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Apollo
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Eintrag: 11.12.2019

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Showgirls

Herstellungsland:Frankreich, USA (1995)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Erotik/Sex

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,78 (32 Stimmen) Details
inhalt:
Nomi Malone (Elizabeth Berkley) will sich als Tänzerin in Las Vegas ein neues Leben aufbauen. Mit nur einem Koffer aus der Provinz angereist, landet sie bei ihrem ersten Auftritt ausgerechnet in einem schäbigen Strip-Lokal. Doch sie hat Glück, denn sie lernt die Nummer Eins der Showgirls kennen: Cristal Connors (Gina Gershon) ist der Star der heißesten Bühnenshow der Stadt. Cristal ist von der Schönheit und dem Talent der naiven Newcomerin fasziniert und verschafft ihr schon bald einen Platz im Team. Auch Cristals dandyhafter Manager Zack (Kyle MacLachlan) zeigt reges Interesse an Nomi. Doch Zack zeigt nicht nur berufliches Interesse und so gerät Nomi bald in die Intrigenspiele hinter den Kulissen...
eine kritik von apollo:

 Showgirls

Der Film Showgirls (1995), Regie: Paul Verhoeven, erzählt die Geschichte der jungen Frau Nomi (Elizabeth Berkley), die nach Las Vegas kommt um als Tänzerin Karriere zu machen.

Bei seiner Erstaufführung wurde der Film Showgirls fast durchgängig verrissen und als schlechtester Film des Jahrzehnts mit sieben Razzy Awards ausgezeichnet. Mit einem Budget von 45 Mio US Dollar und einem Weltweiten Einspielergebnis von ca. 20 Mio US Dollar war der Film auch kommerziell in seinem Erscheinungsjahr 1995 ein Flop.  Dies bedeutete 1996 für die Filmproduktionsgesellschaft Carolco Pictures den Bankrott. Erst durch Videoveröffentlichungen in der nachfolgenden Zeit, nahm der Film mehr als 100 Mio US Dollar ein und gilt Heute als Kultfilm.

Dabei lässt sich die Frage aufwerfen: Ist Showgirls ein schlechter Film oder ein missverstandenes Werk eines Regisseurs, der zuvor schon bei einigen seiner anderen Filme (RoboCop (1987), Starship Troopers (1997)) als gewaltverherrlichend und faschistisch kritisiert wurde ? Hierbei lässt sich zu den beiden o.g. Filmen, RoboCop und Starship Troopers sagen, dass beide Filme in den Folgejahren als Meisterwerke des Science-Fiction rehabilitiert und die offenkundig als satirisch eingesetzten Mittel der Gewalt und faschistische Grundzüge als solche verstanden wurden. Verhoevens Starship Troopers (1997), ein zu seiner Entstehungszeit ebenfalls viel kritisierter Film über junge Schulabsolventen, die in einen intergalaktischen Krieg gegen feindliche Käfer ziehen, wurde nachträglich rehabilitiert. Der gewalttätige und angeblich faschistische Inhalt wurde im Nachhinein als Satire gedeutet und neu verstanden. Hier angewendete Übertreibungen des Dargestellten Patriotismus, werden durch überzogene Werbeeinblendungen begleitet, die das Geschehen kommentieren. Trifft dies auch auf  Showgirls zu und kann dieser Film ebenfalls als Satire, hier auf das Showbusiness in den USA, angesehen werden?

Bei Showgirls ist der Ansatz der Gesellschaftskritik und Mediansatire sogar noch offensichtlicher als in Starship Troopers. Jede Figur des Films stellt einen karikativen Charakter dar. Die Hauptdarstellerin Elizabeth Berkley steht für die junge naive Tänzerin, die nicht merkt, dass die um sie herum existierende Welt durchzogen von Boshaftigkeit und Lügen ist. Hinter der schillernden Welt des Showbusiness in Las Vegas stecken viel Geld und mächtige Personen, die nur dieses im Blick und kein Interesse an ihren Mitmenschen haben. Ob dieser gesellschaftskritische Ansatz zu seiner Entstehungszeit missverstanden und ausschließlich daher als Trash abgetan wurde, ist schwer zu beantworten. Versteckt sind die oben beschrieben kritischen Elemente nicht. Verhoeven und Drehbuchautor Joe Eszterhas gehen wenig subtil und extrem überzogen vor, sodass eine offensichtliche Kritik seinerseits am Showbusiness schnell erkannt wird. Nach Filmen wie Basic Instinct (1992), ebenfalls von Verhoeven und Drehbuchautor Joe Eszterhas, und ähnlichen Filmen dieser Zeit (Sliver, Jade), war das Publikum der Thematik eventuell überdrüssig. Bei Betrachtung Verhoevens vorangegangener und nachfolgender Regiearbeiten, lässt sich erkennen, dass dieser Regisseur sich selten an Konventionen des Hollywoodkinos gehalten und meistens überspitze und kritische Filme gedreht hat, die auf den ersten Blick provokant wirken. Bei Showgirls ist im Vergleich zu anderen Filmen Verhoevens die Provokation ebenso offensichtlich wie die Kritik. Ob die Darstellung der abgebildeten Welt positiver oder negativer zu bewerten ist als in Verhoevens anderen Filmen, ist dem Betrachter überlassen und kann an dieser stelle nicht beantwortet werden. Verhoeven gab in einem Interview von 2013 an, dass er den Film als Metapher  auf die Scheinheiligkeit und erpresserische Natur des Showbusiness erdacht habe. Von den damals erschienen Kritiken wurde dieser Ansatz überwiegend missachtet und der Film so größtenteils negativ bewertet. Und auch heute noch bezeichnen diverse Beteiligte des Films, diesen als schlecht oder Fehler in der eigenen Karriere.

Im Gegensatz zu Starship Troopers, der nach der negativen Auffassung nach seiner Veröffentlichung relativ schnell rehabilitiert wurde, gilt Showgirls heute allgemein zwar als Kultfilm, eine inhaltliche Rehabilitation hat der Film bisher jedoch nicht erfahren.

Am Ende hat mich der Film wiederholt gut unterhalten. Gewagter und unterhaltsamer Film von Verhoeven.

 

8/10

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Kommentare

12.12.2019 05:18 Uhr - McGuinness
3x
User-Level von McGuinness 3
Erfahrungspunkte von McGuinness 137
Bei deiner Kritik liegt mir der Fokus zu sehr auf Regisseur Verhoeven und seinem damals zu Unrecht kritisierten, herausragenden Werk, " Starship Troopers ".
Ich hätte gerne erfahren, was " Showgirls " für dich besonders reizvoll macht und warum genau du dich gut unterhalten gefühlt hast ?!

12.12.2019 10:58 Uhr - JasonXtreme
2x
DB-Helfer
User-Level von JasonXtreme 13
Erfahrungspunkte von JasonXtreme 2.531
Schließe mich McGuinness da an, wobei ich das bisher Geschriebene durchaus gut finde!

19.12.2019 00:42 Uhr - Rullep
User-Level von Rullep 2
Erfahrungspunkte von Rullep 70
Ich hätte ebenfalls auch noch gerne mehr über deine persönliche Meinung zum Film gelesen. Verhoeven ist neben Cameron und Tarantino mein Lieblingsregisseur. Alle seiner Hollywood-Filme sind speziell und auf ihre Art einzigartig.

Zugegeben, “Showgirls“ ist trotz einfacher Story eine harte Nuss. Das Paul hier der verlogenen Glitzerwelt den Spiegel vorhält ist erkennbar. Die Bildersprache ist zuweilen an der Grenze zum Trash, ebenso wie das Drehbuch. Andererseits ist dieser Trash genau das, was wohl auch die Realität sehr treffend kennzeichnet.


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