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VelvetK
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Eintrag: 08.12.2019

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Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen

(Originaltitel: Doctor Sleep)
Herstellungsland:USA (2019)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Shining: Part 2
Shining 2: Doctor Sleep
Stephen King's Doctor Sleep
Doctor Sleep

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,60 (10 Stimmen) Details
inhalt:
„Doctor Sleep“ erzählt die Geschichte von Danny Torrance weiter, 40 Jahre nach seinem grauenhaften Aufenthalt im Overlook Hotel in „Shining“. Immer noch gezeichnet von den traumatischen Erlebnissen, die er als Kind im Overlook durchmachte, musste Dan Torrance darum ringen, so etwas wie Frieden in seinem Leben zu finden. Doch dieser Frieden wird erschüttert, als er Abra trifft, einen tapferen Teenager, der im Besitz einer mächtigen, übersinnlichen Kraft ist: des „Shining“. Ihren Instinkten folgend hat Abra erkannt, dass Dan diese Gabe ebenfalls besitzt. Sie bittet ihn um Hilfe, gegen die gnadenlose Rose the Hat und ihre Anhänger vom Wahren Knoten vorzugehen, die sich in ihrem Streben nach Unsterblichkeit vom Shining Unschuldiger ernähren. Dan und Abra formen eine ungleiche Allianz und nehmen gemeinsam den erbarmungslosen Kampf auf Leben und Tod gegen Rose auf. Abras Unschuld und ihre unerschrockene Art, ihr Shining bereitwillig anzunehmen, zwingen Dan dazu, wie niemals zuvor auf seine eigenen Kräfte zu vertrauen – und sich zugleich seinen Ängsten zu stellen und die Geister der Vergangenheit wiederaufleben zu lassen.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von velvetk:

"Das ist für Jack Torrance."

Ist Doctor Sleep eine getreue Verfilmung von Stephen Kings gleichnamigen und soliden Roman aus dem Jahr 2013, der seinen eigenen und um Dekaden zurückliegenden Buchklassiker Shining fortsetzt? Oder vielleicht doch eine direkte und freie Fortsetzung zum legendären Kubrick-Film aus dem Jahr 1980, den Stephen King ja nie besonders mochte? Oder begeht Regisseur und Drehbuchautor Mike Flanagan, der bisher als respektabler Genrehandwerker in Erscheinung trat, ganz neue und eigene Wege, um der faszinierenden Mythologie Kings hiermit einen völlig anderen Stempel aufzudrücken? Tja, irgendwie ist Doctor Sleep alles auf einmal geworden und nichts von alle dem ist in Gänze ausformuliert, was man vor allem King selbst ankreiden muss, so eigenwillig steht sein Roman zwischen allen Stühlen. Schon die ersten und sehr vertrauten Klänge über dem alten Warner-Logo machen aber deutlich, dass sich Flanagan die akribisch meisterhaften Lorbeeren von Stanley Kubrick zu eigen macht, und damit über weite Teile seines zweieinhalb Stunden langen Films besten Fan-Service liefert, drückt man ein Auge ganz leicht zu.

Doctor Sleep widmet sich in erster Linie Danny Torrance (Ewan McGregor), der sein Trauma im Overlook-Hotel von damals längst nicht überwunden hat und als kaputtes Wrack seine Tage dahin siechen lässt. Doch das Shining, also die Gabe an sich, belastet nicht nur den längst erwachsenen Danny, sondern auch andere Seelen. In zweiter Linie erzählt Doctor Sleep von einer Art übernatürlich gesegneter Sekte unter der Führung von Rose (Rebecca Ferguson), die dem dunklen Hokuspokus zugeneigt ist und sich mit grausamen Ritualen auf Kosten der Lebenden verjüngt.

Diese beiden Haupthandlungen wechseln beständig, gut beobachtet und detailliert geschildert den Fokus und erweitern sich über einen großen Teil der Laufzeit nebeneinander her und scheinbar losgelöst voneinander. Es ist für lange Zeit nicht wirklich klar, wohin diese Geschichte führt. An dieser Stelle ist es von elementarer Bedeutung, wenigstens den Film von 1980 gesehen zu haben, denn ohne ein wenig Vorwissen macht dieser Film schlicht keinen Sinn und erst recht keinen Spaß. Doch Kubricks Shining geht ja bekanntlich immer und sieht man dann Doctor Sleep im Anschluss, bleibt ein positiver Hall mit Knacks haften. Die hervorragende Produktion, das mitunter grandiose Set-Design und die gewählten Darsteller lassen einen unwohl in dem Weltenentwurf von Doctor Sleep verweilen, auch wenn Flanagan es verpasst, den verwunschen düsteren Zauber und den nötigen Humbug in der Story so zu verpacken, wie es zum Beispiel Frank Darabont mit The Green Mile gelang, um bei einer King-Verfilmung mit nicht irdischer Energie und positiver Zauberei zu bleiben. Gerade die lebenshungrigen Sequenzen mit der abgefahrenen Sekte sehen immer einen Ticken zu sehr nach zu schwach überzeichneten Trash a la American Horror Story aus, was nicht schlecht sein muss, aber zunächst nicht so recht zur parallel verlaufenden und eher nüchtern erzählten Danny Torrance-Linie passen mag. Hier beißt sich einiges und Doctor Sleep ist bisweilen sehr unrund, ist einem nicht nach einem dunklen Märchen - wer da kein Interesse an Dingen hat, die Shining selbst nie erwähnte, wird es schwer haben. Erst nach knapp einer Stunde fügt eine weitere Linie ein klärendes und verbindendes Licht hinzu - die kleine Abra (Kyliegh Curran) besitzt ebenfalls das Shining, findet Danny letztlich in Not und die Schicksale kreuzen sich, am Ende das Overlook.

"Eine Gabe? Ich weiß nicht."

Mike Flanagan versucht es mit Doctor Sleep allen Recht zu machen, was ihm unter den Umständen gut gelingt - ein Klassiker steht hier dennoch nicht zwischen Tür und Angel, auch wenn mir dieses Horror-Drama besser gefällt, als vieles, was sonst unter dem Banner Grauen über die Leinwände und Bildschirme flimmert. Doctor Sleeps Erwachen, wie der Film hierzulande betitelt wurde, ist atmosphärisch, schaurig und klassisch aufgeschlüsselt - ja, Flanagan widerstrebt aktuellen Trends, fordert Aufmerksamkeit und auch etwas mehr Sitzfleisch. Doctor Sleep bleibt immer ganz dicht an seinen Protagonisten dran und verlässt sich dabei wie gesagt ein grobes Stück weit auf alte Pfeiler und streut immer wieder Klangfetzen und optische Sprenkel gleich des Originals von 1980 ein, setzt aber auch eigene und sehr effektive Akzente. Der Soundtrack ist klasse und ein ziemlich präsentes (Herz)klopfen, das wirklich andauernd ertönt, ist zumindest viel interessanter, als zig selbstzweckhafte Jump Scares, die sich der Film glücklicherweise ausspart. Doctor Sleep spielt in vielerlei Hinsicht mit einem zwar wirren Blatt, doch die Karten liegen zu jeder Zeit klar offen - es ist schon bewundernswert, wie Flanagan mit diesen Karten das Spiel nach und nach doch für sich entscheidet, auch wenn er nicht an die königliche Partie von Kubrick herankommt, was auch keiner ernsthaft erwartet hat. Doch Flanagan macht das Beste aus dem göttlichen und übergroßen Schattenwurf von Kubrick und weiß mit diesem Film kurzweilig zu fesseln. Doctor Sleep ist somit eine trächtige Erscheinung mit der richtigen Portion Hommage an fahle Lichter der Vergangenheit, hat man etwas für diesen magischen Stoff übrig. Zwar wird viel entmystifiziert, doch Flow und Grusel stimmen. Auch die Figuren gleiten nie ins Belanglose und das letzte Viertel ist ein Fest, welches einfach nicht schlecht werden kann - hier zeigt sich, dass Flanagan doch dem verfällt, wovon wohl jeder Filmemacher träumt; nur einmal im Hauch von Kubrick wandeln. 

Ewan McGregor spielt im Grunde das herunter, was man von ihm kennt - das wird einfach nie langweilig und wertet den Film sensibel auf, auch wenn McGregor damit wohl niemals in die Gefahr einer Oscar-Nominierung geraten wird. Auch die restlichen Akteure sind dabei, ohne dass da irgendwer abfällt oder besonders heraussticht - mit dem Cast kann man absolut zufrieden sein, auch wenn das intensive Kammerspiel auf weiter Fläche aus dem Vorgängerfilm entfällt. Sehr gut gelungen sind knappere Auftritte, die nachdrücklich an Shining erinnern sollen - die Wahl beim Casting kann man nur als superb bezeichnen. Wenn McGregors Figur an einer Bar Platz nimmt und Lloyd in neuer alter Gestalt trifft und zur Rede stellt, ist ein Applaus angebracht, der bei der Nachstellung anderer ikonischer Momente nicht punkten kann. Die nachgestellte Fahrstuhlsequenz samt Blutschwall sieht irgendwie kacke aus. Sorry, Mike. Doctor Sleep legt also einen akzeptablen Spagat zwischen seiner Buchvorlage, dem Film von Kubrick und manch eigener Idee hin, was aber auch heißt, dass sich diese drei oftmals fremden Stücke eben immer ein bisschen zu weit voneinander entfernt ansehen, um als großes Ganzes zu begeistern. Doctor Sleep ist für fast zwei Stunden eben doch sehr viel mehr American Horror Story oder Supernatural, als Shining - da erscheinen mir sechs Punkte mit Blickrichtung zur Sieben mehr als fair. Das letzte Viertel, in alter Kulisse, ist hingegen ein absoluter Genuss für Fans des alten Films, gerade weil hier nicht viel Neues erzählt werden muss, auch wenn Flanagan stilistisch gesehen vereinzelt zu billiger TV-Optik greift. Die Ehrfurcht, die Kubrick durch King hindurch einst zum Leben erweckte, wird wohl auch in hundert Jahren noch eine Wirkung erzielen, woran sich etliche Filmemacher auf alle Zeiten die Zähne ausbeißen werden - gut so.

Ja, gut so. Mehr aber auch nicht.

6/10
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Kommentare

08.12.2019 21:06 Uhr - sonyericssohn
2x
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Hab mich jetzt vor kurzem zum ersten Mal durch den Ur- Shining durchgearbeitet. Irgendwie bin ich nicht so ganz glücklich geworden. Vielleicht weil mir der Film nicht liegt...
Jenen hier werd ich dann wohl eher...abwarten.

Feine Kritik aber dennoch...wie gehabt ;-)

08.12.2019 21:48 Uhr - VelvetK
1x
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Der wächst noch sony, wart mal ab. Ich kann mich noch gut an meine erste Sichtung erinnern. Zwanzig Jahre, und Shining gedeiht immer noch. Das ist wie dieser eine Song, der einen gleich packt, aber man es selbst gar nicht zugeben will - irgendwann.

Schon die von King geschriebene Miniserie gesehen?

08.12.2019 21:49 Uhr - sonyericssohn
1x
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Nö da muss ich passen. Muss erst mal den Film verdauen :-D

08.12.2019 21:52 Uhr - VelvetK
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Die rückt den originalen Film jedenfalls ins richtige Licht...quasi zur Linderung bei Verdauungsschwierigkeiten ;-)

08.12.2019 22:02 Uhr - sonyericssohn
1x
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Darauf ein Riopan ! :-D

08.12.2019 22:45 Uhr - Cabal666
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Ich bin irgendwie hin- und hergerissen, ob ich mir "Doctor Sleep" (was soll die dämliche deutsche Titelverlängerung?) wirklich geben soll. Zum Einen befürchte ich eine ähnlich respektlose Verwurstung von Kubricks Meisterstück wie in "Ready Player One", zum Anderen sprechen die Besetzung und der Regisseur (von Flanagan stammt ja auch die sehr gute King-Verfilmung "Gerald's Game") schon eher für den Film. Und im Grunde interessiert mich die Fortführung der Geschichte ja schon.
Deine Kritik hat mir auf jeden Fall einen guten Überblick gegeben, worauf ich mich einstellen kann. Sehr gut geschrieben.
Vielleicht geh ich doch noch ins Kino.

08.12.2019 22:56 Uhr - VelvetK
1x
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Na, mit dem unsäglichen Ready Player One hat dieser schön schiefe Schmöker nix am Hut - in gewisser Hinsicht übertrifft dieser das lasche Zitat von Spielbergs Ready Player One bei weitem, ohne dass diese beiden Filme je im Eifer standen.

09.12.2019 00:39 Uhr - Ghostfacelooker
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Liest sich doch nach genau meinem Geschmack Rinopan und Rennie hin oder her:))))

21.12.2019 02:48 Uhr - spobob13
@velvetk
Danke für deine schön geschriebene ausführliche Rezension, die auch nicht spoilert ;-). Der Film scheint weder ein Meisterwerk noch eine Bruchlandung zu sein. Wenn man die Erwartungshaltung nicht so hoch ansetzt, hört sich alles nach einem noch einigermaßen soliden Film an, der einen nicht komplett entäuscht. Mit dem Vergleich zu "American Horror Story" kann ich dir leider nicht folgen, weil ich Kinofilme bevorzuge. Ich hoffe deine Aussage "vereinzelt zu billiger TV-Optik greift" hat dazu keinen Bezug.


22.12.2019 01:18 Uhr - Tomzifer
Habe gerade Gestern noch Kubricks ''Shining'' geschaut (mal wieder) und freue mich über diese Fortsetzung. Im Kino wurde er bei uns nicht gezeigt was ich echt schade fand. Sobald der Film als BluRay im Laden liegt kauf ich mir diesen auch. .....der TV Zweiteiler fand ich echt öde, auch wenn dieser mehr zum Buch hinführte....... ....witzig fand ich die Shining Szenen aus Ready Player One, echt MEGA ! ....Gänsehaut.

Mit Jack Torrance würd ich auch gern nen Bourbon trinken :)

REDRUM !!!!

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