SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Böses Zombie-Spiel PS4 aus AT · Hol dir den Klassiker ohne Zollprobleme · ab 19,99 € bei gameware Zombie Army 4 Dead War · Die Kultjagd · ab 48,99 € bei gameware
VelvetK
Level 4
XP 232
Eintrag: 06.12.2019

Amazon.de

  • Todesparty 3 - Monster im Nachtexpress
  • BD/DVD Mediabook
Cover A
33,33 €
Cover B
35,85 €
Cover C
35,85 €
  • Brothers in Blood - Savage Attack
  • BD Mediabook
Cover A
33,62 €
Cover B
33,62 €
  • Es Endet - Kapitel 2
4K UHD/BD
31,99 €
4K UHD/BD + Sammlerfigur
249,99 €
4K UHD/BD Stbk
44,99 €
Blu-ray
18,99 €
DVD
15,99 €
  • Bad Boys for Life
4K UHD/BD
34,99 €
BD Teil1-3
27,99 €
Blu-ray
18,99 €
DVD Teil1-3
22,99 €
DVD
16,99 €
  • Gemini Man
4K UHD/BD 3D/2D Steelbook
59,99 €
4K UHD/BD
30,99 €
BD 3D/2D
22,99 €
BD Steelb.
24,99 €
Blu-ray
17,99 €
DVD
15,99 €
prime video
13,99 €
  • Kingdom
BD/DVD Steelbook
19,99 €
DVD
12,99 €
Prime Video
8,99 €

Attrition - Gnadenlose Jagd

(Originaltitel: Attrition)
Herstellungsland:Großbritannien, Hongkong (2018)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Fantasy, Thriller
Alternativtitel:Final Mission

Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,00 (3 Stimmen) Details
inhalt:
Axe (Steven Seagal) ist ein ehemaliger Soldat der Special Forces, der eine Arztpraxis in Thailand eröffnet hat, um dort ein einfaches und friedliches Leben zu führen. Seine begnadeten Kung-Fu-Kampfkünste trainiert er nur noch zu Meditationszwecken und aus seiner Passion heraus. Doch mit der Idylle ist es schnell vorbei, als ein mit magischen Kräften gesegnetes Mädchen aus dem Dorf entführt wird. Axe fackelt nicht lange, trommelt sein altes Team zusammen und startet eine erbarmungslose Jagd auf die brutalen Entführer, die das junge Mädchen für ihre Zwecke missbrauchen wollen. Doch leider haben sie die Rechnung ohne Axe gemacht!
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von velvetk:

Wow! Bei Attrition handelt es sich zur Abwechslung um keinen halbgaren und schnell zusammengebastelten Etikettenschwindel, was heißen soll, dass man es hier trotz Steven Seagal in üblich stoischer und ziemlich cooler Pose auf dem Cover nicht mit einem Film zu tun hat, in welchem er nur einen laschen Gast- oder bedeutungsschwangeren Nebenauftritt absolviert. Das war die letzten Jahre ja gang und gäbe bei den vielen, vielen angeblichen Seagal-Filmen. Neben der wortreichen Hauptrolle, hat die ansonsten zweifelhafte Actionikone Seagal sogar das betont engelsgleiche, klar rechtschaffende und mit zig Klischees vollgepackte Drehbuch verfasst, was zwar hier und da ungelenk und platt kommt, aber auch völlig desolate, sinnlich berauschte und angenehm träumerische Elemente zelebriert - in vielen Momenten wirkt es, als hätte sich Mathieu Weschler in seiner zugkräftigen Regie von einem gewissen Nicolas Winding Refn beeinflussen lassen, auch wenn nicht annährend die sphärische Klasse erreicht wird, die Refns Filme ausmachen, von der metaphorischen Disziplin ganz abgesehen. Als notleidender Freund von geradlinigen Genrefilmen und C-Ware wie dieser hier, hält sich die unausweichliche Abscheu bezüglich simpelster Weisheiten, einfachster Verstrickungen und im besten Fall ziemlich schlicht geschriebenen Figuren arg in Grenzen. Somit erweist sich Attrition nicht nur als äußerst kurzweilig, konsequent, minimal scheinheilig und in spiritueller Hinsicht fadenscheinig, sondern auch als extrem unterhaltsam, packend und - was im Schaffen Seagal selten geworden ist - wie aus einem Guss. Gewollt wie gedacht, und das für nur knapp 3 Millionen Dollar Budget. Für die paar Scheine hat man bei Attrition alles gegeben und selbst die vielen Nebendarsteller hatten offenbar gute Tage als die Kameras liefen und Steven Seagal ist eben Steven Seagal. Es ist schon erstaunlich, wie dieser Mime seiner vor über dreißig Jahre eingeschlagenen Pfade treu bleibt, auch wenn der meiste Output stets nieder unterhaltsamer Mist ist.

Doch Attrition ist mit Abstand der beste und atmosphärischste Film, in dem Seagal seit Ewigkeiten mitgewirkt hat - und auch einer der wenigen, der tatsächlich eine konzentrierte Handlung von Anfang bis Ende durchzieht und zu keinem Zeitpunkt verwirrend ist. Gerade ein Film wie der puzzleartige General Commander hält ja (wohl eher unabsichtliche) Lynch-Qualitäten inne, so vertrackt und rätselhaft ist der angelegt. Nein, Attrition ist in dieser Hinsicht gut geraten und nie hat man das Gefühl, ein Praktikant hat hier im Schneideraum gekehrt und dann das Beste aus dem gemacht, was auf dem Boden lag. Ja, Attrition hält sogar Vergleiche mit Filmen außerhalb Seagals' Vita stand, ohne in großen Jubel auszubrechen. Attrition atmet dramaturgisch beste achtziger Jahre Luft mit fernöstlichem Flair und setzt auf markige Wortwechsel, gute gestützte Action und einem passenden Feindbild. Wüsste man es aufgrund der knackscharfen HD-Bilder und des hervorragenden Sounds nicht besser, könnte man meinen, dass man ganz hinten in der Videothek ein kinetisch funkelndes Schätzchen erwischt hat. Die in weiten Teilen generisch abgespulte Story vor asiatisch stimmiger Kulisse nutzt als Grund zur vorübergehenden Unruhe des ehemaligen Soldaten Axe (Seagal) zwar nur das, was man von Seagal-Vehikeln seit jeher gewohnt ist, doch die reizvolle, selbstbewusste, stimmige und mitunter wuchtig inszenierte Verpackung retten vieles, was auf dem Papier zum Scheitern verurteilt ist. Da verschmerzt es sich leicht, dass der aus Versatzstücken bestehende Soundtrack nahe an der GEMA-Freiheit kratzt, manche CGI-Blutwolke zu dünne ist und das von Seagal gezeichnete Welt- und Menschenbild zu derbe auf übel und schlimmer heruntergebrochen wird. Aber das war schon immer so und man muss die Kuh bei dieser Art Spielfilm halt so fressen, wie sie durch den Schredder geschmissen wird. Im Gegenzug gibt es eine zurückgezogen meditative und faszinierende Exposition zu bestaunen, die Seagal als gerechten, eremitischen Gönner, malenden Schamanen und sagenumwobenen Wünschelheiler zeigt - das hat echt was, kommt viel authentischer rüber als es sich liest und hätte im Angesicht der schmalen 85 Minuten Laufzeit auch noch mehr Raum vertragen. Auch einige ziemlich effektive Spitzen, wie eine heftige Zerstückelung in bester Irreversibel-Manier, setzen tatsächliche Akzente, die sich richtig gut anfühlen und am Ende, als ein zumindest kraftvoller Monolog seitens der Hauptfigur den Raum flutet, wird klar, dass sich Steven Seagal bei Attrition mit aufrechtem Stolz und sichtbarer Hingabe einbrachte und die Regie ihn nicht wie sonst im Stich ließ. Nüchtern und ohne Fan-Bonus gesehen ist dieser Film immerhin sehr ordentliche Stangenware und damit eben viel mehr als das, was Seagal die letzten Jahre in wenig motivierter Teilzeit im Schatten eines 'bitte nur im Sitzen absolvieren'-Attests ablieferte. Gerade die sauber choreografierten und knackigen Fights, in denen Seagal (sichtlich) kaum gedoubelt wird, haben ordentlich Saft und kommen mit den harten und schlagartigen Schnitten ziemlich gut rüber, auch wenn die einfach gestrickte Story nie zu hoch hinaus eilt.

Im Abspann gibt es noch einen gelungen, wenn auch nicht zum Film passenden Konzertmitschnitt des vielseitig begabten Seagals zu bestaunen - echte Seagal-Fans, die seit Jahren wirklich alles ertragen haben, was nur möglich war, werden auch das wohlwollend mitnehmen. Ein überraschend guter Film.

PS: In Attrition wird ziemlich viel OmU gesprochen. Es ist zumindest nicht möglich, diesen Film nebenbei anzusehen, so wie ich es zunächst vorhatte :-)

7/10
mehr reviews vom gleichen autor
Leuchtturm,
VelvetK
8/10
From
VelvetK
7/10
Watchmen
VelvetK
10/10
Jigsaw
VelvetK
5/10
die neuesten reviews
Leuchtturm,
VelvetK
8/10
Leberkäsjunkie
Ghostfacelooker
Mit
TheMovieStar
7/10
Grindhouse
dicker Hund
8/10
Orphan
hudeley
3/10
wilden
Anti-Pirat
8/10

Kommentare

06.12.2019 10:24 Uhr - TheMovieStar
User-Level von TheMovieStar 6
Erfahrungspunkte von TheMovieStar 516
Vielen Dank fürs Vorstellen, du hast mich zumindest zum Überlegen gebracht, einem aktuellen Seagal Werk mal wieder eine Chance zu geben, dass hört sich ja einigermaßen interessant an. Danke für das informative Review.

06.12.2019 10:31 Uhr - beebop251
Sehr schön geschriebene Kritik. Ich mag Seagal auch heute noch und schaue einer neuen Veröffentlichung immer noch erstmal positiv entgegen. Zumindest denen, wo man weiß, dass er auch tatsächlich der Hauptdarsteller ist. Diesen hier werde ich am Wochenende schauen, da mir auch schon der Trailer gefiel. Deine Kritik macht nochmal etwas mehr Lust auf den Film. Bin schon recht gespannt.

Ich kann man vielen Dtv Seagal Produktionen was anfangen, doch die letzten 2-3 jahre war da wirklich nix bei. Daher wäre es schön, mal wieder einen guten Film mit ihm zu sehen. Morgen startet in den USA ja auch Beyond The Law mit Seagal, DMX und Johnny Messner. Der Trailer schaut auch nicht so schlecht aus. Mal schauen, wann der bei uns dann rauskommt.

06.12.2019 10:40 Uhr - VelvetK
User-Level von VelvetK 4
Erfahrungspunkte von VelvetK 232
Vielen Dank! Ich hoffe dennoch, dass ich ausreichend betont habe, dass hier eine gewisse Vorsicht angebracht ist. Das ist und bleibt ein C-Movie - aber ein sehr unterhaltsames.

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)
Impressum Datenschutz Nutzungsbedingungen Team Kontakt / Werben Mithelfen
© Schnittberichte.com (2020)