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Trash

Herstellungsland:Großbritannien, Brasilien (2014)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Drama, Krimi
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,67 (3 Stimmen) Details
inhalt:
Raphael wohnt im Dreck von Rio. Die Tage verbringen er und seine Freunde Gardo und Rato damit, durch Berge von dampfendem Müll zu waten. Sie sichten, sortieren, atmen und leben den Abfall. Ja, sie schlafen sogar auf ihm. Doch eines Tages verändert sich die Welt schlagartig. Raphael findet eine kleine Ledertasche. Eine Entdeckung voller Geheimnisse, eine Tasche voller Hoffnung, eine Tasche, die nicht nur sein Leben verändern wird.

Bald laufen Raphael, Gardo und Rato um ihr Leben und werden nicht nur von der Polizei gejagt. Mit ihrer schnellen Auffassungsgabe und der Fähigkeit, sich aus vielem herauszureden, gelingt es ihnen, die Geschichte hinter dem Geheimnis aufzudecken…
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von cabal666:

Dem britischen ehemaligen Bühnenregisseur Stephen Daldry (u.a. "Billy Elliott) ist mit "Trash" ein toll gemachter, farbenfroher Film über die Zustände in den Armenvierteln Rio de Janeiros (und generell lateinamerikanischer Großstädte) mit einer wichtigen humanistischen Botschaft und viel Sozialkritik gelungen.


Getragen wird der Film vor allem von seinen drei noch sehr jungen Hauptdarstellern. Die Jungschauspieler Eduardo Luis, Rickson Tevez und Gabriel Weinstein, welche allesamt Laien sind, die hier erstmals vor eine Kamera treten, sind wirklich sympathisch und man nimmt ihnen ihre Freundschaft sofort ab. Ihre ständigen flapsigen Sprüche sorgen außerdem für eine Menge Humor. Man kann sich mit ihnen gut identifizieren, da sie sich, abgesehen von ihrer Herkunft, eben kaum von anderen Kindern unterscheiden. Weshalb es einem dann auch besonders nahe geht, wenn ihnen hier schlimme Dinge passieren. Wenn ihre Heimat niedergebrannt wird und sie sich verzweifelt fragen, was sie denn eigentlich getan haben, um sowas zu verdienen, wird die Botschaft des Films sehr gut rübergebracht.


In weiteren Rollen sieht man noch die beiden tollen amerikanischen Charakterdarsteller Rooney Mara und Martin Sheen, welche dem Ganzen noch einen internationalen Anstrich geben, allerdings beide nicht viel Screentime haben. Der Fokus liegt ganz eindeutig auf den drei Jungs.


In "Trash", der auf einem eher unbekannten Roman von Andy Mulligan basiert, wird das Bild einer korrumpierten Gesellschaft gezeichnet, in der praktisch jeder nur auf Geld aus ist und besonders die bis ins Mark korrupte Polizei eher Feind der Bevölkerung als Freund und Helfer ist - was die Hauptfiguren auch am eigenen Leib erfahren müssen. So kommt es im Verlauf des Films zu einigen drastischen Szenen, die für eine FSK 12 schon hart an der Grenze sind. Andererseits war der Film wohl auch für ein jüngeres Publikum gedacht, um es für die Thematik zu sensibilisieren. Von daher sind sie wohl auch angemessen, um zu zeigen, dass in Rio eben nicht alles nur eitel Sonnenschein ist (die Stadt ist ja immer noch ein beliebtes Urlaubsziel).


Die Inszenierung funktioniert auch sehr gut. Es gibt schnelle Schnitte, öfters untermalt mit brasilianischem Hip-Hop, und sehr farbenfrohe Bilder. Wobei man manchmal dadurch auch den Eindruck bekommt, dass das Ganze etwas verkitscht wird.
Was die Handlung betrifft, muss man leider einige Abstriche machen. Die Erzählung wirkt manchmal etwas unausgereift und die Nebenfiguren scheinen dem Film egal zu sein.

SPOILER: Es störte mich beispielsweise, dass man nicht erfährt, was mit Rooney Maras Charakter passiert, während sie bei der Polizei ist. Und wie sie wieder von dort wegkam. Als sie am Ende zurückkehrt, scheint ihr ja kaum was passiert zu sein, obwohl das eher zweifelhaft erscheint, bedenkt man, was mit einem der Jungs angestellt wurde.
Außerdem wurde auch nicht darauf eingegangen, wie es der Priester parallel geschafft hat, die ganzen heimatlos gewordenen Menschen zu versorgen, obwohl er zwischenzeitlich kein Geld mehr hat, da ihm dies die Jungs notgedrungen stehlen mussten.
Und es erscheint sehr unglaubwürdig, dass ein kleines Mädchen mehrere Tage ohne Essen und Trinken auf einem Friedhof ausharren konnte!
Da wird irgendwie schon ziemlich viel verharmlost.

Auch das Ende wirkt etwas zu zuckersüß, naiv und unrealistisch. Ein märchenhaftes Happy End wie dieses hier ist bei dem Film eigentlich eher deplatziert.


Und zur deutschen Synchro ist anzumerken, dass hier die Mehrsprachigkeit der handelnden Figuren leider ignoriert wurde. Die drei Hauptcharaktere sprechen nämlich hauptsächlich Portugiesisch und nur sehr gebrochen Englisch, da sie es ja selbst noch lernen. In der deutschen Fassung reden aber alle Deutsch. Und dementsprechend irritiert es, wenn die Jungen sich gegenüber den beiden amerikanischen Missionaren so unbeholfen artikulieren. Trotz der guten Sprecher führt hier also mal wieder kein Weg am Originalton vorbei.


Nichtsdestotrotz ein sehr gut gemachter Film mit tollen Schauspielern und wichtiger Botschaft, der auch mal das Auge auf Missstände lenkt, die uns nicht direkt betreffen, aber nicht ignoriert werden sollten. Definitiv mehr als einen Blick wert.

8/10
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