SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Zombie Army 4 Dead War · Die Kultjagd · ab 48,99 € bei gameware Predator Hunting Grounds · Lass die Jagd beginnen · ab 44,99 € bei gameware
cecil b
Level 18
XP 6.060
Eintrag: 13.01.2020

Amazon.de

  • Candyman 3 - Day of the Dead
Blu-ray
14.99 €
DVD
10.99 €
  • Missing in Action Trilogy
  • Blu-ray Mediabook
Cover A
53.99 €
Cover B
53.99 €
  • Rollerball
5-Disc UHD/BD Ultimate Edition
51.99 €
4K UHD/BD Mediabook
35.99 €
BD/DVD Mediabook
29.99 €
DVD
10.79 €

Vergiftet

(Originaltitel: The Woman in the Room)
Herstellungsland:USA (1983)
Genre:Horror, Drama, Kurzfilm
Alternativtitel:Stephen King's Night Shift Collection
Stephen King's Nightmare Collection: Vergiftet
Stephen King's Nightshift Collection Volume One: The Woman in the Room

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (1 Stimme) Details
inhalt:
Basierend auf einer Geschichte von Stephen King, befasste sich Frank Darabont im Rahmen des " Dollar Baby"-Projektes.

Ein Mann besucht seine todkranke Mutter im Krankenhaus. Tag für Tag sieht er sie vor sich und ein Gedanke kommt langsam in ihm auf. Was wird der Mann als nächstes tun und wie wird er den kommenden Verlust verarbeiten?
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von cecil b:

 

STEPHEN KING: “The Woman in the Room remains on my short list of favorite film adaptions.”

 

Der vermutlich meistgelesene und definitiv meist verfilmte Schriftsteller aller Zeiten, Stephen King, der König des gruseligen Romans, hat so einige bedeutende Regisseure inspiriert. Wie zum Beispiel Brain DePalma (Carrie),  Stanley Kubrick (Shining), John Carpenter (Christine) und George A. Romero (Stark -The Dark Half).

Unter diesen Regisseuren ist auch einer, der das große Glück hatte, durch Stephen Kings Dollar Baby-Projekts wesentliche Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Bei diesem Projekt geben Filmstudenten dem Meister des Grauens einen symbolischen Dollar in die Hand, und dieser gibt ihnen dafür die Rechte dazu, eine seiner Kurzgeschichten zu verfilmen. Eine große Ehre für jeden, wenn der große Schriftsteller dann die Veröffentlichung zulässt. So geschehen, als Frank Darabont THE WOMAN IN THE ROOM, in Deutschland erschienen in der Kurzgeschichtensammlung NACHTSCHICHT, verfilmte. Hoffen wir alle, dass ich nie den Menschen zu sehen bekomme, der sich den deutschen Titel VERGIFTET ausgedacht hat. ;) Darabonts Regiedebüt, bei dem der damals 20-Jährige auch das Drehbuch verfasste, sowie die Schnitte fertigte, ist das erste Dollar Baby, und war der Anfang einer Erfolgsgeschichte. 

Mr. King war begeistert. Darabont versteht diesen Schriftsteller hervorragend, liest zwischen den Zeilen, und zeigt die Ideen auch in großartigen Kinofilmen wie DER NEBEL, THE GREEN MILE, und die DIE VERURTEILTEN, von denen die beiden letzt genannten für den Oscar nominiert wurden. An dieser Stelle möchte ich nun den Anfang dieser künstlerischen Brüderschaft im Geiste besprechen. Der seinen großen filmischen Brüdern eigentlich in nichts nachsteht.

An Darabonts THE WOMAN IN THE ROOM arbeiteten keinesfalls Amateure. Gregory S. Melton, der in erster Linie für die Produktion des Designs von Filmen (Darabonts Der Nebel!) und Serien ist, wie etwa The Walking Dead, die in ihren Anfängen auch in erster Linie auf Darabonts Mist gewachsen ist, war auch an der Produktion des ersten Dollar Babys beteiligt. Auch Mark Vance (Auszeichnung für die Produktion von Web Journal Now) griff Darabont dabei unter die Arme. Juan Ruiz Anchía (Spartan, Blachthorn) führte die Kamera, und das Kostüm-Design wurde durch Giovanna Ottobre-Melton (Primetime Emmy für Providence) erschaffen. Vollkommen überzeugend sind auch die Darsteller, die wären Michael Cornelison (RAIN, † 2011), Dee Croxton (The Green Mile!) und Brian Libby, der in allen King-Verfilmungen von Darabont mitgespielt hat.

 

 

Cornelison gelingt es, als Protagonist den Zuschauer mitfühlen zu lassen. Croxton verursacht als die Mutter der Hauptfigur authentisch Gänsehaut. Libby leitet beeindruckend Schlüsselmomente in die Gänge. Seine Figur ist des Mordes angeklagt, und wird von der Identifikationsfigur als Anwalt vertreten. Unser Protagonist muss erleben, wie seine Mutter leidet ("Ich habe mich noch nie so hilflos gefühlt!"), und wird mit der Vergänglichkeit, dem Tod, konfrontiert, und dadurch mit gewichtigen Fragen. Diese bekommen noch mehr an Ausdruck, als er sich damit auseinandersetzt, inwiefern unsere Gesellschaft über das Leben und den Tod entscheidet. KLEINER SPOILER Sein Mandant soll hingerichtet werden, und das ist zweifelhaft. Auch dessen Schuld ist ethisch in Frage zu stellen. SPOILER ENDE.

Man möchte Darabont ja fast nicht dankbar dafür sein, dass er es schafft, mit seinem Drehbuch Kings Horizont so gut auf den Zuschauer zu übertragen. Der Schriftsteller litt in jungen Jahren stark darunter, dass seine Mutter qualvoll an Krebs starb, dieses Erlebnis prägte ihn bestimmt (Friedhof der Kuscheltiere, erste Verfilmung: "Manchmal ist der Tod besser."). Wer möchte denn gerne dort hinschauen, wo wir alle mal enden werden, aufgrund des natürlichen Todes durch Krankheit oder des Alters? Und THE WOMAN IN THE ROOM stellt diesen natürlichen Horror, wie wir ihn wahrnehmen, dar. Diese Angst bekommt durch eingängige Albtraum-Szenen ein fantastisches Bild, ansonsten ist dieser Kurzfilm angemessen subtil, und daher so realistisch, dass er unter die Haut geht. Und das ist dramaturgisch wie inszenatorisch schlichtweg genial dargestellt.

Die klassische Musik mit einem Flötenspiel und Geigen ist ruhig und im Kontext bewegend gleichzeitig. Wenn es dann als Kontrast dröhnt, in dem dargestellten Albtraum, ist das verdammt effektiv. So wie King einen einfachen Ablauf detailliert und damit greifbar beschreiben kann, so gelingt es Darabont, einen solchen mit Perspektiven, die sich in fließenden Bewegungen erweitern, sauberen Schnitten und einem grandiosen Timing sichtbar zu machen. Kongenial. Die Beleuchtung ist durchgängig überzeugend, und die Blickwinkel der Kamera können mit dem Zuschauer spielen. Der frontale Blick auf den Protagonisten konfrontiert den Konsumenten mit den schwermütigen Emotionen von diesem, im Traum wird dieser nahezu von der Kamera, bzw. seinen Ängsten, 'angegriffen'. Dann rast die Kamera ähnlich rasant wie in Sam Raimis Evil Dead durch das Krankenhaus, das durch die Wahl der Perspektiven und die Farbgebung fast an Stanley Kubricks Overlook Hotel in Shining erinnert.
 

 

Frank Darabont zählt wohl zu den talentiertesten Regisseuren unserer Zeit, und sein kurzes Regiedebüt von circa. 30 Minuten braucht sich nicht wirklich hinter seinen Kinofilmen zu verstecken!

P. S.: 2018 wurde die Story als 16 minütiges Dollarbaby übrigens neu verfilmt.

8/10
mehr reviews vom gleichen autor
die neuesten reviews
Total
CHOLLO
6/10
Halloween
dicker Hund
7/10
No
Man Behind The Sun
7/10
Achtzehneinhalb
Kaiser Soze
10/10
Rosetta
Laughing Vampire
8/10
Freddy
TheMovieStar
6/10

Kommentare

13.01.2020 23:20 Uhr - TheRealAsh
1x
User-Level von TheRealAsh 9
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 1.283
Mensch, Cecil, das ist ja ein wahres Schmuckstück, das du hier reviewst, yummy yummy. Wo krieg ich den denn jenseits der VHS zu sehen, ich bin sowas von gespannt?

14.01.2020 12:32 Uhr - TheMovieStar
1x
User-Level von TheMovieStar 7
Erfahrungspunkte von TheMovieStar 635
Schöne Kritik zu einem Film den ich leider noch nicht gesehen habe! Saubere Arbeit, Cecil!

14.01.2020 18:13 Uhr - cecil b
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 18
Erfahrungspunkte von cecil b 6.060
Freut mich, dass die Review für euch lesenswert war! :)

Den gibt es bisher wohl nur auf VHS, mit zwei Filmen, die ich auch besprechen werde. Aber, The Woman in the Room, und einer der beiden anderen Filmen, sollte früher oder später auf einem Silberling erscheinen. Es würde mich wundern, wen dem nicht so ist.

15.01.2020 18:20 Uhr - Cabal666
1x
User-Level von Cabal666 4
Erfahrungspunkte von Cabal666 208
Neben Kubrick, de Palma und David Cronenberg hat Frank Darabont die besten King-Verfilmungen gedreht. Im Gegensatz zu den genannten sogar nicht nur eine, sondern gleich drei in Spielfilmlänge und dabei jedes Mal großartige Arbeit geliefert, was schon schwierig genug ist. Definitiv einer meiner Lieblingsregisseure.
Dieses Frühwerk von ihm reizt mich definitiv auch. Nur schade, dass es bisher nur auf VHS erschien. Immerhin kann man den Kurzfilm aber auf Youtube ansehen, zusammen mit einem anderen Dollarbaby auf der ursprünglichen Veröffentlichung. Wenn auch nur in ziemlich mieser Qualität.
Deine Review ist klasse. Du beleuchtest die Hintergründe, die Machart und gehst auch sehr auf die Wirkung des Films ein. Sehr schön geschrieben. Macht definitiv Lust auf den Film.

15.01.2020 19:59 Uhr - cecil b
1x
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 18
Erfahrungspunkte von cecil b 6.060
15.01.2020 18:20 Uhr schrieb Cabal666
Neben Kubrick, de Palma und David Cronenberg hat Frank Darabont die besten King-Verfilmungen gedreht. Im Gegensatz zu den genannten sogar nicht nur eine, sondern gleich drei in Spielfilmlänge und dabei jedes Mal großartige Arbeit geliefert, was schon schwierig genug ist. Definitiv einer meiner Lieblingsregisseure.
Dieses Frühwerk von ihm reizt mich definitiv auch. Nur schade, dass es bisher nur auf VHS erschien. Immerhin kann man den Kurzfilm aber auf Youtube ansehen, zusammen mit einem anderen Dollarbaby auf der ursprünglichen Veröffentlichung. Wenn auch nur in ziemlich mieser Qualität.
Deine Review ist klasse. Du beleuchtest die Hintergründe, die Machart und gehst auch sehr auf die Wirkung des Films ein. Sehr schön geschrieben. Macht definitiv Lust auf den Film.


Danke, freut mich sehr, dass dir die Review gefallen hat, und du Darabont auch als einen so großen Regisseur ansiehst. :) Ich fand The Green Mile manchmal nah am Kitsch, aber dann doch sehr effektiv. Der Nebel und die Verurteilten sind gigantisch, mMn.

Die anderen Filme auf der Nightmare Collection werde ich diese Woche auch besprechen, den einen finde ich auch richtig gut. Aber THE WOMAN IN THE ROOM ist vielleicht das beste Dollar Baby.

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)