mit einem Walking-Dead-mäßigem Baseballschläger bewaffneter Killer einige Male auf die Schläfe des wehrlosen Vaters eindreschen darf, bevor dieser daran verstirbt. Das ist ähnlich humorlos und grimmig wie es sich liest, zudem weiß ich nicht wirklich, ob hier geschnitten oder dermaßen gut getrickst wurde, aber Hut ab! Die Mutter wird weniger überzeugend erdrosselt, trotzdem wird es spätestens dann absolut garstig und kompromisslos, wenn der Killer sich natürlich auch die Tochter noch vornimmt und innerhalb der ersten ~20, sonst recht langatmigen Minuten einen Dreifach-Kill hinlegt, der sich auch noch gegen wehr- und schuldlose Opfer richtet. Das belastende Auto fährt jedenfalls mit Leichen im Kofferraum weg und ein "weird guy with fuzzy hair" wird introduced, der sich komisch verhält, an den Mülltonnen vorm Haus rumlungert, scheinbar schon öfter für Ärger gesorgt hat bei den jungen Damen und Herren. John Hemmit sein Name, desweiterem erfahren wir dass einer der Typen unserer Gruppe ein echter Prankster ist, was sich natürlich für zahlreiche Pseudo-Scares eignet.

Schön nebenbei wird erwähnt, dass jemand den Bohrer des Hausmeisters geklaut hat, Chekovs Bohrer also, was in dem Moment wenig unterhält, aber immerhin etwas Action für später verspricht. Joanne hinterlässt jedenfalls eine Notiz bei John Hemmit, damit dieser nicht mehr komisch ist, Geigen schwingen zu langsamen POV Shots ohne Punkt, die sich für ein optisch ansprechendes, aber nichtssagendes Bild des Gebäudes viel zu lange aufbauen. Nächste Szene, Sutdierende am Billiardtisch, Smalltalk, "The way to get good grades is to get the professors to like you", man kennt es. Wir sind 28 Minuten im Film, der Dreifachkill liegt bereits einige Zeit zurück und seitdem gab es nur Gelabere und Belanglosigkeiten. Ein gelungener Pseudojumpscare lässt die Augenlider kurz nicht ganz so schwer werden, es folgt aber leider wieder sehr viel langsames Rumlaufen in totaler Dunkelheit, das nur von gelegentlichem Dialog unterbrochen wird. Die Musik ist hier das einzige, amtosphärestiftende Highlight, doch die unmotivierten Bilder und bremsen den Film echt aus, wenn einfach nichts passiert. Teile der eingängigen Score machen mit der Zeit wirklich Spaß und haben Wiedererkennungswert, einmalig gibt es kurz in einer unerotischen Szene Brüste zu sehen, aber ansonsten schaue ich gerade nach 44 Minuten dieses "Horrors" Studenten beim Labern über Beziehungskram und Briefe von ihren Eltern zu, die dabei aber trotzdem weder charakterisiert werden, noch packend spielen. Das Framing einiger Shots weiß zu gefallen, so ist das nicht, aber reicht das?

Das vorbereitete Abendessen wird vom Killer völlig zerdeppert und zerschlagen, endlich breitet sich erste Panik aus, doch leider bleibt ein nett geframetes Gespräch der Protagonistin das traurige Highlight der nächsten viertel Stunde, auch nach 57 scheiß Minuten gibt es noch Pseudo-Jumpscares des Pranksters und keinen Anflug ernsthaft bedrohlicher, spannender Atmosphäre. Wir gehen langsam auf den dritten Akt und das Finale zu und inzwischen wird durch die finsteren Gänge gerannt, statt gegangen. Ansonsten hatt sich leider nicht viel geändert, Highlight in diesem Abschnitt sind ein kreativer, unblutiger, aber bunt beleuchteter und recht gnadenloser Kill sowie amüsant- bis anstrengend-trashiges Overacting vom verrückten John. Unerwartet ordentlicher, "passiver" Gore ist am Start, wird aber von einem schwachen Bluteffekt gekontert, der obligatorische Twist ist prinzipiell nett, aber leider auch eher schwach gespielt und unspektakulär aufgelöst.

Aber dann, aber dann: Warum habe ich im Intro denn nur erwähnt, dass diese Review es in sich hätte, wenn es wir es nur mit einem zu düsteren, zu langsamen, zu langweiligem, unterdurchschnittlichem Slasher zu tun haben, der zudem bis auf vereinzelte Lichter und Dekoelemente keinerlei Weihnachtsbezug aufweist? Reiner Clickbait? Nein, werter Leser, ganz und garnicht - denn nachdem ich mich etwa 70 Minuten durch diesen Film gekrochen habe, kam dann tatsächlich eins der kompromisslosesten, bösartigsten, zynisch-poetischsten, fiesesten Enden, das ich je gesehen habe. Und nicht nur das, es wertet den Rest des Films auf, ist supergut gefilmt und inszeniert, bösartig schwarzhumorig und der Erwähnenswerteste Part des gesamten Films. Denn ja, es gibt ein paar coole Kameraufnahmen und einen WIRKLICH drastischen, deftigen Kill, das Finale hat noch ein nettes Ass im Ärmel und ist besser gespielt, die Kampfchoreo stimmt auch, allgemein wird es vergnüglicher, je näher am Ende man ist. Doch nach dem Dreifachkill herrscht trotzdem Langeweile, Generik und Leere ohne redeeming factors, bis dann diese verdammt Endsequenz aus einem unterdurchschnittlichen 80s-Slasher, einen verdient durchschnittlchen und erwähnenswerten macht, der für Genrefans gar eine verhaltene Empfehlung darstellen kann. 5/10 & 0,5/5

5/10
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Kommentare

04.12.2019 10:52 Uhr - dicker Hund
User-Level von dicker Hund 14
Erfahrungspunkte von dicker Hund 3.283
Interessante Beschreibung; vielleicht tu ich mir den mal an.

🙂

04.12.2019 12:31 Uhr - Fratze
1x
DB-Helfer
User-Level von Fratze 7
Erfahrungspunkte von Fratze 791
Für meinen Geschmack hast du etwas zu minutiös die Handlung durchexerziert. Könntest da gerne die Spoilerwarnung setzen ; )

Und auch auf die Gefahr hin, dass ich wieder den Deutschlehrer raushängen lasse, muss ich eins loswerden, was mir doch sehr schmerzhaft ins Auge stach: "Bieten" ist unregelmäßig, darum heißt es nicht "bietete", sondern "bot" :P

Ansonsten bin ich jetzt schon ein bisschen neugierig auf das Finale, auch wenn der restliche Streifen eher mäßig interessant klingt. Werd evtl. mal reinschauen.

04.12.2019 17:09 Uhr - ???
User-Level von ??? 2
Erfahrungspunkte von ??? 34
...ich glaube ,,Todestrauma" gehört zu jener Sorte von Slasher-Filmen die man nur dann mag, wenn man in der Entstehungszeit aufgewachsen ist oder man viel für 80's Horror übrig hat. ;) Folglich mag ich den Film sehr (finde ihn sehrvoll atmosphärisch, stimmig & kurzweilig - mit teilweise derben Mordszenen) & muss aber auch gestehen, dass mich das (so hochgelobte) "WTF-Ending" dieses Films eher enttäuscht hat. Da gibt es Filme, die mich schon besser mit offener Kinnlade haben dasitzen lassen = Camp des Grauens, Tödliche Spiele (1977 - only VHS) oder Final Hour. Ist natürlich immer Ansichtssache. ^^ Auch wenn ich deine Meinung zum Film nicht ganz teile - danke für die ausführliche Rezi (musst vielleicht nur aufpassen, dass du immer schön sachlich bleibst & "dem Film gegenüber" nicht zu persönlich wirst.) ;) ;)

07.12.2019 19:51 Uhr - kokoloko
User-Level von kokoloko 10
Erfahrungspunkte von kokoloko 1.486
Danke für die Kommentare, war mehrere Tage in Hamburg, bin nun aber wieder daheim und kann antworten - wenn ich für meine geplanten Reviews Notizen mache und mitschreibe, hangel ich mich gerne chronologisch am Film entlang, ohne die späteren Parts oder Twist oder Details vorwegzunehmen, und währenddessen die auftauchenden SItuationen etc. zu bewerten. Je nachdem, wieviel ich sonst noch zu sagen habe, fällt der Nacherzählungspart dann natürlich verhältnismäßig lang aus, aber sonst wäre die ganze Review arg kurz und ich hoffe, auf diese Weise entsteht einfach ein Gefühl bzw. ein Einblick in das Werk. Das mit dem "bot" hab seinerzeit tatsächlich übersehen, danke für den Hinweis, bleibt drin, dein Kommentar schließlich auch :D

Und zu dir, Alexandra, zweifelsohne gibt es überraschendere Enden doch die Tonalität, Kaltschnäuzigkeit, Garstigkeit sowie die Inszenierung empfand ich, gerade im Kontrast zu dem bisherigen Film, doch sehr bemerkenswert. Und ich werde gerne innig, persönlich und absolut subjektiv mit den Filmen, mache da aber auch keinen Hehl draus - eben aus der Nacherzählung der Events kann man aber natürlich auch einfach selber schließen, da ich nichts verfälsche.

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