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Horace Pinker
Level 21
XP 9.043
Eintrag: 09.12.2019

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Darlin'

Herstellungsland:USA (2019)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror

Bewertung unserer Besucher:
Note: 4,40 (5 Stimmen) Details
inhalt:
Vor den Türen eines Krankenhauses wird die völlig verwahrloste Darlin’ bewusstlos aufgefunden. Als das junge Mädchen in der Klinik wieder zu Bewusstsein kommt, wird schnell klar, dass sie alles andere als normal ist. Sie beißt, schlägt um sich und scheint nicht einmal richtig sprechen zu können. Während die Ärzte und Pfleger noch über ihre Herkunft rätseln, hat der örtliche Bischof schon einen Plan. Er will Darlin' zu einem respektablen Mitglied der Gesellschaft machen und nimmt sie in sein Heim für Mädchen auf. Was er nicht weiß: Die blutrünstige Frau, von der Darlin’ aufgezogen wurde, ist schon auf der Suche nach ihr…
eine kritik von horace pinker:

Anmerkung: Da ich die Romanvorlagen von Jack Ketchum bisher nicht gelesen habe, werde ich diesmal auf einen Vergleich verzichten.

Ganze 8 Jahre nach The Woman schlüpfte Polyanna McIntosh (Let Us Prey, The Walking Dead) in Darlin‘ zum dritten Mal in die Rolle der in der Wildnis lebenden Kannibalin. Im Unterschied zu den beiden Vorgängern trat McIntosh dieses Mal aber nicht nur vor sondern auch hinter der Kamera in Erscheinung. So nahm die Schottin nicht nur im Regiestuhl Platz, sondern verfasste auch das Drehbuch. Ob das Resultat eine lohnenswerte Ergänzung der Reihe darstellt versuche ich im Folgenden zu klären.

Kurz zur Story: Wie der Titel schon andeutet geht es dieses Mal vor allem um die im Vorgänger eingeführte Darlin‘. Nachdem sie nach dem Ende des Vorgängers mehrere Jahre gemeinsam mit „der Frau“ in der Wildnis verbracht hat, wird sie von dieser aus erst später geklärten Gründen in einem Krankenhaus abgesetzt. Von dort wird sie bald in ein kirchliches Waisenhaus übergeben. Der dort ansässige Bischof will versuchen sie zu zivilisieren und schreckt dabei auch nicht vor unmoralischen Mitteln zurück. Darlin‘ ist vor allem auf die titelgebende Protagonistin fokussiert und erzählt dabei im Grunde eine Coming off Age Geschichte. Neben dem Übergang von der Jugendlichen zum Erwachsenen wird auch die Rückkehr von der ungezügelten Wildheit und Animalität zur versuchten Integration in die Gesellschaft inklusive dem (Wieder)Erlernen von Sprache und gesellschaftlichen Normen. Dies gelingt vor allem dank der starken Performance von Lauryn Canny (Amber, A Life of Music), die durchwegs sympathisch erscheint und sowohl glaubwürdig die anfangs beinahe tierische, ungezügelte Seite ihrer Figur, als auch später die etwas naive aber auch vom inneren Zwiespalt sowie Zweifeln bezüglich ihrer Vergangenheit geplagte junge Frau überzeugend darstellt. Einige Handlungsstränge aus The Woman, etwa das Schicksal von Darlin’s beiden Schwestern, wird hingegen erst relativ spät im Film aufgeklärt. Davon abgesehen ist auch positiv anzumerken, dass keine klare schwarz-weiß Zeichnung stattfindet. So wird anhand des zwielichtigen, nicht vor Missbrauch und Gewaltanwendung zurückschreckenden, von Bryan Batt (Mad Men, 12 Years a Slave)herrlich schmierig und unsympathisch gespielten, Bischofs etwa die Frage gestellt, ob nicht doch die sogenannten „Präsentanten der Zivilisation“ genauso (wenn nicht gar schlimmer) sind als die in der Wildnis lebenden Menschenfresser. Gleichzeitig wird dabei natürlich auch auf reale Problemfälle in der katholischen Kirche angespielt. Im Rahmen des Films werden dann auch noch weitere reale gesellschaftliche Probleme auf interessante Weise aufgegriffen, darunter etwa die schlechte Behandlung bzw. Missachtung von Obdachlosen. Trotz des starken dramatischen Einschlags, wurden auch einige humoristische Einschübe gelungen in die Handlung eingebunden, wenn man etwa sieht wie die Frau das erste Mal in einem Auto mitfährt lädt die durchaus zum Lächeln ein. Allgemein schafft es McIntosh auch mehr Facetten ihrer Figur, neben der knallharten Menschenfresserin zu beleuchten. So darf sie etwa, wenn sie mit neuem konfrontiert wird auch teils eine gewisse Unsicherheit zeigen und auch zu einigen Figuren eine Beziehung entwickeln die über das sofortige Ermorden hinausgeht.

Selbstverständlich sind Spannung und Schockszenen ebenfalls ein wichtiger Teil eines Horrorfilms. Auch in dieser Hinsicht kann Darlin‘ liefern. Sowohl die teilweise unerwartete Entwicklung von Darlin‘ als auch die Verfolgung durch die Frau wissen dabei größtenteils mitzureißen und einige überraschende Entwicklungen aufzufahren. Dabei kommt es auch zu einigen Gewalteruptionen, die zwar nie besonders langgezogen aber teils doch relativ blutig ausfallen. Neben diversen Kehlenschnitten und einigen kannibalistischen Einschüben sticht dabei besonders der unsachgemäße Gebrauch einer Fahne heraus. Besonders erfreulich fand ich dabei, dass diese Szenen nicht wie im Vorgänger in Form eines schwer verfolgbaren Schnittgewitters umgesetzt, sondern in ruhigen Kameraeinstellungen eingefangen haben.

Trotz einiger Härten war die FSK dieses Mal milde gestimmt und vergab der unzensierten Version von Darlin‘ ihr 16er Siegel.

Mit Darlin‘ ist Polyanna McIntosh in meinen Augen eine starke Fortführung der Reihe gelungen die durch eine interessante Geschichte, starke Darsteller und einen ordentlichen Spannungsbogen überzeugen kann und auch einige Fiesheiten zu bieten hat.  Dafür vergebe ich 8 von 10 wilden Mädchen.

 

 

Trivia: Darlin‘ ist der erste Film der Reihe, der nicht auf einer direkten Buchvorlage basiert.

Nach dem Abspann folgt eine kurze Post Credit Szene.

8/10
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Kommentare

09.12.2019 21:50 Uhr - dicker Hund
1x
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Da ich "The Woman" und "Beutegier" richtig stark fand, habe ich den hier auf dem Radar. Das kurzweilige Review lässt ihn dort noch etwas heller blinken.

10.12.2019 08:23 Uhr - sonyericssohn
1x
DB-Co-Admin
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Beutegier hab ich vor Jahren mal gesehen. War eigentlich ganz okay. Der Vorgänger und jener hier fehlen noch. Klingt jedenfalls schmackhaft ;-)

10.12.2019 17:42 Uhr - cecil b
1x
DB-Co-Admin
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Schöne Review mal wieder!!!!!!!!

Für mich ist THE WOMAN einer der besten Horrorfilme unserer Zeit. Die anderen Filme der Reihe -besonders diesen hier- möchte ich unbedingt nachholen. Auch ich habe die Romane nicht gelesen, aber mein Blick auf THE WOMAN reicht mir bisher filmisch.

10.12.2019 19:10 Uhr - The Machinist
2x
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Die kompromisslose Erzählweise, die Ketchum's Romanen und auch den Verfilmungen ''Offspring'' und ''The Woman'' innewohnt, habe ich in ''Darlin'' leider gänzlich vermisst. Außerdem funktionierte er für mich auch nicht als eigenständiger Film, zu lasch war die Figurenzeichnung und die plumpe Kirchen-Kritik ging mir bereits von Anfang an auf den Senkel.

Was ich damit sagen möchte: Wenn ich einen Ketchum lese, lauert dort in tendenziell jedem Menschen das Böse, McIntosh versucht mit ihrem Film jedoch, Religion als etwas Böses zu stigmatisieren, was völlig nach hinten losgeht.

Da konnten auch McIntosh und Lauryn Canny, die hier selbst gewohnt großartig spielen, wenig reißen und so bleibt ''Darlin'' - auf den ich mich echt gefreut hatte - insgesamt eine kleine Enttäuschung im Filmjahr 2019. Nur 4 von 10 meinerseits.

Hast du aber gut geschrieben und freut mich natürlich auch wenn der Film dennoch Fans findet. ;-)
Meins war's diesmal nicht.

10.12.2019 20:58 Uhr - Horace Pinker
1x
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Danke euch für Lob und Feedback, freut mich das auch nach meiner kleinen Reviewpause noch Interesse an meinen Rezensionen besteht :)
dicker Hund: Dann wünsche ich dir viel Spaß, hoffe Darlin' wird dir ähnlich gut gefallen wie mir.
sonyericssohn: Witziger weise habe ich Beutegier noch nicht gesehen (auch weil es den soweit ich weiß hierzulande nur in zensierter Form gibt), sollte ich dann wohl bei Gelegenheit mal nachholen.
Cecil:Soweit würde ich persönlich bei The Woman jetzt nicht gehen wollen (u.a. auch da mir die Kameraführung an vielen Stellen zu chaotisch war)aber ein gelungener Horrorfilm mit fähigen Darstellern und einer interessanten Story ist der definitiv. Sollte Darlin' seinen Weg in deinen Player finden wäre ich jedenfalls auf deine Bewertung gespannt.
The Machinist: Freut mich das meine Kritik dir trotz abweichender Meinung gefallen hat, finde es selbst auch oft faszinierend andere Perspektiven kennenzulernen. Sicherlich hat es auch einen Einfluss ob man literarische Vorlage kennt, da schneiden die Verfilmungen öfters schlechter ab (auch ich wurde bei Buchverfilmungen bereits mehrfach enttäuscht, etwa bei einigen Stephen King Adaptionen). Da ich bisher noch gar nichts von Ketchum gelesen habe konnte ich Darlin' nur als eigenständigen Film und Fortsetzung von The Woman bewerten und mich konnte der Film in dieser Hinsicht überzeugen (auch wenn er zugegebener Weise auch seine Schwächen hat).

11.12.2019 10:49 Uhr - Mr.Tourette
1x
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Erfahrungspunkte von Mr.Tourette 63
Ich muss einen anderen Film gesehen haben. Ich fand den echt unterirdisch. Funktioniert für mich weder als Drama noch als Horrorfilm, da ich die Kritik plump und den Horror recht lasch empfand. Ich kenne keine der Buchvorlagen, fand aber "The Woman" durchaus ok. Die Review passt dafür! ;)

11.12.2019 21:51 Uhr - DriesVanHegen
1x
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Erfahrungspunkte von DriesVanHegen 369
Ich bin mir mit DARLIN' auch etwas uneins.
Ich habe mich sehr auf die Fortsetzung gefreut, vor allem wegen des fantastischen THE WOMAN. Der ist im Vergleich zwar deutlich zeigefreudiger was die Gewalttaten angeht, aber in seiner Kritik am Patriarchat wesentlich subtiler. Wie sich dort der Sadismus immer mehr manifestiert und von einer zur nächsten Generation überspringt, ist famos boshaft.

McIntosh gelingt es leider nicht, solche ambivalenten Figuren anzulegen, wie McGee und Ketchum - da merkt man dann doch, dass sie erstmalig das Drehbuch geschrieben hat und eben keine Vollblutautorin ist. Außerdem stört mich die Holzhammerkritik doch sehr. Auch der Nebenstrang mit der Frauenenklave war für mich eher Fremdkörper. Die Message des Films ist wichtig und aktuell, aber in der Umsetzung doch etwas arg profan.

Lauryn Canny ist allerdings beeindruckend und verkörpert den sekundenschnellen Wechsel von wild und ungezähmt hin zur frommen Klosterschülerin, die in nachvollziehbarer Identitätskrise steckt. Außerdem schön, Nora Jane-Noon mal wieder vor der Kamera zu sehen.

Ich finde Capelight versorgt das Publikum derzeit sehr zielstrebig mit annehmbaren (DARLIN', BR II) bis hin zu sehr guten (BLACK CHRISTMAS, THE FIRST KING) Filmen. Die VÖ sind aber ausnahmslos gelungen.

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