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John Wick: Kapitel 3

Originaltitel: John Wick 3: Parabellum

Herstellungsland:USA, Marokko (2019)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Krimi, Thriller
Alternativtitel:John Wick 3
John Wick: Chapter Three
John Wick: Kapitel Drei
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,71 (59 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Auftragskiller und Sportwagen-Liebhaber John Wick macht sich bereit für den Krieg. Nach seinem Regelbruch in JOHN WICK: KAPITEL 2 ist ein Kopfgeld von 14 Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt. Wick ist zum Abschuss freigegeben, was gnadenlose Kopfgeldjäger auf den Plan ruft. Er verlor zwar jegliche Privilegien der Geheimgesellschaft, hat als Ausgestoßener aber einen entscheidenden Vorteil: Es gibt keine Regeln! (Concorde Filmverleih)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                    JOHN WICK: KAPITEL 3 - PARABELLUM

Mit John Wick (2014) war den Regisseuren Chad Stahelski und David Leitch ein formidabler Actionkracher gelungen, der Hauptdarsteller Keanu Reeves endlich mal wieder in einer echten Paraderolle präsentierte.  Drei Jahre später erschien ein zweiter Teil, der deutlich erfolgreicher wurde als der erste Teil (Über 171 Millionen Dollar landeten in den Kinokassen), obwohl Chad Stahelski die Regie diesmal allein stemmen musste. So verwundert es nicht, dass ein dritter Teil her musste, der die Geschichte um John Wick ursprünglich mal beenden sollte.

Während Keanu Reeves, Laurence Fishburne, Ian McShane und Lance Reddick ihre Rollen aus dem Vorgänger erneut ausfüllten, gab es bei dem erneut von Chad Stahelski inszenierten Actionstreifen auch einige interessante Neuzugänge zu verzeichnen: Halle Berry (Monster´s Ball, 2001), Mark Dacascos (Crying Freeman – Der Sohn Des Drachen, 1995), Asia Kate Dillon (Orange Is The New Black, 2013-2019) und Anjelica Huston (Die Ehre Der Prizzis, 1985). Das Budget von 75 Millionen Dollar gestattete es Stahelski, in New York, Montreal und Marokko zu drehen.

John Wick: Kapitel 3 – Parabellum knüpft unmittelbar an das Ende des Vorgängers an, weshalb es hilfreich ist, diesen gesehen zu haben. Wegen seines Regelverstoßes wurde ein Kopfgeld von 14 Millionen Dollar auf John Wick ausgesetzt. Während er sämtliche Auftragskiller der Stadt am Hals hat, versucht Wick, außer Landes zu kommen. In der Zwischenzeit entsendet die „Hohe Kammer“ eine Richterin (Asia Kate Dillon), die herausfinden soll, warum Winston (Ian McShane) und der Bowery King (Laurence Fishburne) John Wick unterstützt haben, obwohl er vogelfrei war …

Ein Pluspunkt der bisher dreiteiligen John Wick-Reihe ist, dass sie stets etwas Neues bietet und ihr Universum immer weiter ausbaut. So erfährt der geneigte Zuschauer mehr über John Wicks Vergangenheit, die Schuldmünze wird auch mal von Wicks Seite her eingelöst etc. Ob einem diese Erweiterungen plausibel oder zu weit hergeholt erscheinen, muss jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden, aber nichtsdestotrotz kann man den John Wick-Machern nicht vorwerfen, einfach nur inhaltlich laue Aufgüsse des ersten Teils zu bieten… schließlich hätte man John Wick in den Sequels einfach neue Frauen treffen lassen können, die dann ermordet und gerächt werden.

Auch auf dem Actionsektor lässt man sich immer etwas Neues einfallen, ohne dabei altbewährte Zutaten zu vernachlässigen. Soll heißen: Es gibt – wie immer – jede Menge spektakulär choreographierte Schießereien, die sich durch eine deftige Mischung aus Akrobatik und Brutalität auszeichnen … wenn sich John Wick und die von Halle Berry gespielte Sofia ins bleihaltige Getümmel werfen, bleibt kein Lebenslicht unausgepustet und um wirklich sicher zu gehen, bekommen viele Schurken mehrere Kugeln in Kopf und Brust gejagt. Dabei kommt dann und wann eher mäßiges CGI-Blut zum Einsatz, aber das kennt man ja mittlerweile. Trotzdem nötigt es einem Respekt ab, wie es dem John Wick-Team immer wieder gelingt, solch spektakuläre Schießereien zu inszenieren...der Angriff auf das Hotel Continental ist ein wahres Spektakel, bei dem sich die Gegner nicht so einfach abknallen lassen wie in den ersten beiden Teilen.

Unbewaffnete Kampfszenen sind ebenfalls ein Markenzeichen der John Wick-Filme, und auch von denen gibt es im dritten Teil reichlich. Bereits nach wenigen Filmminuten kommt es zu einem brutalen Kampf in einer Bibliothek, der die Marschroute für die unbewaffnete Konfliktaustragung in John Wick – Kapitel 3: Parabellum festlegt, und der ist alles andere als unspektakulär. Dem dürfte aber nicht jeder Actionfan zustimmen, da der Showdown zwischen Keanu Reeves, Mark Dacascos und seinen Schergen des Öfteren in die Kritik geriet, zumal einer dieser Schergen Yayan Ruhian ist, der in den beiden The Raid-Filmen (2011 & 2014) mit atemberaubenden Martial Arts-Szenen punkten konnte. Besagte Kampfszenen zum Finale des Films mögen in der Tat keine neuen Maßstäbe setzen, langweilig sind sie (meiner Meinung nach) aber dennoch nicht.

Neben diesen üblichen Zutaten zeigt John Wick: Kapitel 3 – Parabellum aber auch Neues. So sehen wir hier erstmals, wie man ein Pferd als Waffe einsetzt, und die hier gezeigten Motorrad-Verfolgungsjagden hat es bisher bei John Wick auch noch nicht gegeben. Es ist nur ein wenig bedauerlich, dass – wie bei den Schießereien – auch hier zum Teil allzu offensichtlich CGI benutzt wurde, wobei natürlich die Frage gestattet sei, wie man die Pferde-Szene anders hätte hinkriegen sollen - denn wo ein Pferd einmal zutritt, wächst kein Gras mehr...

Abgesehen von den Actionszenen bietet John Wick: Kapitel 3 – Parabellum auch interessante Darsteller. Keanu Reeves wirkt – abseits der Actionszenen – streckenweise kaputt und müde, was auch bestens passt, schließlich spielt er hier einen Mann, der permanent gejagt wird und ständig kämpfen muss … das geht definitiv an die Substanz. In den Actionszenen gibt sich Reeves dagegen im Grunde keine Blöße, auch wenn das Zuschauer, die mit Kampfkünsten vertrauter sind als ich, wahrscheinlich anders sehen, da in Zusammenhang mit Reeves öfters Kritik laut wird, er habe sich seine kämpferischen Fähigkeiten nur für seine Filme „antrainiert“, ohne dabei ein „echter“ Kampfkünstler zu sein. Trotzdem ist seine Leistung im dritten John Wick (meiner Meinung nach) erneut überdurchschnittlich. Auch Ian McShane und Lance Reddick können einmal mehr in den ihnen angestammten Rollen als Leiter, bzw. Concierge des Hotel Continental brillieren, wobei Letzterer sich diesmal auch selbst ins Kampfgetümmel werfen darf/muss. Allein wegen dieser drei Darsteller lohnt die Sichtung des Films.

Aber auch abseits dieses Trio gibt es jede Menge Cast-Mitglieder, die im dritten John Wick-Kapitel punkten können. Damit ist nicht nur der gewohnt souveräne Laurence Fishburne gemeint, sondern auch Halle Berry, Asia Kate Dillon, Mark Dacascos und Anjelica Huston.

Halle Berry ist eine Bereicherung für das John Wick-Universum, da sie nicht nur in den Actionszenen überzeugen kann, sondern auch ein interessantes Gegenstück zu John Wick bildet...und über äußerst gefährliche Haustiere verfügt, die nicht weniger gefährlich sind als eine von ihr abgefeuerte Kugel. Auf der Gegenseite kann Asia Kate Dillion als unnachahmlich unterkühlte Richterin der „Hohen Kammer“ ebenso überzeugen wie Mark Dacascos in der Rolle des Zero, der einerseits einen Imbissstand betreibt, andererseits aber auch als Profikiller agiert. Dacascos ist einer der größten Pluspunkte des Films, da er in seiner Rolle einerseits kaltblütig und brutal ist, andererseits aufgrund seiner Bewunderung für John Wick schon wie ein kleiner, sympathischer Fanboy wirkt. Der gebürtige Hawaiianer füllt seinen Part jedenfalls mit einer solchen Spielfreude aus, dass man ihm für die Zukunft noch weitere Rollen in großen Hollywood-Filmen wünscht. Anjelica Hustons Rolle ist dagegen deutlich kleiner ausgefallen, aber trotzdem überzeugt sie als Grande Dame des John Wick-Universums in jeder Sekunde ihres Auftritts.

Alles klar also mit John Wick – Kapitel 3: Parabellum? Nicht ganz, denn der Streifen weist bei all seinen Qualitäten auch Schwachstellen auf. Eine dieser Schwachstellen ist – es mag paradox klingen – der Actionanteil. Der dritte John Wick-Streifen weist bei einer Spieldauer von weit über zwei Stunden derart viele Actionszenen auf, dass sich dann und wann ein (leichtes) Gefühl von Übermüdung und Übersättigung einstellt. Müssen denn bei jedem Shoot Out gefühlt fünfzig Gegner ins Gras beißen oder muss man John Wick wirklich durch jede Vitrine prügeln, die im Raum steht? Gerade der erste Teil lebte davon, spektakuläre Shoot Outs und Kampfszenen im richtigen Maß zu servieren, während man im dritten Teil nach der Devise „Mehr ist mehr“ vorgegangen ist. Eine Straffung hätte dem dritten John Wick-Kapitel durchaus gut getan.

Actionfilme sind generell nicht dafür bekannt, besonders realistisch zu sein, aber auch was diesen Aspekt angeht, nimmt sich John Wick – Kapitel 3: Parabellum zu viele Freiheiten. Wie kann z.B. Laurence Fishburnes Figur eine Attacke, wie sie hier gezeigt wird, überleben? Und auch John Wicks finalen Sturz hätte einfach niemand überleben können. OK, auch in anderen Actionfilmen nehmen die Protagonisten geradezu lebensgefährliche Blessuren mit einem Schulterzucken hin, um trotzdem aus allen Rohren zu feuern, aber hier fällt es nicht ganz so leicht, das Überleben mancher Figur so einfach hinzunehmen.

Trotzdem ist auch John Wick – Kapitel 3: Parabellum ein überdurchschnittlicher, unterhaltsamer Actionkracher, der – trotz minimaler Abstriche – keinen Fan der beiden Vorgänger abgrundtief enttäuschen dürfte. Dennoch sollten sich die John Wick-Macher – da ein vierter Teil mehr als wahrscheinlich sein dürfte – Gedanken darüber machen, ob sie nicht auf dem besten Weg sind, vollends zu übertreiben und sich stattdessen eine vernünftige Story einfallen lassen sollten, mit der man die Geschichte des John Wick würdig abschließen kann. Aber bei einem Einspielergebnis von über 376 Millionen Dollar weltweit wird John Wick wahrscheinlich noch öfter zur Waffe greifen dürfen/müssen…

7-8/10

8/10
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Kommentare

03.05.2021 22:59 Uhr - dicker Hund
1x
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Feine Abhandlung der beiden Fortsetzungen, die ich ganz ähnlich werte. Hoffentlich wird das Franchise nicht totgeritten...

04.05.2021 16:45 Uhr - cecil b
1x
Moderator
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Meine Güte, ihr großartigen Reviewer, ihr zwingt mich ja förmlich dazu, diese Wick-Filme zu gucken! :)

05.05.2021 08:03 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank, ihr Zwei!
Ich hoffe auch, dass das JW-Franchise nicht totgeritten wird...man sollte mal ein Ende ins Auge fassen.

05.05.2021 09:43 Uhr - leichenwurm
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Bis auf die etwas seltsame "Wüstenepisode" fand ich Teil 3 wirklich sehenswert und qualitativ auf dem selben Niveau der Vorgänger. Die Action kratzt zwar wirklich am absoluten Overkill, aber weiss nach wie vor durch kreativität und erlesene Bildsprache zu beeindrucken... ! Ich bin auf jeden Fall gespannt wie es weitergeht und wär noch für ein- zwei Sequels mit absoluter Sicherheit dabei ;-) ! Auch hier wieder ein sehr cooles Review von dir, Punisher !

05.05.2021 23:05 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank, Leichenwurm.
Bin auch gespannt, wie´s weiter geht.

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