SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
The Last of Us 2 · Eine emotionale Geschichte · ab 59,99 € bei gameware Destroy All Humans · Ein großer Tritt für die Menschheit! · ab 28,99 € bei gameware

Guts of a Beauty

(Originaltitel: Bijo no harawata)
Herstellungsland:Japan (1986)
Genre:Horror, Erotik/Sex, Fantasy, Splatter
Alternativtitel:Entrails of a beautiful Woman
Guts of a Virgin 2
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,00 (1 Stimme) Details
inhalt:
Yoshimi (Seira Kitagawa) wird von bösen Yakuza entführt, die sie vergewaltigen und ihr harte Drogen injizieren, um sie als Ware für den Menschenhandel gefügig zu machen. Doch Yoshimi gelingt die Flucht in das Aquariumkrankenhaus, in dem die Psychiaterin Dr. Hiromi (Megumi Ozawa) praktiziert. Die Ärztin setzt nun alles daran, die Gang zu destabilisieren, um ihre Patientin zu rächen. Diese Mission bringt eine Verwandlung mit sich, die auch körperlicher Natur ist.
eine kritik von dicker hund:

Kazuo Komizu drehte 1986 zwei japanische "Eingeweide", nämlich "Guts of a Virgin" und den hier besprochenen, in Deutschland ungeprüften "Guts of a Beauty". Beides sind Sexploiter, wobei der hier besprochene zudem als Rape-and-Revenge-Streifen mit Creature-Einlagen bezeichnet werden kann.

Zur Sache geht es sofort. Der Zuschauer bekommt einen gnadenlosen Gang Bang an einer heulenden Jungfrau serviert, deren Wimmern erst nach der Verabreichung einer harten Droge mit dem klangvollen Namen "Angel Rain" in ein entrücktes Stöhnen übergeht. Ähnlich wie in "Violent Cop" scheinen die Ganoven eine gewisse Routine in der Durchmischung von Frauen- und Betäubungsmittelhandel zu haben. Entsprechend kühl hören sich die von ihnen verlautbarten Zeilen an.

"Erkläre ihr ihr Schicksal!"

Diese minutenlange Darstellung von Sex (9/10) soll nicht die letzte gewesen sein. Teilweise bewegen sich die Aufnahmen sehr nah an der Grenze zur Pornografie. Wenn zum Beispiel eine Dame bei der Masturbation gezeigt wird, ist deutlich aus nächster Nähe zu sehen, dass sie einen Finger in ihre Vagina eingeführt hat. Der Blick auf die Schamlippen ist dabei lediglich dadurch verdeckt, dass der Rest ihrer Hand dort aufliegt. Die drei Retuschenverirrungen finden sich natürlich nur bei Szenen, die einvernehmlichen Verkehr zeigen. So etwas gehört sich ja schließlich auch nicht. Nein, Spaß beiseite - das verstehe, wer will.

Jedenfalls kann das erste Opfer namens Yoshimi flüchten und landet bei der Krankenschwesterärztinpsychologin (fragt nicht!) Hiromi, die den schlimmen Nebenwirkungen des Engelsregens zwar nichts zu entgegnen weiß, sich jedoch auf die Kunst der Wichshypnose (wie vor...) versteht, was vordergründig wohl ernst gemeint sein soll (Humor 3/10). Nunmehr sind die Gangster um gegenseitige Zerstückelung nicht verlegen. Zugleich erleben sie eine außergewöhnliche Art der Rache für das von ihnen getriebene Unwesen, bei der auf bizarre Art die Fetzen fliegen (Gewalt 10/10). Die Effektqualität des Gore schwankt dabei zwischen einigermaßen respektabel und völlig indiskutabel. Letzteres ist der Fall, wenn der Aufprall einer vom Dach gestürzten Person mit einer heruntergeworfenen Wassermelone getrickst wird. Trotz solcher Mängel ist die auf eine gute Stunde zusammengeschnittene Mixtur aus Triebtaten und barbarischen Morden bestimmt nichts für Zartbesaitete (Horror 6/10).

Im Verlauf nimmt "Guts of a Beauty" sich immer intensivere Ausflüge ins Creature-Genre vor, deren Modellierung recht bescheiden, aber noch annehmbar geraten ist. Spätestens hier steigt der Trash-Faktor in ungeahnte Höhen, nachdem dieser sich bei dem Mollgedudel zu Missbrauchsreigen und der unfassbar belanglosen Setgestaltung noch dezent im Hintergrund positioniert hat. Dass die Story ziemlicher Schmarrn ist, braucht inzwischen hoffentlich nicht mehr ausdrücklich hervorgehoben zu werden. Erzählt wird sie durch milchige Bildränder hindurch, die zumindest bei der hier herangezogenen Japan-Shock-DVD eine Art berauschten Tunnelblick erzeugen, der den billigen Look nochmals unterstreicht. 

Schaut man dergestalt schielend auf die Innereien der Schönheit, ergibt sich ein zwiespältiges Bild. Der Film beinhaltet die kompromisslose Härte der mit ungebremstem Sexismus ausgelebten Übergriffe. Diese wiederum tragen die seltsam abstrakte Form abseitiger Erotik aus Fernost in sich, die Sympathisanten solcher räudigen Nischen längst zu schätzen gelernt haben. Für Gorehounds hat der Streifen einige blutig-kuriose Einfälle wie mutierte Mördergeschlechtsorgane des Grauens zu bieten, die mit schrillen Dialogen in die restlose Verrücktheit entgleiten. Auf der Suche nach schlichten, aber wirkungsvollen Extremen geht der Titel daher in Ordnung (6/10 Punkten). Wer jedoch die Kunst des Filmens als Verbindung einer interessanten Geschichte mit ansprechend fotografierten sowie liebevoll arrangierten Sets und überzeugendem Schauspiel veredelt sehen möchte, oder wenigstens handwerklich erkennbar von Amateurgonzobeiträgen den erforderlichen Sicherheitsabstand zu wahren beabsichtigt, sollte sich so fern halten wie irgend möglich. Denn in dieser Hinsicht ist "Bijo no harawata", wie er im Original heißt, nicht viel mehr als gehobener You-Porn aus Nachbars Garage. Erwähnt sei zur Unterfütterung nur dieser karge Fabrikraum, der bloß mit einer Leiter neben wenigen leeren Kisten bestückt ist. 

6/10
mehr reviews vom gleichen autor
Hellraiser
dicker Hund
7/10
Hellraiser:
dicker Hund
8/10
Hellraiser
dicker Hund
6/10
die neuesten reviews
Hellraiser
dicker Hund
7/10
Thor:
Romero Morgue
7/10
Destroyers
cecil b
5/10
Final
Romero Morgue
6/10
2001
sonyericssohn
10/10

Kommentare

26.02.2020 09:51 Uhr - Mr.Tourette
1x
User-Level von Mr.Tourette 2
Erfahrungspunkte von Mr.Tourette 63
Schön, dass du jetzt im fernöstlichen und abseitigen Kino herumschnüffelst und berichtest! I like!

26.02.2020 14:53 Uhr - The Machinist
1x
User-Level von The Machinist 7
Erfahrungspunkte von The Machinist 670
Musste zuerst an ''Angel Guts'' denken.

Diesen hier kenne ich noch nicht, ergo ist meine ohnehin schon hoffnungslos überladene Watchlist noch länger geworden. Wie Mr. Tourette schon sagte, gefallen auch mir deine Vorstellungen zu asiatischem Nischenkino. Da habe ich mir zwar schon vieles angetan, bin jedoch immer offen für neue Empfehlungen - insbesondere wenn mutierte Geschlechtsteile darin vorkommen. :-D

Dieser japanische Ero Guro-Blödsinn, oder wie auch immer man das nennen mag, ist aber halt einfach so ein Fass ohne Boden.

26.02.2020 19:32 Uhr - Laughing Vampire
1x
DB-Helfer
User-Level von Laughing Vampire 5
Erfahrungspunkte von Laughing Vampire 339
Einiges davon gehört, selber leider noch nicht gesehen. Werde ich ändern. Danke für deine wie immer interessante Kritik!
26.02.2020 14:53 Uhr schrieb The Machinist
Musste zuerst an ''Angel Guts'' denken.

Davon sollte endlich mal irgendein westliches Label eine Bluray-Box raushauen. Selbst die japanische, so schön sie auch ist, ist ja nicht komplett (mit nur 4 von 6 Filmen). Das wäre zumindest für mich als riesigen Ishii-Takashi-Fan ein absoluter Traum. :(

28.02.2020 09:04 Uhr - cecil b
2x
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 18
Erfahrungspunkte von cecil b 6.136
UiUiUi. Ganz schräge Kost. Mit köstlichen Sätzen serviert. Äußerst schmackhaft!!!!

28.02.2020 21:50 Uhr - Crítter
1x
DB-Helfer
User-Level von Crítter 6
Erfahrungspunkte von Crítter 485
Wie immer ein tolles Review. Guts of a Virgin/Beauty kenne ich nur vom Namen her. Aber Rape and Revenge mit harten Drogen, Gore, Trash, suizidalen Melonen, dazu noch Kreaturen und mutierte Mördergeschlechtsorgane des Grauens, verpackt in minderwertiger Optik, klingt für mich nach einer uneingeschränkten Empfehlung :)

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)