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Karate Tiger 6 - Entscheidung in Rio

(Originaltitel: Kickboxer 3: The Art of War)
Herstellungsland:USA (1992)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Action, Martial Arts
Alternativtitel:Karate Tiger 6
Kickboxer 3
Kickboxer III: The Art of War
Bewertung unserer Besucher:
Note: 4,71 (14 Stimmen) Details
inhalt:
Kickbox-Champion David Sloan reist mit seinem Manager Xian nach Rio de Janeiro, um an einem Showkampfturnier teilzunehmen. Vor Ort freunden sie sich mit dem jungen Straßendieb Costa und seiner hübschen Schwester an. Davids härtester Gegner ist der Fighter Eric, dessen Manager Lane einen skrupellosen Mädchenhändlerring anführt. Als Lane Costas Schwester entführt, ahnt er nicht, wen er sich damit zum Feind macht. David und Sloan starten einen blutigen Befreiungsfeldzug...
eine kritik von themoviestar:

Alle guten Dinge sind 3 - oder wie im Falle von "Kickboxer 3 - The Art of war" auch 6, denn der Titel wurde vom deutschen Publisher Ascot hier zu Lande zwecks Marektingstrategie in "Karate Tiger 6 - Entscheidung in Rio" umbenannt. Wobei dieses überall bekannte Sprichwort nur bedingt zutrifft , den "gut" ist an Regisseur Rick Kings Klopperstreifen aus dem Jahre 1992 relativ wenig da man sich qualitativ nochmal ein ganzes Stückchen von den beiden meiner Meinung nach unterhaltsamen Vorgängern entfernt hat und langsam aber sicher in dunkle C-Movie Abgründe gerutscht ist. Die Bezeichnung "Fließbandproduktion" wäre hier fast schon ein hochgegriffenes, geschmeicheltes Kompliment, die Definition "Qualitätsfremde Ausschussware mit vereinzelten Lichtblicken" trifft das Ganze schon eher und nennt das Kind genau beim Namen.

Inhaltlich knüpft die Story direkt an Kickboxer 2 (1991) an. Dreh- und Angelpunkt der Handlung ist wieder Kickbox Weltmeister David Sloane (Sascha Mitchell) den es mit seinem Mentor Xian (Dennis Chan) wegen eines geplanten Titelkampfes gegen den argentinischen Muay-Thai Champion Eric Martine (Ian Jacklin) an die Copacabana (Rio De Janeiro) verschlägt. Kaum gestrandet werden sie vom Straßenjungen Marcos (Noah Verduzco) sowie dessen reizender Schwester Isabella (Alethea Miranda) bestohlen und nach einem kurzen Disput freunden sich die Bestohlenen mit den Dieben an. Doch Martines korrupter Manager Frank Lane (Richard Comar) betreibt nebenbei einen illegalen Mädchenhandel, er entführt Isabella und erpresst Sloane gleichzeitig: Wenn er die Kleine jemals wieder lebend sehen möchte, muss er gegen Martinez verlieren, was sich Sloane natürlich nicht gefallen lässt, gemeinsam mit Xian versucht er Lane und seinen Komplizen das Handwerk zu legen...

Ich denke, Drehbuchautor Dennis A. Platt hatte bestimmt die besten Absichten, als er versuchte, den in zahlreichen Kampfsportfilmen oft thematisierten Titelkampf ambitionierter Champion gegen vorlauten Herausforderer mit einem exotischen Schauplatz und einer von ihrem Grundtenor her mal etwas anderen Krimigeschichte zu verknüpfen. Doch die besten Ideen nützen reichlich wenig, wenn es an der Ausarbeitung weiterer möglicher interessanter Storyinhalte sowie an der Fähigkeit die Spannung zu erhalten hapert und zu allem Überfluss auch noch die Logik in Form von abstrusesten Wendungen mit den Füßen getreten wird, dann bleibt von den lobenswerten Ansätzen nicht mehr viel übrig. So muss sich das Auditorium mit einer teilweise grenzdebilen Charakterzeichnung und bescheuerten Dialogen abfinden, ein Klischee jagt das andere und eine ketzerische Frage an die Verantwortlichen sei mir noch gestattet: Was war den eigentlich eure Hauptintension, wolltet ihr erreichen, dass der Zuschauer dank geistiger Unterforderung freiwillig abschaltet oder aber vorher wegen akkuter Langeweile einschläft?

Denn das primäre Problem von Kickboxer 3 ist nämlich die mangelhafte Actionrealisierung und hier darf sich Regisseur Rick King gerne angesprochen fühlen. Ein Kampfsport Actionfilm ohne überzeugende Fights ist wie eine Komödie ohne Humor, wie ein Horrorfilm ohne Gruselmomente oder wie ein Porno ohne Titten, es fehlt das, warum ein Genrefan sich so einen Film überhaupt antut. King gelingt es so gut wie gar nicht, die viel zu spärlich vorkommenden Martial-Arts Zweikämpfe ansprechend in Szene zu setzen, Kamera Einstellungen die als annehmbar durchgehen, sind eindeutig in der Unterzahl, kein Vergleich zu der tollen Visualisierung Albert Puyns im direkten Vorgänger. In einem späteren Interview schob er den schwarzen Peter Hauptdarsteller Sascha Mitchell zu, die Zusammenarbeit wäre auf Grund tobsuchtartiger Wutanfälle Mitchells fast unmöglich gewesen. Ich glaube, Mitchell wird sich einfach nur (zu Recht) über Kings Unfähigkeit echauffiert haben was dieser dann wohl nicht verkraften konnte, die Wahrheit tut bekanntlich weh.

Bekannter Weise kann Sascha Mitchell, der Träger des schwarzen Gurtes in Teakwondo ist, eigentlich herrvorragend kämpfen, was in der ein oder anderen doch geglückten Aufnahme von Kickboxer 3 zu sehen ist. Neben den streckenweise unterdurchschnittlich choreographierten Auseinandersetzungen gibt es faierhalber erwähnt aber auch ein paar schick gefilmte blutige Schießereien, zum Beispiel bei der Erstürmung der Villa, die mich einigermaßen versöhnlich stimmen konnten, was aber insgesamt gesehen deutlich zu wenig ist um den Streifen spürbar aufzuwerten . Über die schauspielerische Leistung der gesamten Crew lege ich lieber den allseits beliebten Mantel des Schweigens, diese passt sich freundlichst formuliert problemlos der wertfreien Optik und dem Minimalbudget des Gesamtprojektes an. Nichtsdestotrotz dürfen die begrenzten finanziellen Mittel meiner Meinung nach nicht als alleinige Entschuldigung bei dieser Montagsproduktion herhalten, es gibt genügend B-Action Werke die mit ähnlich bescheidenen Möglichkeiten zumindest mit ein bis zwei Bierchen kurzweilige No-Brainer Actionkost servieren können.

Egal ob es jetzt Kickboxer 3 oder Karate Tiger 6 heißt, der Name spielt so gesehen nur eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist, dass der Film selbst überzeugt sowie dem avancierten Zielpublikum, in diesem Fall dem geneigten B-Actionfilm Freund, dass bietet was gewünscht wird nämlich nichts weiter als eine unterhaltsame, zufriedenstellende Actiondarbietung, die Story wird in diesen Kreisen eh schon als sekundär erachtet. Da "Entscheidung in Rio" aka "The art of war" es meiner Ansicht nach nicht in ausreichendem Maße gelingt, die Grundbedürfnisse seiner potenziellen Interessenten zu befriedigen, fällt mein Urteil auch dementsprechend ernüchternd aus. Einen Punkt gibt es für Sascha Mitchell, einen Punkt für brauchbare Storyansätze und einen Punkt für die ansprechenden Shoot-Outs, was nach Adamriese 3 von 10 Punkte bedeutet, somit sind wohl doch wieder alle guten Dinge 3, bzw. alle schlechten Dinge.

3/10
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Kommentare

14.12.2019 18:22 Uhr - sonyericssohn
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Ich will ja nicht meckern, aber du hast beim Beginn des 3. und 4. Absatzes jeweils ein -n- unterschlagen ;-)
Und sollte da nicht ein ? rein ? "Was war den eigentlich eure Hauptintension, wolltet ihr"
Würde vielleicht runder klingen...

Hihi... endlich mal bei dir was zum mäckeln gefunden :-D

Den Film hab ich ausgelassen. Wohl aus jenem guten Grund.

14.12.2019 18:49 Uhr - TheMovieStar
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@ Sony: Danke dir fürs lesen, deine Rückmeldung, und dieses Mal dein indirektes Lob 😊

Du hast recht da hat sich das n wirklich zweimal aus dem Staub gemacht 😉
Ich werde es korrigieren dann passt es wieder, danke für den Hinweis😊

Beim Film hast du wirklich nichts verpasst diesmal kann nicht einmalig der solche Filme eigentlich liebt eine Empfehlung aussprechen. 😊

Nachtrag:
Wobei ich jetzt beim vierten Absatz dank deiner Hilfe auch noch eine Wiederholung ausgemerzt habe denn zweimal hintereinander einen Absatz mit denn zu beginnen war auch nicht gerade optimal jetzt sollte es noch besser passen.

14.12.2019 18:51 Uhr - sonyericssohn
1x
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14.12.2019 18:49 Uhr schrieb TheMovieStar
@ Sony: Danke dir fürs lesen, deine Rückmeldung, und dieses Mal dein indirektes Lob 😊

Du hast recht da hat sich das n wirklich zweimal aus dem Staub gemacht 😉
Ich werde es korrigieren dann passt es wieder, danke für den Hinweis😊

Beim Film hast du wirklich nichts verpasst diesmal kann nicht einmalig der solche Filme eigentlich liebt eine Empfehlung aussprechen. 😊


Danke !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! 👍😛

Nachtrag: Perfekt !

14.12.2019 20:51 Uhr - FordFairlane
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Auf diese Kritik habe ich schon gewartet, besonders da du den Vorgänger wie ich recht gut gefunden hast.
"Kickboxer 3 - The Art of War" hingegen versagt auf ganzer Linie und das ist mehr als traurig.
Schlechte Kämpfe, langweilige Story und einen schwachen und charakterlosen Endgegner, der neben Tong Po wie eine Witzfigur wirkt.
Am schlimmsten empfand ich aber die deutsche Synchro, die wohl in einem deutschen Tonstudio für Pornosynchronnisation entstanden ist.

Tolle Kritik?
In welcher Sprache hast du den Film gesehen?

14.12.2019 20:59 Uhr - TheMovieStar
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@ Ford: Vielen Dank fürs Lesen, die Rückmeldung und dein Lob. Freut mich wenn wir hier einer Meinung sind und dir meine Review gefällt und der Film wie mir nicht :-)
Die Synchro ist bescheiden, vor allem die von Chan geht gar nicht. Ich habe den Film in deutsch auf VHS die 18er von Ascot geguckt, habe mir den für 8 € erst neulich bei Filmundo bestellt. Ja ich weiß, im Nachhinein hätte ich mir das sparen können, aber ich war halt durch die ersten beiden gelungenen Teile, die ich schon ewig lang kenne, angefixt und wollte wissen wie es weitergeht. Der vierte soll wohl wieder besser sein, vielleicht hole ich mir den auch noch, den gibt's relativ günstig auf Blue Ray.


14.12.2019 21:34 Uhr - FordFairlane
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"Kickboxer 4 - The Aggressor" solltest du dir ruhig mal geben, der Film wirkt durch seinen Kumite Touch recht gut. Es ist aber ein reiner B-Klopper mit harten Kämpfen. Nur die Geschichte überspringt einige Jahre und Kamel Karifa als Tong Po wirkt etwas unbedrohlich.

15.12.2019 20:05 Uhr - JasonXtreme
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Karifa wirkt wie die Tuntenfassung von Po, aber der Film ist durchaus besser als der hier

16.12.2019 00:24 Uhr - TheMovieStar
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@ Ford & Jason : danke euch beiden für eure Tipps ich werde diesem demnächst folgen und sobald ich den vierten Teil gesehen habe wird es auch wieder ein Review geben

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