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VelvetK
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Eintrag: 13.12.2019

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Schneemann

(Originaltitel: The Snowman)
Herstellungsland:Großbritannien, USA, Schweden (2017)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Krimi, Thriller, Mystery
Alternativtitel:Jo Nesbø - Der Schneemann

Bewertung unserer Besucher:
Note: 4,80 (10 Stimmen) Details
inhalt:
Oslo. Winter. Der erste Schnee. Junge Mütter verschwinden spurlos – was bleibt, ist ein Schneemann in ihren Vorgärten… Kommissar Harry Hole (Michael Fassbender) recherchiert in einem Labyrinth aus Verdächtigungen und falschen Fährten nach ihrem Mörder. Die brutalen Morde müssen enden, noch bevor der nächste Schnee fällt. Zusammen mit der Nachwuchsbeamtin Katrine Bratt (Rebecca Ferguson) vermutet der eigenwillige Einzelgänger einen nie gefassten Serienmörder hinter den Verbrechen. Als seine Freundin Rakel ins Visier des Killers gerät, entwickelt sich ein mörderisches Duell.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von velvetk:

Der düstere und bisweilen harte Kriminalfilm Schneemann, unter der Regie von Thomas Alfredson, ist einer der schwierigsten filmischen Angelegenheiten des nun ausklingenden Jahrzehnts. Diese von mir lange herbei gesehnte Romanverfilmung, welche auf einem in der Mitte angesiedelten Buch der populären Harry Hole-Serie des Autors Jo Nesbø basiert, ist im Grunde seiner Geschichte absolut faszinierend angelegt, und doch schwappt nur wenig von der eiskalten Magie von Nesbøs Zeilen über Leinwand und durch die Lautsprecher hinweg. Schneemann ist einer dieser seltenen Filme, die einen tatsächlich zwingen, objektiver zu sein, als es gut tut. Objektiv gesehen macht Schneemann nämlich sehr viel richtig und überzeugt vor allem zu Beginn. Die Produktion ist sichtlich nach Maß, Marco Beltramis Score vermag stimmige Akzente zu setzen und generiert auch eine gelungene Atmosphäre, die passende Ausstattung und die Wahl der bitterkalt nachklingenden Schauplätze ist hervorragend und der Film passt ziemlich gut in die nun anbrechende Winterlichkeit - das soll ja durchaus helfen. Trotz international vielfältiger Beteiligung wirkt Schneemann bis zum Schluss klar europäisch und der gewollt unterkühlte Stil von Regisseur Alfredson stimmt. Darüber hinaus ist der Cast absolut erlesen und im Geiste des Romans gewählt. Michael Fassbender spielt den gebrochenen und des Lebens müden Säufer, aber eben auch begnadeten Ermittler Harry Hole treffend und sämtliche Nebendarsteller agieren auf gutem Niveau. 

Rebecca Ferguson, Oscarpreisträger J. K. Simmons, Charlotte Gainsbourg, Val Kilmer, Chloë Sevigny, Toby Jones und Jeté Laurence, die erst dieser Tage in der Neuauflage von Friedhof der Kuscheltiere einen bleibenden Eindruck hinterließ, liefern ansehnliche Auftritte ab und auch der Spannungsbogen, den Alfredson im ersten Drittel anstrebt, packt auf eine distanzierte Weise. Mit einfachen Worten: Interesse ist da, auch wenn man die zugrundeliegende Literatur mag. Die renommierten Autoren, welche das lesenswerte Buch von Nesbø augenscheinlich ordentlich adaptierten, streuen die richtigen Krumen, legen sinnige und unsinnige Fährten und wecken Interesse. Auch die Bilder von Dion Beebe sind mitunter großartig - das Finale hat sogar Gemälde-Charakter. Gleißende Schneepanoramen, herrliche Kamerafahrten und wuchtige Bergketten, gehüllt in Eis, Schnee und Kälte - Schneemann sieht im Angesicht der klimatischen Gegebenheiten richtig gut aus und hört sich verdammt stark an. Dennoch fehlt nicht nur etwas, sondern einiges. Thomas Alfredson gab es später zu - Schneemann wurde mit einem ordentlichen Budget abgesegnet und just begann auch schon ein Dreh, der laut Alfredsons Aussage nicht sonderlich gut vorbereitet wurde - hier hätte er aber reagieren müssen. Schneemann ist spürbar ein Film geworden, der zwischen Tür und Angel entstand. Was sich bis zur fünfzigsten Minute nach einem sehr ordentlichen Thriller mit vielen interessanten, offenen Fragen anfühlt, wird nach dieser Markierung eine konfuse, stolpernde und wirre Abwärtsspirale, die so, bis zum Finale, nicht mehr richtig aus dem Knick kommt und sich nicht zu steigern weiß. Mit einem Mal werden neue Charaktere eingeführt, die einfach wenig Sinn machen (kennt man den Roman so gar nicht), andere Figuren verenden im dramaturgischen Nichts oder werden schnellstens abgehakt und wieder andere dümpeln ohne nachhaltige Konturen durch den gesamten Film hinweg.

Dem Kuchen fehlt locker ein gewichtiges Stück, das einfach nicht gedreht worden ist, weil es der Zeitplan nicht zuließ. Man wäre ein Narr, würde man das bestreiten. Man merkt Schneemann nach einer gewissen Weile zu jeder Zeit an, dass im Schneideraum die Köpfe geraucht haben müssen, denn einerseits lässt der Film klarerweise nebensächliches weg, was im Roman zwischen den Zeilen stark kam, andererseits fühlen sich die gewählten Szenen - also das, was wohl im Gesamten übrig war - an, als hätten Cutterin Thelma Schoonmaker und die Mitverantwortlichen alles hineingepackt, dass das Endprodukt überhaupt auf Spielfilmlänge anwächst - des Buches Unkenntliche dürften ohnehin öfters mit den Schultern zucken, gerade bei den Szenen, die einen sichtlich gezeichneten Val Kilmer zeigen. Der Einwand, dass man hier mit dem siebten Teil einer Buchrreihe den Fuß ins Kino setzt, zählt nicht, denn Schneemann liest sich auch ohne Vorkenntnisse hinsichtlich der anderen Bücher gut, so meine Erfahrung. Am Ende ist Schneemann in seiner Adaption eher gängige und unglücklich schleppende TV-Ware im Gewand der großen Leinwand, was echt mal schade ist. Sowohl hinter, als auch vor der Kamera spürt man gute und richtig starke Ansätze, die leider nicht zu Ende gemacht werden konnten.

Thomas Alfredson hätte hier in die Presche springen sollen und Nachdrehs fordern müssen, denn völlig subjektiv gesehen ist der unfertige Film mit oder ohne Kenntnisse der Bücher wegen sogar als ärgerlich, schwach oder im besten Fall als höchstens mittelmäßig einzustufen. Ich halte eine anderswo geforderte Objektivität beim Beurteilen von Filmen an sich für völlig falsch, denn egal ob es hier und da gute Stiche und wertige Details im Handwerk zu bestaunen gibt, zählt am Ende doch das eigene Erlebnis mit dem Werk, der innere Gedanke daran, was wirklich berührt, mitreißt, begeistert oder eben verärgert - Filmkritik ist idealerweise objektiv verkleidete Subjektivität. Und da lässt einen Schneeman buchstäblich im warmen Regen stehen. So ein Film muss in Regionen vordringen, die weniger etwas damit zu tun haben, ob ein Licht richtig über den Darstellern hing, ob das Blut nett aussah, die CGIs stimmten oder wie auch immer. Schneemann ist einer jener seltenen Kandidaten, die zwischen allen Stühlen fallen. Das sieht alles verdammt gut aus, klingt formidabel und ist von den Akteuren her ohne Tadel interpretiert worden - doch seelische Untiefen, menschliche Knicke oder eine ausformulierte Großtat des Grauens findet sich hier nicht wieder. Schade, schade, schade - der Film. Ich will mal Fünfe unter leichten Schmerzen gerade sein lassen, auch wenn das Interesse an diesem Film niemals in Begeisterung umschlagen kann und vor allem Nesbøs Schaffen nicht wirklich gerecht wird.

5/10
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Kommentare

14.12.2019 08:40 Uhr - JasonXtreme
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ich finde du bist noch zu positiv^^ aber gut geschtieben. Ganz klar ist der Film optisch gelungen und auch gut besetzt, da schließe ich mich an. Aus einem hochspanennden Buch wurde hier aber ein Haufen Müll, der schon zu Beginn ALLES vorwegnimmt, was das Buch ausmacht, und dann gleich diverse Storylines auslöscht. Was man sich dabei dachte...

14.12.2019 13:35 Uhr - Cabal666
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Sehr schöne und auch sehr differenzierte Kritik. Du gehst hier wirklich auf alle positiven handwerklichen Aspekte ein, ergründest aber auch die Umstände, die zum Scheitern des Films führten.
Ich muss gestehen, dass ich von Nesbø bisher nur das zuletzt erschienene Buch, "Messer", gelesen habe (das übrigens praktischerweise berufsbedingt: ich mache seit September eine Ausbildung zum Buchhändler und es lohnt sich da auf jeden Fall, wenn die Verlage einem Leseexemplare schicken). Mit dem Charakter des Harry Hole bin ich also bisher nur wenig vertraut.
Tatsächlich ist mein Vater eher der Nesbø-Leser und hat schon die meisten Bücher bei sich rumstehen. Bisher hatte ich irgendwie noch nie so richtig Muße, mal in die Reihe einzusteigen, aber vielleicht fange ich demnächst doch mal an. Auch wenn es so schon eine riesige Menge an Lektüre (und dazu noch haufenweise Filme und Musikalben) gibt, die ich mir noch zu Gemüte führen will. Und die Liste wird immer länger...
Naja, was den Film hier betrifft: wegen der sehr starken Besetzung bin ich auf jeden Fall interessiert, aber wegen der ansonsten fast einhellig negativen Rezeption schwanke ich wirklich immer noch, ob ich mir den geben soll. Auch nach deiner Kritik bin ich noch unschlüssig. Vielleicht hole ich mir irgendwann 'ne gebrauchte DVD, wenn es sie irgendwo besonders günstig gibt oder leihe ihn mir aus, falls ein Freund ihn haben sollte (Videotheken gibt's ja leider kaum noch welche). Zumal es ohnehin noch haufenweise andere Werke gibt, die ich dringender sehen will.
Aber wie gesagt, sehr schön geschrieben.

14.12.2019 18:53 Uhr - Giant P
1x
Von dem war ich sehr enttäuscht. Naja ich habe vorher das Buch gelesen. Der Bericht ist gut

19.12.2019 11:50 Uhr - Mr.Tourette
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5/10 für den Murks ist noch sehr wohlwolllend. Ich würde den mit einer 3-4/10 abstrafen.

Nicht weil es der einzige Film voller Logiklöcher und Plotholes ist, sondern weil die Chance mit dem Ensemble und einer soliden Buchvorlage, etwas tolles zu schaffen.

Verschoßener Elfer vs. verschoßener Freistoß um es aufs wesentliche herunterzubrechen...

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