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Guinea Pig - Devil's Experiment

Originaltitel: Ginīpiggu: Akuma no jikken

Herstellungsland:Japan (1985)
Genre:Horror, Splatter
Alternativtitel:Guinea Pig Part 1: Devil's Experiment
Devil's Experiment
Unabridged Agony
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,16 (24 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Eine junge Frau gerät unter mysteriösen Umständen in die Fänge von mehreren jungen Männern. Diese nehmen sie gefangen, fesseln sie in einem kargen Raum an einen Stuhl und sperren sie ein. Die düsteren Gestalten haben sich vorgenommen, an der hilflosen Frau verschiedenste Folterungen und Qualen auszuprobieren, und deren Wirkung zu beobachten. Sie beginnen erst die junge Frau mit Schlägen und Tritten zu malträtieren. Die Methoden der jungen Sadisten, die ersichtlich sehr viel Spaß am Quälen haben, werden mit der Zeit immer schlimmer. Für die hilflose Frau beginnt ein furchtbarer Albtraum... ()

eine kritik von dicker hund:

Unter dem Label "Guinea Pig" erschienen insgesamt sechs japanische Kurzfilme, deren Anfang "The Devil's Experiment" von Satoru Ogura machte. Sein experimentelles Werk ist schlicht und ergreifend ein Fake-Snuff. Anstelle von Credits wird zu Beginn mitgeteilt, der Vertreiber hätte dieses Video so vorgefunden. Auf diesem sei zu sehen, wie drei Männer folgender Frage nachgehen:

"Wie viel Schmerz kann eine normale menschliche Seele aushalten, bevor sie zerstört wird?"

Das eigentliche Material ist dann episodenhaft gegliedert. Der Beginn eines neuen Abschnitts wird durch die Bezeichnung der jeweiligen Foltermethode eingeleitet. Bei zählbaren Praktiken gibt es eine Art Counter am unteren Bildschirmrand. Die Kamera ist auf die Frau fokussiert, die ihren Peinigern schutzlos ausgeliefert ist. Diese sind selten komplett zu sehen, verbergen ihre Augen zudem trotz des kargen Lichts in der Schreckenskammer oft hinter Sonnenbrillen. Herablassende Zurufe ertönen, aber keine Musik. Der Zuschauer ist allein mit dem schmucklosen Raum und der dort zelebrierten Gewalt (10/10). Die wenigen Aufnahmen im Grünen zeigen das Opfer in einem Netz baumelnd, während die blasse Farbgebung zusammen mit der Erwartung an die Weiterungen nach der nächsten Abholung das Vogelgezwitscher wie Hohn klingen lässt. 

In einer Tour leidet die Geschädigte; sie schreit, würgt oder stiert apathisch-resignierend ihrem Schicksal entgegen. Physische Tatfolgen wie Blutergüsse sehen dank vorzüglicher Effekttechnik verblüffend realistisch aus. Was an Gore zu simulieren ist, gelingt ausnahmslos überzeugend. Manchmal ist dergleichen aber gar nicht nötig, etwa bei den Quälereien, die in der plakativen Herabsetzung in Verbindung mit dem Hervorrufen von Übelkeit liegen. Die Wirkung der ganzen Gräuel erweist sich im Rahmen der hoffnungs- und freudlosen Grundstimmung als verstörend (Humor 1/10, Horror 10/10). Darin erschöpft sich die Substanz dieses Werks, und zwar abschließend. Es wird keine Geschichte erzählt. Die Figuren bleiben gesichtslos, die einzige Kulisse austauschbar. Monoton reiht sich eine Erniedrigung an die nächste. Sofern überhaupt kommuniziert wird, beschränkt sich dies auf wenige fiese Sätze.

Dass der beschlagnahmte "Devil's Experiment" polarisiert, versteht sich vor diesem Hintergrund fast von selbst. Für Sadisten eignet er sich auch ohne Sex (1/10) als Porno. Reflektierende Geister mögen ihn als Visualierung von pseudowissenschaftlichen Ausschweifungen begreifen, die der Weltgeschichte bislang leider nicht fremd gewesen sind. Preist man bei einer solchen Perspektive mit ein, dass die Y-Chromosomen historisch stets bei den Tätern, nicht unbedingt aber bei den Opfern lagen, sieht der bisweilen erhobene Vorwurf der Misogynie fernliegend aus, zumal die Hauptdarstellerin ausnahmslos angekleidet bleibt und nicht als Lustobjekt inszeniert wird. Letztlich experimentiert der erste "Guinea Pig" auch mit dem Zuschauer, dessen Belastbarkeit schonungslos auf die Probe gestellt wird. Dadurch erfüllt er sein Soll in akzeptablem Umfang (6/10 Punkten). 

 

6/10
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Kommentare

06.02.2020 10:46 Uhr - (sic)ness_666
2x
Moderator
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Den habe ich mir einmal vor Jahren angesehen, aber der war überhaupt nicht mein Fall. Die trostlose Gewaltaneinanderreihung hat mich ehrlich gesagt nicht wirklich geschockt. Fand' ihn schlicht und einfach "langweilig". Obwohl ich das Wort im Kontext mit dem Inhalt des Films etwas fehl am Platze finde. Aber ja, der Film gab mir sogesehen gar nichts, so dass ich auch von der Serie danach abließ.
Wobei ich bei einigen anderen Teilen der Reihe (vor allem Teil 3: He never dies) nach wie vor eine gewisse Neugier hege, da sie ja doch sehr anders sein sollen als der Erstling und mitunter sogar witzig.
Trotz allem, (wie gewohnt) eine tolle Review, lieber Vierbeiner. Stellst du die komplette Guinea Pig-Reihe vor?

06.02.2020 10:58 Uhr - cecil b
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Deine Besprechung ist ein Genuss.


06.02.2020 11:45 Uhr - McGuinness
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Deine Kritik ist wie gewohnt sehr ansprechend, aber mein Interesse ist nicht geweckt worden.
Ich habe eigentlich nichts gegen diese Art von Filmen, aber es sollte doch ein gewisses Grundgerüst an Geschichte und Handlung gegeben sein.
" I Spit on Your Grave " beispielsweise sagt mir da schon wesentlich mehr zu, auch wenn man die beiden hier jetzt nicht zwingend miteinander vergleichen kann.

06.02.2020 12:06 Uhr - dicker Hund
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Danke fürs Lob!

@(sic)ness
Die sechs mit "Guinea Pig" betitelten Filme werde ich durchsprechen, den im Titel abweichenden "Lucky Sky Diamond" aber nicht.

06.02.2020 22:51 Uhr - Horace Pinker
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Interessante Sichtweise, da kommt der bei dir ja deutlich milder weg als bei mir. auch Für mich traf hier eine praktisch nicht vorhandene Story auf zum Großteil ihr Ziel verfehlende und teils eher alberne Schockszenen, gelungene Goreffekte konnte ich persönlich nur einen ausmachen. Empfand den als Tiefpunkt der Reihe, für Schrecken ohne großartige Handlung bevorzuge ich dann doch eher Teil 2. Bin jetzt auf jeden Fall gespannt wie die restlichen Teile bei dir angekommen sind.
P.S. Nimmst du dir dann auch die American Guinea Pig Filme vor bzw. hast du diese gesichtet?

07.02.2020 07:11 Uhr - dicker Hund
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"American Guinea Pig" habe ich noch nicht gesehen, zumal mir die Preise für Teil 1 maßlos überzogen schienen.

07.02.2020 08:20 Uhr - Horace Pinker
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07.02.2020 07:11 Uhr schrieb dicker Hund
"American Guinea Pig" habe ich noch nicht gesehen, zumal mir die Preise für Teil 1 maßlos überzogen schienen.

Den erst AGP habe ich noch ungesehen im Regal stehen, wenn ich mit dem Rewatch von Mermaid für das nächste Review durch bin werde ich mich da dann wahrscheinlich mal heranwagen, gucken ob der sein Geld wert ist (Review gibt es dann natürlich hier ;)

08.02.2020 18:20 Uhr - Laughing Vampire
1x
DB-Helfer
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Schön, wie die Reihe hier auf Schnittberichte ein kleines Revival erlebt. Auch für mich bietet der Erstling nichts Interessantes, aber deine Kritik ist wie gewohnt ansprechend zu lesen. :)

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