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Ein Quantum Trost

(Originaltitel: Quantum of Solace)
Herstellungsland:Großbritannien, USA (2008)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Action, Thriller
Alternativtitel:James Bond 007 - Ein Quantum Trost
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,21 (36 Stimmen) Details
inhalt:
Nachdem er von Vesper, der Frau, die er geliebt hat, betrogen wurde, kämpft 007 gegen das Verlangen an, seine nächste Mission zu einer persönlichen Angelegenheit zu machen. Fest entschlossen, die Wahrheit aufzudecken, verhören Bond und M (Judi Dench) Mr. White (Jesper Christensen), der enthüllt, dass die Organisation des rücksichtslosen Geschäftsmannes Dominic Greene (Mathieu Amalric), die Vesper erpresst hat, viel komplexer und gefährlicher ist als zunächst angenommen.

Inmitten eines Minenfeldes aus Betrug, Mord und Täuschung, verbündet sich Bond mit alten Freunden, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Auf der Suche nach dem Mann, der für den Verrat an Vesper verantwortlich ist, muss 007 der CIA, den Terroristen und sogar M immer einen Schritt voraus sein, um Greenes dunkle Machenschaften aufzudecken und "Quantum" zu stoppen.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                                     EIN QUANTUM TROST

Als Daniel Craig (Layer Cake, 2004) der Öffentlichkeit als neuer James Bond vorgestellt wurde, war das Geschrei groß: Craig sei ja blond, könne angeblich nicht Auto fahren und wurde von vielen als Weichei bezeichnet, da er bei einer Bootsfahrt eine (gesetzlich vorgeschriebene) Schwimmweste trug und es gab sogar eine Anti – Daniel Craig-Website mit dem Namen craignotbond.com. Als dann aber dessen 007-Debut Casino Royale (2006) in die Kinos kam, verstummten die (meisten) Lästerzungen – sowohl Craig als auch der Film erhielten überwiegend postive Kritiken und am Ende ihrer Laufzeit hatte die 150 Millionen Dollar teure Produktion über 599 Millionen eingespielt. Bond was back und bereits zwei Jahre später kehrte der Doppelnull-Agent erneut auf die große Leinwand zurück.

Craigs zweiter, Ein Quantum Trost betitelter 007-Streifen bekam das großzügige Budget von 230 Millionen Dollar. Die Regie übernahm der Deutsch-Schweizer Marc Forster, der für Dramen wie Monster´s Ball (2001) und Wenn Träume Fliegen Lernen (2004) bekannt ist. Das Drehbuch wurde erneut von den Bond-Spezis Paul Haggis, Neal Purvis und Robert Wade verfasst. Daniel Craig, Judi Dench, Giancarlo Giannini, Jeffrey Wright und Jesper Christinsen nahmen ihre Rollen aus Casino Royale noch einmal auf, während mit Olga Kurylenko (Hitman, 2007) und Gemma Arterton (The Girl With All The Gifts, 2016) zwei neue Damen mit an Bord waren. Die Rolle des Bond-Schurken ging an Mathieu Amalric (München, 2005), während Anatole Taubman (The Transporter: Refueled, 2015) dessen Handlanger spielte. Ein weiterer Darsteller aus den Reihen der Ein Quantum Trost-Unsympathen ist Joaquin Cosio (Rambo: Last Blood, 2019). Gedreht wurde u.a. in Italien, Chile, Österreich und England.

Kaum hat James Bond (Daniel Craig) den am Ende von Casino Royale dingfest gemachten Mr. White (Jesper Christensen) in einem italienischen MI6-Quartier abgeliefert, offenbart ihm dieser, dass er zu einer internationalen Verbrecherorganisation gehöre, die ihre Leute überall hat. Sekunden später eröffnet Ms (Judi Dench) Bodyguard das Feuer und während Bond den Schützen jagt, kann White entkommen. Bond wird damit beauftragt, mehr über die Geheimorganisation herauszufinden. Ein heikles Unterfangen, da ihn seine Spur zu Dominic Greene (Mathieu Amalric) führt, der offiziell als Wohltäter gilt und ein gigantisches Umweltprojekt vorantreibt - und außerdem scheint Bond derzeit psychisch nicht der Stabilste zu sein, da er immer noch an dem Verrat durch Vesper Lynd, seiner Geliebten aus Casino Royale, zu knacken hat …

Ein Quantum Trost kam bei Kritik und Publikum deutlich schlechter weg als der gefeierte Casino Royale. Während es einige durchaus positive Meinung gab, bezeichneten nicht wenige Kritiker und Fans Ein Quantum Trost als einen der schwächsten Bond-Filme überhaupt und bemängelten u.a. die Regie von Marc Forster (insbesondere was die Action angeht), die mäßige Story und die Beliebigkeit des Films, in dem James Bond wie ein gewöhnlicher Actionheld unter vielen agiert. Auch am Box Office schnitt Ein Quantum Trost schwächer ab: Ein Einspielergebnis von über 586 Millionen Dollar ist vielleicht keine Katastrophe, aber weniger als der (80 Millionen Dollar billigere) Casino Royale zuvor eingebracht hatte.

Nicht jeder Film wird sofort als gut, bzw. als Klassiker wahrgenommen. Die Filmgeschichte ist voller Streifen, die bei Erscheinen von der Kritik zerrissen wurden und/oder sich als finanzielle Reinfälle erwiesen, heute aber als Meilensteine gefeiert werden. Ein Beispiel innerhalb der Bond-Geschichte ist Im Geheimdienst Ihrer Majestät (1969), der seinerzeit deutlich hinter den finanziellen Erwartungen zurückblieb und von der schreibenden Zunft nicht besonders wohlwollend aufgenommen wurde – heute gilt der Lazenby-Bond als Highlight der Serie. Trifft das mittlerweile – über zehn Jahre nach seinem Kinostart –  auch auf Ein Quantum Trost zu?

Nun, Ein Quantum Trost ist auch über zehn Jahre später ein Bond-Film, der definitiv polarisiert und durchaus Gründe offenbart, den Film nicht zu mögen. Der Streifen ist deutlich schwächer als sein brillanter Vorgänger und macht vieles falsch. Ein echtes Muss innerhalb der Bond-Reihe ist Ein Quantum Trost bestimmt nicht. Er ist aber auch bei weitem nicht so schlecht wie sein Ruf.

Ein Novum innerhalb der Bond-Reihe ist, dass Ein Quantum Trost direkt an Casino Royale anknüpft, was eine wirklich tolle Idee ist. Zudem wird man direkt und ohne Vorwarnung in das Geschehen – eine spektakuläre Autoverfolgungsjagd – geworfen, womit wir schon beim ersten Kritikpunkt des Films wären: Marc Forster ist ein Regisseur ohne Actionfilmerfahrung, was sich (zumindest streckenweise) negativ auf die Qualität der Actionszenen auswirkt. Während Martin Campbell die Fans in Casino Royale mit einer der packendsten Pre-Title-Sequenzen der Bond-Geschichte verwöhnt hat, scheint Forster nicht gewusst zu haben, wie man etwas ähnlich Gutes aus eigenem Antrieb auf die Beine stellt und sich stattdessen die beiden Bourne-Filme von Regisseur Paul Greengrass (Die Bourne-Verschwörung, 2004 & Das Bourne-Ultimatum, 2007) ein paar Mal zu oft angesehen und diese als Vorbild genommen zu haben, mit dem Vorsatz, diese zu übertreffen. Soll heißen: Es wird viel mit der Kamera gewackelt und die Schnitte folgen in so schneller Abfolge, dass das Auge kaum Möglichkeit hat, einen Fokus zu finden. Die Verfolgungsjagd – die auf dem Papier mit Sicherheit wuchtig und spektakulär ausgesehen hat – wirkt eher anstrengend als anziehend, da man hier Tempo mit Hektik verwechselt hat. Und auch die nächste Actionszene – die Jagd auf Ms verräterischen Bodyguard – wurde hektischer in Szene gesetzt als notwendig. Überhaupt wirken die ersten 20-25 Minuten viel zu gehetzt. Warum das nicht nur von Nachteil ist, soll später noch erörtert werden.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der eher mäßige Plot des Streifens. Auch wenn es reizvoll ist, dass es in Ein Quantum Trost – wie in Casino Royale – nicht um einen sinistren Superschurken geht, der von einer geheimen Kommandozentrale aus die Weltherrschaft mittels irgendwelcher Superwaffen an sich reißen will, und man stattdessen eine andere Art von Bedrohung als Thema genommen hat, wirkt der Ein Quantum Trost-Plot etwas zu wirr und umständlich, so dass sich echte Spannung nur sehr selten einstellen will. Auch die Idee, dass Bond im ersten Filmdrittel im Grunde jeden, der ihm weitere Informationen geben könnte, umbringt, erscheint wenig logisch.

Auch was die Wahl der Schauspieler angeht, hatte man hier nicht das glücklichste Händchen. So kann man die Qualität der schauspielerischen Leistung von Olga Kurylenko als „schwankend“ bezeichnen – es gibt einerseits Szenen, in denen sie eher ausdruckslos wirkt, andererseits aber auch solche, in denen sie wirklich (z.B. durch das ehrliche Zurschaustellen von Verletzlichkeit und Rachegefühlen) punkten kann. Ein ähnliches Prädikat kann man Mathieu Amalric verpassen – in einigen Szenen wirkt er eher blass, in anderen dagegen wirklich bedrohlich. Gegen den fantastischen Mads Mikkelsen aus Casino Royale, der ebenso wenig ein Superschurke wie Dominic Greene ist, kommt Amalric zu keiner Sekunde heran. Der größte Heuler der Besetzung ist allerdings Anatole Taubman als Dominic Greenes rechte Hand Elvis (im Ernst?), den Taubman in einem Interview mit der Zeitschrift Cinema allen Ernstes als Handlanger im Stil von Odd Job (Goldfinger, 1964) und Beißer (Der Spion, Der Mich Liebte, 1977 & Moonraker – Streng Geheim, 1979) bezeichnete, was nur eine ihm eingetrichterte Promo-Floskel sein kann und eine Beleidigung für die beiden genannten Schurken ist. Elvis dürfte der unterbeschäftigtste Ganove in der Geschichte der Bond-Streifen sein, der im Grunde nichts zu tun hat – die einzige Szene, wegen der er in Erinnerung bleibt, dürfte die sein, in der er eine Treppe hinunterfällt, wobei sein Toupet verrutscht. Mal ehrlich – das wäre den anderen nie passiert!

Bis hierhin scheint Ein Quantum Trost ein sicherer Kandidat für ein echtes Lowlight innerhalb der James Bond-Filme zu sein. Ist er  – meiner völlig unmaßgeblichen Meinung nach – dann aber doch nicht.

Auch wenn es aufgrund der Erwähnung der missratenen Auftaktsequenz und der allgemeinen Hektik der ersten 20-25 Minuten paradox erscheinen mag, ist diese auch eine der Stärken des Films. Ein Quantum Trost dürfte wohl eher der (Agenten-)Realität entsprechen als z.B. die Roger Moore-Bonds, in denen selbst im Angesicht tödlicher Gefahren immer noch Zeit für einen Drink und/oder einen Flirt blieb, was in der Craig-Ära bedeutet: Schlaf gibt es nicht, Erschöpfung nach einer Folter darf sich nicht einstellen, man muss jederzeit mit Gefahren und Verrat rechnen und einen hochprozentigen Drink sollte man so schnell wie möglich konsumieren...man weiß ja nie, was kommt. Man bekommt während der ersten knappen halben Stunde des Films als Zuschauer ein Gespür dafür, was es heißt, ständig gegen äußere wie innere Gefahren anzukämpfen/anzulaufen und dabei zu jeder Sekunde das eigene Leben zu riskieren. Deshalb ist der Ein Quantum Trost-Auftakt nicht völlig missraten, sondern weist auch positive Aspekte auf.

Nach diesem Auftakt nimmt Regisseur Forster ein wenig das Tempo aus der Handlung, was dem Film durchaus gut tut, und gestaltet auch die Actionszenen etwas überschaubarer. So dürften eine Verfolgungsjagd in der Luft und der explosive Showdown durchaus auch Punkte bei denen sammeln, die z.B. von der auftaktgebenden Verfolgungsjagd enttäuscht waren.

Da die letzten beiden Drittel von Ein Quantum Trost etwas ruhiger ausfallen, kann Marc Forster hier seine Erfahrung als Regisseur besser ausspielen als in den (meisten) Actionszenen. Die Sequenz während einer Tosca-Aufführung während der Bregenzer Festspiele, in der Bond Greene und andere Quantum-Mitglieder aufscheucht, ist ein inszenatorisches wie optisches Highlight, das zeigt, dass Forster es durchaus versteht, packende, längerfristig im Gedächtnis verweilende Szenen zu gestalten.

Auch wenn es so mancher Kritiker anders sieht, bietet Daniel Craig auch in Ein Quantum Trost eine hervorragende schauspielerische Leistung, die sich näher an der Vision von Bond-Erfinder befinden dürfte als das (bzw. als vieles), was die Herren Lazenby, Moore und Brosnan in ihren 007-Streifen gezeigt haben. Wenn Bond gefragt wird, ob er noch irgendwelche Rachegefühle hege, verneint Craig/Bond das natürlich, aber als Zuschauer merkt man ihm jederzeit an, dass es unter der eiskalten Oberfläche mächtig brodelt, was im Grunde auch erklärt, warum er jeden Gegner – auch wenn er wichtige Informationen für Bond haben könnte – erst einmal für immer ausschaltet. Bond erscheint hier erst einmal wie ein von Rache besessener Amokläufer, von dem man nicht erwarten kann, dass er rational handelt. Darüber hinaus bieten Regisseur Forster und die Drehbuchautoren Haggis, Nurvis & Wade einen tieferen Eindruck in die geschundene Agentenseele, was insbesondere in den brillanten Szenen mit Giancarlo Giannini deutlich wird, in denen Bond versucht, seinen Kummer in Alkohol zu ertränken, bzw. seinen „Freund entsorgt“. Beide Sequenzen sind von einer Tiefe und Melancholie geprägt, wie man sie nur selten in den Bond-Filmen antrifft.

Ein Quantum Trost wartet zudem mit einer Reihe starker Nebenrollen auf. So hat Giancarlo Giannini einen zwar kurzen, aber dennoch einprägsamen Part, der viel über 007s Psyche offenbart. Gleiches gilt für Gemma Arterton, deren Rolle zwar recht klein ist, aber dennoch nicht auf die eines „Neben-Bondgirls“ zu reduzieren ist. Ebenso überzeugen können Judi Dench als M und Jeffrey Wright als Bonds mürrischer CIA-Kumpel Felix Leiter. Mit Ronny Kinnear ist zudem ein weiterer Schauspieler an Bord, der als loyaler MI6-Agent auftaucht und sich mit seinem Ein Quantum Trost-Auftritt für weitere Bond-Auftritte empfohlen hat.

Ein Quantum Trost wird nicht als Klassiker in die Bond-Geschichte eingehen und dass der Film erfolgloser war als sein Vorgänger ist (ausnahmsweise) auch ein Gradmesser für die Qualität des Films, aber dennoch handelt es sich bei Ein Quantum Trost um einen guten, soliden Bond.-Film, der zwar seiner Fehler hat, aber auch viel richtig macht!

6-7/10

7/10
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Kommentare

28.08.2020 06:51 Uhr - beebop251
2x
Eine ausführlich begründete Kritik, die die Punktevergabe nachvollziehbar macht. Für mich persönlich der beste Craig Bond. Ich finde die Actionszenen rasant und absolut spektakulär, wozu auch mein Lieblings Bond Score von David Arnold maßgeblich beiträgt. Ich muss dazu sagen, dass ich auch keine Probleme mit der Action in den Bourne Filmen hatte. Den Hauptbösewicht fand ich eigentlich sehr gut. Bodenständig und leicht schmierig. Für mich auf jeden Fall prägnanter als Mikkelsen in Casino Royle. Kurylenko gefiel mir ebenfalls sehr gut. Der Rest des Casts grundsolide. Die Settings sind alle sehr atmosphärisch und daher toll ausgewählt. Der Plot ist sicher etwas unspektakulär/gewöhnlich, aber dafür schön gradlinig und in einer ansprechenden Lauflänge gut erzählt. Insgesamt für mich ein toller Film. Ich kann jedoch auch die Kritiker des Films verstehen.

28.08.2020 09:30 Uhr - prince akim
2x
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Wie immer von dir eine super ausführliche Review zu meinem "NichtGanz-Lieblings-Bond". War nach Erstsichtung erstmal relativ enttäuscht, weil ich den Film anfangs anfangs irgendwie gar nicht so gechekkt hatte. Die Erwartungen waren aber auch sehr groß nach dem fulminanten "Casino Royale", der für mich zum besten Bond-Film bisher zählt. Nach drei weiteren "Quantum"- Abenden muss ich aber sagen, daß ich ihn dann doch besser finde als den vielgelobten "Skyfall", der mich eigentlich nicht so mitgerissen hat, trotz nun schon mehrerer Sichtungen. Und beim zweiten Mal hatte ich ihn dann auch gechekkt ... ;-)
Meine absolute Lieblingsszene zum Schluss ( ACHTUNG,SPOILER !!!! ) in der Wüste mit der Dose Motoröl ... Cool-cooler-Bond !

28.08.2020 10:14 Uhr - tp_industries
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Wow! Du hast mit deiner Review, meiner Meinung nach, wirklich den Nagel auf den Kopf getroffen. Auch ich fand die Actionsequenzen am Anfang eher bonduntypisch und unübersichtlich (obwohl sie in der Theorie eigentlich cool sind). Bei meiner ersten Sichtung war ich insgesamt auch nicht so begeistert. Je öfter ich ihn sah, desto besser gefiel er mir aber. Liegt auch an deinen positiven Kritikpunkten, die nach mehrmaliger Sichtung auch mehr zur Geltung kommen. Trotzdem bleibt Casino Royale mein Lieblingsbond mit Herrn Craig. Das Ding ist einfach eine Wucht! Deine Review ist wie gesagt einfach klasse und spiegelt auch meine Meinung wieder. Ich weiß nur nicht ob ich das, so gut geschrieben, auf den Bildschirm bekommen hätte! ;)

28.08.2020 11:03 Uhr - Draven273
3x
Schön geschrieben Punisher und auch ich kann Dir nur zustimmen. Ja der Bond mag anders sein und er bricht auch die eine oder andere goldene Bondregel, aber genau das ist doch auch mal was erfrischendes. Tatsächlich finde ich die Autoszene am Anfang auch etwas zu hektisch, kann die Zuhause auf dem TV aber besser aushalten und beobachten als auf einer großen Leinwand. bei den schnellen Sachen komme ich halt nicht mehr so mit, da überschlagen sich meine Augen. Ansonsten finde ich es komisch, dass Bonds Verhalten hier so oft angeprangert wird, grade weil dieser an Casino Royale anschließt und man eigentlich auch weiß, dass sich Bond auf einem Rachefeldzug befindet und er nicht wirklich vor hat Gefangene zu machen. Aber wie immer, nur meine bescheidene Meinung. Mir war dieser Action-Teil so möchte ich es mal nennen, nach dem starken Anfang mit Casino Royale ganz lieb, mein persönlicher Favorit ist aber der Skyfall.
Ich hoffe zu den anderen Teilen lässt Du dich über kurz oder lang auch noch aus. :) Auf jeden Fall schön zu lesen.

28.08.2020 12:18 Uhr - Stoi
2x
Für mich sind QUANTUM TROST und CASINO ROYALE eigentlich ein Film bzw. eine Geschichte.
Deshalb fällt es mir schwer, den isoliert zu bewerten.
Immerhin ist er der kürzeste Bond aller Zeiten, dafür aber auch schön kompakt und tough.
Eigentlich finde ich alle Craig-Bonds überdurchschnittlich gut, wobei SKYFALL für mich der beste Bond aller Zeiten ist.

28.08.2020 19:27 Uhr - Cabal666
1x
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Genau meine Meinung, Punisher! Sehr schön zusammengefasst und begründet.
Ich fand "Ein Quantum Trost" bei Erstsichtung zwar auch bei weitem nicht so eindrucksvoll wie seinen direkten Vorgänger, aber an sich konnte er durchaus überzeugen. Zwar gefällt mir die Eröffnungssequenz eben wegen ihrer Hektik überhaupt nicht, im weiteren Verlauf gelingen Forster jedoch einige tolle Momente. Die "Tosca"-Szene ist für mich der Höhepunkt des Films, der Showdown kann jedoch auch gefallen. Und du hast auf jeden Fall Recht, wenn du schreibst, dass dieser Bond-Film näher am echten Agentenalltag dran ist als die meisten anderen. Man kann "Ein Quantum Trost" durchaus als den realistischsten der Reihe ansehen. Olga Kurylenko (die ich ohnehin sehr gern sehe) als Bondgirl gefiel mir außerdem sehr gut und auch Mathieu Amalric gab einen ordentlichen Schurken ab. Wären bei mir insgesamt auch 7 von 10 Punkten.
Wobei ich dann aber doch zu der Auffassung neige, dass Marc Forster der falsche Mann für den Stoff war. Ähnlich wie Lee Tamahori bei "Stirb An Einem Anderen Tag". Die Stärken beider Regisseure liegen in der Inszenierung ernsthafter Dramen, in Sachen Action sind sie weniger talentiert. Was Forster betrifft, halte ich "Monster's Ball" (wie auch meine Kritik zum Film gezeigt hat) und vor allem seinen "Drachenläufer" für Meisterwerke ihres Genres. Bei "Ein Quantum Trost" hat er hingegen zu sehr versucht, die "Bourne"-Filme zu kopieren. Mit einem anderen Regisseur, der mehr Erfahrung im Actiongenre besitzt, wäre dieser Bond mit Sicherheit um einiges besser geworden.

29.08.2020 01:40 Uhr - Punisher77
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@Alle:
Vielen Dank für Eure sehr netten, ausführlichen Kommentare. Freut mich, dass Review und Film so gut bei Euch ankommen, da "Ein Quantum Trost" unter Bond-Fans nicht gerade den besten Ruf hat.

@beebop251:
Die "Bourne"-Filme mag ich auch. Allerdings hat Teil 1 meiner Meinung nach den besten Inszenierstil. Teil 2 & 3 finde ich auch echt gut, nur bei Teil 3 hat man es mit Wackelkamera und Stakkato-Schnitt dann doch leicht übertrieben.

@prince akim:
"Ein Quantum Trost" ist bei mir auch erst nach mehrmaliger Sichtung gewachsen. Beim ersten Mal war ich regelrecht enttäuscht, nun gefällt er mir besser.

@tp_industries:
Du hast Recht, "Casino Royale" ist eine Wucht - den habe ich mir zweimal im Kino angesehen.

@Draven273:
Mir geht es oft genauso wie Dir - hektisch geschnittene Actionszenen kann ich auf dem Bildschirm eher "verkraften" als auf der großen Leinwand.

@Stoi:
"Skyfall" ist für mich zwar nicht der beste Bond aller Zeiten (Vorher kommen z.B. "Liebesgrüße Aus Moskau", "Goldfinger" und "Der Spion, Der Mich Liebte"), aber er ist (bisher) mein liebster Craig-Bond.

@Cabal666:
Ja, statt Forster hätte man einen anderen Regisseur wählen sollen und Du hast sicher Recht damit, dass "Ein Quantum Trost" dann besser ausgefallen wäre. "Monster`s Ball" kenne ich leider nicht.

30.08.2020 11:47 Uhr - TheMovieStar
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Ein tolles Review Punisher, wie immer informativ und toll geschrieben. Bei Bond bin ich nicht so der Fachmann, den letzten, welchen ich gesehen habe war Golden Eye im Kino, davor halt den Bond mit Dalton die Lizenz zum Töten. Mir ist diese Agentenaction einfach ein bisschen zu übertrieben, aber das ist Geschmackssache :-)))

Vielleicht gucke ich mal die neueren Bonds um mitreden zu können :-)))

01.09.2020 18:41 Uhr - Punisher77
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Tu das, "Casino Royale" z.B. ist ein moderner Klassiker!

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